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Thema: Folter - the new American way

  1. #1
    DerBademeister
    Gast

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    Schon unmittelbar nach den Terroranschlägen von 2001 kamen vor allem in New York Hunderte Muslime in monatelange Haft. Viele davon wurden brutal gequält - teils mit ähnlichen Methoden wie später auch die Insassen von Abu Ghureib. Jetzt fordern einige Betroffene Schadenersatz.
    http://www.spiegel.de/politik/auslan...300777,00.html

    Ende der 90er gab es mal einen recht interessanten Actionfilm mit Brucewillis, der "Der Ausnahmezustand" (The Siege) hieß. In diesem Film terrorisieren Islamisten die Stadt New York, über die daraufhin der Ausnahmezustand verhängt wird. Alsbald beginnt man, die Araber in der Stadt in Lager zu internieren, und mit entsprechenden "Verhörmethoden" zum Reden zu bringen....

    http://www.imdb.com/title/tt0133952/

    Wenn man sich einen Artikel wie diesen durchliest, muss man doch zu dem Schluss kommen, dass die Realität so eine filmische Fiktion schon eingeholt, und mitunter überholt hat.
    Was vor 5 Jahren noch undenkbar schien, überrascht heute eigentlich niemanden mehr.

    Winston Churchill sagte (in Bezug auf die Nazis) einmal: "Wenn ich morgens aufstehen kann ohne Angst zu haben von der Polizei abgeholt zu werden, dann weiss ich, dass ich in einer Demokratie lebe."

    Für einige Menschen im Mutterland der Demokratie trifft das dann wohl nicht mehr zu.
    So steht zu erwarten, dass sich "God's own country" (Gottes Heimatland) bald in "Rod's own country" umbenennen muss ("rod" steht für "Eisenstab" oder "Zuchtrute").

    Ich kann mich ja des Eindrucks nicht erwehren...aber bei allen Nachrichten die ich heutzutage über die USA lese, muss ich unweigerlich an Deutschland Anfang der 30er Jahre denken...

    Mein Bruder war gerade für drei Monate "Drüben", und beschrieb mir einen Mechanismus, der doch alzu vertraut erscheint. Wenn man dort Nachrichten schaut, geht es zu 95 % nur um Eines: Den War on Terror. Die Bevölkerung einzuschüchtern, Angst zu verbreiten. Solange, bis selbst der letzte Maiszüchter in Wisconsin glaubt, dass Saddam Hussein jeden Augenblick ein Flugzeug in seine Scheune steuern kann...

    Als Deutscher versteht man oft nicht, wieso die Amerikaner trotz der ganzen Vorkommnisse (Kriegstote, Bürgerkrieg im Irak, horrende Kriegskosten, dadurch verursachte Staatsverschuldung, Foltervorwürfe etc so unerschütterlich an ihrem Präsidenten festhalten, und ihn auch im November wieder wählen werden.
    Nun, die Antwort ist recht simpel: Bush vermittelt ein Bild der Geradlinigkeit und Durchsetzungsstärke. Denn der Maiszüchter aus Wisconsin glaubt, dass Bush sagt was er meint, und tut was er sagt. Er hat einfache Antworten auf viel zu komplexe Fragen. Er hält unbeirrt an seinem Kurs fest.
    Dagegen ist John Kerry eine vielschichtigere Persönlichkeit. Wenn da einer erst ein Kriegsheld ist, und anschließend gegen den Krieg protestiert, dann ist das für den Durchschnittsamerikaner schon zu hoch. Nein, so ein Mann kommt beim Wähler nicht an, da er den Eindruck eines Scharwenzlers, eines Wendeshalses, eines Opportunisten erweckt.

    Auch das kann einem als Deutschem wohlbekannt vorkommen, denn Adolf Hitler konnte der Bevölkerung dieselbe "Führungsstärke" vermitteln, der das ganze undurchsichtige Hin und Her der weimarer Demokratie irgendwann zu viel war.

  2. #2
    Mittlerer SpacePub-Besucher
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    Also nach einer Wiederwahl von Bush sieht es im Moment nicht aus. Was die Folterprobleme angeht - mich würde es nicht wundern wenn auch deutsche Soldaten sich in sowas verwickeln lassen wuerden. Ganz neu ist die problematik ja hier auch nicht - Foltervideos gab es bei uns ja auch vor einiger Zeit zu sehn. Etwas laenger zurueck sogar eines mit Bundeswehrbeteiligung.

  3. #3
    DerBademeister
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    Als Häftling verkleideter Militärpolizist misshandelt

    Bei einer Übung im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba ist ein als Häftling verkleideter Militärpolizist schwer misshandelt worden. Er sei so heftig geschlagen worden, dass er eine Hirnverletzung erlitten habe, berichtete der Mann.

    Lexington - Sean Baker ist mittlerweile aus den Streitkräften ausgeschieden. Seine Erlebnisse berichtete er gestern einem Lokalsender im US-Staat Kentucky. Für die Übung habe er orangefarbene Sträflingskleidung angezogen, dann sei er an vier US-Soldaten übergeben worden. Diese hätten ihn geschlagen und gewürgt und erst von ihm abgelassen, als sie unter dem Overall seine Uniform entdeckt hätten.

    Ein Sprecher der Nationalgarde in Kentucky, der Baker früher angehörte, bestätigte lediglich, dass dieser nach einem "Trainingsunfall" aus medizinischen Gründen entlassen worden sei.
    http://www.spiegel.de/politik/auslan...301334,00.html

    Zu dumm dass die "echten" Gefangenen keine schützende Militäruniformen unter ihrem Overall haben.

  4. #4
    Plaudertasche Avatar von Haplo
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    Was mich an den Folterungen am allermeisten beunruhigt ist die Tatsache, das sie von sehr weit oben in der Befehlskette angeordnet oder zumindest gebilligt wurden. Es scheint also, als hat der Terroranschlag am 11.9. die Amerikaner so paranoid gemacht, dass sie hinter alles und jedem Verschwörungen sehen. Und es scheint ihnen jedes Mittel recht zu sein, um diese Verschwörungen aufzudecken. Aber es kann meiner Meinung nach nicht angehen, das in einer Demokratie wie Amerika, die Menschenrechte mit Füssen getreten werden. Man darf keine Menschen auf unbestimmte Zeit nur wegen eines wagen Verdachts einsperren, ihnen ihre Würde nehmen und sie foltern. Das ist kein Recht, das ist reine Willkür. Und mit einer lächerlichen Entschuldigung ist es einfach nicht getan! Es müssen endlich Konsequenzen gezogen werden, Stichwort Donald Rumsfeld.

