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Thema: Kannibalismus

  1. #1
    Administrator Avatar von Dr.BrainFister
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    Hannibal der Kanibale... Welch wohlklingender Name. In den Hannibal-Lector-Streifen wurde das Kannibalen-Thema äußerst wirksam verarbeitet und vom Publikum im wahrsten Sinne des Wortes verschlungen (Doppeldeutigkeit rules). Besonders die Essgewohnheiten Herrn Lectors hinterließen eine bleibende Faszination. Seine Art war die eines Gourmets. Das kaufte man ihm 100% ab.
    In den letzten Tagen gewann dieses Thema wiederum an bizzarem Interesse. Bilder, in denen eine Kreissäge und ein großer Grill aus einem Haus getragen werden, finden sich in den Zeitungen. Eigentlich nix besonderes. Wenn man nicht den Gedanken damit verbinden würde, dass mit eben diesen Geräten Menschenfleisch zubereitet wurde. Stellt euch vor, wie jemand einen menschlichen Brustkorb per Kreissäge zerlegt und danach Rippchen davon grillt. So tat es der Kannibale aus der Nähe von Kassel angeblich nach eigener Aussage. Wie nahe bzw. wie fern liegt nun das Charisma des Gourmets? Hat die Realität Platz für spleenige Typen alá Hannibal Lector? Typen, die einem trotz ihrer eigensinnigen Essgewohnheiten irgendwie sympathisch sind? Wohl eher nicht. Die Angst, selbst verwurstet zu werden, einfach zu Nahrung verarbeitet in einem Gefrierfach zu landen, ist zu groß. Wir können es uns nicht vorstellen, die eigene Art zu essen. In anderen Kulturen und im Tierreich kommt das vor. Fleisch zu essen ist für die meisten von uns nichts ungewöhnliches. Wir denken bei all den Hackfleischbällchen und Steaks und Schnitzels usw. kaum darüber nach, dass und wie ein Tier dafür sterben musste. Ein Tier, das lebt, fühlt, denkt. Oder wollen wir Menschen uns anmaßen, ihm diese Eigenschaften abzusprechen? Wollen wir, um unser Gewissen und ganz besonders unseren Magen zu beruhigen, Tiere zu schlichten Produkten machen? So wie Dosenöffner oder Schoko-Riegel? Vom Menschen produziert, einzig für sein hochgeschätztes Wohlergehen. Ich weiß von Kindern, die glauben, dass beispielsweise Burger-Fleisch und dergleichen nicht aus getöteten Tieren gemacht, sondern anderweitig gewonnen wird. Vielleicht wie Schokolade oder Cornflakes. Andere Kinder glauben, die Tiere werden erst geschlachtet, wenn sie auf natürlichem Wege sterben.
    Der Gegessene im aktuellen Kannibalen-Fall hat sich selbst angeboten. Er wollte es so. Über Internet fanden Mahlzeit und Koch zueinander. Per Anzeige. Tötung auf freiwilliger Basis also. Der Gegessene sah seinen einzigen Lebenszweck nur noch darin, verspeist zu werden. Tiere haben unserer Meinung nach denselben Zweck. Wer bestimmt hier in Betracht unserer eigenen Essgewohnheiten über Recht und Unrecht? Über Normalität und Perversion?

    Ohne Kannibalismus negativ bzw. positiv bewerten zu wollen, möchte ich diese Überlegungen gerne zur Diskussion stellen.
    Ich wählte dafür das Milliways, weil es dabei um Essgewohnheiten geht. Wodurch diese motiviert sind und inwieweit man sie akzeptieren kann, obliegt der eigenen Entscheidung.
    "Wissen sie woraus der Leberkäs gemacht wird? Aus den Resten der Knackwurst. Und die Knackwurst? Aus den Resten vom Leberkäs. So geht das ewig weiter: Leberkäs, Knackwurst, Leberkäs, Knackwurst..." - Simon Brenner (Josef Hader) in "Silentium"

  2. #2
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    Kannibalismus ist immer als etwas total perverses und ekelhaftes abgestempelt worden. Auf einer Seite ist es das auch, aber warum......nur weil man die gleiche Art isst, das ist im Tierreich gang und gebe.

