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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Black Hawk Down



MinasTirith
10.10.2002, 18:46
Einige werden sicher schon von diesem Film gehört haben.

Eigentlich sollte dieser Film nicht in Deutschland gezeigt werden, doch nun läuft er heute in den Kinos an.

Kurz zur Geschichte:
Der Film beruht auf einer wahren Tatsache, die sich vor noch gar nicht so langer Zeit zugetragen hat. Allerdings hält sich der Film nicht wirklich an die wahren Ereignisse, sondern verfälscht sie in bischen.

Als die Amerikaner in Somalia sind, starten sie einen Angriff um einen der mächtigsten Warlords Somalias in die Finger zu bekommen. Bei der Aktion läuft aber etwas schief und einer der Hubschrauber wird abgeschossen. Die überlebenden Soldaten werden bis auf einen alle getötet in einer Art Tontaubenschiessen. Anschliessend werden die Leichen durch die Stadt gezogen um zu zeigen wie schwach die Amis sind.

Der Film ist ausgesprochen brutal, doch zeigt er nur einen Teil der unglaublichen Gewalt zu der Menschen fähig sind. Daher sollte man nicht zart beseitet sein wenn man ihn sich anschauen geht.

Das schöne an dem Film ist, dass die Amis hier nicht als die grossen Sieger dargestellt werden. Dies ist auch ein Grund warum der Film eigentlich nicht ausserhalb der USA gezeigt werden sollte.

Was viele nicht wissen, denn es wurde hier nie so richtig berichtet. Der Film hat 2 Oscars bekommen. Leider weiss ich nicht mehr für was und ich habe auch keine URL wo man etwas nachlesen kann.

Aber ich möchte den Film allen interessierten ans Herz legen. Sobald ich Zeit habe, werde ich ihn mir im Kino anschauen und dann meine Meinung dazu posten. Bis jetzt kenne ich nur verschiedene Ankündigungen aus dem deutschen und dem amerikanischen Fernsehen.

Boldor
10.10.2002, 19:24
Ich war zwar in dem Film noch nicht drin und werde wahrscheinlich auch nicht die Möglichkeit haben ihn im Kino zu sehen aber ich habe vorab einen
kurzen Bericht darüber gelesen.

Der Film soll nicht so besonders auf die Charaktere eingehen und jetzt eine große Story um die Soldaten aufbauen sondern soll hauptsächlich den Schrecken des Krieges zeigen. Der Film soll sehr authentisch sein, einer der besten Filme über den Krieg in letzter Zeit. Was heißt bester, halt der Film, der am besten das Leiden des Krieges rüberbringt.

Zum zartbesaitet: Der Film soll erschreckend nah an der Wirklichkeit sein.

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Wenns einen interessiert, dieses "Hörensagen" Review hab ich aus der Hörzu, diese Fernsehzeitschrift

(Das hätteste auch als Edit einfügen können - jetzt hab ich es mal getan... - Kaff)

(Ja Sorry ist mir nachher auch aufgefallen. Thx fürs Löschen -Boldi)



Last edited by Boldor at 10.10.2002, 19:42

Kaff
10.10.2002, 19:52
Da die Entscheidung, den Film hierzulande doch zu zeigen, erst recht spät gefallen ist, hatte ich mir den Film mal auf andrem Weg, na ihr wisst schon, besorgt. Hiermit will ich Doomlittle noch mal fürs Löschen bedanken, denn ich hatte daraufhin ein nicht unbedingt kleines Review geschrieben. Ich fand den Film auch sehr ergreifend. Er war gewiss kein patriotismustriefendes Actionspektakel, in denen sich die Amerikaner selbst feiern. Allerdings wurden viele "Fehler" wie Kollateralschäden seitens der Amerikaner natürlich unter den Teppich gekehrt. Insgesamt ist er auf jedenfall sehenswert, schon allein wegen Ridley Scotts meisterhafter Bildkomposition und ist besser als der Kriegsfilmmüll der in den letzten Monaten kam.

