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Thema: Danke, Bush

  1. #1
    Warmgepostet Avatar von BabylonLion
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    Offener Brief von Paulo Coelho an George W. Bush (Paulo Coelho, Autor von "Pilgerschaft" (The Pilgrimage) und "Der Alchemist" (The Alchemist), ist vielleicht der weltbekannteste Schriftsteller. Seine Arbeiten, übersetzt in 56 Sprachen, sind kultur- und grenzüberschreitend.)

    Danke, großer Staatsmann George W. Bush.

    Danke, dass Sie jedem gezeigt haben, welche Gefahr Saddam Hussein darstellt. Viele von uns hätten sonst womöglich vergessen, dass er chemische Waffen gegen sein eigenes Volk, gegen die Kurden und die Iraner eingesetzt hat. Hussein ist ein blutrünstiger Diktator und eine der augenfälligsten Verkörperungen des Bösen in der heutigen Welt.

    Aber nicht allein dafür wollte ich Ihnen danken. Während der ersten zwei Monate dieses Jahres 2003 haben Sie der Welt eine Reihe anderer, wichtiger Dinge gezeigt.

    Ich möchte mich daher in Anlehnung an ein Gedicht, das ich als Kind gelernt habe, bei Ihnen bedanken:

    Danke, dass Sie allen gezeigt haben, dass das türkische Volk und sein Parlament nicht käuflich sind, auch nicht für 26 Milliarden Dollar.

    Danke, dass Sie der Welt gezeigt haben, welch tiefe Kluft zwischen den Entscheidungen der Machthaber und den Wünschen des Volkes liegt.

    Danke, dass Sie uns vor Augen führen, dass weder José Maria Aznar noch Tony Blair ihren Wählern die geringste Achtung und Wertschätzung zeigen. Aznar bringt es fertig, darüber hinwegzusehen, dass 90 Prozent der Spanier gegen den Krieg sind, und Blair ist die größte Demonstration der vergangenen dreißig Jahre in England schlichtweg egal.

    Danke, dass Sie Tony Blair dazu gebracht haben, mit einem Dossier, das ein Plagiat einer Arbeit war, die ein Student zehn Jahre zuvor geschrieben hatte, vor das britische Parlament zu treten und es als vom britischen Geheimdienst erbrachten schlagenden Beweis vorzustellen.

    Danke, dass Sie Colin Powell gestatten, sich selbst zum Narren zu machen, indem er dem UN-Sicherheitsrat Fotos vorlegt, die eine Woche Später von Hans Blix, dem Chef der UN-Rüstungskontrollkommission zur Entwaffnung der Irak, öffentlich angefochten werden.

    Danke, dass Sie mit Ihrer Haltung dafür gesorgt haben, dass bei der UN-Vollversammlung der französische Außenminister Dominique de Villepin mit seiner Anti-Kriegsrede Applaus geerntet hat, was meines Wissens vorher nur einmal in der Geschichte der UNO, im Anschluss an eine Rede Nelson Mandelas, geschehen ist.

    Danke, dass Sie mit allen Ihren Bemühungen, den Krieg voranzutreiben, dazu beigetragen haben, dass die sonst untereinander zerstrittenen arabischen Nationen sich bei ihrem Treffen in Kairo in der letzten Februarwoche erstmals einstimmig gegen jedwede Invasion ausgesprochen haben.

    Danke, dass Sie mit ihrer rhetorischen Behauptung, die UNO habe nun die Chance, ihre wahre Bedeutung zu zeigen, sogar die zögerlichsten Länder dazu gebracht haben, sich gegen jede Art von Angriff gegen den Irak auszusprechen.

    Danke, dass Sie mit Ihrer Außenpolitik den britischen Außenminister Jack Straw zu der Erklärung verleitet haben, im 21. Jahrhundert könne es Kriege geben, die sich moralisch rechtfertigen ließen, wodurch Straw seine ganze Glaubwürdigkeit verlor.

    Danke, dass Sie versucht haben, ein Europa auseinander zu dividieren, das für seine Vereinigung kämpft. Es wird ihm als Warnung dienen.