    Angst als ein Stück Fleisch auf dem Grill zu enden hab ich keine, warum auch, spüren tu ichs ja eh nicht mehr.
    Ich kann mir sogar vorstellen das Menschenfleisch bestimmt nicht schlecht schmeckt.....das heißt jetzt aber nicht das ich einfach hingehn kann und einen Menschen umbringe.
    Und da komme ich, als Tierfleischesser, in einen kleinen Konflikt mit mir selber, denn Tiere darf man, ohne irgendwelche Schuldgefühle, nur aus dem Grund züchten um gegessen zu werden und wenn sie dann alt genug sind bzw. genug Fleisch angesetzt haben zur Schlachtbank führen um dann in einem Burger zu enden.
    Warum darf man das beim Menschen nicht auch?

    Im neuesten bekannten Fall von Kannibalismus hatte der Typ noch richtig viel Arbeit investiert um das Fleisch essen zu können, schließlich musste er ihn mal ausbluten lassen und dann ausweiden.....ist bestimmt nicht die netteste Beschäftigung an der Herstellung von gegrillten Rippchen.

    Man kann doch nicht sagen ich werde nie Mensch essen. Was ist wenn man in eine Situtation kommt die anderes gar nicht zu lässt. Würde man lieber verhungern?
    Mich würde es bestimmt auch ekeln in einen Oberschenkel eines Toten zu beißen, aber bevor ich sterbe, soll lieber ein Teil der Leiche dran glauben.
    Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben,
    aber versuchen,
    den Tagen mehr leben zu geben.


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  3. #3
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    gehört das hier wirklich in den Koch-Thread...??
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  4. #4
    Flinker Finger Avatar von Gilgamesh
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    Ich muss gestehen, dass ich gar nicht weiß, wo ich beginnen soll.
    Also, im Tierreich kommt es zwar zu Kannibalismus, dies ist allerdings NICHT die Regel. Nehmen wir als Beispiel einen Adler. Dieser legt zwei Eier in sein Gelege. Es schlüpfen nacheinander zwei Junge und in der Folge wird das ältere Junge das jüngere und somit schwächere töten. Dies ist natürlich, auch wenn es nicht in unsere Wertvorstellung passt. Aber, weder die Altvögel noch der Jungvogel fressen das tote Junge. Obwohl es sicherlich eine bequeme Energieaufnahme wäre. Ihr werdet auch keine Löwen sehen, welche sich gegenseitig fressen. Auch da kommt es zum Kindesmord. Gut bei Reptilien kommt dies häufiger vor, ansonsten eher nicht.
    Nochmals, Kannibalismus kommt mit Sicherheit im Tierreich vor, es ist aber die Ausnahme und nicht die Regel.
    Kommen wir nun zu dem von Euch angesprochenen menschlichen Formen des Kannibalismus.
    Auch hier ist Kannibalismus, in der für uns "normalen" Form absolut unüblich. Es gibt den Forschungsreisenden in Afrika, welcher in einem großen Suppentopf sitzt NICHT. Kannibalismus bei Naturvölkern hat immer einen rituellen Grund. Es geht hierbei nicht um schnöde Nahrungsaufnahme. Es geht viel mehr darum, sich die spirituelle Kraft seiner Feinde einzuverleiben. Hierbei werden auch keine ganzen Menschen gegessen, sondern bestimmte Teile wie z.B. das Gehirn. Wobei wir auch schon bei dem Hauptproblem sind. So gab es in Papuaneuguinea eine Unterform von Kreuzfeldjakob. Grund war, dass man das Gehirn seiner Feinde gegessen hat und somit auch die Erreger.
    Aber und dies will ich nicht abstreiten, es gab auch die "klassische Form" des Kannibalismus. Nehmen wir das berühmteste Beispiel, diese Sportmannschaft aus Argentinien, welche mit dem Flugzeug in den Anden abstürzte. Es war eine extreme Notsituation und ich glaube jeder würde widerwillig das Gleiche machen. Hat doch der menschliche Körper alles, was der menschliche Körper zum Leben braucht, na wer hätte das gedacht.
    Oder es gab auch eine sogar für diese Situation extreme Form. So wurde während des WWII eine größere japanische Einheit auf einer Insel abgeschnitten. Es war für diese Soldaten nicht denkbar sich zu ergeben und mit der Zeit gingen die Nahrungsmittel aus. Also, machten sie Jagd auf die Eingeborenen dieses Eilands. Aber wie gesagt, dies ist wohl eine der extremsten Formen.
    Fear...fear attracts the fearful...the strong...the weak...the innocent...the corrupt...Fear...Fear is my ally..