Aber dass der Film nicht ausserhalb der USA gezeigt werden sollte, ist mir neu. Hast du entsprechende Berichte? Denn wenn man sich die Erscheinungsterminliste (http://us.imdb.com/ReleaseDates?0265086) anschaut, zeigt sich, dass der Film recht schnell welltweit in die Kinos kam - ausser bei uns... Daher wag ich die Aussage mal zu bezweifeln - denn wenn der Film ein schlechtes Bild auf ihr Militär wirft, hätten sie ihn sicher nicht einmal in ihrem Land veröffentlicht.



Last edited by Kaff at Oct 10 2002, 07:19 PM

RocketMan
10.10.2002, 20:06
@Minas: Die beiden Oscars waren aus technischen Kategorien (welche, weiß ich nicht mehr genau), aber die sind ja eher unwichtig.

@Boldor: Irgendwie ist Dein "Hörensagen-Review" nicht wirklich hilfreich. Aber was soll's. ;)

@Kaff: Der Film wurde hierzulande aufgrund der Ereignisse in Erfurt verzögert. Wie unsinnig so eine Rückhalte-Aktion ist, muß ich wohl nicht näher erläutern.

Ich selbst fand den Film sehr gut inszeniert, die Bilder sind - wie Kaff schon so schön schreibt - typisch Ridley Scott, er übertrifft dabei den nur mittelprächtigen Gladiator um Längen.

Klar ist es ein Anti-Kriegsfilm. Das Meisterliche an ihm ist aber vielmehr, wie die Chronik der Ereignisse trotz des Chaos so realistisch gezeichnet wird, daß der Zuschauer stets den kompletten Überblick behält. Respekt.

Der Anti-Kriegs-Aspekt selbst ist natürlich vorhanden, ist aber insgesamt eher flach gehalten und hat nicht die Wirkung eines Apocalypse Now.

natrilix
10.10.2002, 21:38
Der Film soll ja aufgrund seiner Auhentizität noch nicht gezeigt worden sein, manche Szenen sind so realistisch, dass leichten Gemütern das wohl etwas auf den Magen schlagen kann.

Apropos Rückhalte Aktion: Collateral Damage wurde ja auch "aufgrund aktuellen Anlasses" verschoben.

Irgendwie schon komisch. Kaum passiert wird etwas wird alles sensibilisiert, und wenn etwas "gras" über die Sache gewachsen ist, geht es weiter im Trott. Ist irgendwie ziemlich ohne Rückhalt! Dann sollte man halt generell auf solche Filme verzichten, und sie gar nicht zeigen, oder nur auf DVD/Video. Aber was zählt ist ja das liebe Geld...



Last edited by natrilix at 10.10.2002, 19:42

Koma
10.10.2002, 22:34
Also ich habe Black Hawk Down ebenfalls gesehen, und muss sagen, ich bin sprachlos. Ein Meisterwerk wie der Film inszeniert ist. Die Bilder sind wirklich gut geschnitten, und in einem Making Of habe ich gehört das die Schauspieler noch nichtmals wussten wo die Kameras waren, und die Explosionen, so das alles sehr realistisch ist.

Das macht sich auch in manchen Szenen bemerkbar, wenn jemandem der Finger abgeschossen wird, und ähnlich unappetitliche Sachen passieren.

Am Besten gefiel mir noch immer die Anflugsszene der Hubschrauber, wie sie über dem Meer hinwegdonnern, und auf die Stadt zu jagen. Einfach nur toll gemacht.

Ein Fest für die Sinne, das aber in manchen Szenen zum Nachdenken anregt, welche aber durch neue Schusswechsel und Feuergefechte schnell überdeckt werden.

