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Thema: CD-Review: CELTICA PIPES ROCK - "STEAMPHONIA"

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    Treuer SpacePub-Besucher Avatar von nosferatu
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    Standard CD-Review: CELTICA PIPES ROCK - "STEAMPHONIA"

    Steamphonia | Celtica Rocks



    So, dann wage ich mich mal an mein erstes CD-Review heran...

    CD: Celtica Pipes Rock - "Steamphonia"

    Ich lernte die Band "Celtica Pipes Rock" vor 2 Jahren erstmals auf einer der MPS-Veranstaltungen kennen. MPS, das bedeutet: Mittelalterlich Phantasie Spectaculum. Und das MPS ist das wohl größte und bedeutendste Mittelalter-Festival der Welt mit verschiedenen Standorten in Deutschland.

    Und dort spielte eben diese bunt zusammengewürfelte, internationale Truppe mit harten Rock-Klängen, Dudelsäcken, Violine und Schlagzeug auf. Ich liebe ohnehin gute Rockmusik und Dudelsäcke, und insofern trafen "Celtica Pipes Rock" genau meinen Geschmack.

    "Celtica Pipes Rock": Das sind Duncan Knight am Dudelsack, Jane Espie ebenfalls am Dudelsack, (seit 2015) Aya Georgieva an der Violine und am Keyboard, Matthias Katzmair am Schlagzeug, Harald Weinkum am Bass und ebenfalls am Keyboard sowie nicht zuletzt Gajus Stappen an der E-Gitarre und als Produzent der Band. 2009 fanden sie sich zusammen, sind international auf Tour, u.a. auch in den USA. "Mit Rising" präsentierten sie 2009 ihr erstes Album, 2012 folgte "Oceans of Fire". 2014 veröffentlichten sie ihr 3. Album "Legends and Visions", mit dem sie endgültig in der Szene Fuß fassten und auch darüber hinaus ihr Publikum zu begeistern wussten. Die bisherigen Alben boten stets eine gute Mixtur aus gutem Folk-Rock, teilweise traditionell, teilweise in Eigenkomposition, aber immer mit guten und harten Rock-Klängen unterlegt. Genau mein Ding... Und deshalb war ich überaus gespannt auf das neue Album "Steamphonia", von dem die Band selbst behauptet, es sei das Beste und biete einen dramatisch anderen, neuen Sound. Die Auftritte auf dem W:O:A hätten die Band darin bestärkt, sich in Richtung "Symphonic Metal" und "Steampunk" zu bewegen.

    Natürlich war ich sehr neugierig, wie sich all das mit dem keltischen Rocksound vertragen würde. Dudelsäcke, Rock, und jetzt auch noch Violine und Chor? Ja, ok, Aya hatte sich bereits als Bereicherung für die Band erwiesen, aber jetzt auch noch Chöre und Steampunk?

    Am 30. Mai erhielt ich endlich das sehnlichst erwartete Album, nachdem bereits auf der Internet-Seite einige Hörproben zur Verfügung gestellt worden waren und meine Vorfreude nur steigerten. Zu meinem Entzücken war das Album sogar von allen Band-Mitgliedern handsigniert... Klasse! Wie mir Gajus, der Produzent mitteilte, betraf das auch nur die ersten 10 Vorbestellungen. Umso mehr fühle ich mich geehrt. Ich war wieder einmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

    Das Titel-Design ist stimmig und passt Du dem Anspruch, in Richtung Steampunk und Symphonic Metal zu gehen. Leider besteht die CD-Hülle nur aus einem bedruckten Papp-Schuber, den mal also pfleglich behandeln sollte, wenn man auch seinen Enkeln noch davon erzählen möchte.

    Titel 1, Steamphonia: Quasi das Intro zu dem Album. Enthält verschiedene Versatzstücke aus dem Album und heißt die Zuhörer willkommen.

    Titel 2, Demon of Carbonium: Zum Auftakt ein eigentlich ein ganz klassischer Titel. Zum ersten Mal auf einem Celtica-Album spielt Aya ein Geigen-Solo. Ein guter Track, der Lust auf mehr macht, aber durchaus noch Platz nach oben lässt.

    Titel 3, Harbour in the Sky: Die Bässe sind deutlich tiefer als gewohnt. Die Melodie ist sehr gefällig. Insgesamt ein guter Titel, der sich stilistisch deutlich von den früheren Werken abhebt.