    At last we will reveal ourselves to the Jedi. At last we will have revenge....

  5. #5
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    Kannibalismus bei Tieren ist nicht nur Ausnahme, sondern kommt sehr oft vor.
    Es gibt ihn bei Schimpansen, Großkatzen(ja, auch bei Löwen), Mäusen, Ratten, Vögeln, und noch vielen andern.
    Natürlich befanden sich diese Tiere zu dieser Zeit in einer bestimmten Situation, z.B. ist ein sehr Bekannter Stress während der Jungenaufzucht, oder die Weitergabe der eigenen Gene.
    Es ist überhaupt nicht schön anzusehn wenn ein Schimpansenmann ein Baby nimmt und es gegen Bäume und dergleichen schlägt und dann beginnt mit den anderen Männchen zu fressen, aber das ist Natur und die lässt sich nun mal nicht ändern.
    Der Mensch befindet sich meistens nicht in einer Situation in der es Notwendig ist die eigene Art zu essen, deshalb finde ich es auch abartig, nur kann man nicht sagen das man es nie machen wird.
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  6. #6
    Flinker Finger Avatar von Gilgamesh
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    Also, ist es doch nicht die Regel!!
    Es mag ja sein, dass Du so eine Situation einmal im Fernsehen gesehen hast und dies hat sich natürlich tief eingegraben. War sicherlich nicht allzu schön zu sehen. Aber deshalb kann man dies nicht als normal bezeichnen.
    Bei Mäusen, Ratten und der Gleichen ist es mit Sicherheit purer Stress und Degeneration, was dies auslöst und kein "Naturgesetz".
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  7. #7
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    Es ist Normalverhalten für diese Tiere, das ist in den Genen festgelegt.
    Mir macht es auch nichts aus das sie es tun.
    Wir Menschen würden wahrscheinlich nicht anders handeln, wenn wir in der Evolution stecken geblieben wären.

    Meiner Meinung nach werden die adulten und jungen Mäuse nur gefressen weil sie gerade nicht gesund waren.
    Wenn die Degeneration nicht schwerwiegend ist, werden sie nicht von den anderen getötet und verzehren.......natürlich nur so lange sich die Maus durchsetzen kann.

    @Gilgamesh
    Nicht nur einmal im Fernsehn gesehn, min. 100 mal kommt näher und tief eingegraben hat sich das auch nicht, ich interessiere mich sehr für alles was mit Tieren zu tun hat.
    Habe deswegen auch einen Beruf gewählt bei dem ich mit ihnen zu tun hab.
    Wenn man fast jeden tag Grausamkeiten erfährt und mit viel Blut und Innereien zu tun hat härtet das einen ab, das kannst du mir glauben.
    Augenzeuge bei Kannibalismus, zwischen Tieren war ich außerdem auch schon.
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  8. #8
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    @ natrilix, ja, schließlich geht’s hier ums Fleisch und wie es zubereitet wird.

    So zum Thema:

    In Zeiten wie diesen liebe ich übrigens die BILD. Jeden Tag liege ich dann lachend auf dem Boden. BILD 4 LIFE&#33; <- wegen dem schreien

    Gilgamesh hat recht. Wo bitte fängt man bei diesem Thema an?

    Also Kannibalismus in Ritualen ist kein guter Vergleich. Extremsituationen sind irgendwie auch ein schlechter Vergleich. Im Tierreich dient Kannibalismus auch nur zum überleben oder zur Reinhaltung des genetischen Materials. Irgendwie tirfft das alles nicht zu.

    Wir meinen in einer zivilisierten Welt zu leben. Da haben wir es nicht nötig. Jeder kann zu McDoof gehe und sich für ein paar Cent satt essen. Da, Gott sei dank, an unseren Schulen die darwinsche Evolutionstheorie gelehrt wird, stimmt mit wohl jeder zu wenn ich behaupte das wir aus den Höhlen gekrochen sind.