    Danke, dass Sie geschafft haben, was nur wenigen in diesem Jahrhundert gelungen ist: Millionen Menschen auf allen Kontinenten im Kampf für dieselbe Idee zu vereinen, auch wenn diese Idee nicht ihre ist.

    Danke, dass Sie uns wieder fühlen lassen, dass unsere - Worte, wenn sie vielleicht nicht gehört, so zumindest ausgesprochen wurden. Das wird uns in Zukunft noch mehr Kraft geben.

    Danke; dass Sie uns missachten, dass Sie alle marginalisieren, die sich gegen Ihre Entscheidung stellen, denn die Zukunft der Erde gehört den Ausgeschlossenen.

    Danke, denn ohne Sie hätten wir nicht erkannt, dass wir fähig sind, uns zu mobilisieren.

    Möglicherweise wird es uns diesmal nichts nützen, aber ganz sicher später einmal.

    Nun, da es keinen Weg zu geben scheint, die Trommeln des Krieges zum Schweigen zu bringen, möchte ich wie ein europäischer König einst zu seinem Invasoren sagen: "Möge dein Morgen schön sein, möge die Sonne auf den Rüstungen deiner Soldaten strahlen, denn noch am Nachmittag werde ich dich besiegen."

    Danke, dass Sie uns - einer Armee anonymer Menschen, die wir die Straßen füllen, um einen Prozess aufzuhalten, der bereits im Gange ist - erlauben zu erfahren, wie man sich fühlt, wenn man machtlos ist, und aus diesem Gefühl zu lernen und es zu verwandeln.

    Also, genießen Sie Ihren Morgen und welchen Ruhm er Ihnen auch immer bringen mag. Danke, dass Sie uns nicht zugehört and uns nicht ernst genommen haben. Doch Sie sollten wissen dass wir Ihnen sehr wohl zugehört haben und Ihre Worte niemals vergessen werden.

    Danke, großer Staatsmann George W. Bush. Herzlichen Dank.


    Copyright © Paulo Coelho, 2003.

    From the world's most popular novelist, Paulo Coelho, an open letter of praise for President Bush. (Paulo Coelho, author of The Pilgrimage and The Alchemist, is the
    world’s most popular novelist. His work, translated into 56 languages, crosses cultures and borders. His latest novel is The Devil and Miss Prym.)


    Thank you, great leader George W. Bush.

    Thank you for showing everyone what a danger Saddam Hussein represents. Many of us might otherwise have forgotten that he used chemical weapons against his
    own people, against the Kurds and against the Iranians. Hussein is a bloodthirsty dictator and one of the clearest expressions of evil in today’s world.

    But this is not my only reason for thanking you. During the first two months of 2003, you have shown the world a great many other important things and, therefore,
    deserve my gratitude.

    So, remembering a poem I learned as a child, I want to say thank you.

    Thank you for showing everyone that the Turkish people and their parliament are not for sale, not even for 26 billion dollars.

    Thank you for revealing to the world the gulf that exists between the decisions made by those in power and the wishes of the people. Thank you for making it clear
    that neither José María Aznar nor Tony Blair give the slightest weight to or show the slightest respect for the votes they received. Aznar is perfectly capable of
    ignoring the fact that 90% of Spaniards are against the war, and Blair is unmoved by the largest public demonstration to take place in England in the last thirty years.

    Thank you for making it necessary for Tony Blair to go to the British parliament with a fabricated dossier written by a student ten years ago, and present this as
    ‘damning evidence collected by the British Secret Service’.

    Thank you for allowing Colin Powell to make a complete fool of himself by showing the UN Security Council photos which, one week later, were publicly challenged by
    Hans Blix, the chief weapons inspector in Iraq.

    Thank you for adopting your current position and thus ensuring that, at the plenary session, the French foreign minister, Dominique de Villepin’s anti-war speech was
    greeted with applause – something, as far as I know, that has only happened once before in the history of the UN, following a speech by Nelson Mandela.

    Thank you too, because, after all your efforts to promote war, the normally divided Arab nations were, for the first time, at their meeting in Cairo during the last week in
    February, unanimous in their condemnation of any invasion.