  5. #5
    Administrator Avatar von Dr.BrainFister
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    der inhalt dieses beitrags stammt eigentlich von simara. weil ich innerhalb des threads ein wenig rumgebastelt habe. blieb dieses stück text von einem ihrer beiträge übrig. leider weiß ich nicht, wie ich einen beitrag teilen kann, deshalb editierte ich den usprünglichen beitrag, indem ich folgendes stück herauskopierte, damit es nicht verloren geht.

    (simara, du kannst gerne einen eigenen beitrag eröffnen, diesen deinen text reinkopieren, womit der text auch wieder mit dem verfasser, nämlich dir und nicht mir, übereinstimmt. danach würde ich diesen beitrag hier löschen.
    kapiert? [--->weil du eine frau bist])

    moderativ-willkürliche grüße vom schrott-mod Dr. BrainFister



    hier simaras beitrag zum thema "Folter":



    (Whyme @ 25.05.2004, 17:50)
    (DerBademeister @ 25.05.2004, 17:24)
    btw: Lustig das dieser Thread hier schon 16 Replies hat, während der Folterthread bei einer noch dazu belanglosen Kurzantwort rumdümpelt. ^^
    Offenbar bewegt uns die deutsche Fernsehzensur mehr...
    Mich wundert das gar nicht...
    Stimmt. Mich wundert das auch nicht.
    Hier möchte ich auf dein Posting in folgendem Thread hinweisen:

    http://forum.spacepub.net/index.php?showtopic=3609&hl=


    Nanu? Warum hat hier denn noch niemand einen Thread darüber eröffnet?
    Uninteressant?
    Ja.

    Bombenterror irgendwo in der Welt hat man täglich in den Nachrichten.
    + Bomben in Spanien sind auch nichts Neues.
    + Das dabei ETa gebrüllt wird, auch nicht.
    + Über Anschläge der El Kaida wird heute schon spekuliert wenn jemand in der Dönerbude zu laut pupst.
    + Hohe Opferzahlen kennt man von jedem Flugzeugabsturz

    = Nichts, was man nicht schon in hundertfacher Ausführung gesehen hat.

    Daraus folgt dann auch, dass es dann auch die hundertste Diskussion zu dem Thema ist, bei der man dann wieder seine Ansichten wiederholt, einige dann wieder hohle Phrasen dreschen. Wieder ein Thread, den die Welt nicht braucht.
    Tja, wenn der Bombenterror irgendwo in der Welt nich interessiert, warum sollte man dann über Folter von amerikanischer und britischer Seite sprechen?
    Weil es "die unsrigen" sind?

    Ich hätte ja schon was dazu geschrieben, aber jemand hat mir mal Geltungssucht vorgeworfen.
    Also hatte ich beschlossen mich aus einem gewissen Forenbereich rauszuhalten.
    Mist, ich bin ja doch hier --> siehe Signatur.
    "Wissen sie woraus der Leberkäs gemacht wird? Aus den Resten der Knackwurst. Und die Knackwurst? Aus den Resten vom Leberkäs. So geht das ewig weiter: Leberkäs, Knackwurst, Leberkäs, Knackwurst..." - Simon Brenner (Josef Hader) in "Silentium"

  6. #6
    Dauerschreiber
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    Erst einmal: es gibt schon Artikel zum Thema Folter

    Durch alle Knopflöcher -Ein Blick auf die Militärkultur diesseits und jenseits des Atlantiks

    Was verteidigen wir? Demokratie und Folter im Zeichen der Postmoderne

    Und in der sueddeutschen stand heute:

    Wie dünn doch das Eis der Konsense ist. Das Folterverbot gehört zum Weltkonsens. Es ist in Art. 5 der Allgemeinen Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen von 1948 verankert, in Art. 7 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte von 1966 bekräftigt und in dem UN-Übereinkommen gegen Folter von 1984 präzisiert. Auch Kriegsgefangene dürfen nach der Genfer Konvention von 1949 nicht einer Behandlung ausgesetzt werden, die als Folter anzusehen ist. Aber immer wieder finden Staaten Anlässe und Gründe, dieses Verbot außer Acht zu lassen.

    papier
    Und du hast es selber erwähnt, auch hier wird gefoltert. Es muss Brandenburg gewesen sein wo der Leiter eines Gefängnisses deshalb versetzt wurde. Aber wegen den Amerikanern war das ja kaum in den Medien. Außerdem möchte ich nicht wissen was schon heute bei Abschiebungen an deutschen Flughäfen passiert.

    Dagegen ist John Kerry eine vielschichtigere Persönlichkeit. Wenn da einer erst ein Kriegsheld ist, und anschließend gegen den Krieg protestiert, dann ist das für den Durchschnittsamerikaner schon zu hoch.
    Der Mann ist einfach zu blass. Und hinzu kommt ja noch sein Abstimmungsverhalten. Mal dafür, mal dagegen. Nein, einfach hat er es nicht. Allerdings ist er selber Schuld. Ich glaube wenn er so etwas wie einen festen Standpunkt hätte könnte er viel eindrucksvoller Auftreten und auch bei den Meinungsumfragen punkten.

    Man stelle sich mal vor was Howard Dean jetzt gemacht hätte. Der wäre doch jeden Tag mit ´nem neunen Angriff auf den Präsidenten im Fernsehen. Pure Konfrontation und nicht dieses ständige Ausweichen wie Kerry es macht. Aber das ist jetzt zu spät. Außerdem geht es bei der Wahl für die zweite Amtszeit nicht um den Gegenkandidaten sondern den Präsidenten. IMO wird das übrigens spannend bis zum Schluss. Es kann, Floskel!!!, noch so viel passieren.

    Zum eigentlichen Thema Folter hab ich eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Empfehle aber mal die Gedanken (der gaaaanz lange Beitrag) vom Bademeister zum Thema Macht.

    Haplo: Was mich an den Folterungen am allermeisten beunruhigt ist die Tatsache, das sie von sehr weit oben in der Befehlskette angeordnet oder zumindest gebilligt wurden.
    IMO eine schwierige Frage. Ich kann mit gut vorstellen, dass ein simples, klopft sie weich, dazu geführt hat. An konkrete Anweisungen glaub ich nicht wirklich. Vielleicht ist das ja wirklich ein billige Ausrede der Täter. Denn jetzt mal ehrlich, Militär hin oder her, wer den Befehl ausführt ohne sich zu beschweren ist selber schuld. Konsequenzen hin oder her.
    "Both destiny's kisses and its dope-slaps illustrate an individual person's basic personal powerlessness over the really meaningful events in his life: i.e. almost nothing important that ever happens to you happens because you engineer it. Destiny has no beeper; destiny always leans trenchcoated out of an alley with some sort of Psst that you usually can't even hear because you're in such a rush to or from something important you've tried to engineer."

  7. #7
    DerBademeister
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    IRAQ WARS EPISODE II: CLONE OF THE ATTACK
    Ich weiss immer noch, was Du letzten Sommer getan hast.
    Und den Herbst, und den Winter, und den Frühling.

