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Thema: Rechtschreibung

  1. #1
    Dauerschreiber
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    Moin!

    Rechtschreibung (Groß-/Kleinschreibung, Zeichensetzung, Satzbau(?)) - haltet Ihr das für wichtig? Unterstützt sie das Verständnis des geschriebenen Wortes, oder ist sie für Euch nurmehr ein Hindernis bei der Niederschrift ?

    Ihr mögt mich für einen Pedanten halten, aber das Forum wäre nicht gerade "förderlich" beim Erlernen der deutschen Rechtschreibung (wobei nicht einmal zwischen neuer und alter unterscheiden will - darin bin ich auch nicht allzu firm).

    Für so manchen Teilnehmer scheint zu gelten: Die Benutzung von Kommata ist optional oder allenfalls nur über den Inhalt begründet, Großschreibung völlig irrelevant. Teils liegt es daran, daß man so schreibt, wie man im Alltag spricht (Halbsätze, lautmalerische Gebilde u.ä.), wo die Rechtschreibregeln wirklich schwierig anzuwenden sind, teils ist es einigen Schreibern offenbar egal, wie sie schreiben, solange nur das, was sie schreiben, inhaltlich gehaltvoll ist ("Content counts!").

    Ein Text, der korrekt geschrieben wurde, wird durch eben diese Korrektheit noch weiter strukturiert, diese Struktur wiederum erhöht die Lesbarkeit, eine erhöhte Lesbarkeit bedeutet i.A. eine erhöhte Verständlichkeit. Bleibt Ihr beim Lesen der Texte denn nicht an Rechtschreibfehlern hängen, ermüdet es Euch nicht, überlange Sätze lesen zu müssen, bei denen der Autor es nicht für nötig befunden hat, diese durch entsprechende Kommata zu gliedern, sodaß z.T. das Verständnis erschwert oder sogar verfälscht wird?

    Natürlich: Weder schreibe ich perfekt, noch sind die Regeln der deutschen Rechtschreibung perfekt; sie sind im Gegenteil manchmal uneindeutig und unverständlich. Auch kann die Rechtschreibung nur in einem bestimmten Maße den Inhalt unterstützen bzw. an ihm ausgerichtet sein.

    Ich will hier weniger Partei ergreifen für die alte oder die neue deutsche Rechtschreibung, sondern würde eher auf eine Benutzung einer einheitlichen Rechtschreibung durch den einzelnen Forumsteilnehmer "pochen" (wobei mir keiner kommen mit der Behauptung kommen soll, er hätte sich just für dieses Forum seine eigenen Rechtschreibregeln zugelegt oder entworfen).

    Im Zweifelsfalle würde ich (wenn keine Rechtschreibhilfe griffbereit ist) eine andere Formulierung wählen, wenn dadurch die Korrektheit gewährt ist; wenn man sich die Zeit dafür nimmt, seine Gedanken niederzuschreiben, sollte auch Zeit dafür sein, sie korrekt niederzuschreiben. Andere werden das sicherlich als Eingriff in ihre künstlerische Freiheit ansehen.

    Ich hoffe, Ihr konntet meinen Ausführungen folgen, also Inhalt und Form hinreichend sind. Ich bin gespannt auf Eure Antworten (und wenn es nur die korrigierte Fassung dieses Textes ist).


    Mit freundlichen Grüßen
    Lars

  2. #2
    Tastaturquäler Avatar von DRD Pike
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    Es kommt drauf an.
    (Ist immer eine gute Antwort, aber keine Sorge, ich erläuter das noch kurz.)

    Ich möchte diese Frage dann gleich mal etwas erweitern, nämlich nicht nur auf Internet-Foren sondern auf Internet allgemein.
    Da sehe ich nämlich verschiedene Ebenen:

    1. Ebene: "Info-"Websites. Hier halte ich eine korrekte Grammatik, Interpunktion und Rechtschreibung für absolut erforderlich. Alles andere ist unprofessionell und einfach nur peinlich. Wenn ich z.B. auf irgendeiner Website in einer Newsmeldung in jedem Satz die absurdesten und vor allen Dingen unnötigsten Fehler lese, dann tut das nicht nur weh, es wirft auch die Frage auf, ob bei der Recherche dieser Newsmeldung genauso schlampig vorgegangen wurde, wie bei der Formulierung.
    Zum Thema neue Rechtschreibung vs. alte Rechtschreibung: Hier gehört eindeutig die neue hin, denn auch wenn sie nicht gerade beliebt ist und ich persönlich mich auch hin und wieder damit recht schwer tue, ist es nun mal die offizielle Rechtschreibung des deutschen Sprachraumes.

    2. Ebene: Foren wie dieses hier. Hier sehe ich das nicht ganz so eng. Neue Rechtschreibung oder alte, im Prinzip egal. Solange zumindest ein klein wenig Rechtschreibung existiert. Auch ein Mindestmaß an Interpunktion halte ich für notwendig. Kürzere Kommentare können schonmal etwas freier gestaltet werden, auch irgendwelche Halbsätze oder Abkürzungen usw. enthalten. Ich schreibe selber gerne hin und wieder einfach nur frei nach Schnauze. Und auch dieser Text ist weit davon entfernt, absolut korrekt im Sinne unseres lieben Dudens zu sein. Das muss IMO (böse Internet-Abkürzung) auch nicht sein.
    Aber zumindest in längeren Texten, in denen verschiedene Standpunkte oder Ideen dargelegt werden, machen eben eine weitestgehend korrekte Interpunktion, Grammatik und Rechstchreibung das Verständnis erheblich leichter. Das gilt auch für Groß-/Kleinschreibung. Texte, die durchgehend kleingeschrieben sind, sind meist ein klein wenig schwieriger zu lesen. Aber das ist eher eine Detailfrage.
    Ich bin allerdings nicht dafür, hier irgendwelche Regeln o.ä. einzuführen oder plötzlich an jedem Beitrag erstmal die Fehler aufzuzeigen, bevor man antwortet (überspitzt ausgedrückt). Wie gesagt, ganz so eng seh ich das auch nicht. Es sollte schon jedem selber überlassen werden, wie er schreiben möchte. Ich verstehe hinter einem einigermaßen verständlich formulierten und abgefassten Text allerdings den Wunsch des Autors, seinen Standpunkt so gut wie möglich darzulegen und den Lesern das Lesen zu erleichtern. Also im Prinzip eine Kulanz-Sache im eigenen Interesse.