    Der Mensch ist ja kein Einzelgänger. Trotz der allgemeinen Individualisierung in der heutigen Welt leben wir im Rudel und sind auf unsere Mitmenschen angewiesen. Im Laufe der Jahrhunderte haben wir festgestellt wie viel einfacher das Leben ist wenn man sich die Arbeit teilt. So kam es das die Frauen in die Küche geschickt wurden und der Mann auf die Jagd ging. Mittlerweile ist es ja so das wir ohne andere Menschen nicht mehr leben könne. Wer kann sich den heute noch selbstständig versorgen?

    Ich denke das ist der Ursprung eines gewissen Respekt vor anderen Menschen. Mörder z. B. beschimpfen ihr Opfer oft. Ein Zeichen dafür das sie es als minderwertig ansehen müssen um ihre Tat zu vollbringen.

    Wieso wir dann Tiere so freimütig töten? Also in Asien isst man gerne Hunde, besonders Bernadiner. Für viele europäische Türschützer ist das ein Skandal und man würde es ihnen am liebsten verbieten. In Indien ist die Kuh heilig. Wir halten sie in Ställen und behandeln sie als Produkt. Wo bleiben die Inder welche die Kühe befreien wollen?

    Kannibalismus ist also böse weil wir festgestellt haben das es unvorteilhaft ist unsere Mitmenschen zu essen. Tiere hingegen schmecken lecker, solange sie nicht unter dem Tisch liegen.

    Das führt dann auch zu dem kollektiven Unverständnis in der Gesellschaft, wie sich zwei Leute vornehmen können nen blanchierten Penis essen zu wollen. Noch dazu wo, der dem der Penis gehört, weiß das er in der Kühltruhe landet.

    Eigentlich müsste man sie ja machen lassen. Schließlich ist es deren Wille gewesen, und wenn man Sterbehilfe will dann darf das ja auch nicht verboten sein. Sterbehilfe gibt es aber noch nicht und ich bin für strenge Auflagen. Außerdem würde ich mir wünschen das die Presse nicht immer über den Menschenfresser schreibt, sondern mal die Frage stellt wieso jemand sich freiwillig essen lässt.

    Zum Abschluss noch ein paar Zeilen zum Speiseplan eines Kannibalen am Weihnachtsabend:

    Jetzt sitzt er in einer Einzelzelle im Gefängnis in Kassel. Sein Appetit ist gut. Die Gefängnisköche bereiten schon das Weihnachtsmenü vor: Es gibt Entenkeule, Rotkohl und Klöße, zum Nachtisch Eis.

    Geklaut von: bild.de
    "Both destiny's kisses and its dope-slaps illustrate an individual person's basic personal powerlessness over the really meaningful events in his life: i.e. almost nothing important that ever happens to you happens because you engineer it. Destiny has no beeper; destiny always leans trenchcoated out of an alley with some sort of Psst that you usually can't even hear because you're in such a rush to or from something important you've tried to engineer."

  9. #9
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    Kannibalismus geht echt nicht klar Leute.
    Ich meine ich kann mich noch nicht mal überwinden nichtsnützige, harmlose, minderwertige, nur für meine Nahrungsaufnahme lebende Tiere zu essen und bei Menschen ist das einfach genau so.
    Irgendwie finde ich das total abstoßend den Gedanken jemanden zu essen.
    Btw, ich bin sehr glücklich, dass ich nicht der Richter in dem Kannibalismus-Fall bin. Ich glaube ich könnte den nicht verurteilen, da er ja irgendwie nicht gegen mein Rechtsverständnis verstoßen hat, glaube ich.
    I mean, after all; you have to consider we're only made out of dust. That's admittedly not much to go on and we shouldn't forget that. But even considering, I mean it's a sort of bad beginning, we're not doing too bad. So I personally have faith that even in this lousy situation we're faced with we can make it. You get me?

  10. #10
    Moderator Avatar von Last_Gunslinger
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    Selbst wenn Du der Richter wärst müsstest Du Dir darum keine Sorgen machen, weil Kannibalismus nach dem deutschen Gesetz keine Straftat ist. Der Anklagepunkte wird also wohl Mord auf Verlangen sein.

  11. #11
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    Ich liebe zarte Frauenschenkel in Senfsoße. Dazu ein Glass Milch und schon hat man Erfolg. Bei Frauen.