    A very short time ago in a country not so far away...

    Das Imperium, dem Rest der Galaxis ein Begriff unter dem Namen Americana Superior, steckt in der Klemme. Zwischen die in die Heimat geschickte, zunehmend desillusionierter klingende Feldpost der Klonsoldaten an der Front gesellen sich immer öfter Blechsärge, mit eben diesen Soldaten handlich verpackt. Bald sind es tausend an der Zahl. Gut mag man als Deutscher meinen, an der Ostfront verreckte jeden Tag die 20-fache Anzahl an Soldaten, und die jammern um tausend in über einem JAHR? Naja, die Zeiten haben sich eben geändert.
    Außerdem sind das ja Amerikaner, und wie wir aus Filmen wie Rambo, Predator, und We Were Soldiers ("Ich bin der erste der das Schlachtfeld betritt und der letzte der es verlässt, Männer!" - Mel Gibson im besagten Film) gelernt haben:
    Amerikaner sterben nicht!
    Hell, wenn sie schon sterben, sterben sie wenigstens heldenmäßig. Z.b. bei der Rettung einer armen von den bösen Arabern vergewaltigten Maid namens Jessica Lynch - fast wie im Märchen mit dem Drachen, der in den Zinnen der Burg eingesperrten holden Prinzessin, und der wack'ren Ritter welche zu ihrer Befreiung eilen. Wobei es ja zu Zeiten der Märchen noch kein Fernsehen, und folglich auch kein Fox News oder CNN gab, die einem mit ihren eingebetteten Journalisten das Gefühl vermittelten, dass das Ganze Realität wäre und nicht nur der erbärmliche Versuch eines Sesselfurzers im bequemen, kuschelig warmen Centcom daheim, die eigene Unfähigkeit zu kaschieren. Andererseits ist das ja schon wieder ein Jährchen her, und somit überholt. Heute hat man anderes zu tun.
    Zum Beispiel Hochzeitsgesellschaften zu beschenken, und ihnen zu einem wahrhaft "strahlenden" Tag zu verhelfen.
    Ja, sogar bei irakischen Hochzeiten vermittelt der Yankee heuer eine "Bomben"stimmung. Und das Beste: Der Abtransport der Gäste nach der Feier ist gratis, liegen tun sie auch bequem. Wer wird nicht gerne mit einer 1 Mio Dollar teuren Cruise Missile an dem Tag beschenkt, der der Glücklichste des Lebens sein sollte? Bei den belanglosen Kollateralschäden (20 Tote) überlebten ironischerweise nur zwei Menschen: Braut und Bräutigam.
    Na wenn das nicht ein Zeichen für ewige Liebe ist. Meinen Segen haben sie ja.
    Aber zurück zum großen Bruder. Der Amerikaner tanzt heute nicht nur auf einer Hochzeit, sondern gleich auf mehreren. Im Vorbeigehen kümmert er sich zum Beispiel rührend um seinen Ziehsohn Israel, welcher mal wieder nicht artig war (wie Kinder halt nun mal so sind) und die Ungeschicktheit besaß, ein dreijähriges Kind mit Kopfschuss und zwei Bauchschüssen fachmännisch zu exekutieren. Natürlich plärren und quengeln da die anderen Kinder (UNO-Vollversammlung) schon mal, aber dafür hat Uncle Sam ja sein Veto. Ein Veto in Ehren und man kann jede Resolution verwehren. Schließlich möchte auch der Israeli seinen Spaß, und will gefälligst nicht dabei gestört werden, wenn er Demonstranten für eine kleine Zielübung zwischendurch auf's Korn nimmt. Palis gibt's in Gaza eh mehr als Sand am Meer.

    Des Yankees wahre Passion ist aber die wiederentdeckte Lust am Foltern. Bisher kam nur ein elitärer Kreis aus CIA-Agenten und Guantanamo-Bewachern, sowie hin und wieder mal ein paar Soldaten in früheren Kriegen (ich verweise auf meinen anderen Thread), welche nun wirklich keine Sau mehr jucken, in den Genuss dieser neuen Beschäftigungstherapie. Aber dank Donald Rumsfeld darf sich nun auch der gemeine Feldsoldat an der Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in Abu Ghureib und anderswo beteiligen. Rumsey ist ja auch so ein Fall. Vor einem Jahr noch rumgeheult das die Iraker die Genfer Konventionen verletzen, diese gemeinen Tore, wenn sie friedliche amerikanische Besatzer entführen und "ruppig" behandeln, und dass zu einer Zeit, wo unter seinem Kommando schon selber Kräftig Daumenschrauben und Klötenröster angedreht wurden. Ist ja auch lehrreich, man lernt z.B., dass die Kombination "Faust auf's Auge" bei der Ausführung ein anderes Geräusch verursacht, als man es aus Bud Spencer und Terence Hill-Filmen kennt. Vier Fäuste für ein Geständnis - ein fairer Deal, wenn Ihr mich fragt.

    Ich zähle ja die Tage bis einer der Bösewichte in "Episode III: Die Rückkehr der Quaida Ritter" es schafft sich 'ne Dirty Bomb oder 'ne Ladung Anthrax oder VX-Gas zusammenzuschnorren (Ebay wäre auch eine Hilfe, immerhin verkauft das Pentagon seine Biolabore momentan zum Spottpreis auf dem offenen Markt&#33, und anschließend eine Schiffspassage nach New York bucht. Das wird dann auch für die Amerikaner mal ein "strahlender" Tag, und King George wird sich freuen....noch ein bischen Notstandsgesetze hier, noch ein bischen Kapitolbrand dort, und er kann sich bald zum Führer auf Lebenszeit ausrufen.

    Ach ja, die neueste Meldung des Tages möchte ich natürlich nicht unterschlagen:
    Soldaten sollen Häftling zu tödlichem Sprung gezwungen haben

    Neue Vorwürfe gegen US-Militärs im Irak: Soldaten sollen irakische Gefangene gezwungen haben, von einer Brücke zu springen. Ein Iraker soll dabei gestorben sein. Auch Amnesty International übt schwere Kritik an den USA: Der Irak-Krieg sei der schlimmste Angriff auf die Menschenrechte seit 50 Jahren.
    http://www.spiegel.de/politik/auslan...301521,00.html

    Wenn ich so einen Spaß erleben will, muss ich immer ins Erlebnisbad fahren. Und die Iraker kriegen das für umsonst. Gemein.