    3. Ebene: Chat - schreiben wie einem grade der Kopf steht, hauptsache es ist noch einigermaßen verständlich. Oft auch abhängig von der Thematik und von der Situation.
    Bunt ist das Dasein und granatenstark.

  3. #3
    Plaudertasche Avatar von Haplo
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    Rechtschreibung (Groß-/Kleinschreibung, Zeichensetzung, Satzbau(?)) - haltet Ihr das für wichtig? Unterstützt sie das Verständnis des geschriebenen Wortes, oder ist sie für Euch nurmehr ein Hindernis bei der Niederschrift ?
    Im Forum bemühe ich mich meine Posts möglichst korrekt zu schreiben, d.h., dass ich normalerweise meinen Post, vor oder kurz nach der Veröffentlichung, nochmal durchlese. Allerdings habe ich weder Zeit noch Lust hier einen "Deutsch-Aufsatz" zu schreiben. (Übrigens schreibt man "Ihr" [s. Quote] in diesem Fall klein .

    Im Chat ist mir die deutsche Rechtschreibung völlig egal!

  4. #4
    Dauerschreiber
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    @DRD_Pike
    Offenbar wurde ich mißverstanden (trotz aller orthographischen Korrektheit):

    Ich hatte die Frage nach der Bedeutung und dem Sinn von Rechtschreibung im Allgemeinen gestellt, und nicht nur auf Foren im Internet oder das Internet insgesamt bezogen. Mir ist diese Frage allerdings beim Lesen einiger Beiträge hier im Forum in den Sinn gekommen.

    Ich habe auch nicht vor, im Forum eine Rechtschreibung für verbindlich zu erklären (dann müsste jedoch - Deiner Logik folgend -, da wir uns hier im deutschen Sprachraum befinden, die reformierte Rechtschreibung benutzt werden; das Forum ist zwar nicht offiziell, aber zumindest doch öffentlich), geschweige denn, hier jedem Benutzer die Fehler vorzuzählen.
    Irren ist menschlich. Doch dachte ich bislang, daß dies auch für das Streben nach Perfektion gilt, und sei es nur in orthographischer Hinsicht.

    Mich würde interessieren, was Du unter "kürzeren Kommentaren" und "längeren Texten" verstehst, insbesondere in diesem Zusammenhang unter kurz und lang. Warum sollten die kürzeren Kommentare nicht der Rechtschreibung unterliegen? Da sie so kurz sind, sollte es doch um so einfacher sein, sie korrekt zu verfassen? Ich bin übrigens nicht gegen Halbsätze oder Interjektionen, nur finde ich es schwierig, diese mit einer korrekten Interpunktion zu versehen.

    Es sollte schon jedem selber überlassen werden, wie er schreiben möchte. Ich verstehe hinter einem einigermaßen verständlich formulierten und abgefassten Text allerdings den Wunsch des Autors, seinen Standpunkt so gut wie möglich darzulegen und den Lesern das Lesen zu erleichtern. Also im Prinzip eine Kulanz-Sache.
    Das ist unbestritten, aber diese "Kulanz" wird hier doch mehr als weidlich ausgenutzt; es spielt keine Rolle, ob man nun kurze Beiträge oder ausführliche Erläuterungen (z.B. von unseren großen Diskutanten) betrachtet. Wenn man den Wunsch, seinen Standpunkt so gut wie möglich darzulegen, an der verständlichen Formulierung des Text messen kann (und dazu gehört für mich auch die Rechtschreibung), dann geht es in meinen Augen für viele nicht um die Darlegung, sondern um das schlichte Dagegenhalten, so wenig Zeit wird offenbar auf das äußere Erscheinungsbild des Textes gelegt.

    @Haplo
    Da ich meinen Beitrag als eine Art von Brief verstehe und in manchen Dinge an der alten Rechtschreibung hänge, schreibe ich das Anredepronomen in diesem Fall groß. Gegenbemerkung: Nach Lust (u.a.) fehlt ein Komma.
    Aber genug des orthographischen Ping-Pong-Spiels, denn so etwas wollte ich nun gerade nicht hervorrufen. Ich verlange auch keinen Aufsatz, aber wer in den grundlegenden Regeln der Rechtschreibung bewandert ist, dem wird auffallen müssen, daß hier sich offenbar nur wenige darum scheren; eingetippt und weggeschickt - das scheint hier das Motto zu sein. Selbstkontrolle, so wie Du sie vornimmst, ist für viele anscheinend ein Fremdwort.

    In puncto Chat bin ich durchaus Deiner Meinung: Hier ist Schnelligkeit gefragt, nicht stundenlanges Nachgrübeln; der Chat ist die Internet-Abbildung des Gesprächs auf der Straße. Da wird nicht druckreif gesprochen, daher können im Chat ähnliche Regeln gelten bzw. Ansprüche niedriger geschraubt werden; ansonsten würde man aufgrund des Zeitverlusts die hohe Interaktivität verlieren.

    @all
    Was mich interessieren würde: Haben einige Leute schon immer so geschrieben - Legastheniker natürlich ausgeschlossen? Sind sie mit dem Schreibstil, den sie hier an den Tag legen, auch in der Schule durchgekommen bzw. kommen momentan damit durch? Ist die Rechtschreibung für diese Leute wirklich so schwer, oder sind sie nur zu faul, um besser zu kontrollieren? Warum?

  5. #5
    Dauerschreiber Avatar von Whyme
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    Ich finde Rechtschreibung schon wichtig. Immerhin geht es darum verstanden zu werden und dazu ist die erste Ebene, dass man korrekt schreibt. Das verstehen des Inhalts soll nicht daran scheitern, dass man den Satz sprachlich schon nicht versteht. Das gilt auch für den Chat.