    Thank you for your rhetoric stating that ‘the UN now has a chance to demonstrate its relevance’, a statement which made even the most reluctant countries take up a
    position opposing any attack on Iraq.

    Thank you for your foreign policy which provoked the British foreign secretary, Jack Straw, into declaring that in the 21st century, ‘a war can have a moral
    justification’, thus causing him to lose all credibility.

    Thank you for trying to divide a Europe that is currently struggling for unification; this was a warning that will not go unheeded.

    Thank you for having achieved something that very few have so far managed to do in this century: the bringing together of millions of people on all continents to fight
    for the same idea, even though that idea is opposed to yours.

    Thank you for making us feel once more that though our words may not be heard, they are at least spoken – this will make us stronger in the future.

    Thank you for ignoring us, for marginalising all those who oppose your decision, because the future of the Earth belongs to the excluded.

    Thank you, because, without you, we would not have realised our own ability to mobilise. It may serve no purpose this time, but it will doubtless be useful later on.

    Now that there seems no way of silencing the drums of war, I would like to say, as an ancient European king said to an invader: ‘May your morning be a beautiful one,
    may the sun shine on your soldiers’ armour, for in the afternoon, I will defeat you.’

    Thank you for allowing us – an army of anonymous people filling the streets in an attempt to stop a process that is already underway – to know what it feels like to be
    powerless and to learn to grapple with that feeling and transform it.

    So, enjoy your morning and whatever glory it may yet bring you.

    Thank you for not listening to us and not taking us seriously, but know that we are listening to you and that we will not forget your words.

    Thank you, great leader George W. Bush.

    Thank you very much.

    (EDIT: Copyright © Paulo Coelho, 2003.)
    "Da hast DU mein Klagen in Tanzen verwandelt hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umgürtet." Psalm 30,12

    "Die Zeit, GOTT zu suchen, ist dieses Leben, / die Zeit, GOTT zu finden, ist der Tod, / die Zeit, GOTT zu besitzen, ist die Ewigkeit." (Franz von Sales)

    "Nein, die Überforderung aus Prinzip verhindert die Banalisierung des Christentums. Was erfüllbar ist, ist banal. Der menschliche Geist erlahmt, wenn er sich nicht unerfüllbare Ziele setzt. " (Martin Mosebach)

    "Was der heutigen Welt trotz allen äußeren Glanzes, ihrer Erfindungen und Wirtschaftswunder fehlt, ist jenes Mindestmaß an Güte, Mütterlichkeit, Erbarmen, Takt und Zartgefühl, welches der Welt des Mannes durch die Frau zugeordnet ist." (Gertrud von Le Fort)

    "Ich bin katholisch, und das ist auch gut so. Ich habe mir die Sache nicht ausgesucht. Sie ist mir in mein Gemüt gelegt, von Kindheit an, so sehr, dass sie mir vorkommt wie angeboren...Tief in mir verwurzelt." (Matthias Matussek)



  2. #2
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    Klasse! Das spiegelt genau das wieder, was ich von diesem Staatsmann halte- wnen man ihn überhaupt als Staatsmann bezeichnen kann. Ich weiß nicht, ein Staatsmann ist für mich etwas anderes, jemand, der die Interessen seines Volkes vertritt und nicht nur die einiger Wirstchaftsmanager.

  3. #3
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    Eigentlich schade, daß Bush diesen Brief nicht lesen wird und mit ziemlicher Sicherheit auch nicht weiß, wer Paulo Coelho ist. Ebenso gut hätte Klaus Müller den Brief schreiben und sofort verbrennen können.

    Aber halt ... Der Brief ist nur an den "großen Staatsmann" adressiert. Gerichtet ist er an uns alle.
    <span style='font-family:Arial'><span style='font-size:8pt;line-height:100%'>Though my soul may set in darkness, it will rise in perfect light;
    I have loved the stars too fondly to be fearful of the night.
    (Sarah Williams: The Old Astronomer To His Pupil)</span></span>

  4. #4
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    Ich kenne Paulo Coelho zwar nicht, aber er trifft ziemlich genau das was ich über Bush als Staatsmann halte. Nein, Bush ist kein Staatsmann, eher ein absoluter Herrscher. Ich hoffe nur, das die amerikanischen Wähler ihn nicht noch mal wählen.
    Aber ich finde es wirklich erschreckend wie weit doch die Theorie und Praxis der Politik auseinanderklafft.
    Alles ist wie immer
    Nur Schlimmer
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  5. #5
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    Tja, wo wir gerade dabei sind, hier dann mal der obligatorische Brief von Mr. Moore. Obwohl er den wohl eher für sich selbst geschrieben hat. Witzig ist er auf jeden Fall.