    Euer Paul Bocuse Gary

  12. #12
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    Ich denke, dass Kannibalismus deshalb in unserer Gesellschaft abgelehnt wird, weil es sittlich verwerflich ist, so wie es auch andere Regeln gibt, an die sich die meisten halten.
    So würde ich es einfach als widerwärtig empfinden, wenn jemand Menschenfleisch isst. Allerdings hätte ich in einer Notsituation - so glaube ich zumindest- kein Problem, einen Toten zu essen. Ob ich allerdings Lust hätte, ihn köstlich zuzubereiten und dann mit einem Glas Cianti runterzuspülen, weiß ich nicht.
    Nee, nee Leute, da gehe ich doch lieber zu Mc Donalds.

  13. #13
    Administrator Avatar von Dr.BrainFister
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    bei der auswahl der "kannibalistischen delikatessen" schien besonders ausschlag gebend zu sein, ob diese sympathisch, willig und nicht zu fetthaltig sind...
    also eine sehr bewusste form von ernährung?
    zumindest kein fast food.


    Stern: Kannibale traf vier "Schlachtjungen"

    Der so genannte Kannibale von Rotenburg hat sich offenbar nach der Tötung eines Mannes noch mit vier weiteren möglichen Opfern getroffen. Die Männer hätten sich als "Schlachtjungen" angeboten. Einer von ihnen wollte sich zerteilen lassen, doch Armin M. lehnte ab - der Mann war ihm zu dick. Das berichtet das Magazin "Stern" in seiner Donnerstag-Ausgabe.
    Foto-Serie Der Kannibale von Rotenburg

    Im Internet auf der Suche nach Opfern
    Armin M. suchte sich seine Opfer in "Kannibalen-Foren" im Internet: Nach eigenen Angaben schrieb er mehr als 60 Kontaktanzeigen, um Männer zwischen 18 und 30 Jahren als "Schlachtopfer" zu finden, heißt es im "Stern". So lernte er auch Bernd B. - einen 42-jährigen Diplomingenieur - kennen, den er im März 2001 vor laufender Kamera tötete und dessen Leichenteile er verspeiste.

    Schlachtjungen aus Kassel, Essen, London und dem Odenwald
    Bislang gingen Polizei und Staatsanwaltschaft davon aus, dass es sich um einen Einzelfall handelt. Doch es soll noch mehr "Schlachtjungen" gegeben haben: Der 41-Jährige habe vier junge Männer aus Kassel, Essen, London und dem Odenwald getroffen, schreibt der "Stern". An den möglichen Opfern habe Armin M. "Schlacht-Untersuchungen" vorgenommen.

    Alle vier wieder nach Hause geschickt
    Drei der Männer hätten gesagt, sie seien nur an einem Rollenspiel interessiert, weil sie die Vorstellung einer Schlachtung errege. Armin M. habe sie anschließend wieder nach Hause fahren lassen. Ein junger Mann, der sich Alex nannte, wollte offenbar mehr: Er habe darum gebeten, ihn zu köpfen und zu zerteilen. Doch Armin M. schickte ihn nach Hause - Alex war ihm unsympathisch und zu dick.

    Mit Zwölf davon geträumt, einen Klassenkameraden zu verspeisen
    Von Kindesbeinen an hatte der 41-Jährige Armin M. offenbar kannibalische Fantasien. Er habe sich schon im Alter von knapp zwölf Jahren vorgestellt, einen Klassenkameraden zu töten und zu verspeisen, schreibt der "Stern". Solche Fantasien hätten ihn sein ganzes Leben lang begleitet. Erst nach dem Tod seiner Mutter 1999 machte er sich im Internet auf die Suche nach Opfern.

    Mord oder Tötung auf Verlangen?
    Die Staatsanwaltschaft Kassel wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen. Sie konzentriert sich erst einmal auf den Fall des getöteten Bernd B.: Der mutmaßliche Kannibale gestand, den 42-Jährigen getötet und verspeist zu haben - allerdings sei dieser einverstanden gewesen. Die Staatsanwaltschaft hingegen legt ihm Mord zur Last. Armin M. habe das Verbrechen als sexuell stimulierend empfunden, heißt es in einem Gutachten. Die Anklage wird lauten: Mord zur Befriedigung des Geschlechtstriebs.