    Regeln braucht man dafür sicherlich nicht. Ich denke auch, dass jemand, der nicht in der Lage ist, ansatzweise sprachlich verständliche Sätze zu produzieren, sich über kurz oder lang selber disqualifizieren wird (sofern nicht eine Störung wie z.B. Legasthenie vorliegt.), einfach weil die Leute die Beiträge nicht mehr lesen.

    Leider scheint es im Internet die Unsitte zu geben, die Interpunktion zu vernachlässigen und auch noch alles klein zu schreiben. Mich persönlich kotzt das ziemlich an und ich finde diese Entwicklung auch recht bedenklich. In der Welt außerhalb des Internet zählt Rechtschreibung noch was und viele der Leute, die meinen dank des Internet sei eine korrekte Schreibweise egal, werden da ziemlich auflaufen.

    Whyme
    I used to think it was awfull that life was so unfair. Then I thought wouldn't it be much worse if life were fair and all the terrible things that happen to us came because we deserve them? So now I take great comfort in the general hostility and unfairness of the universe.

  6. #6
    Tastaturquäler Avatar von DRD Pike
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    @Lars:
    Ok, falsch verstanden.
    Dann nochmal von vorne.

    Ja, auch ich finde Rechtschreibung wichtig. Das "Ausmaß der Korrektheit" ist allerdings situationsbedingt. Mein Diplomarbeit muss z.B. hundertprozentig korrekt sein. Und das nicht nur, weil es von der Prüfungsordnung her und von den Professoren so verlangt wird, nein, das mache ich auch freiwillig so, denn es ist eine wissenschaftliche Arbeit.
    Hier im Forum würde ich aber z.B. nicht auf die Idee kommen so eine Interpunktionsfeinheit wie ein Semikolon zu verwenden, oder bei einer Quellenangabe einen Vollbeleg auszupacken. Auch schmeiße ich hier neue und alte Rechtschreibung wild durcheinander und verzichte schonmal zwecks schnelleren Tippens auf das "ß" und schreibe einfach "ss". Ich halte es auch für notwendig, sich seinen Text vor dem Abschicken nochmal durchzulesen. Aber den totalen Perfektionismus erwarte ich hier nicht. Ich würde auch nicht auf die Idee kommen, einen Forumsbeitrag vor dem Abschicken durch die Rechtschreibprüfung einer Textverabeitungsanwendung zu jagen.
    Beispiel E-Mail: Wenn ich im Job irgendjemandem eine Email schreibe oder bei einer Bewerbung mit einem zukünftigen Arbeitgeber kommuniziere, dann ist auch alles tiptop. Wenn ich nur mal schnell einem Freund eine Verabredung bestätige oder meinem Bruder mit irgendwas auf die Nerven falle oder so, dann verzichte ich schonmal auf die Groß/Kleinschreibung oder auf die Subjekt-Prädikat-Objekt-Satzstruktur und schreibe einfach so wie ich rede.

    Mich würde interessieren, was Du unter "kürzeren Kommentaren" und "längeren Texten" verstehst, insbesondere in diesem Zusammenhang unter kurz und lang. Warum sollten die kürzeren Kommentare nicht der Rechtschreibung unterliegen? Da sie so kurz sind, sollte es doch um so einfacher sein, sie korrekt zu verfassen? Ich bin übrigens nicht gegen Halbsätze oder Interjektionen, nur finde ich es schwierig, diese mit einer korrekten Interpunktion zu versehen.
    "kurz" und "lang" war wohl die falsche Wortwahl. Ein "kurzer" Beitrag wäre z.B. ein "Hallo willkommen im Forum" im Vorstellungsgespräch oder die Beantwortung einer Quizfrage etc. Ein "langer" Beitrag in diesem Sinne wäre alles, was in gewisser Form eine Aussage enthalten soll. Sei es eine Diskussion oder ein Review oder ein Bericht.
    Ich meine auch nicht, dass man in besagten "kurzen" Beiträgen plötzlich alle Hemmungen fallen lassen kann und mit Buchstaben wild um sich schmeisst. Nur ist es mir da schnurzepiepegal, ob dort in Halbsätzen gesprochen wird oder auf Groß-/Kleinschreibung verzichtet wird.
    (Steht "schnurzepiepegal" eigentlich im Duden? Ein klein wenig Kreativität im Umgang mit Worten finden ich für ein Diskussionsforum schon angebracht. Macht das ganze nur interessanter.)

    Das ist unbestritten, aber diese "Kulanz" wird hier doch mehr als weidlich ausgenutzt; es spielt keine Rolle, ob man nun kurze Beiträge oder ausführliche Erläuterungen (z.B. von unseren großen Diskutanten) betrachtet. Wenn man den Wunsch, seinen Standpunkt so gut wie möglich darzulegen, an der verständlichen Formulierung des Text messen kann (und dazu gehört für mich auch die Rechtschreibung), dann geht es in meinen Augen für viele nicht um die Darlegung, sondern um das schlichte Dagegenhalten, so wenig Zeit wird offenbar auf das äußere Erscheinungsbild des Textes gelegt.
    Sicher. Da sind wir uns wohl einig. Nur wie willst du diese Leute dazu bringen, diese Kulanz an den Tag zu legen? Regeln wollen wir ja offensichtlich beide nicht. Darüber hinaus behaupte ich jetzt mal ganz dreist, dass das nicht bei allen lediglich Faulheit ist. Einigen würde ich durchaus den von dir bereits angesprochenen Drang nach "künstlerischer Freiheit" unterstellen.
    Man könnte solche Beiträge auch einfach ignorieren. Halte ich aber für übertrieben, wie Haplo schon sagte, wir schreiben hier keine Deutsch-Aufsätze. Darüber hinaus finde ich die Rechtschreibung in diesem Forum mehrheitlich gar nicht so tragisch. Sicher, ich bemerke beim Lesen auch (fast) jeden Fehler, aber sie stören mich jetzt nicht übermäßig. Da haben wir hier in früheren Zeiten/ Inkarnationen schon weitaus Schlimmeres erlebt.
    Wie gesagt, die Zehnägel kräuseln sich bei mir nur, wenn ich sowas in Artikeln oder Newsmeldungen etc. auf Info-Seiten lese. Hier finde ich es nicht weiter tragisch, denn i.d.R. versteht man hier problemlos, was der andere sagen möchte.