    Monday, March 17, 2003

    A Letter from Michael Moore to George W. Bush on the Eve of War


    George W. Bush
    1600 Pennsylvania Ave.
    Washington, DC


    Dear Governor Bush:

    So today is what you call "the moment of truth," the day that "France and the rest of world have to show their cards on the table." I&#39;m glad to hear that this day has finally arrived. Because, I gotta tell ya, having survived 440 days of your lying and conniving, I wasn&#39;t sure if I could take much more. So I&#39;m glad to hear that today is Truth Day, &#39;cause I got a few truths I would like to share with you:

    1. There is virtually NO ONE in America (talk radio nutters and Fox News aside) who is gung-ho to go to war. Trust me on this one. Walk out of the White House and on to any street in America and try to find five people who are PASSIONATE about wanting to kill Iraqis. YOU WON&#39;T FIND THEM&#33; Why? &#39;Cause NO Iraqis have ever come here and killed any of us&#33; No Iraqi has even threatened to do that. You see, this is how we average Americans think: If a certain so-and-so is not perceived as a threat to our lives, then, believe it or not, we don&#39;t want to kill him&#33; Funny how that works&#33;

    2. The majority of Americans -- the ones who never elected you -- are not fooled by your weapons of mass distraction. We know what the real issues are that affect our daily lives -- and none of them begin with I or end in Q. Here&#39;s what threatens us: two and a half million jobs lost since you took office, the stock market having become a cruel joke, no one knowing if their retirement funds are going to be there, gas now costs almost two dollars -- the list goes on and on. Bombing Iraq will not make any of this go away. Only you need to go away for things to improve.

    3. As Bill Maher said last week, how bad do you have to suck to lose a popularity contest with Saddam Hussein? The whole world is against you, Mr. Bush. Count your fellow Americans among them.

    4. The Pope has said this war is wrong, that it is a SIN. The Pope&#33; But even worse, the Dixie Chicks have now come out against you&#33; How bad does it have to get before you realize that you are an army of one on this war? Of course, this is a war you personally won&#39;t have to fight. Just like when you went AWOL while the poor were shipped to Vietnam in your place.

    5. Of the 535 members of Congress, only ONE (Sen. Johnson of South Dakota) has an enlisted son or daughter in the armed forces&#33; If you really want to stand up for America, please send your twin daughters over to Kuwait right now and let them don their chemical warfare suits. And let&#39;s see every member of Congress with a child of military age also sacrifice their kids for this war effort. What&#39;s that you say? You don&#39;t THINK so? Well, hey, guess what -- we don&#39;t think so either&#33;

    6. Finally, we love France. Yes, they have pulled some royal screw-ups. Yes, some of them can be pretty damn annoying. But have you forgotten we wouldn&#39;t even have this country known as America if it weren&#39;t for the French? That it was their help in the Revolutionary War that won it for us? That our greatest thinkers and founding fathers -- Thomas Jefferson, Ben Franklin, etc. -- spent many years in Paris where they refined the concepts that lead to our Declaration of Independence and our Constitution? That it was France who gave us our Statue of Liberty, a Frenchman who built the Chevrolet, and a pair of French brothers who invented the movies? And now they are doing what only a good friend can do -- tell you the truth about yourself, straight, no b.s. Quit pissing on the French and thank them for getting it right for once. You know, you really should have traveled more (like once) before you took over. Your ignorance of the world has not only made you look stupid, it has painted you into a corner you can&#39;t get out of.