    ...
    "Wissen sie woraus der Leberkäs gemacht wird? Aus den Resten der Knackwurst. Und die Knackwurst? Aus den Resten vom Leberkäs. So geht das ewig weiter: Leberkäs, Knackwurst, Leberkäs, Knackwurst..." - Simon Brenner (Josef Hader) in "Silentium"

  14. #14

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    Vorgestern kam ein Bericht auf 3Sat über die Chilenische Rukbi (oder wie auch immer man das Schreibt) die in den Anden abgestürzt ist und die Piloten essen musste um zu überleben.

    An sich halte ich von Kanibalismuss nciht wirklich viel. In einer Notsituation in der es ums überleben geht würde ich auch Menschenfleisch essen.

    Angeblich gibt es kein einziges Filmdokument in dem festgehalten wurde wie "Eingeborene" Menschen gegessen haben. Auch wenn dies von einigen Forschen als Tatsachen Berichte verkauft wurden (Neu Guinea).

    Daher kann man sich über das Thema wohl sehr gut streiten. Interessant ist jedenfalls das Kanibalismuss scheinbar keine strafbare Handlung darstellt.

    cu, Spaceball
    ^Dramatisierte Darstellung - Kann von der Realität abweichen^


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  15. #15
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    Naja, das Verbrechen an der Sache ist die vorherige Tötung...

    Obwohl ich davon ausgehe, daß das Verspeisen eines auf natürliche Weise verstorbenen auch irgendwie gesetzwidrig ist. - Vermutlich Störung der Totenruhe oder sowas... (Grund ist einfach, wenn der Tatbestand nicht auftritt, gibt es ihn auch nicht im Gestz - und so oft ist Kannibalismus ja dann hier noch nicht aufgetreten)...
    Vinnis Goldene Regel Nr. 11:
    Betrüge jeden, nur nicht dich selbst&#33;

    Zorthans Freistatt

  16. #16
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    @Vinni
    Ja, ja, da kommt der Gesetzeskenner durch ... ^_^

    Zum Thema:
    In einer Situation, wo ich zwischen Verhungern und Menschenfleisch essen entscheiden müßte, könnte ich mir vorstellen, daß ich es über mich bringen würde (wie eben zum Beispiel bei diesem Flugzeugabsturz, da gibt&#39;s doch auch einen Film drüber).

    Aber einfach so, weils gut schmeckt? Das ist schon absolut abartig. Man fragt sich, was das dem Typen gegeben hat. Machtgefühl?

  17. #17
    kleines pelziges Wesen Avatar von Squirrel
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    Soweit ist es in unserer Konsumgesellschaft schon gekommen: wir konsumieren uns gegenseitig. Weil es uns (noch) nicht im Supermarkt gibt, muß man uns eben via Internetforen bestellen. Dann kommen wir zum Abendessen vorbei, wie vom Pizzataxi geliefert. Wenn das gute Stück zu fett oder unsympathisch ist, wirds postwendend wieder nach Hause geschickt; und da kommt es zum Konflikt zwischen Appetit und Grundgesetz: Jeder ißt lieber Sachen, die ihm schmecken, klar - aber ist das nicht diskriminierend? Darf man dicke Jungs einfach vom Teller schubsen? Hat nicht jeder das gleiche Recht, auf den Tisch zu kommen?

  18. #18
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    "Mitte 2008 ist er draußen"
    Kannibale beim Urteil ohne Regung
    Von Julia Ranniko und Michael Evers, dpa

    Mit versteinertem Blick lässt der Mann im dunklen Anzug die Urteilsbegründung über sich ergehen. Gut eineinhalb Stunden lang hört der "Kannibale von Rotenburg" dem Vorsitzenden Richter aufmerksam zu, in seiner ausdruckslosen Miene lassen sich keinerlei Gefühlsregungen ablesen. Sichtbar zufrieden tritt sein Verteidiger Harald Ermel wenige Minuten später im Saal D 130 des Kasseler Landgerichts vor ein Meer von Mikrofonen und verkündet: "Das ist ein Punktsieg für uns. Mitte 2008 ist er wieder draußen."

    In dem bizarren Prozess hat die Strafkammer den Angeklagten Armin Meiwes am Freitag wegen Totschlags zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Weil der 42-Jährige jedoch ein "Mustergefangener" sei, sagt Ermel, könne er möglicherweise bereits nach zwei Dritteln der Haftzeit auf freien Fuß kommen. Vor Gericht hatte Meiwes detailliert geschildert, wie er im Frühjahr 2001 einen Berliner Ingenieur auf dessen Wunsch entmannt, getötet, zerlegt und zu großen Teilen aufgegessen hat. Der Ausgang des Verfahrens galt zu Beginn des 14. Verhandlungstags als völlig offen.

