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Thema: Neue "Star Trek"-Serie von Bryan Fuller & Alex Kurtzman

  1. #21
    Grand Maester Avatar von tubbacco
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    Zitat Zitat von cornholio1980 Beitrag anzeigen
    Danke für das Lob! Wobei's mir natürlich zugleich für dich persönlich leid tut, dass du ebenfalls zu jenen zählst, die mit der Serie bislang noch nicht viel anfangen können. Ich schaue Episode 3 heute oder morgen, und habe ebenfalls die Hoffnung, dass der Schauplatzwechsel zur Discovery hilft.
    Der Schauplatzwechsel hat bisher nur bedingt geholfen. Die Serie krankt an mittelmäßig bis schwachen Drehbüchern und der Entscheidung der Autoren, den Schwerpunkt mit Michael Burnham auf die falsche Figur gesetzt zu haben. Zwar hat man insb. in der letzten gelaufenen Folge, Lethe, versucht eine Begründung für ihre Verhaltensweisen zu liefern. Interessant oder sympathisch wird mir diese Figur dadurch trotzdem nicht. Die Darstellerin tut ihr übriges und bringt einfach ihre 3 Gesichtsausdrücke aus The Walking Dead mit - ob die nun passend für die jeweilige Situation sind oder nicht. Die Pressekritiken können da noch so oft schreiben wie mutig sie ist in Star Trek die erste weibliche, farbige Hauptdarstellerin zu spielen, als Schauspielerin finde ich sie bisher lausig.

    Auch wenn ich mich bei deinen Kritiken bei der Punktevergabe bei bisher allen Episoden ähnlich einordnen würde, sehe ich einige Aspekte der Serie aber mittlerweile etwas anders:

    Aus deinem "Lethe"-Review:
    Und ja, klar, auch beim Blick auf Vulcan fühlte ich mich eher an die entsprechenden Szenen aus der Kelvin- als der Prime-Timeline erinnert (und ich frage mich wirklich nach wie vor, warum die Macher steif und fest darauf beharren, die Serie würde in letzterer spielen; mit einer Verlegung in die von J.J. Abrams geschaffene Zeitlinie würde man sich viel ersparen), aber wenigstens sah das wirklich cool und ziemlich spektakulär aus.
    Das scheint mir eher ein rechtliches Problem zu sein, da Paramount die Rechte am Kelvinverse hält und CBS sicher keine Lust hat, an Paramount Geld zahlen zu müssen. Ich habe als Nicht-Trekkie keine Probleme mit dem Kanongeschwurbel, dass die Autoren bei Discovery fabrizieren, aber ja, Discovery würde sich im Kelvin-Verse heimischer denn als Prequel zu TOS anfühlen. Im Netz kommen ja immer Diskussionen darüber auf, warum CBS keine Serie im 24./25 Jh. sondern ein Prequel bewilligt hat. Aber darin sehe ich in aller erster Linie den Punkt der Vermarktbarkeit. Von Star Trek sind in der letzten Dekade den potentiellen Zuschauern vor allem die JJ Trek Filme um Kirk, Spock und der Enterprise ein Begriff. Da verwundert es mich nicht, dass der erste richtige Trailer genau mit dem Slogan "10 Years before Kirk, Spock and the Enterprise" geworben hat und die Serie sich in puncto Inszenierung und Optik zumindest zu Beginn sehr deutlich an den Rebootfilmen orientiert hat.

    Optisch war die Folge generell wieder überaus nett, wobei neben Vulcan vor allem auch wieder die Aufnahmen der Discovery – wie z.B. vor dem Weltraumnebel – hervorstachen. Letzterer war zwar gänzlich anders, als man das bisher bei "Star Trek" gewohnt war, sah aber ebenfalls durchaus interessant aus.
    Mich stört bei den eigentlich gelungenen Effekten eine stilistische Sache: Die Macher wollen anscheinend eine Linse mit geringer Schärfentiefe simulieren, weshalb bei den meisten Effect Shots große Teile des Bildes unscharf sind. Zudem geht mir der penetrante Einsatz von Post Process Effekten (Blur, Dirty Lens Effect, Chromatic Abberration u.a) mächtig auf den Keks. Vor lauter Lichtreflexionen und Unschärfeeffekten kann ich oft nicht wirklich erkennen, was gerade passiert.

    Ach ja: Der Nebel war hässlich.

    Deutlich schwerer wiegt etwas, dass mir erst bei bzw. durch "Lethe" so recht bewusst wurde: "Discovery" ist bislang enorm charakterorientiert, bietet aber kaum echte, nennenswerte Handlung.
    Das sehe ich völlig anders.