Diesmal ist der Aspekt "Patriotismus" deutlich zurückgeschraubt worden, meiner Meinung nach. Die Selbstbeweihräucherung der Amerikaner und des Militärs findet hier so gut wie gar nicht statt, aber bei so einem Film und so einer militärischen Katastrophe wäre es auch undenkbar.

Insgesamt hat hier Ridley Scott, ähnlich wie Gladiator, ein großartigen Film in Ton und Bild abgelegt der absolut sehenswert ist.

5 von 5 Sternen !

Last_Gunslinger
11.10.2002, 00:12
Die Oskars gabs für Schnitt und Ton.
Aber ich finde nicht das die unwichtig sind. Gerade der Ton hat meiner Meinung nach großen Anteil daran, das der Film realistisch wirkt.

Firestorm
11.10.2002, 00:16
Mhm, ich weiß nicht ob ich mir den Film im Kino ansehe. Was schon jemand, wann ungefähr die deutsche DVD erscheinen wird?

Kaff
11.10.2002, 01:35
Hmm, mal überlegen. DVDs erscheinen meist sechs Monate nach Kinostart. Ich schätze das wird hier nicht anders sein. Also kommt man auf: April 2003... Vielleicht gibt es noch ein Verleihfenster (kleinere Firmen machen das ja gern), so dass es noch eins, zwei Monate länger dauert, bis es zu kaufen ist.

@natrilix: Gut die Kurve gekratzt, nettes Edit. ;)



Last edited by Kaff at 11.10.2002, 00:36

Firestorm
11.10.2002, 12:28
Na klasse, erst kriegen wir den Film Monate später und dann auch noch die DVD im normalen Zeitabstand. Wenigstens dort könnte man etwas "Kundenfreundlicher" sein.



Last edited by Firestorm at 11.10.2002, 13:14

RocketMan
11.10.2002, 17:47
@Koma: Prächtiger Avatar! :D

@Last_Gunslinger: Sicher ist der Ton wichtig für einen Film, aber Schnitt und Ton sind eben nur sogenannte technische Oscars. Die nehmen eben den zweiten Rang hinter den wichtigeren Kategorien ein.

@Firestorm: Hat nichts mit Kundenfreundlichkeit zu tun. Wenn die DVD früher kommt, steigen die Kinoverbände auf die Barrikaden.

Firestorm
11.10.2002, 17:51
@Rocket: Auch nen netten Rang hat er ;)

Aber wenn´s jetzt z.B. nur 3 Monate bis zur DVD wären. Ich meine, da läuft der Film doch in kaum einem Kino noch. Oder geht´s darum, dass dann viele absichtlich nicht ins Kino gehen?

RocketMan
11.10.2002, 18:36
Genau darum geht's. Ich komme auch mittlerweile ins Grübeln, wenn ich sehe, daß ich mir Film XYZ entweder für 5,40 € (plus Anfahrt plus Parkhaus, also mindestens 10 €) im Kino ansehen kann, oder mir in zwei Monaten die Code-1-DVD für meistens um die 18 € holen kann.

Wenn's jetzt diesen Vorteil auch noch für Code-2-DVDs gibt, kommen noch mehr Leute ins Grübeln.

(Und trotzdem gehe ich heute abend in Minority Report, auch wenn ich mir den Mitte Dezember importiere.)

Lara
12.10.2002, 02:39
Also...ich werde mir den Film auch demnächst ansehen, warte ich doch seit der Oscarverleihung darauf, dass er anläuft.
Dies hätte eigentlich bereits schon im März oder so sein sollen...auf jeden Fall frühester Frühling...daher stimmt Erfurt als Verzögerung nicht, denn das war später...möglicherweise aber ein weiterer Faktor wieso nun sooooooo spät.
Aber der ursprüngliche Starttermin wurde verschoben, nicht weil die Amis das wollten, sondern auf Beschluss der Deutschen, nachdem gerade deutsche Soldaten in Afghanistan (oder wars der Kosovo) ums Leben gekommen waren...wir haben ja leider zur Zeit so viele gefahrenzonen :/

Octantis
12.10.2002, 16:03
warum sollte der Film eigentlich nicht gezeigt werden bei uns?
Ist er zu brutal, zu patriotisch oder sonst was?