    Ich verstehe durchaus, worauf du hinaus willst. Ist es Faulheit, Respektlosigkeit vor den Lesern, schiere Unwissenheit oder doch was ganz anderes, das die Leute dazu bringt, seltsame Satz-, Wort- und Textkonstrukte in den Forumsalltag zu schmeißen?
    Aber bei dem konkreten Fall "Forum" kann man es IMO (wieder diese Abkürzung) mit der Korrektheit auch übertreiben. Daher auch mein "Kommt drauf an" und "es ist situationsbedingt" weiter oben.
    Bunt ist das Dasein und granatenstark.

  7. #7
    DerBademeister
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    Ich persönlich ziehe das Kleinschreiben von Brainfister jederzeit einem mit Smileys vollgepackten Text vor. Und ich kann den Sinn von Smileys nachvollziehen, insoweit dass sie Gestik, Mimik und Tonlage "ersetzen" sollen, die beim geschriebenen Wort z.B. bei Stilfiguren wie Sarkasmus oder Ironie nicht eingesetzt werden können - was mitunter zu Missverständnissen führt.
    Manch einer, liebevoll von mir in die Gruppe der "Kiddies" (und diese ist nicht am Alter, sondern am Verhalten festzumachen) eingeordnet, scheint es allerdings als seinen Lebensauftrag zu verstehen, möglichst viele Smileys in möglichst wenig Text zu komprimieren. Selbiger mutiert dann zu einem gelb leuchtenden Weihnachtsbaum. Hierbei macht sich der Verfasser meist nur selber lächerlich. Da wäre es durchaus zu begrüßen, wenn einige Zeitgenossen diese "Stilmittel" sparsamer einsetzen, nämlich dort, wo sie wirklich notwendig sind.
    Man könnte daher sagen, dass ich die "Substance over Style"-Philosophie vertrete - der Inhalt ist wichtiger als die Präsentation.

    Nichts desto trotz ist kommt auch der Präsentation, wie schon von meinen Vorpostern dargelegt, einige Wichtigkeit zu. Es ist ein Zeichen von Höflichkeit und Respekt für sein Gegenüber, wenn man seine geistigen Werke orthographisch so zugänglich wie möglich macht. Korrekte Interpunktion, sinnvolle Absätze (Sinnabschnitte), Überschriften, Zusammenfassungen/Fazit, Fett oder kursiv Gedrucktes sind die Mittel um dies zu erreichen.
    Wie und in welchem Detailgrad diese eingesetzt werden, obliegt aber alleine dem Autoren. Ich lese beispielsweise alle meine Beiträge mindestens 1x Korrektur, aber bei einem Fünfseitigen Beitrag wie im MännerFrauenMacht-Thema klicke ich nicht bei jedem fehlenden Komma was mir nachträglich auffällt auf "Edit", da ich keine Stunde darin investiere den Text perfekt zu gestalten. Auf einem anderen Medium (z.B. Hausarbeit, Diplomarbeit) verhält es sich natürlich anders, dort muss so ein Text so präsentabel wie nur möglich aussehen.

    Bei sehr langen Texten ist auch das Problem, dass hier in diesem Schreibfenster die Übersicht total flöten geht. Dieses Fenster hat nämlich die Standardgröße von 20 Zeilen x 75 Buchstaben. Ich kenne das von meinen eigenen Foren, und habe sie dort immer deutlich herauf gesetzt. Wenn man Beispielsweise 30 Zeilen x 100 Buchstaben hat (und das funktioniert immer noch mit allen Bildschirmauflösungen), passt doppelt soviel Text in das Fenster - also auch doppelt soviel Übersicht.
    Dies obläge allerdings Ghettomaster in den Foreneinstellung entsprechend zu ändern.

  8. #8
    Mittlerer SpacePub-Besucher
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    Zum letztgenannten Problem verweise man doch auf die Vorschau-Schaltfläche (Tod den Anglizismen ... ). Grundsätzlich habe ich den Eindruck, dass alles, was im Internet so passiert, eben nur einen rasanten, flüchtigen Sinn hat. Dementsprechend wird kaum korrigiert. Dass beim Tippen Fehler passieren, ist keinem übel zu nehmen. Dass man den Satz manchmal in völliger Zusammenhanglosigkeit zu dessen Beginn beendet, ist mir auch nicht fremd. Aber all dem kann man entgegen wirken, wenn man die vorhin erwähnte Vorschau-Funktion als fixen Bestandteil des Posting-Workflows (ok, doch nicht allen ... ) einbezieht.

    Aus alledem kann man erkennen (hoffe ich), dass mir auch ein wenig an Rechtschreibung und Grammatik liegt. Früher fand ich es selbst ganz lustig, bekannte Wörter in einen neuen Kontext zu setzen; Spielereien wie "Mehl" statt "Mail" und ähnliches. Allerdings hat die Verwendung von Kürzeln und anderen Vergewaltigungen der deutschen Sprache so zugenommen, dass man sich eigentlich schon wieder gepflegt und regelkonform ausdrücken muss, um sich von der Masse abzuheben.

    Dennoch bin ich meistens recht nachsichtig, wenn es um Forenpostings geht. Bis auf wenige Stilblüten lasse ich mich eigentlich nicht darauf herab, mich mit der Orthographie eines Beitrages anstatt seiner Substanz auseinander zu setzen. Was ich viel schlimmer finde, ist die Namensgebung, in der sich so mancher nur allzu gerne an Leetspeak bedient. Ich glaube jedoch, dass auch diese anfangs lustige Schreibweise inzwischen ihren Zenith überschritten hat.

