Man stelle sich vor:
Der kleine Willi sitzt im Bus Richtung Slowenien um sich wider einmal richtig zu erholen. Da man aber neben der Erholung auch noch ein bisschen Weiterbildung im Star Wars-Universum betreiben kann, hat sich der kluge Willi gleich mal einen recht ansehnlichen Berg von SW Büchern eingepackt. Da sich diese aber alle in seinem Rucksack befanden, musste er kräftig herumwühlen um sein Buch der Begierde (Planet der Verräter) herauszubekommen. Zufälligerweise zog er allerdings Episode II aus dem Rucksack und konnte es sich nicht verkneifen, einen kurzen Blick hinein zu werfen. Und was er auf der ersten Seite sah hat ihm fast einen Herzinfarkt bereitet: deutsche Übersetzung von Regina Winter!
Nachdem er die erste Panikattacke überlebt hatte und sich daran hindern konnte aus dem Bus zu springen, beruhigte er sich wieder und wollte mit seiner Meinung warten bis er das Buch gelesen hatte.
Und ich (ja, jetzt gehts in der Ich- Form weiter) muss sagen dass die gute Frau Winter ihren Job wirklich gut gemacht hat.

Aber zuerst zum Buch:

Wer weder Film noch Buch kennt sollte jetzt nicht mehr weiterlesen



Von Salvatore kannte ich bis jetzt nur NJO I: Die Abtrünnigen und das hat mir ganz gut gefallen (vor allem Yomin Carr^^).
Episode II ist qualitativ gleich gut (wenn nicht sogar ein bisschen besser) als NJO I. Es gefällt mir sogar fast besser als der Film (wobei ich sagen muss, dass der Schnitt bei dem Film einfach grottig war und mir die Szenen, die man im Buch zu sehen bekommt, im Film einfach fehlen.)
Nur eine Sache stört mich gewaltig:
Obi- Wan ist ein kompletter Vollidiot in dem Buch. Er wurde ja im Episode I- Roman schon so richtig wundervoll getroffen (wir erinnern uns: Obi-Wan = rachsüchtiger, eingebildeter und durchgehend beleidigter Psychopath) und jetzt hat er auch noch seine letzte Hirnzelle verloren. Ein kleines Beispiel:
Obi-Wan hat gerade von Jocasta Nu erfahren dass der Planet Kamino nicht in den Jedi- Archiven aufgelistet ist und er deshalb nicht existiert. (Zuvor war übrigens noch eine wundervolle Szene in der Jocasta Nu mit Obi-Wan über Count Dooku spricht. Die Szene fiel allerdings auch der Schere zum Opfer)
Obi-Wan ist danach so verdattelt (mir fällt gerade kein besseres Wort dafür ein. Aber als Smilie ausgedrückt wäre er wohl der hier: :wacko: ) so dass er gleich mal darüber meditieren muss. Lustigerweise kommt Dumpfbacke Obi-Wan auch nach stundenlanger Meditation nicht auf den Gedanken, dass irgendjemand den Planeten aus den Archiven gelöscht hat. Nein, nach der Meditation ist er sogar noch verdattelter als zuvor. Und dann schleicht er zu Yoda um sich von einem kleinen Padawan sein Problem lösen zu lassen. Also zumindest bei der Szene hat mir der Film besser gefallen, da es da (zumindest für mich )so rübergekommen ist, dass Obi-Wan eine Vermutung hat, aber sicherheitshalber doch noch den weisesten aller Jedi konsultieren möchte.

Aber der Rest des Buches ist dafür umso besser:
Padmes und Anakins Beziehung kommt im Buch viel besser rüber als im Film (wobei mir im Film natürlich auch die Szene bei Padmes Familie fehlt), Shmi Skywalkers Leben bei der Lars- Familie war auch gut beschrieben (auch das hätte ich gerne im Film gesehen) und das Beste an dem Buch ist immer noch, dass mich Anakins Synchronstimme nicht nerven kann.(aber das ist eine andere Geschichte)

Aber wenn wir gerade bei dem Wörtchen „Synchron“ sind, hier die Bewertung von Frau Winters Übersetzungskünsten:
Durchwegs positiv, abgesehen von einigen mehr oder weniger schlimmen Schnitzern, wie z. B.: dem fünffachen Joda und einigen Rechtschreibfehlern. Was mich ein bisschen gestört hat, war dass „Count“ mit „Graf“ übersetzt wurde. Ich weiss zwar nicht wie es euch ging, aber wenn ich „Graf Dooku“ höre, dann muss ich immer an einen spitzzähnigen, transsylvanischen Grafen denken (vielleicht habe ich ja deshalb meistens statt „Graf Dooku“ „Graf Dookula“gelesen)
Aber gegenüber Episode I und ihren anderen Werken (X- Wing usw.) hat sich Frau Winter gesteigert.

Wer weder Film noch Buch kennt darf jetzt wieder weiterlesen


Fazit: Wer schon immer alle aus dem Film geschnittenen Szenen in die Geschichte integriert haben wollte, der sollte den „jump to Hyperspace“ wagen…. ähh, der sollte dieses Buch kaufen.