(Lies dir mal den Thread genau durch. Das sollte zumindest deine Frage nach dem Patriotismus beantworen, wenn nicht gar die andren auch... - Kaff)



Last edited by Kaff at 12.10.2002, 15:34

shelyra
12.10.2002, 16:42
Originally posted by 21stAngel@12.10.2002, 14:03
warum sollte der Film eigentlich nicht gezeigt werden bei uns?
Ist er zu brutal, zu patriotisch oder sonst was?


Patriotisch ist er in gewissem Sinne garantiert, aber das ist nicht der wahre Grund weswegen er nicht gezeigt werden sollte. Viel mehr haben die erschreckenden Bilder des Film den Starttermin nach hinten verschoben. Man wollte halt nach Erfurt und nach Afganisthan keine brutalen Filme zeigen - und dies ist Black Hawk Down!!!
Ein Film der den sinnlosen Konflikt in Somalia mit all seinen Schrecken zeigt! Ein Film der an brutalen Bildern nicht übertroffen werden kann!! Ein Film der zeigt wie Krieg wirklich ist!!!

MinasTirith
19.10.2002, 03:37
So, jetzt habe ich mir den Streifen mal angeschaut.

Also von Patriotismus war sehr wenig zu sehen und zu hören. Es geht eigentlich nur um diese fehlgeschlagene Aktion und wie die Soldaten versuchen ihre Haut zu retten. Was sehr deutlich rüber kommt, sind die Fehler die damals bei dieser Aktion gemacht wurden und das sind nicht gerade wenige.

Was die Brutalität angeht, bin ich mir nicht so sicher was ich davon halten soll. Zwar ist es relativ gut gemacht und auch sicher recht realistisch, aber die wirklich grausamen Bilder halten sich in Grenzen. Insgesamt kam ich nur auf 5 Szenen, die ich wirklich als äusserst blutig und grausam einstufen könnte. Die anderen Szenen sind in jedem mittelmässigen Action- oder Kriegsfilm zu finden und nichts ungewöhnliches.

An einigen Stellen war mir eher zum lachen zumute als zum nachdenken, denn es gab schon einige Szenen wo der Kinosaal zu lachen anfing.

Alles in allem komme ich zu dem Schluss, dass er nichts für Leute ist, die kein Blut sehen können. Zum anderen wird er auch nur die interessieren, die sich für die misslungene Aktion von damals interessieren oder die interesse an Kriegsfilmen haben. Es ist kein aussergewöhnlicher Film, aber er ist recht gut gemacht und relativ nah an der Realität dran. Vom Hocker gerissen hat er mich aber nicht, dazu hat dann doch noch einiges gefehlt.

Ghettomaster
19.10.2002, 13:22
Der Film ist brutal, zumindest die uncuttet Version die ich gesehen hab.
Wie oben schon mehrfach erwähnt, wer kein Blut und keine umherfliegenden Körperteile sehen kann sollte diesen Film meiden.

Kurz und knapp zeigt dieser Film Krieg so wie er ist, ohne Beschönigung oder den Amiüblichen patriotismus, und aus genau diesem Grund finde ich den Film gut.

CU
Ghettomaster

DerBademeister
20.10.2002, 02:10
Der Film ist, auf den Punkt gebracht, weder ein Kriegs- noch ein Antikriegsfilm - kann also mit Werken wie Apocalypse Now (Anti-Kriegsfilm) oder Top Gun (Kriegsfilm) nicht verglichen werden.
Er zeigt nüchtern den Krieg, so wie er wohl ist, ohne eine moralische Wertung vorzunehmen. So obliegt es dem Zuschauer, sich seine eigenen Gedanken darüber zu machen.
Fairerweise muss man natürlich dazu sagen, es der Film nicht unsonst die Aktion an sich moralisch nicht verurteilt - der gesamte Film hätte ohne tatkräftige Unterstützung des US-Militärs (US-Kampfpiloten fliegen die Hubschrauber, die echtes Equipment sind) nicht gedreht werden können, was im Ausgleich natürlich auf das Drehbuch auch entsprechenden Einfluss nahm.