    <span style='font-size:8pt;line-height:100%'>CharNode - Off this World </span>

  9. #9
    Dauerschreiber
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    Nachdem Ihr nun alle der Meinung seid, daß Rechtschreibung wichtig ist, aber dennoch ein Auge bei den anderen Teilnehmern zudrückt (wohl aus dem Grund, daß man diese Leute doch nicht ändern kann), stellt sich mir die Frage, wie das "rechte Schreiben" denn funktioniert:

    Ich habe bislang gedacht, daß man beim Schreiben die Regeln der Rechtschreibung parat hat und seine Worte dementsprechend schreibt und seine Sätze interpunktiert. Beim Schreiben passieren natürlich Fehler (insbesondere beim Tippen), da man parallel aber den bereits geschriebenen Text liest und (ein wenig Sorgfalt vorausgesetzt) den vollendeten Text noch ein zweites Mal durchliest (auch wenn natürlich Übersichtsprobleme bei zu kleinen Eingabefenstern entstehen), sollte man aufgrund seines Wissens doch die meisten Fehler beheben können.

    Offenbar verhält es sich aber anders: Es werden die nur die Worte zu Papier/auf den Bildschirm gebracht (und auch das nicht immer richtig), die eigene Satzstruktur (Hauptsatz/Nebensatz u.ä) nicht erkannt, die Interpunktion nur flüchtig hinzugefügt. Wie sonst ist es zu erklären, daß Signalwörter im Text wie Relativpronomen, erweiterte Infinitive u.ä. einfach beim Lesen "überfahren" werden, ohne daß man sich an die dann greifenden Interpunktionsregeln erinnert und danach handelt? Hat man als Schreibender nicht schon ein paar Worte im Kopf, bevor man sie schreibt? Oder tippen diese Personen schneller, als sie denken? Entstehen die meisten Beiträge quasi erst "in den Fingern"?

  10. #10
    Tastaturruinierer Avatar von Ghettomaster
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    Bei mir häufen sich in diesem Bereich mehrere Probleme an:

    1. Ich bin schon gut 5 Jahre aus der Schule (Hauptschule) raus. Da lässt das Gespür für grammatikalische Korrektheit etwas nach.

    2. Ich habe die neue deutsche Rechtschreibung an sich nie wirklich gelernt.

    3. Ich bin weder im RL noch im Internet oder beruflich (für was gibts Lektoren ) darauf angewiesen 100%ig korrekt zu schreiben. Gerade in E-Mails ist es den meisten sowieso egal ob neue oder alte Rechtschreibung, oder ob das Komma richtig sitzt.

    4. Ich bin Schwabe, manchmal stellt schon das reine hochdeutsch für mich eine unüberwindbare Hürde dar, denn ihr wißt ja: "Hochdeutsch ist ein Dialekt, den kein anständiger Schwabe in den Mund nimmt."

    5. Ich denke schneller als ich tippe, und ich denke auch nicht ewig lange über einen Satz nach sondern schreibe einfach, das bedeutet das ich mich manchmal selber wundere was ich da für ein Satzkonstrukt fabriziert habe. Zumindest weiß ich jetzt wie das Beamtendeutsch zustande kommt.


    Mir persönlich ist es egal wie mein Gegenüber schreibt, solang ich es halbwegs entziffern kann. Klar, wenn jemand durchgehend klein schreibt ist das dem Satzverständniss nicht wirklich zuträglich, auch wenn Punkt und Komma völlig fehlen wirds problematisch. Allerdings hat so eine Schreibweise den Vorteil das man sich mit dem Text beschäftigen muß um ihn zu verstehen und nicht einfach gschwind drüberlesen kann.
    Ihr seht also, hat alles zwei Seiten....


    CU
    Ghettomaster
    Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger.

  11. #11
    Dauerschreiber
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    @Ghettomaster

    1) Aber Du schreibst doch weiterhin. Bleibt dann nicht das Erlernte in ständiger Übung?

    2) Heißt das, Du hast zuerst die alte Rechtschreibung gelernt, aber dann während der Schulzeit auf die neue wechseln müssen, was misslang? Oder hast Du nur die neue gelernt, was auch nicht so recht klappen wollte?
    Mir ist egal, welche Rechtschreibung jemand beherrscht, nur irgendeine der offiziellen sollte es schon sein.

    3) Du hast Deinen eigenen Lektor?
    Wie kommst Du darauf, daß man in E-Mails keinen Wert auf Rechtschreibung legt? Weil Dir das noch niemand mitgeteilt hat?

    4) Du bist Schwabe? - Du bist entschuldigt. Aber willst Du nicht irgendwann einmal irgend eine richtige Sprache lernen?

    5) BEAMTENDEUTSCH? ICH?


    Zu Deiner Abschlussbemerkung:
    Was hast Du gegen einen Text, der formal korrekt geschrieben ist, sodaß man sich ausschließlich dem Inhalt widmen kann, ohne daß man immer wieder über (zumindest mich) störende Fehler "stolpert"? Mich würde ein unbekannter Text eher abstoßen, eher zum Überfliegen verleiten, wenn er fehlerhaft geschrieben ist? Warum auch sich auch noch um formale Fehler in einem Text kümmern müssen, wenn das inhaltliche Verständnis schon nicht unproblematisch ist?

    P.S.: Ich habe hier absichtlich keine Emoticons in den Text gesetzt, um die humorvollen Passagen in meinem Text zu kennzeichnen. Schließlich sind die Leute früher auch ohne die Bildchen im Text ausgekommen ...

  12. #12
    Tastaturruinierer Avatar von Ghettomaster
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    Originally posted by Lars@09.06.2004, 12:51
    1) Aber Du schreibst doch weiterhin. Bleibt dann nicht das Erlernte in ständiger Übung?

    2) Heißt das, Du hast zuerst die alte Rechtschreibung gelernt, aber dann während der Schulzeit auf die neue wechseln müssen, was misslang? Oder hast Du nur die neue gelernt, was auch nicht so recht klappen wollte?
    Mir ist egal, welche Rechtschreibung jemand beherrscht, nur irgendeine der offiziellen sollte es schon sein.

    3) Du hast Deinen eigenen Lektor?
    Wie kommst Du darauf, daß man in E-Mails keinen Wert auf Rechtschreibung legt? Weil Dir das noch niemand mitgeteilt hat?