    Bush heute:


    Bush am Ende seiner nächsten (und bestimmt nicht letzten) Amtsperiode:


    Und du hast es selber erwähnt, auch hier wird gefoltert. Es muss Brandenburg gewesen sein wo der Leiter eines Gefängnisses deshalb versetzt wurde. Aber wegen den Amerikanern war das ja kaum in den Medien. Außerdem möchte ich nicht wissen was schon heute bei Abschiebungen an deutschen Flughäfen passiert.
    Die Leute begehen irgendwann Selbstmord. Kommt zumindest gelegentlich vor. Aber was soll's - kommt uns billger als ein Flugticket, oder? Sind ja eh Rechtlos.
    Deswegen finde ich es auch lustig dass die Aussies sich über die Behandlung ihrer zwei Hanseln in Guantanamo aufregen. Mir ist der Name Woomera noch in sehr guter Erinnerung (auch wenn der Rest ihn vermutlich vergessen hat). Da war doch mal was....Gefangenenlager....Hungerstreik....Folter.. ..lange ist's her. Für heutige Verhältnisse.

    Der Mann ist einfach zu blass. Und hinzu kommt ja noch sein Abstimmungsverhalten. Mal dafür, mal dagegen. Nein, einfach hat er es nicht. Allerdings ist er selber Schuld. Ich glaube wenn er so etwas wie einen festen Standpunkt hätte könnte er viel eindrucksvoller Auftreten und auch bei den Meinungsumfragen punkten.

    Man stelle sich mal vor was Howard Dean jetzt gemacht hätte. Der wäre doch jeden Tag mit ´nem neunen Angriff auf den Präsidenten im Fernsehen. Pure Konfrontation und nicht dieses ständige Ausweichen wie Kerry es macht. Aber das ist jetzt zu spät. Außerdem geht es bei der Wahl für die zweite Amtszeit nicht um den Gegenkandidaten sondern den Präsidenten. IMO wird das übrigens spannend bis zum Schluss. Es kann, Floskel!!!, noch so viel passieren.
    Kerry erinnert mich mit seiner Rhetorik an Edmund "Äh jo Pisa, also ich meine jo, äh, also Deutschland, ich meine Bayern, schauen Sie sich doch die Kriminalitätsstatistiken an Frau Christiansen, die bayrische Umwelt, äh, ja äh die ist sauber" Stoiber. Wobei es nicht einer gewissen Ironie entbehrt, im Gegenzug George mit Gerhard zu vergleichen (gleiches Akronym haben sie ja schon). Jedenfalls kommen beide beim einfacheren Mann besser an.

    Ja, Howard Dean.....den hätte ich auch gerne gehabt. Das wär sowas wie Christian Ströbele als Bundeskanzler. Er geht zwar vielen auf den Sack, aber ist dafür keiner dieser reichen, washingtonisierten Bonzen (und da nehmen sich Kerry und Bush nichts).

    Gott schicke George Bush eine zweite Erstick-Bretzel, die die schmutzige Arbeit erledigt. Das würde Wahlkampfgelder sparen. Außerdem wäre es mal was Neues, bisher wurden Präsidenten ja immer von durchgeknallten "Einzel"tätern wie LHO oder JWB getötet, eine Bretzel wäre doch mal was Neues. Oder lieber doch nicht? Schließlich könnte Amerika uns als Heimatland der Brezn und Herkunftsort des Führermörders ja den Krieg erklären. Siehe Afghanistan.

    Zum eigentlichen Thema Folter hab ich eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Empfehle aber mal die Gedanken (der gaaaanz lange Beitrag) vom Bademeister zum Thema Macht.
    Damit lockste doch niemanden hinter dem Ofen hervor: Nein, in Wahrheit geht es in dem Beitrag darum, wie man Frauen rumkriegt. Detailliert beschrieben! Das interessiert doch die Männerwelt, nicht so banales wie Respekt. Wie langweilig. Ich hätte es noch mit ein paar Nippelbildern garnieren wollen, aber Du weisst ja....die Taliban. Siehe mein Posting.

    IMO eine schwierige Frage. Ich kann mit gut vorstellen, dass ein simples, klopft sie weich, dazu geführt hat. An konkrete Anweisungen glaub ich nicht wirklich. Vielleicht ist das ja wirklich ein billige Ausrede der Täter. Denn jetzt mal ehrlich, Militär hin oder her, wer den Befehl ausführt ohne sich zu beschweren ist selber schuld. Konsequenzen hin oder her.
    Beim CIA sind diese Foltermethoden Standardprozedur, und wurden auch in Afghanistan bei Terroristen zur Interrogation verwendet. Neu ist lediglich, dass sie auch (siehe oben) "einfache" Soldaten verwenden (dürfen).

    Die Rechtfertigungstaktik finde ich übrigens mal wieder nett, da werden Erinnerungen wach. "Wir haben nichts gewusst. Das waren alles Einzelfälle. Das war nicht von der Führung angeordnet"
    Hermann Göring sagte auch mal was derartiges in Nürnberg, 1946. Aber das waren ja andere Zeiten, und der fette Göring hatte das Pech, zur Verliererseite zu gehören.

    Allgemein möchte ich mal die Frage in den Raum werfen:
    Wie weit meint Ihr, darf mir beim Verhör von Verdächtigen gehen? Ist es z.B. richtig und sollte es erlaubt sein, wenn ein Polizeipräsident einem mutmaßlichen Kinderschänder Folter androht, wenn er damit das Kind retten will?

    Und was die Terroristenbefragung angeht: Ist Psychotaktik gerechtfertigt? Also Schlafentzug, Verhöre, Androhung von Gewalt oder Auslieferung in Staaten wo exekutiert wird. Oder das Good Cop Bad Cop-Spiel, welches wir aus amerikanischen Cop-Filmen kennen.
    Darf man Verdächtige unter Wahrheitsdrogen setzen? Darf man ihnen Schmerzen zufügen, wenn nur dass der Weg ist um an Informationen zu gelangen, die Zuhause viele Leben retten können? Darf man Verdächtige psychisch erniedrigen (die Soldatin mit dem Iraker an der Leine, auf dem Boden rumkriechend kommt mir in den Sinn)?

    _____________________________
    edit: Brainfister hat mich gebeten, einen meiner Beiträge aus einem anderen Thread (mittlerweile zerschnippelt) hier einzufügen:

    möglicherweise is es aber auch so das das Thema Folter uns nicht direkt betrifft (noch nicht) und wir auch nichts dagegen unternehmen könnten.




    In einem Land wo das ganze Volk einem Polizeipräsidenten auf die Schultern klopft, der einem Kinderschänder Folter androht, in einem Land, wo Ausländer in Abschiebehaft sterben, in dem Polizisten Ausländern schon mal Spezialbehandlungen angedeihen lassen, halte ich so ein Thema allerdings für sehr aktuell.

    Wehret den Anfängen, wie es so schön heißt.

    Davon abgesehen nenne ich den einen Narren der meint, es betrifft UNS hier nicht, wenn unser engster Alliierter massenweise Menschen foltert. Denn das wird Konsequenzen haben, die auch auf uns zurückfallen werden.