    Well, cheer up -- there IS good news. If you do go through with this war, more than likely it will be over soon because I&#39;m guessing there aren&#39;t a lot of Iraqis willing to lay down their lives to protect Saddam Hussein. After you "win" the war, you will enjoy a huge bump in the popularity polls as everyone loves a winner -- and who doesn&#39;t like to see a good ass-whoopin&#39; every now and then (especially when it &#39;s some third world ass&#33. So try your best to ride this victory all the way to next year&#39;s election. Of course, that&#39;s still a long ways away, so we&#39;ll all get to have a good hardy-har-har while we watch the economy sink even further down the toilet&#33;

    But, hey, who knows -- maybe you&#39;ll find Osama a few days before the election&#33; See, start thinking like THAT&#33; Keep hope alive&#33; Kill Iraqis -- they got our oil&#33;&#33;

    Yours,

    Michael Moore

    Geklaut von: http://www.michaelmoore.com
    Deutsche Übersetzung: http://www.n-tv.de/
    "Both destiny's kisses and its dope-slaps illustrate an individual person's basic personal powerlessness over the really meaningful events in his life: i.e. almost nothing important that ever happens to you happens because you engineer it. Destiny has no beeper; destiny always leans trenchcoated out of an alley with some sort of Psst that you usually can't even hear because you're in such a rush to or from something important you've tried to engineer."

  6. #6
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    Für die, die wie ich kein englisch

    "Ein paar Wahrheiten"
    Michael Moore an George W. Bush

    Der Schriftsteller und Filmemacher Michael Moore ("Stupid White Men", "Bowling for Columbine") hat sich am Vorabend des Irak-Kriegs in einem offenen Brief an seinen Präsidenten gewandt. Hier der Wortlaut des Schreibens.

    Montag, 17. März 2003

    Lieber Gouverneur Bush,

    heute ist also der Tag, an dem, wie Sie es nennen, die "Stunde der Wahrheit" gekommen ist, der Tag an dem "Frankreich und der Rest der Welt ihre Karten auf den Tisch legen müssen".

    Ich bin froh, dass dieser Tag nun endlich da ist. Denn, das muss ich Ihnen sagen, nach 440 Tagen mit Ihren Lügen und Ihren Halbwahrheiten war ich nicht sicher, ob ich das noch länger ausgehalten hätte.

    So bin ich beruhigt zu hören, dass heute der Tag der Wahrheit gekommen ist, denn ich möchte Ihnen gerne ein paar Wahrheiten mitteilen:

    1. Es gibt im Grunde genommen NICHT EINEN in Amerika (ausgenommen Talk-Radio-Spinner und Fox News), der Gung-Ho-mäßig [Gung Ho ist ein Plastiksoldat] wild darauf ist, in den Krieg zu ziehen. Vertrauen Sie mir in diesem Punkt. Gehen Sie aus dem Weißen Haus heraus in irgendeine Straße und versuchen Sie, fünf Leute zu finden, die leidenschaftlich gerne Iraker umbringen möchten. SIE WERDEN SIE NICHT FINDEN&#33; Warum? Weil keine Iraker jemals hierher gekommen sind und einen von uns getötet haben. Kein Iraker hat jemals gewagt, dies zu tun. Sie sehen, so denken wir Durchschnitts-Amerikaner: Wenn irgend jemand irgendetwas tut, was nicht als Angriff auf unser Leben wahrgenommen wird, dann - glauben Sie es oder nicht - wollen wir ihn nicht töten. Lustig, wie so was läuft.

    2. Die Mehrheit der Amerikaner - die, die Sie niemals gewählt haben - sind nicht auf Ihre Gehirnwäsche hereingefallen. Wir wissen, was die wirklichen Probleme sind, die unser tägliches Leben betreffen - und keiner fängt mit einem I an und hört mit einem K auf. Das hingegen macht uns wirklich Angst: Zweieinhalb Millionen Menschen verloren Ihre Arbeit, seitdem Sie im Amt sind, die Börsenkurse sind zu einem schlechten Witz verkommen, keiner weiß, ob die Rentenfonds in Zukunft noch existieren werden, Benzin kostet mittlerweile fast zwei Dollar - diese Liste könnte noch endlos fortgesetzt werden. Den Irak zu bombardieren, wird keine einzige Lösung dafür bringen. Es gibt nur eins: Sie müssen gehen, damit die Dinge sich verbessern können.