    Discovery kommt mir bisher sehr plot driven vor. Nach 6 Episoden habe ich bisher kaum ein Gefühl für die Crew oder Hauptfiguren, abgesehen von Burnham und Lorca. Das hat vielleicht mit der Entscheidung zu tun, anstatt auf ein Ensemble den Fokus auf die "Hauptfigur" Burnham zu legen, aber davon abgesehen hat der Rest bisher wenig Zeit bekommen sich zu entfalten und die Serie ist vor allem damit beschäftigt Episodenplots abzuhandeln: Unfall auf dem Schwesterschiff untersuchen, den Sprungantrieb zum Funktionieren bringen um eine Minenkolonie vor den Klingonen zu schützen, Captain Lorca aus der Gefangenschaft befreien, Botschafter Sarek im Nebel vor dem Sterben zu retten etc.

    Klar gibt es meist zu Beginn und am Ende jeder Episode eine Charakterszene die über den jeweiligen Episodenplot hinausgeht, aber eine gewisse Formelhaftigkeit und der Eindruck dass äußere Einflüsse die Figuren in bestimmte Richtungen oder zu bestimmen Handlungen drängen ist da. Das muss nichts Schlechtes sein, aber bisher überzeugt mich die Figurenarbeit in der Serie nicht so sehr wie ich es mir wünsche und ob mir eine Episode gefällt mache in dann eher an der Qualität der jeweiligen Episodenplots als daran fest, wie sehr ich in die Figuren investiert bin.

    Kein Vergleich mit bspw. Westworld, wo ich die erste Staffel nur aufgrund der gut ausgearbeiteten Figuren geschaut habe, obwohl mich Nolans konstruierte und auf den Twist ausgelegte Plots sehr ärgern.

    Ich will Discovery jetzt nicht schlecht reden. Es gibt zu wenig (Space-)Sci-Fi im Fernsehen und da bin ich schon ganz froh, dass mal wieder jemand einen ordentlichen Batzen Geld in solch ein anscheinend erfolgreiches, wenn auch aus meiner Sicht qualitativ mittelmäßiges Projekt gesteckt hat. CBS wird ja nicht müde zu betonen, dass die Serie für Rekorde bei den Subscriptions ihres All Access Streamingdienstes gesorgt hat und Discovery u.a deswegen bereits eine 2. Staffel bekommen soll. Ich hoffe dieser Erfolg zahlt sich nicht nur für Discovery aus, sondern kann auch den Weg für andere SF-Projekte ebenen.

  2. #22
    Grand Maester Avatar von tubbacco
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    Oh boy. Die Staffel ist gelaufen, mein ohnehin nicht sonderlich großes Interesse an der Serie hat sich damit erschöpft.

    Ich weis nicht ob ich zu hohe oder spezielle Ansprüche an die Serie stelle, aber den Lob aus dem Netz kann ich so gar nicht nachvollziehen und wenn ich die Serie reviewen müsste, dann würde mich bei Christians Bewertungen am unteren Rand der Wertungsskala einordnen. Ich meine, ich möchte ja "nur" unterhalten werden. Von so einer Spektakelserie erwarte ich keine Auseinandersetzung von tiefgreifenden Themen und der Star Trek Kanon ist mir schnurzpiepegal. Aber ein Mindestmaß an Nachvollziehbarkeit in den Drehbüchern darf da schon inbegriffen sein. Bei Discovery meine ich ab und zu die Intention der Schreiber hinter den Szenen erkennen zu können, die Ausführung des Ganzen ist dann so lieblos hingerotzt wie der Krieg gegen die Klingonen. Haben die ihre Drehbücher wenigstens 1x Korrektur gelesen? Wohl nicht, da sich die Serie regelmäßig in den jeweils nachfolgenden Episoden widerspricht.

    Here there be spoilers!

    Das Finale hat an keiner Stelle auch nur einen Sinn gemacht. Anders als Christian gehe ich soweit mit, dass die Zerstörung der klingonischen Heimatwelt eine Verzweiflungstat der Sternenflotte/Föderation ist. Es ist zwar Idiotisch, dass die Klingonen bis ins Sonnensystem vorgedrungen sind, aber keine Lust hatten mal schnell ein paar Bomben auf die Erde zu werfen. Anscheinend haben sie sich mit dem M-Klasse Planeten in 100 AU von der Erde begnügt. Egal. Qo'noS ist dann der geheimnisvolle Planet der Klingonen, den seit Archer niemand mehr betreten hat und über dessen der Sternenflotte auch keine Informationen vorliegen.