    Auch bei uns sind die Mechanismen am Werk. Wer das nicht glaubt, soll sich mal die Forderungen der Union für das Zuwanderungsgesetz anschauen. Diese werden dazu führen, dass man (Terror)verdächtige in Haft nehmen kann - was die wohl größte Änderung in der Rechtsordnung der Bundesrepublik darstellt, in diesem Land aber seltsamerweise keine Sau zu interessieren scheint. Zumindest habe ich noch keine entsprechenden Leitartikel in unseren Meinungsmachermedien gelesen.

    Aber vielleicht schwarzmale ich ja mal wieder nur.

  8. #8
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    Schön das du mal wieder Spaß am posten hast. Leider in einer Phase, wo ich nur sporadisch vorbeischaue wegen dem ganzen post-Abi-Stress und eigentlich der Erholung von selbigem an Internet-losen Orten.

    Allgemein möchte ich mal die Frage in den Raum werfen:
    Wie weit meint Ihr, darf mir beim Verhör von Verdächtigen gehen? Ist es z.B. richtig und sollte es erlaubt sein, wenn ein Polizeipräsident einem mutmaßlichen Kinderschänder Folter androht, wenn er damit das Kind retten will?
    Ich bin strikt für die Einhaltung des Folterverbots.

    Dem sehr en vogue'n Trend der Grauzonenschaffung zwischen Recht und Folter stehe ich äußerst kritisch gegenüber. Beispiel: Das Rote Kreuz redet in seinem Bericht über Irak nicht von Folter, sondern von Misshandlung (es geht um den Bericht in der FR schätzungweise im Zeitraum 15. bis 19.5 veröffentlicht).
    Zufälligerweise konnte ich gerade einen interessanten, wenn auch Verbesserungswürdigen Text über das Thema lesen. Wenn Interesse besteht, werde ich versuchen mir eine überarbeitete Version davon zu beschaffen und zu posten, denn es wird gut zusammengefasst, warum ich gegen gewisse Dinge bin.
    Ich kann ja mal einen Satz versuchen mit eigener Meinung, obwohl es mir schwer fällt eine eigene Meinung zu artikulieren. Also: Entgegen der vorherrschenden Meinung bringt Folter nicht wirklich viele Geständnisse etc hervor. Leider erzeugt es bei den Opfern in jedem Fall gewisse Leiden (die ich wohl nicht weiter aufzählen muss, wenn doch, bitte drum bitten). Diese Leiden werden durch Grauzonen-Folter oder Folter-light oder Guantanamo-Verhörmethoden nicht verhindert, sondern treten auch dort bei den Opfern auf. Eine Grauzone zwischen Folter und Recht ist daher strikt abzulehnen.
    I mean, after all; you have to consider we're only made out of dust. That's admittedly not much to go on and we shouldn't forget that. But even considering, I mean it's a sort of bad beginning, we're not doing too bad. So I personally have faith that even in this lousy situation we're faced with we can make it. You get me?

  9. #9
    Kleiner SpacePub-Besucher
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    "Ein bißchen Folter gibt es nicht!"

    Ich kann mich leider nicht mehr daran erinnern, wo ich diesen Satz gelesen habe. Entweder war es in der "Zeit" oder bei amnesty international.

    Dieser Satz faßt meine Meinung kurz und bündig zusammen. Ich bin für eine absolut strikte Einhaltung des Folterverbots. Wer will denn die Grenzziehung einer "Grauzone" rechtfertigen? Wann ist Folter oder Folterandrohung gerechtfertigt? Bei einem geplanten Anschlag, der 50 Menschen das Leben kosten wird? Oder bei 20? Oder vielleicht doch schon bei 10? Warum nicht bei einem einzigen Opfer? Ist Folterandrohung nur bei einem entführten Kind gerechtfertigt oder auch bei einem entführten Erwachsenen?

    Ich halte die Schaffung einer "Folter-Grauzone" für absolut erschreckend. Auch in meinem Freundes- und Kollegenkreis halten viele Folter/-androhung wie im Fall des entführten Bankierssohn für gerechtfertigt. Das geht schon nach dem Motto "ein/e aufrechte/r Mutter/Vater muß das zur Rettung des Kindes gutheißen" und man wird gern als seelenloses Monster hingestellt, wenn man ein "abstraktes Rechtsgut" wie die Menschenrechte für Täter höher stellt als das Leben eines Kindes. Aber ich bin der festen Überzeugung, daß es bei der Folter nur ein klares Nein geben kann.

    Wer ein "bißchen Folter" akzeptieren kann, wird auch die Einschränkung seiner eigenen Freiheiten akzeptieren. Vielleicht kommt man ja auch selber mal in Verdacht. Schließlich sind unsere amerikanischen Freunde mitunter ja nicht mal in der Lage kleine 5-jährige Engländer, die nach USA fliegen wollen, von "verdächtigen Personen" zu unterscheiden.

    Ich vermisse auch den Aufschrei im Land, wenn Politiker von "Vorbeuge-Haft" von bis zu 2 Jahren (!!!!!&#33 sprechen. Wo leben wir eigentlich??? Hallo, aufgewacht!!! Hier geht es nicht nur um Ausländer (und das ist ja wohl schon übel genug), hier geht es auch um uns!!! Wer terrorismusverdächtige Ausländer in Vorbeugehaft nehmen will, wird dies auch irgendwann mit Bundesbürgern tun! Aber hier bedient man zuallererst mal die weit verbreitete Xenophobie (= Angst vor Fremden) im Land. Da kann man sich immer nur noch an einem Trost festhalten: Das Bundesverfassungsgericht reibt sich vermutlich bereits die Hände.

    Mich widert es zutiefst an, wie Politiker mit unseren Ängsten spielen und uns manipulieren. Bei Otto Schily bekomme ich schon seit Sept. 2001 Angst, daß er Günther Beckstein (CSU) rechts überholen wird (dabei ist rechts überholen doch verboten&#33. Ich finde es unglaublich, wie "der Kampf gegen den Terrorismus" dazu benutzt wird, unsere persönlichen Freiheiten einzuschränken und Menschenrechte aufzuweichen.
    Nur weil Du unter Verfolgungswahn leidest, mußt Du nicht glauben, daß sie nicht hinter Dir her sind.