    3. Wie [ein US-Talkshow-Moderator] Bill Maher letzte Woche sagte: Wie tief sind Sie gefallen, um einen Beliebtheitswettbewerb gegen Saddam Hussein zu verlieren? Die ganze Welt ist gegen Sie, Mr. Bush. Zählen Sie die Amerikaner dazu.

    4. Der Papst hat gesagt, der Krieg sei falsch, er sei eine SÜNDE. Der Papst&#33; Aber es kommt sogar noch schlimmer: Die Dixie Chicks sind nun auch gegen Sie. Wie tief muss es noch mit Ihnen bergab gehen, bevor Sie merken, dass Sie Armee von nur einem Menschen in diesem Krieg sind. Natürlich ist das ein Krieg, in dem Sie nicht persönlich kämpfen müssen. Genauso als Sie sich unerlaubt von der Truppe entfernten und die anderen armen Kerle statt Ihrer nach Vietnam verschifft wurden.

    5. Von den 535 Mitgliedern des Kongresses hat nur EINER (Sen. Johnson aus South Dakota) seinen Sohn oder seine Tochter beim bewaffneten Militär eingetragen. Wenn Sie wirklich für Amerika einstehen wollen, schicken Sie bitte sofort Ihre Zwillingstöchter nach Kuwait und lassen Sie sie dort Ihre chemischen Armee-Sicherheitsanzüge tragen. Und lassen Sie uns sehen, ob alle Mitglieder des Kongresses mit Kindern im militärfähigem Alter ihre Kinder für diesen Kriegseinsatz opfern würden. Was haben Sie gesagt? Das glauben Sie nicht? Gut, okay, wissen Sie was - das glauben wir auch nicht&#33;

    6. Schlussendlich: Wir lieben Frankreich. Gut, sie haben einige Dinge richtig verbockt. Ja, einige von ihnen können sogar verdammt nerven. Aber Sie haben vergessen, dass wir dieses Land [die USA] nicht mal als Amerika gekannt hätten, wenn es die Franzosen nicht gegeben hätte. War es nicht mit ihrer Hilfe während des Revolutionskrieges, mit der wir gewonnen haben? Und waren es nicht unsere größten Denker und Gründerväter - Thomas Jefferson, Ben Franklin etc. -, die viele Jahre in Paris verbrachten, wo sie die Konzepte überarbeiteten und verfeinerten, die uns zu unserer Unabhängigkeitserklärung und unserer Verfassung geführt haben? War es nicht Frankreich, das uns die Freiheitsstatue geschenkt hat? War es nicht ein Franzose, der den Chevrolet gebaut hat, und waren es nicht ein paar französische Brüder, die das Kino erfanden? Und nun tun sie das, was nur ein guter Freund tun kann - Ihnen die Wahrheit über Sie, Mr. Bush, sagen, geradeheraus und ohne Umschweife. Hören Sie auf, auf die Franzosen zu pinkeln, und danken Sie ihnen, dass die es endlich einmal richtig machen. Wissen Sie, Sie hätten wirklich mehr verreisen sollen (zum Beispiel ein Mal), bevor Sie Präsident geworden sind. Ihre Ignoranz gegenüber der Welt hat Sie nicht nur lächerlich aussehen lassen, sondern hat Sie auch in eine Ecke gedrängt, aus der Sie nicht wieder herauskommen.

    Hey, nehmen Sie es nicht so tragisch - jetzt kommen die guten Neuigkeiten: Wenn Sie diesen Krieg wirklich durchziehen, wird er mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit schnell vorbei sein, denn ich schätze, dass es nicht viele Iraker gibt, die ihr Leben zum Schutze Saddam Husseins lassen wollen. Nachdem Sie den Krieg gewonnen haben, werden Sie einen enormen Zuspruch in der Bevölkerung erfahren, da jeder Gewinner liebt - und wer möchte nicht ab und zu einen ordentlichen Arschtritt sehen (vor allem, wenn es ein Dritte-Welt-Arsch ist). Also, versuchen Sie Ihr Bestes und tragen Sie diesen Sieg den ganzen Weg bis zur Wahl im nächsten Jahr mit sich. Natürlich ist das noch ein weiter Weg, und so haben wir alle noch eine lustige Zeit vor uns, während wir zugucken, wie die Wirtschaft immer weiter den Bach runtergeht&#33;