    4) Du bist Schwabe? - Du bist entschuldigt. Aber willst Du nicht irgendwann einmal irgend eine richtige Sprache lernen?

    5) BEAMTENDEUTSCH? ICH?
    1. Schon, aber es ist keiner mehr da der einen korrigiert wenn man etwas falsch geschrieben oder ein Satzzeichen falsch gesetzt hat.

    2. Ich hab die neue Rechtschreibung gar nicht gelernt, zumindest nicht auf schulischer Basis. Alles was ich über die neue deutsche Rechtschreibung weiß stammt im Grunde genommen aus dem Internet. Bei uns ist firmenintern die alte Rechtschreibung die richtige Rechtschreibung, von daher bestand auch nie Bedarf das ich meine Zeit für derartiges verschwende. Du würdest dich übrigens wundern von wie vielen Firmen und Organisationen die neue deutsche Rechtschreibung abgelehnt wird, die FAZ ist da das beste Beispiel.

    3. Wenn ich beruflich einen repräsentativen Text tippsel schaut da immer ein Lektor drüber, mir würde auf Anhieb auch keine Presseagentur einfallen bei der das anders ist. Ich habe im übrigen nicht gesagt das niemand Wert auf korrekte Rechtschreibung in Mails legt, ich habe nur gesagt das es keine Rolle spielt ob alte oder neue Rechtschreibung und das sich niemand aufregt wenn man mal ein Komma vergisst.

    4. Du weißt doch wie das ist: "Wir können alles. Außer Hochdeutsch." Ansonsten sind die meisten eh nur neidisch auf unsere Sprachkultur, wir sind zumindest nicht so einfallslos wie die ganzen nativ hochdeutsch sprechenden Regionen

    5. Nicht du, ich.


    CU
    Ghettomaster
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  13. #13
    Dauerschreiber
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    1) Das sollte man am Ende seiner schulischen Laufbahn ja eigentlich auch weitestgehend selbständig können. Wozu wird einem sonst die Rechtschreibung beigebracht? Oder berufst Du Dich auch auf Dein "Recht", übermäßig viele Rechenfehler zu machen, weil Dich jetzt keiner mehr kontrolliert?

    3) Daß man in einem zu veröffentlichenden, beruflich produzierten Text nicht nur der eigenen Rechtschreibfähigkeit vertraut, versteht sich von selbst. Und Presseagenturen leben vom geschriebenen Wort, da darf man sich keine formalen Fehler erlauben. Oder würdest in diesem Umfeld Dein Argument vorbringen (ich formuliere es jetzt einmal um), da ein fehlerhaft geschriebener Text die Aufmerksamkeit des Lesers anspornt, sind fehlerhafte Nachrichten zu verfassen, um uns so unserer Leserschaft zu vergewissern?

    4) Gibt es eine nativ hochdeutsch sprechende Bevölkerung einer Region? Hat nicht jede Region ihren Dialekt?
    Ich habe im Übrigen einen schwäbischen Bekannten, und ich bin kein bißchen neidisch.

    5) Du schreibst in/auf Beamtendeutsch? Das wäre mir aufgefallen.

  14. #14
    Tastaturruinierer Avatar von Ghettomaster
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    Originally posted by Lars@09.06.2004, 14:36
    1) Das sollte man am Ende seiner schulischen Laufbahn ja eigentlich auch weitestgehend selbständig können. Wozu wird einem sonst die Rechtschreibung beigebracht? Oder berufst Du Dich auch auf Dein "Recht", übermäßig viele Rechenfehler zu machen, weil Dich jetzt keiner mehr kontrolliert?

    3) Daß man in einem zu veröffentlichenden, beruflich produzierten Text nicht nur der eigenen Rechtschreibfähigkeit vertraut, versteht sich von selbst. Und Presseagenturen leben vom geschriebenen Wort, da darf man sich keine formalen Fehler erlauben. Oder würdest in diesem Umfeld Dein Argument vorbringen (ich formuliere es jetzt einmal um), da ein fehlerhaft geschriebener Text die Aufmerksamkeit des Lesers anspornt, sind fehlerhafte Nachrichten zu verfassen, um uns so unserer Leserschaft zu vergewissern?

    4) Gibt es eine nativ hochdeutsch sprechende Bevölkerung einer Region? Hat nicht jede Region ihren Dialekt?
    Ich habe im Übrigen einen schwäbischen Bekannten, und ich bin kein bißchen neidisch.

    5) Du schreibst in/auf Beamtendeutsch? Das wäre mir aufgefallen.
    1. Man merkt du bist kein Hauptschüler. Ziel ist es dort nicht dir eine 100% korrekte Rechtschreibung angedeien zu lassen (was bei rund 5h Deutsch pro Woche auch kaum möglich ist), sondern dir nur so viel beizubringen das du dich einigermaßen artikulieren kannst ohne allzuviele Fehler zu machen. Auf keinem Fall ist es vergleichbar mit Realschule oder Gymnasium. Und spätestens als ich meinen jetzigen Beruf angefangen hatte wurde mir klar das ich bzgl. Grammatik noch die ein oder andere Bildungskluft hatte.

    3. Wir unterscheiden hier zwischen professionellen Texten und Beiträgen in einem Forum. Im übrigen war mein Hinweis auch eher theoretischer Natur, ich hab das halt bei mir mal so festgestellt.

    4. "Region" war vielleicht von mir falsch gewählt, ich meinte damit die Bevölkerungsgruppe die keinerlei Dialekt mehr spricht weil er ihnen gar nicht mehr beigebracht wird.

    5. Haben hier zumindest mal ein paar behauptet.


    CU
    Ghettomaster
    Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger.

  15. #15
    DerBademeister
    Gast

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    4. "Region" war vielleicht von mir falsch gewählt, ich meinte damit die Bevölkerungsgruppe die keinerlei Dialekt mehr spricht weil er ihnen gar nicht mehr beigebracht wird.
    Solche Bevölkerungsgruppen existieren nicht. Ich spreche auch Hochdeutsch, trotzdem lässt sich erkennen wo ich herkomme, auch ohne dass ich im tiefsten boarisch daherrede.