    Titel 4, Telegram for Monsieur Verne: Wie hat sich Jules Vernes wohl die Zukunft vorgestellt? Diese Musik gibt davon einen ungefähren Eindruck. Ein guter Titel, der die stilistische Weiterentwicklung der Band gewissermaßen versinnbildlicht.

    Titel 5, Carmina Celtica: Hier ist es, das erste Highlight des Albums! "Oh Fortuna" von Carl Orff wird als Vorlage genutzt, um die neue Stilrichtung zu etablieren. Klassik mit Dudelsäcken und Chören... Phantastisch!

    Titel 6, The Iron Angel: Aya zeigt, was sie auf der Fiedel draufhat. Das Duett zwischen Dudelsack und Violine ist gut arrangiert und sehr gefällig. Insgesamt ein guter Titel.

    Titel 7, Full Steam Ahead: Hier rockt es richtig! Gut gemacht, aber melodisch nicht überzeugend.

    Titel 8, Nautilus Descending: Ob Kapitän Nemo hier wohl auftaucht? Sehr rockig, die Melodie kommt erst später... Ebenfalls ein guter Titel.

    Titel 9, Antarctica: Hier lernt man etwas! Und zwar, wie der Südpol anno 1911 entdeckt wurde. Per Sprachtext wird die Geschichte nacherzählt. Ein hervorragender Titel mit tollen Sounds und Melodie!

    Titel 10, Victoria's Desire: Eine gute Melodie, die mich stellenweise an eine Fortsetzung von "The Visitors" aus dem Vorgängeralbum "Legends and Visions" erinnert. Die kräftigen Chöre und die Violine machden jedoch den Unterschied aus.

    Titel 11, Deus Ex Machina: Das Highlight des Albums! Hier wird einfach alles zusammengeführt, was zusammen gehört. Die Melodie ist sensationell, der Titel ist herausragend komponiert und mit den Chören und Instrumenten spektakulär zusammengestellt! Davon will ich mehr! Ähm, und mittlerweile höre ich den Titel fast in Endlosschleife...

    Titel 12, A Sinister Romance: Die Melodie ist spektakulär und hat Hit-Potential. Die Band ist mit ordentlich Spielfreude dabei. Der Titel dürfte auf den Live-Konzerten ein weiteres Highlight sein!

    Titel 13, Megawatt: Wieder eine gute, folkloristische Melodie und gut arrangiert.

    Titel 14, Gateway to Utopia: Was für ein Outro mit echten Ohrwurm-Qualitäten! Die Band zieht noch einmal alle Register ihres Könnens. Direkt im Anschluss drückt man auf seinem Player die "Repeat"-Taste und kehrt unmittelbar in die utopische Welt, in der z.B. ein Jules Verne zu Hause ist, zurück. Chapeau, habt Ihr sehr gut gemacht :-)

    Fazit:

    Da hat sich eine Band wohl neu erfunden. Wie immer rocken die Titel, insofern ist natürlich alles beim Alten. Es ist die stilistische Weiterentwicklung, die das Album und vor allem auch die Band auszeichnet. Nicht nur die gewählte Thematik und die neuen Arrangements, sondern auch der Mut, etwas Neues auszuprobieren. Anfangs wollte ich gar nicht glauben, dass sich Steampunk, Symphonic Metal, Celtic Rock usw. miteinander vertragen können, aber "Steamphonia" beweist das Gegenteil. Wie auch schon die früheren Alben erzählt "Steamphonia" eine Geschichte, die den Zuhörer diesmal in das viktorianische Zeitalter entführt. Der Sound ist spektakulär und präsentiert sich ein allerbester Klangqualität. Insgesamt kann ich das Album jedem empfehlen, der auf gute Rockmusik steht, der sich auf etwas "Neues", "Anderes" einzulassen bereit ist und vielleicht manchmal auch ein bisschen verträumt ist. Glaubt mir, Ihr kommt vollends auf Eure Kosten!

    Meine Wertung:

    9 /10 Punkten

    Noch ein Hinweis: Wer auf das Album neugierig geworden ist, kann sich unter https://www.youtube.com/watch?v=BugDF_Pp_-w das offizielle Making-of ansehen. Auf der Homepage der Band stehen nach wie vor die Hörproben zur Verfügung: http://celticarocks.com/alben/steamphonia/
    Geändert von nosferatu (05.06.2016 um 21:49 Uhr)
    Ich liebe die Dunkelheit und die Schatten, wo ich mit meinen Gedanken allein sein kann.

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