Falcon
25.10.2002, 19:51
Ich hab den Film jetzt auch gesehen und ich muss sagen, er hat mir sehr gut gefallen.

Zum einen war er von der "handwerklichen Seite" (Regie,Schnitt, Ton usw.) gut gemacht, zum anderen hat mir die Art und Weise, wie der Film die Geschehnisse zeigt sehr gut gefallen. Die Idee sich auf den reinen Ablauf und die Ereignisse des Einsatzes zu konzentrieren ohne dabei primär einzelne Schicksale zu zeigen bzw. ohne allzusehr auf die Charaktere einzugehen fand ich sehr interessant und auch sehr gelungen. Der Film schildert alles mit einer gewissen Distanz.
Patriotismus ist praktisch kaum anzutreffen, allenfalls ein wenig Pathos, auch das ist mal 'ne erfreuliche Abwechselung.
Ich kann nicht sagen, dass ich den Film außerordenlich brutal fand. Zwar beinhaltet er schon die ein oder andere recht blutige Szene, allerdings sind diese nie effekthascherisch ausgelegt, was sie ein wenig entschärft.

Fazit: Ich hab's alles andere als bereut ins Kino gegangen zu sein. In meinen Augen ein sher gelungener Film, der sich durch seine Betrachtungsweise von anderen (vor allem neueren) Filmen mit ähnlichen Themen erfreulich abhebt.

CU Falcon

Simara
28.11.2002, 12:23
Gestern lief bei uns also (endlich auch) Black Hawk Down. Ich war hin und her gerissen, ob ich mir diesen Film anschauen sollte. Die Bilder von den zwei toten US-Soldaten, die hinter Autos durch die Straßen Mogadischus geschleift wurden, waren mir noch zu gut in Erinnerung (oder wieder). Und ich habe damals einen riesigen Hass geschoben.

Unter den gesamten Kinogästen war nur eine Frau!
Normalerweise mach ich um Kriegsfilme – erst Recht wenn sie auf realen Begebenheiten beruhen – einen Bogen und noch nicht mal ein Ewan *Obi Wan* McGregor oder ein Josh Hartnett hätten mich da umgestimmt. Aber da ein Kollege meinte, der sei echt gut und wir Harry Potter schon kannten, beschlossen meine Kollegin und ich, uns nach der Reklame in den Film zu setzen. Folglich fehlt mir die erste halbe Stunde.

Somalia 1993. Das Land ist durch Bürgerkrieg im Chaos versunken, Menschen hungern. Alle Bemühungen zu helfen, scheitern. Und als ein Clanoberhaupt der UN-Friedenstruppe den Krieg erklärt, beschließt die US-Regierung zu handeln und schickt Marines.
In einer 45-minütigen Mission sollen wichtige Gefolgsleute des Kriegsherren Aidid gefangen genommen werden. Doch alles läuft anders als geplant und als ein Hubschrauber der Black Hawk-Klasse im feindlichen Stadtgebiet abstürzt gerät die Mission außer Kontrolle.

Soweit zum Inhalt, wie ich ihn mitbekommen habe. Falls etwas daran nicht korrekt ist ... wie gesagt, mir fehlt die erste halbe Stunde.

Wie in den Vorgänger-Posts schon gesagt, kann man an der Machart des Films nicht meckern. Auch die Musik von Hans Zimmer trug wesentlich zur Gesamtstimmung des Films bei und verursachte stellenweise eine Gänsehaut.