    Der Fall sei rechtlich sehr komplex, räumt Richter Volker Mütze denn auch gleich zu Beginn seiner Ausführungen ein: "Hier fehlen schlicht die Erfahrungswerte." Die Forderungen von Anklage und Verteidigung wies Mütze gleichermaßen ab. Für den Angeklagten, lässt Mütze durchscheinen, wäre die Unterbringung in einer Psychiatrie am sinnvollsten. "Die Hilfe, die er braucht, wäre im Maßregelvollzug besser gewährleistet." Weil Meiwes jedoch trotz einer schweren seelischen Abartigkeit als voll schuldfähig gilt, sei eine Einweisung nicht möglich.

    Seit seiner Jugendzeit habe sich der 42-Jährige immer tiefer in seinen Wunschträumen vom "Schlachten, Zerlegen und Verspeisen von Menschen" verstrickt, erklärt der Richter. Über die Faszination für Bilder von Unfallopfern sei er schließlich bei Kannibalen-Foren im Internet gelandet. Nächtelang habe er in Chats mit Gleichgesinnten, in einer erschreckenden "Subkultur", verbracht. In der realen Welt dagegen - völlig abgeschottet von seinen perversen Fantasien - sei er "der nette Junge von nebenan" gewesen: freundlich, nett, hilfsbereit.

    Auch während des knapp zwei Monate dauernden Prozesses wirkte der Mann mit der hohen Stirnglatze und den tief liegenden Augen stets korrekt, beflissen und höflich. Immer wieder schimmerte bei dem ehemaligen Berufssoldaten aber auch eine andere, eine aggressive Seite durch. Besonders schockierend für die Beobachter war jedoch der muntere Plauderton, in dem Meiwes über blutrünstige Details und das langsame Sterben seines Opfers sprach. "Ich dachte, ich säße einem Wissenschaftler gegenüber, der ein Experiment macht", fasste der Gefängnispsychologe die Gefühlskälte des Angeklagten zusammen. Wie sich Meiwes selbst sieht, will er in seiner Lebensgeschichte schreiben, die während der Haft entstehen soll.

    Das Publikum wirkt bei der Urteilsverkündung ebenfalls seltsam unbeteiligt: Kein Raunen geht durch den Saal, kein Getuschel ist zu hören. Das Interesse an dem "einsamen Wolf", wie sich Meiwes selbst einmal genannt hat, ist in Kassel offensichtlich abgeflaut - nur knapp 30 Interessierte stehen am Morgen in der eisigen Kälte vor dem Eingang zum Gericht. Im Saal, der beim Prozessauftakt noch überfüllt war, bleiben sogar einige Plätze leer.

    akzent
    Soviel Jahre, und das nur weil er wert darauf gelegt hat wa auf den teller kommt. Na ja, Dann doch lieber ´n Freispruch?
    "Both destiny's kisses and its dope-slaps illustrate an individual person's basic personal powerlessness over the really meaningful events in his life: i.e. almost nothing important that ever happens to you happens because you engineer it. Destiny has no beeper; destiny always leans trenchcoated out of an alley with some sort of Psst that you usually can't even hear because you're in such a rush to or from something important you've tried to engineer."

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    Standard AW: Kannibalismus

    endlich ist es da - das volksbesteck für angehende kannibalinnen* und kannibalen:
    http://www.bildblog.de/19994/schoener-filetieren/

    extrafleißige filetiermeister bekommen beim kauf mehrerer sets sicherlich einen saftigen rabatt.

    *falls in der Brigitte ein artikel mit dem titel "Kannibalismus - Da purzeln die Pfunde" erscheint, könnte dieser ernährungsstil vielleicht auch bei der damenwelt en vogue werden.


    .
    Geändert von Dr.BrainFister (30.06.2010 um 01:47 Uhr)
    "Wissen sie woraus der Leberkäs gemacht wird? Aus den Resten der Knackwurst. Und die Knackwurst? Aus den Resten vom Leberkäs. So geht das ewig weiter: Leberkäs, Knackwurst, Leberkäs, Knackwurst..." - Simon Brenner (Josef Hader) in "Silentium"

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