    Die Polizei hat eine eigene Abteilung, welche sich nur mit Dialekten beschäftigt. So kann die Polizei z.B. anhand von Erpresseranrufen mittels der Sprache des Erpressers die Person bis auf eine Region in Landkreisgröße (&#33 eingrenzen.

  16. #16
    Plaudertasche Avatar von Sky
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    Nun gut, äußere ich mich mal dazu, auch wenn das Thema von meinem Erzfeind – dem Unterforenverfechter Lars eröffnet wurde. *hier gehört jetzt wohl doch ein Zwinkersmilie hin oder?*
    Ich lese ehrlich gesagt auch lieber die rechtschreiblich korrekteren Postings, in denen zumindest die Groß- und Kleinschreibung beachtet wird.
    Selbst bemühe ich mich auch um eine gute Rechtschreibung, auch wenn ich weiß, dass ich alles andere als perfekt bin.
    Aber zu meiner Entschuldigung sei gesagt, dass die Schulzeit noch weiter hinter mir liegt, als Ghetto’s und ich mich schon damals nicht perfekt ausgekannt habe, auch wenn ich niemals schlecht war.
    Guter Durchschnitt halt wie ich finde und zumindest für das Forum ausreichend.
    Bei offiziellen und wichtigen Briefen, Dokumenten, Mails ect. setze ich höhere Maßstäbe und kontrolliere doppelt, wenn nicht dreifach und lasse kontrollieren, wenn ich unsicher bin.
    Es ist schon wichtig, auf ein gewisses Maß an richtigem Ausdruck und der richtigen Punktsetzung, Groß- und Kleinschreibung zu achten, jedoch ist ein Forum wie dieses hier sicher nicht der richtige Ort, um eine Rechtschreibreform einzuführen.
    Wie ihr schon gesagt habt – der Ort, an dem geschrieben wird oder der Anlass bestimmt die Schreibweise.
    Niemand, der hier alles rigoros kleinschreibt, wird dies auch z.B. in einem Bewerbungsschreiben tun.

    Nun hoffe ich mich nicht mit völlig falschem Ausdruck ect. in diesem Post blamiert zu haben.

    "Zwei Monologe, die sich gegenseitig immer und immer wieder störend unterbrechen, nennt man eine Diskussion."
    ~ Charles Tschopp

  17. #17
    Flinker Finger
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    nun muss ich mich doch auch mal melden
    ich schreibe in meinem leben so gut wie garnicht. die einzigen schriftlichen hinterlassenschafften von mir sind forenbeiträge, kleine private emails und notizzettel. für 2. und 3. ist mir jegliche schreibweise sowas von wurst, da sie für mich direkt oder einen guten bekannten bestimmt sind der einfach wissen will um was es geht und sich auch nicht die zeit nimmt den text genauer zu studieren und sich wegen eventueller syntax fehler aufzuregen.
    in den forenbeiträgen bemühe(&#33 ich mich die worte korrekt zu schreiben um die lesbarkeit zu erhöhen. jedoch muss ich sagen mich hat die deutsche rechtschreibung auch früher noch nie groß interessiert, daher fehten mir bei einigen wörtern die korrekten schreibweisen. früher hatte ich das problem das ich in einem kurzen text 5 verschiedene schreibweisen für ein wort gefunden habe, manchmal passiert das auch heute noch, wenn auch in abgeschwächter form. das liegt wohl daran das ich nicht groß nachdenke wie ich es schreibe, mir geht es darum was ich schreibe und das ich meine gedanken zu potte bringe. da meine gedanken, sofern sie nicht grade eine blockade haben, schnell dahin fliegen habe, komme ich mit dem schreiben kaum hinterher ohne ins stocken zu kommen. schon die häufigen buchstabendreher (cih = ich) bringen mich aus meinem tackt.
    ich geb es zu manchmal tut es mir für die leser auch leid das ich alles klein schreibe, jedoch würde ich sonst nie einen text zustande bringen, da ich nie im leben fertig würde bei jedem wort zu überlegen ob man es jetzt groß schreibt oder nicht. ohne überlegen würde ich nur ein paar worte bei denen es mir zufällig gerade in den sinn kommt groß schreiben und mit sagen wir mal 5 großbuchstaben in dem gesamten bisherigen text wäre doch wohl auf niemandem gedient.
    zur komma setzung: meine lehrerin in der 8. klasse sagte mir ich solle keine kommas setzen da ich dann weniger fehler fabrizieren würde. das hab ich mir größtenteils zu herzen genommen und so setze ich nun weniger kommas wie früher. ich versuche sie einfach an die jeweiligen enden eines gedankenganges zu setzen.
    &quot;Logbuch des Käptns, es regnet schon den ganzen Tag und Niemand mag mich&quot;

    &quot;Logbuch des Käptns, ich habe mein Toupet verloren und mein Hüfthalter bringt mich um, die neuen Pomps passen auch nicht zur Uniform, was für ein Leben.&quot;

    Mystery Science Theater 3000

  18. #18
    Dauerschreiber Avatar von mukenukem
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    Ich denke, daß Rechtschreibung wichtig ist und man (gerade im beruflichen Bereich) damit umgehen können sollte. Viel meiner Arbeit erledige ich am Computer, und auch bei der elektronischen Korrespondenz ist ein gewisses Auftreten wichtig.

    Die Rechtschreibreform halte ich für unsinnig und unnötig (außer daß sich ein paar Verlage ne goldene Nase verdient haben, bringt es doch nicht wirklich was). Generationen hatten mit der "alten" Rechtschreibung kein Problem, warum sollte man was ändern (nur weil die Jugend permanent verdummt und nur mehr Erkan-und-Stefan-Proll-Slang spricht und die "normale" Rechtschreibug nicht schnallt) ?