  10. #10
    Dauerschreiber
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    Sternenfee: Ich halte die Schaffung einer "Folter-Grauzone" für absolut erschreckend. Auch in meinem Freundes- und Kollegenkreis halten viele Folter/-androhung wie im Fall des entführten Bankierssohn für gerechtfertigt.
    Ich warte ja noch immer dass jemand in Deutschland mit so etwas hier ankommt:

    In Italien sollen Polizisten bei einmaliger Gewaltanwendung in Verhören straffrei ausgehen

    Eine von der rechtsextremen Lega Nord ins Parlament eingebrachte Gesetzesänderung des Folterparagrafen wurde in erste Lesung von der Mehrheit gebilligt

    Folter und Misshandlungen sind nicht auf kriegsführende Länder beschränkt, wenn es um die Erpressung von Informationen oder Geständnissen oder um Rache geht. Wenn es um Terroristen geht, neigen nicht nur britische und amerikanische Geheimdienstmitarbeiter oder Militärs zu groben Mitteln und zum menschenrechtlichen Ausnahmezustand. In vielen Ländern sind Folter und Misshandlungen von Gefangenen an der Tagesordnung, auch in europäischen kommt sie vor, wie beispielsweise jüngst in Deutschland ( Misshandlungen in deutschem Gefängnis. Und in Italien ist nun eine Abgeordnete der Lega Nord noch weiter gegangen und hat im Parlament eine Gesetzesveränderung eingereicht, die nur mehrmaliges Foltern verbieten würde. In der ersten Lesung wurde das Gesetz mehrheitlich angenommen.

    […]
    pasta
    Aber wir sind ja schon auf dem Weg dahin:

    Fußfesseln statt Sicherungshaft

    Führende Unions-Politiker haben für den Kampf gegen gefährliche Islamisten schärfere Überwachungsmöglichkeiten gefordert. Statt eine Sicherungshaft sollen nun elektronische Fußfesseln im Zuwanderungsgesetz verankert werden.

    Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) und sein niedersächsischer Kollege Uwe Schünemann (CDU) verlangen die Einführung von elektronischen Fußfesseln für radikale Islamisten. CDU-Vize Jürgen Rüttgers sprach sich für eine Bundespolizei und einen einheitlichen Verfassungsschutz aus.

    Beckstein und Schünemann kündigten nach Angaben des Nachrichtenmagazins Spiegel an, die Union werde bei den Zuwanderungsverhand- lungen unter Umständen auf ihre Forderung nach einer Sicherungshaft verzichten, sollte Rot-Grün die Möglichkeit elektronischer Fußfesseln akzeptieren.

    idioten
    Mich widert es zutiefst an, wie Politiker mit unseren Ängsten spielen und uns manipulieren. Bei Otto Schily bekomme ich schon seit Sept. 2001 Angst, daß er Günther Beckstein (CSU) rechts überholen wird (dabei ist rechts überholen doch verboten&#33. Ich finde es unglaublich, wie "der Kampf gegen den Terrorismus" dazu benutzt wird, unsere persönlichen Freiheiten einzuschränken und Menschenrechte aufzuweichen.
    Ausländer werden wohl irgendwie eine Bedrohung für das deutsche Vaterland sein. Man stelle sich mal vor wozu der Herr Kaplan in der Lage wäre wenn er … er könnte sicherlich was Schlimmes tun. Ihm ist es ja gelungen der Polizei zu entkommen. Aber wahrscheinlich soll das alles uns nicht schützen. Es sind die Sicherheitsbehörden die beschützt werden müssen. Noch mal so etwas wie Kaplan und ein paar Beamte könnten versetzt werden.

    Ja, das ist alles höchst unappetitlich.
    "Both destiny's kisses and its dope-slaps illustrate an individual person's basic personal powerlessness over the really meaningful events in his life: i.e. almost nothing important that ever happens to you happens because you engineer it. Destiny has no beeper; destiny always leans trenchcoated out of an alley with some sort of Psst that you usually can't even hear because you're in such a rush to or from something important you've tried to engineer."

  11. #11
    DerBademeister
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    Pentagon-Gutachten gesteht Bush Folterbefehl zu

    Eine neu aufgetauchte Studie aus dem US-Verteidigungsministerium belastet die Regierung. Laut "Wall Street Journal" enthält es Hinweise, wie amerikanische Gesetze und internationale Standards gegen die Folter umgangen werden können. Demzufolge ist Präsident Bush nicht an Gesetze und Verträge zum Verbot von Folter gebunden.
    http://www.spiegel.de/politik/auslan...303108,00.html

    Jeder Nazijurist hätte seine Freude am Eifer seiner amerikanischen Gesinnungskollegen.
    So steht zu hoffen, dass der Yankee in Zukunft überall fröhlich (und v.a. rechtmäßig) foltern darf, und nicht nur am Arsch der Welt (Guantanamo).

    Damals in Sozialkunde lernten wir den Unterschied zwischen "Formellem Recht" und "materiellem Recht". Die Nürnberger Rassengesetze fallen zum Beispiel unter Formelles Recht. Formelles Recht bedeutet, dass Gesetze lediglich einen Papierwert haben (in dem Fall: Du darfst Juden diskriminieren), jedoch keinen moralischen/ethischen, welcher auf Grundvorstellungen von Recht und Gerechtigkeit basiert (Gleichheit, Anti-Diskriminierung, Grund- und Menschenrechte). Letzteres sind materielle Rechte. Ein Recht das Beispielsweise gegen Menschenrechte wie das Recht auf körperliche Unversehrtheit verstößt, ist folglich formelles Recht.
    Recht, wie es dem Nazi-Rechtsverständnis entsprach.

    Oder eben dem unserer amerikanischen Freunde. Der Illegale Kombatanten-Status ist ein formelles, nicht jedoch materielles Recht. Menschen zu foltern verstößt in JEDEM Fall gegen mehrere Grund- und Menschenrechte, und ist somit immer formelles Recht.

  12. #12
    Dauerschreiber
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    Igitt, war aber irgendwie zu erwarten das irgendwer ´nen Weg findet Folter per Gesetz zu rechtfertigen. Schließlich beruhigt so etwas das Gewissen ungemein.

    Interessant find ich ja folgendes, fast wie Sepias Meinung, bloß das was von Prof. unten dran steht:

    Folter ist ein Selbstzweck

    Aussagen von Gefolterten sind gefährlich. Gegen Terror genügen die alten Waffen

    von Wolfgang Sofsky

    Die Folter ist kein Tabu. Vielerorts wird sie praktiziert, öffentlich wird ihre Berechtigung debattiert. Ein Verbot zu beschwören, installiert noch kein Tabu. Denn Tabus gelten stets unbefragt. Die Appelle der Entrüstung verkünden lediglich ein rechtliches Dogma. Dass ein einstmals gesetztes Prinzip wie die Achtung der Menschenwürde als "abwägungsfest" oder "unverbrüchlich" ausgegeben wird, enthebt nicht von der Notwendigkeit seiner Begründung.