    Beim Besuch von Qo'noS stellt sich dann heraus, dass dieser nicht nur von anderen Spezies sondern auch von Menschen quasi überlaufen ist. Von innerer Sicherheit haben die Klingonen nichts gehört. Man braucht nur zu sagen, dass man nicht zu Föderation gehört, schon kann man sich frei auf dem Heimatplaneten des Feindes bewegen. Quasi eine multikulturelle Gesellschaft, die friedlich nebeneinander existiert. Äh.. ok. Zurück zum Plan der Sternenflotte: Man überträgt die Verantwortung für den Fortbestand der Föderation und der Rettung der Erde einer durchgeknallten Massenmörderin aus dem Spiegeluniversum. Soweit so logi.. ach vergesst es. Allerdings wurde niemand dazu abbestellt, dafür zu sorgen, dass Georgiou diesen Plan auch durchzieht. Im Gegenteil, auf der Oberfläche kann sie sich ohne Widerspruch absetzen. Nochmal: Dieser Plan entscheidet über den Fortbestand der Föderation. Wenigstens Adm. Cornwell hätte auf der Disco bleiben und dafür sorgen müssen, dass der Plan unter allen Umständen ausgeführt wird. Oder Cornwell hätte Saru eingeweiht, wenn sie schon nicht selbst persönlich anwesend ist. Wenigstens irgensetwas, wo eine Figur etwas opfern muss, damit man ein Ziel erreichen kann. So ist das einfach nur larifari. Belanglos.

    Dann findet Burnham natürlich heraus, was der wahre Plan ist und es reicht aus, Adm. Cornwell zu sagen, dass das was man vor hat falsch ist. Bitte was? Ich verwende den Begriff Mary Sue nur ungern, aber hier passt es: Die Serienrealität biegt sich um die Figur Burnham so wie es den Autoren passt. Burnham spricht hier nicht aus einer Position der Autorität heraus, sondern sagt einfach, dass das falsch ist und basta. Die Crew stellt sich hinter sie und der Ausweichplan ist noch hirnrissiger als das, was die Serie bis dahin aufgefahren hat: Man übergibt die Kontrolle der Bombe an die Klingonin L'Rell die in den vorigen Episoden sofort geil geworden ist, wenn nur jemand in ihrer Nähe das Wort "Krieg" geflüstert hat. Es gibt keinen Anhaltspunkt anzunehmen, dass sie die kriegerischen Handlungen einstellen wird, nur weil sie sich dadurch zur Herrscherin über die Klingonen ausrufen kann. Tolle Szene übrigens, in der sie dem hohen Rat das neue Iphone vorführt. Danach gratulieren Burnham fein alle Charaktere und sie darf noch eine pathetische Rede halten. Selbst Philippa hat keine Lust sie zu erschießen. Wohl weil sie gemerkt hat wie doof das alles ist. Am Ende gibts noch ein Ablenkungsmanöver der Autoren für die Trekkies, damit man aus der Staffel mit einem guten Gefühl entlassen wird.

    Mit den Spiegeluniversums-Episoden hatte ich zeitweise Spaß, weil ich meine, dass den Machern zumindest teilweise bewusst war, dass sie da Trash abliefern, bevor sie dann in einer einzigen Entscheidung die einzige Figur mit etwas Potential dauerhaft an die Wand gefahren haben. Wenn Schlock der mäßig unterhaltsamen Sorte garniert mit hirntoten Drehbüchern das Beste ist, was diese Autoren abliefern können und dies das Star Trek für die aktuelle Generation sein soll, dann gute Nacht.

  3. #23
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    Aus meiner Sicht kanns nur besser werden. Das ist auch der Hauptgrund, warum ich trotz allem gespannt auf die zweite Staffel bin. Die erste hatte bekanntermaßen eine problematische Produktionshistorie. Das allein ist natürlich keine Entschuldigung für die teils eklatanten Drehbuchfehler, die du ja ebenfalls sehr schön aufzählst, aber wenn Season 2 ohne den Klingonen-Krieg auskommt wird das z.B. schon mal helfen. Ansonsten stimme ich durchaus zu, wobei mich die Kontinuitätsbrüche halt doch nochmal mehr gestört haben als dich und dadurch ein bisschen von den anderen Schwächen abgelenkt haben . Aber ja, wenn man bedenkt, dass Discovery groß damit geworben hat, die erste Star Trek-Serie mit fortlaufender Handlung zu sein, ist das Ergebnis schon sehr enttäuschend.
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