Nun, was hab ich jetzt zu dem Film sagen?
Erschreckend. Und furchtbar. Und bewegend.
Ich habe wirklich versucht, beide Seiten zu verstehen, wobei der Film sicherlich nur auf die amerikanische Seite eingegangen ist. Aber wie die Somalis – von den Amis Skinny genannt – an manchen Stellen *geströmt* sind, das erinnerte mich irgendwie an ein Rudel Hyänen. Oder an die Viecher aus Pitch Black!

Es gibt sicher Filme, in denen mehr Blut fließt (Slasher-Filme) und die Szenen wegen abgerissener Körperteile waren in „Soldat James Ryan“ viel schlimmer.
Es war – bei mir – vielmehr wie das ganze gezeigt wurde, bzw. wie das ablief .....
Die US-Ranger müssen zuletzt an drei Fronten kämpfen. Zum einen der Gefangenentransport und dann eben die Sicherung der zwei Absturzstellen.
Kein Mann wird zurückgelassen - lautet das Motto.
Überall in den Straßen bewaffnete Somalis, unter ihnen sogar Kinder.
Die Hetzjagd beginnt.

Mal abgesehen von dem Wunsch, die Kinder übers Knie zu legen, konnte ich mich über die .... nennen wir es mal 'Befehlskette' aufregen.
Da erbittet z. B. der Konvoi-Führer einen sicheren Weg aus dem feindlichen Stadtgebiet zur Basis. Was er bekommt ist haarsträubend. Zuerst einmal wurde zwei-, dreimal nachgefragt und um Bestätigung gebeten.
Hallo?! Ich hätte beim zweiten Mal gefragt, ob da Schwerhörige am anderen Ende sitzen.
Die wurden aus allen Ecken beschossen und dann sowas! Zum Schluss wurde der Konvoi wieder dahin zurückgeschickt, wo er gerade herkam. Alles unter Beschuss und unter vielen Verlusten. :angry: Diejenigen, die die Route bestimmten, saßen ja in Sicherheit.

Eine der – für mich - schlimmsten Szenen war dann, als die zwei Scharfschützen, die die zweite Absturzstelle sicherten, überrannt und *zerrupft* wurden. Peng. Der Hass war wieder da.
Die andere war der Tod des einen Soldaten, dessen Aorta verletzt war.
Klar sind auch genug Somalis getötet worden, wird ja auch (immerhin) im Abspann erwähnt.
Aber so richtig Mitgefühl für sie kam bei mir leider nicht auf.

Gestern nach dem Film hätte ich eine Menge schreiben können. Jetzt ist das meiste weg. Außer dem Gedanken, dass Bushi-Boy sich diesen Film mal ansehen und sich in die Lage der kleinen US-Ranger versetzen soll. Vielleicht überlegt er sich die Sache mit dem Irak-Krieg dann nochmal.
Sicher es sind Berufssoldaten und die Wissen, womit sie rechnen müssen, aber ich frage mich, ob das alles dies alles wert ist. Waren diese Schlüsselfiguren des Kriegsherren diese Aktion mit diesem Ausgang wert?

Und das traurigste ist, ich weiß gar nicht mehr, wie’s weitergegangen ist.
Der Westen hat sich aus Somalia zurückgezogen und das Land wieder sich selbst überlassen? Wie sind die heutigen Verhältnisse in Somalia? Weiß das jemand?

Ich weiß, das ist keine gute Rezession und ich bin froh, dass ich mich hier anhängen konnte.

@Minas, an welchen Stellen musstest du denn lachen? Ich hab an vielen Stellen den Kopf geschüttelt, z. B. der Marktstand mit den Gewehren und der Munition oder den bewaffneten Kindern, aber zum Lachen fällt mir jetzt nur der US-Soldat ein, der wegen des Schusskrachs schwerhörig war.



Last edited by Simara at 28.11.2002, 12:20