    Die deutsche Folterdebatte zeichnet sich nicht gerade durch Klarheit und Substanz aus. Pathetische Gesten ersetzen Argumente, Selbstgerechtigkeit überdeckt Ignoranz. Was die Tortur anlangt, haben Deutschland und Europa nicht den geringsten Vorsprung vor anderen Nationen. Sich auf einer höheren Treppenstufe der Zivilisation zu wähnen ist Hochmut und Heuchelei. Fast jede Nation der EU kennt die Folter aus seiner jüngsten Geschichte: Frankreich in Algerien, Belgien im Kongo, Großbritannien in Nordirland; Spanien, Portugal und Griechenland unter der faschistischen Diktatur, Polen und Ungarn unter der kommunistischen Parteiherrschaft. In Deutschland währte die Zeit der Folter bis in die achtziger Jahre - in den Gefängnissen der DDR. Seit Jahren unterhält die Bundesrepublik, die sich als Hüterin der Menschenrechte geriert, freundschaftliche Beziehungen zu den Folterregimen in Ägypten, Tunesien, Russland, China oder der Türkei.

    Ein Rechtsgrundsatz schützt nicht vor politischen oder ethischen Dilemmata. Die hypothetische Frage, ob es gerechtfertigt sei, einem Massenmörder Gewalt anzutun, um rechtzeitig Anschlagspläne zu erfahren und so das Leben Hunderter zu retten, wird als juristische Rabulistik verdammt. Lebensrettung rechtfertige keinen Rechtsbruch, die "Würde" des Massenmörders rangiere vor dem Schutz der Opfer und der nationalen Sicherheit. Offenkundig würde das Grundrecht in diesem Fall keine Gerechtigkeit garantieren. Denn der Staat hat nicht nur die Würde, sondern vor allem das Leben seiner Bürger zu schützen. Tatschuld stünde so gegen vielfache Unterlassungsschuld. Im realen Notfall zöge jede Dezision einen fundamentalen Rechtsbruch nach sich.

    Die Behauptung, die Tortur verletze die Menschenwürde, ist allerdings die Untertreibung dieses Jahres. Als ließen es Folterknechte nur an der Achtung der menschlichen Würde fehlen. In Wahrheit zerstört die Tortur die Essenz des Menschen. Sie eliminiert das Handeln und zerschlägt die Person durch Schmerz, Angst und Verlassenheit. Das Opfer ist ganz in der Hand des Täters, ist dessen Willkür, Wut, Spiellust und Vernichtungswillen ausgeliefert. Die Gewalt verwandelt die Person in ein zuckendes Stück Fleisch. Sie ruiniert den Menschen als ganzen, seinen Körper, seine Sprache, seine Seele, seinen Geist. Anders als die Marter ist die Tortur keine Technik des Tötens, sondern des andauernden Sterbens. Für den Geschundenen endet ein Teil seines Lebens. Auch wenn er die Tortur überlebt, ist die Wunde nicht mehr zu heilen.

    Entgegen einer weithin verbreiteten Ansicht dient die Folter nicht zur Erpressung von Geständnissen oder Informationen. Was immer offiziell als Zweck ausgegeben wird, die Tortur ist kein Werkzeug des Verhörs. Vielmehr dient das Verhör als Mittel der Tortur. Denn die Pein soll das Opfer nicht zum Reden, sondern zum Schweigen bringen. Mit der Moderne hat sich die Folter vom Auftrag der Wahrheitsfindung emanzipiert. Sie erprobt physische Reaktionen, ruft den Schmerz hervor und bringt den Gepeinigten zum Schreien. Sein Inneres wird nach außen gekehrt, seine Sprache im Schmerz erstickt. Daher ist die Folter keine Methode der Straf- oder Gesinnungsjustiz. Die Präparation eines Gefangenen für eine Befragung ist meist nur ein Vorwand für Quälereien, die um ihrer selbst willen exekutiert werden.

    Der Schmerz ist der Wahrheit abträglich. Aussagen von Gefolterten sind gefährlich und irreführend. Inhaftierte Mitglieder konspirativer Gruppen wissen nur wenig und können daher kaum etwas verraten. Einige Menschen, die etwas wissen, ertragen die Pein und sagen nichts. Die allermeisten indes kapitulieren. Sie lügen und gestehen Taten, die sie nicht begangen haben, beschuldigen Unschuldige und erfinden Verbrechen, die gar nicht geplant sind. Um der Qual zu entkommen, sagt der Gefolterte alles, was er sagen soll, ob es stimmt oder nicht. So bringt die Tortur Unschuldige ins Verderben und rettet die Schuldigen, welche dem Schmerz widerstehen.

    Zwar gelten auch im neuen Terrorkrieg noch die alten Konventionen des Staatenkriegs. Aber der Krieg ist kein Duell vor neutralem Tribunal. Er ist ein Instrument der Macht. Über den Sieg entscheidet nicht das Recht, sondern die Gewalt. Der Sieg gehört nicht dem Gerechten, sondern dem Stärkeren. Nicht Werte verschaffen Überlegenheit, sondern Feuerkraft, Disziplin und Kampfgeist. Die Moral jedoch nimmt Schaden, wenn der Sinn für Gerechtigkeit schwindet und Grausamkeiten ungesühnt bleiben. Gegen Terrorkrieger und Massenmörder genügen die altbewährten Geheimtaktiken des Krieges vollauf: List und Tarnung, Infiltration und Prävention, Aufklärung und Überfall.

    Wolfgang Sofsky, Professor für Soziologie, lebt als Privatgelehrter in Göttingen. In seinen Büchern "Die Ordnung des Terrors" oder "Traktat über die Gewalt" hat er sich mit der Anthropologie der Gewalt beschäftigt.

    ende
    Irgendwie hab ich ja wirklich das Gefühl das man mit Moral bei dem Thema nichts erreichen wird. Schließlich meinen die einen man müsse die Menscheit vor den Gefolterten beschützen, die anderen das man die Welt vor den Folterern schützen muss. Beide Seiten kann man, wenn man denn will, irgendwie verstehen. Da kommt das Argument Folter ist nicht effektiv gerade richtig. Bloß hören wird auf so etwas wohl niemand.
    "Both destiny's kisses and its dope-slaps illustrate an individual person's basic personal powerlessness over the really meaningful events in his life: i.e. almost nothing important that ever happens to you happens because you engineer it. Destiny has no beeper; destiny always leans trenchcoated out of an alley with some sort of Psst that you usually can't even hear because you're in such a rush to or from something important you've tried to engineer."

  13. #13
    Dauerschreiber
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    Standard

    Na ja, jetzt wo Reagan tot ist da ist das Thema wohl durch. Fast so wie hier und das mit den folternden Schülern. Aus den Augen aus dem Sinn. Witzig ist ja das sowohl Soldaten als auch die Kids ein paar Monate Haft bekommen und unehrenhaft aus dem Dienst entlassen werden.