    Aber, Mensch, wer weiß, vielleicht finden Sie ja Osama ein paar Tage vor den Wahlen&#33; Sehen Sie, SO müssen Sie denken&#33; Bloß nicht die Hoffnung aufgeben&#33; Tötet Iraker - sie haben unser Öl&#33;&#33;&#33;

    Hochachtungsvoll

    Michael Moore

    Mehr zu Michael Moore unter www.michaelmoore.com
    "Da hast DU mein Klagen in Tanzen verwandelt hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umgürtet." Psalm 30,12

    "Die Zeit, GOTT zu suchen, ist dieses Leben, / die Zeit, GOTT zu finden, ist der Tod, / die Zeit, GOTT zu besitzen, ist die Ewigkeit." (Franz von Sales)

    "Nein, die Überforderung aus Prinzip verhindert die Banalisierung des Christentums. Was erfüllbar ist, ist banal. Der menschliche Geist erlahmt, wenn er sich nicht unerfüllbare Ziele setzt. " (Martin Mosebach)

    "Was der heutigen Welt trotz allen äußeren Glanzes, ihrer Erfindungen und Wirtschaftswunder fehlt, ist jenes Mindestmaß an Güte, Mütterlichkeit, Erbarmen, Takt und Zartgefühl, welches der Welt des Mannes durch die Frau zugeordnet ist." (Gertrud von Le Fort)

    "Ich bin katholisch, und das ist auch gut so. Ich habe mir die Sache nicht ausgesucht. Sie ist mir in mein Gemüt gelegt, von Kindheit an, so sehr, dass sie mir vorkommt wie angeboren...Tief in mir verwurzelt." (Matthias Matussek)



  7. #7
    Plaudertasche
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    ja, ja, der bush, den niemand gewählt hat. der weniger von der welt weiss als ein volksschüler, der ohne krieg abend keinen hoch kriegt. der gute bush, der ohne den guten papi und seine handlanger nicht die welt regieren kann.

    der gute bush, der die wahlen manipulieren musste, um überhaupt gewählt zu werden. der gute bush der ein alkoholiker ist, und immer auf die bösen drogensüchtigen schimpft.


    jaja, was wäre die welt ohne männer wie bush und sadam.

    PS: habt ihr schon die bücher von micheal moor gelesen? einfach klasse. einer der wenigen amerikaner, die wissen wie man das ding namens gehirn benutzt
    <span style='color:orange'>
    &quot;A lightsaber is an interesting weapon, a blade unique to the history of warfare. A paradox, not unlike the Jedi who wield it: those peaceful warriors, who kill in the service of life. Have you ever noticed? The blade is *round*. It has no edge. But it is a lightsaber--which means it is nothing *but* edge. There is no part of this blade that does not cut. Curious, yes?&quot;
    -Vergere, The New Jedi Order: Traitor</span>

  8. #8
    Moderator Avatar von wu-chi
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    @BabylionLion und Loser
    Danke für die "offenen Briefe". Leider sind diese eigentlich nur für uns bestimmt. Ein George Bush Jr. wird sich jedoch einen Dreck scheren diese zu lesen.

    @Capt.Korbus
    Paulo Coelho ist ein brasilianischer Bestseller-Autor, der in unseren Breiten wohl mit "Der Alchimist" vielen Lesern bekannt sein dürfte. Seine Bücher handeln meist von Menschen, die nach sich selbst oder nach dem Sinn des Lebens suchen. Von Kritikern wird ihm allerdings vorgeworfen zu sehr in die Esoterik abzudriften.

    Viele Grüße
    wu-chi
    "Any given man sees only a tiny portion of the total truth, and very often, in fact almost perpetually, he deliberately deceives himself about that little precious fragment as well. A portion of him turns against him and acts like another person, defeating him from inside. A man inside a man. Which is no man at all."
    Philip K. Dick (A Scanner Darkly, 1977)

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