    Ich muß auch zugeben, daß manche Texte mich zum Schmunzeln bringen. Wobei ich in Foren nicht wirklich drauf Wert lege, daß alles paßt, und mir es eigentlich egal ist, was und wie jemand schreibt. Aber wenn ich mir z.B. diverse Angebote bei Ebay ansehe (und auch von Profis), kommt mir das Grauen. Oder Bewerbungen. Darin finde ich es absolut notwendig, auf korrekte Schreibweise zu achten.

    Wie schon erwähnt, ich finde es erschütternd, was heutzutage die Kids lernen (oder besser nicht lernen). Und traurig.
    "In this house we obey the laws of Thermodynamics !" - Homer Jay Simpson

  19. #19
    Wühlmaus Avatar von Nager
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    Originally posted by DRD_Pike
    Steht "schnurzepiepegal" eigentlich im Duden?
    Wennschonhin (bzw. wenn schon hin) hiesse äh hieße es bzw. würde es heissen äh heißen: "schnurzpiepegal" bzw. nach neuer Rechtschreibung vielleicht auch "schnurz piep egal", oder "schnurz-piep egal"?

    Dank der Rechtschreibreform ist Orthographie heute beliebig und fast schon Stilfrage. In der Hinsicht nähern wir uns langsam wieder Luther&#39;s Zeiten, in denen Rechtschreibung noch etwas höchst individuelles war.
    Ich persönlich gebe mir heute wieder wesentlich mehr Mühe mit der Rechtschreibung als noch vor 2, 3 Jahren. Damals hatte die Bequemlichkeit stets Vorrang. So habe ich bewusst Substantive im Satz kleingeschrieben, weil es mir zu mühsam war, immer wieder die Shift-Taste bemühen zu müssen. Außerdem sah ich nicht ein, dass wir Deutschen unbedingt Substantive groß schreiben müssen, während so ziemlich alle anderen Sprachen das nicht nötig haben. Dem Textverständnis schadet das IMO nicht wirklich. Außerdem war das "ß" für mich gestorben - es wurde grundsätzlich durch Doppel-"s" ersetzt. In den allermeisten Fällen ergab sich der Wort-Sinn aus dem Kontext. Das "ß" hielt ich sowieso für überflüssig und hätte es gern gesehen, wenn es durch die Rechtschreibreform konsequent statt nur halbherzig wegrationalisiert worden wäre.

    Heute bemühe ich mich wie gesagt wieder mehr darum, möglichst "richtig" zu schreiben. Wobei ich einen ziemlichen Mischmasch aus alter und neuer Rechtschreibung pflege, weil ich mich mit manchen Änderungen, gerade was Getrenntschreibung (getrennt Schreibung?) und Eindeutschung von Wörtern angeht, einfach nicht anfreunden kann und bei anderen Änderungen nicht durchsehe...

    Rechtschreibung ist für mich beim Lesen im Forum bei weitem nicht das Wichtigste, solange die Mängel die Lesbarkeit nicht zu sehr beeinträchtigen und wirklich ins Auge stechen. Ansonsten habe ich eine recht gute eingebaute Auto-Korrektur. Wichtiger ist mir, dass ein Text gut strukturiert ist. Und noch wichtiger ist mir, wie der Text selbst geschrieben ist.

    Übertrieben-aufgesetztes bildungspusseliges Gehabe ist meiner bescheidenen Meinung nach noch ein gutes Stückchen rücksichtsloser gegenüber Lesern, als der von Bademeister beanstandete Smilie-Overkill mancher. Ein bewusst mit möglichst vielen Fremdwörtern und abgehobenen Monster-Formulierungen vollgestopfter Text kann das Lesen mehr erschweren als Mängel bei Rechtschreibung und Textstrukturierung - und darüber hinaus "einfacher strukturierten Zeitgenossen" dauerhaft die Lust zum Antworten und Mitdiskutieren nehmen - was dazu führen kann, dass die "Argumentations-Elite" nur noch sich selbst zum spielen hat. Ein in diesem Board nicht gerade selten zu beobachtendes Phänomen.

    Da heiße ich in einer lebendigen Diskussion jederzeit die von Bademeister überheblich-liebevoll "Kiddies" genannten Smilie-Verbrecher willkommen, die durch lockere herzliche auch mal in wenig Text gefasste Postings dem ganzen das "angestrengte" und "bemühte" nehmen&#33;

    Ist euch übrigens aufgefallen, dass wir diese Art Forenposter in letzter Zeit konsequent vergrault haben?

    Also: Mal ein bisschen mehr Toleranz an den Tag legen. Und dafür mit gutem orthographisch einwandfreien Beispiel ohne Überheblichkeit vorangehen. Denn am Besten vermittelt sich ein "Rechtschreibgefühl" doch durch das Lesen, was bei vielen Zeitgenossen offenbar immer mehr zu Kurz kommt.

    Ich weise bei der Gelegenheit übrigens noch mal darauf hin, dass man im Board gar nicht mehr als 10 Smilies pro Posting verwenden darf - das reicht höchstens zur Dekoration eines Tannenzweiges, Herr Bademeister.

    Zum Schluss noch ein netter Artikel zur Rechtschreibreform auf Spiegel.de: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/...,306567,00.html

  20. #20
    DerBademeister
    Gast

    Standard

    Übertrieben-aufgesetztes :bounce: bildungspusseliges Gehabe ist meiner bescheidenen Meinung :o nach noch ein gutes Stückchen rücksichtsloser gegenüber Lesern, als der von Bademeister beanstandete Smilie-Overkill mancher. Ein bewusst mit möglichst vielen Fremdwörtern und abgehobenen :bounce: Monster-Formulierungen vollgestopfter Text kann das Lesen mehr erschweren als Mängel bei :bounce: Rechtschreibung und Textstrukturierung - und darüber hinaus "einfacher strukturierten Zeitgenossen" dauerhaft die Lust zum Antworten und :P Mitdiskutieren nehmen - was dazu führen kann, dass die "Argumentations-Elite" nur noch :o sich selbst zum spielen hat. Ein in diesem :bounce: Board nicht gerade selten zu beobachtendes Phänomen. :bounce:

    -----

    Tannenzweig?
    I wo&#33;

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