    Zum Schluss noch was passendes vom allmorgendlichen Frühstückstisch:

    der lange text

    Folter und Frühstücksbrötchen

    […]

    Leute (und zwar ganz gleich welcher Herkunft, Klasse, Schicht oder welchen Bildungsgrads) sind absolut zufrieden damit, in regelmäßigen Abständen von der Existenz so genannter sadistischer Schweine, perverser Folterknechte oder einfach menschlichen Abschaums unterrichtet zu werden, die Bilder "entsetzt" aufzusaugen, um dann ebenso regelmäßig festzustellen, wie unbegreiflich das alles sei. Um ausrufen zu können: "Wie können zivilisierte Menschen so etwas tun!" Das ist wohl der Sinn der ritualisierten Veranstaltung. Und: "Wenn das nicht bald aufhört, schmeckt mir das Frühstücksbrötchen nicht mehr."

    Es hört dann auch bald auf (in der Zeitung zu stehen), und das Frühstücksbrötchen schmeckt wieder. Oder es schmeckt auch nicht, wegen des Benzinpreises, der Steuer oder einer anderen Regierungstortur. Langsam neige ich zur Ansicht, dass das Weltengebräu an monströser Gräuelscheiße entscheidend mit dazugehört, dass das Geschäft mit den Frühstücksbrötchen weiterläuft.

    Die Menschen hier sind Weißmehlkannibalen, sie wollen nicht aufgeklärt sein, sie wollen ein Blatt zwischen sich und der Welt, das sicherstellt, dass die in einem Bagdader oder texanischen oder argentinischen, chilenischen, kambodschanischen, chinesischen oder iranischen Knast abgehauenen Körperteile oder die entblößten Körperhaufen fremdländischer Nacktmenschen in irgendeiner Weise gerade auf ihrem Teller landen. Dafür haben wir schließlich einen Staat, dafür zahlen wir Steuern, dafür füttern wir eine Polizei durch.

    Dafür finanzieren wir unsere Lieblingsjournalisten, dass sie uns nur alle fünf Jahre mit den Folterdetails vor die Augen kommen. Christina von Braun fühlte sich in einer Radiodiskussion über Abu Ghraib an archaische Opferrituale erinnert. Mit dem überraschten Aufschrei über die Gequälten reinigt man alle fünf Jahre seine gepeinigte Seele und trägt, anstelle der Beute und der Teilnahme am Opfermahl, die Fotosouvenirs davon.

    Ebendeshalb gibt es in der Schule nicht die Unterrichtseinheit "Das Gelächter des Folterers. Alles über das ,Hi Mom, this is fun'-Lächeln der Lynndie England". Und kein Human Rights Watcher sieht durch die Einwegscheibe im Kosovo.

    auszug
    "Both destiny's kisses and its dope-slaps illustrate an individual person's basic personal powerlessness over the really meaningful events in his life: i.e. almost nothing important that ever happens to you happens because you engineer it. Destiny has no beeper; destiny always leans trenchcoated out of an alley with some sort of Psst that you usually can't even hear because you're in such a rush to or from something important you've tried to engineer."

  14. #14
    DerBademeister
    Gast

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    ABU GHUREIB

    General soll extreme Verhörtaktiken gebilligt haben

    Neue Dokumente belasten die US-Armeeführung. Laut "Washington Post" hat der Oberkommandierende der Streitkräfte im Irak einen Katalog verschärfter Verhörmethoden selbst gebilligt.
    http://www.spiegel.de/politik/auslan...303951,00.html

    Zu Losers Beitrag fällt mir ein passendes Zitat ein: "Der Tod eines Mannes ist eine Tragödie, der Tod von Millionen nur eine Statistik."

    Während also Ronny seit 5 Tagen durch die USA geschippert wird, verhungern gerade im Sudan mehrere hunderttausend Menschen. Selbst wenn man sofort dort alle nötige Hilfe hinschickt werden dort laut Schätzungen immer noch 300.000 Menschen sterben. Aber das ist auch nicht zu erwarten, da die UNO von den benötigten 250 Mio Dollar von den Geberländern nur die Hälfte zusammen hat.

  15. #15
    DerBademeister
    Gast

    Standard

    Neue Nachrichten aus Zimmer 102:

    TERRORABWEHR

    USA wegen geheimer Gefängnisse in der Kritik

    Irak, Jordanien, Pakistan: Vor allem in Ländern mit zweifelhaften rechtsstaatlichen Strukturen betreiben die USA streng geheime Gefängnisse für Terrorverdächtige. Zu diesem Ergebnis kommt die Menschenrechtsorganisation Human Rights First in ihrem jüngsten Bericht.
    http://www.spiegel.de/politik/auslan...304639,00.html

    US-KRIEGSGEFANGENE

    Rumsfeld befahl heimliche Inhaftierung

    Neuer Skandal im Umgang mit Gefangenen der US-Armee im Irak: Das Pentagon hat eingeräumt, einen Terrorverdächtigen acht Monate lang heimlich festgehalten zu haben. Verteidigungsminister Rumsfeld hatte die geheime Inhaftierung auf Drängen von CIA-Chef Tenet persönlich angeordnet.
    http://www.spiegel.de/politik/auslan...304596,00.html

  16. #16
    DerBademeister
    Gast

    Standard

    MISSGLÜCKTE VORWÄRTSVERTEIDIGUNG

    Bush in der Folterfalle

    Mit der Veröffentlichung neuer Dokumente über die Methoden des US-Militärs im Kampf gegen den Terrorismus wollte das Weiße Haus beweisen, dass Präsident Bush niemals Folter befohlen hat. Kollateralschaden der Veröffentlichung: Es kam heraus, das sein Verteidigungsminister zeitweise brutale Verhörmethoden genehmigte.
    http://www.spiegel.de/politik/auslan...305421,00.html

    Ich bin ja mal gespannt, wie Kerry das ab nächstem Jahr handhaben wird mit Guantanamo, den illegalen Kombattanten, Folter, und den Patriot Act-Gesetzen.

  17. #17
    DerBademeister
    Gast

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    Und es wird kräftig weitergefoltert.
    Anders als bei bösen brutalen Filmen wie Fahrenheit 9/11 von Michael Moore, kennt der freundliche Amerikaner hier natürlich keine Altersbegrenzung.

    IRAK

    Über 100 Kinder inhaftiert - Bericht über Misshandlungen durch US-Soldaten

    Mehr als 100 Kinder sind nach Informationen des Internationalen Roten Kreuzes in irakischen Gefängnissen inhaftiert, darunter auch in berüchtigten Knast Abu Ghreib. Wie das TV-Magazin "Report" berichtet, soll es auch zu Misshandlungen von Kindern und Jugendlichen durch Koalitionstruppen gekommen sein.
    http://www.spiegel.de/politik/auslan...307200,00.html

    Interessant:
    "Kinder, die in Basra und Kerbala wegen angeblich gegen die Besatzungsmächte gerichteter Aktivitäten festgenommen worden waren, wurden Berichten zufolge routinemäßig in eine Internierungseinrichtung in Umm Kasr überstellt"
    Einem anderen Bericht den ich vor einiger Zeit mal gelesen habe, reicht dafür schon das Beschmieren von Hauswänden mit Grafiti aus.

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