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Thema: Mond

  1. #1
    kleines pelziges Wesen Avatar von Squirrel
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    Mond

    Grau in grau erstreckten sich endlose Ebenen, die von Rissen und kleinen Kratern durchzogen waren. Staubschlieren wehten träge über den Boden. Seufzend wandte er seinen Blick von der zerkratzten Sichtluke ab, um auf die Uhr zu schauen. Der Versorgungstransport ist jetzt seit fast sieben Stunden überfällig, dachte er. Er murmelte:“Komm schon...melde dich endlich...bitte mich, die verdammte Versorgungsluke zu entriegeln...“ Er verharrte reglos, lauschte atemlos in die Leere..eine Minute, zwei, eine halbe Stunde. Danach sprang er abrupt auf, begann in der kleinen Station auf- und abzugehen.
    Was dachten die auf der Erde sich eigentlich? Ihn alleine in dieser farblosen Wüste sitzenzulassen! Er hasste den ewig grauen Staub, die grauen Wände, den grauen Nahrungsmatsch aus der Tube. Gereizt schmetterte er die Faust gegen die Sichtluke und schrie:“Los, laß dich endlich blicken, oder soll ich hier verrecken!?“
    Er verabscheute sein verzerrtes Spiegelbild in der Sichtluke, das so grau geworden war wie der Mond selbst. Dieser verfluchte Mond hatte ihn gefressen, ihn verdaut und wieder ausgeschissen, dieser öde Klumpen Dreck, der von Wölfen angewinselt wurde, die so grau waren wie er selbst.
    Mehr noch – der Mond hatte seinem Leben die Farben gestohlen; Er saß in einem grauen Gefängnis, nein in einem Sarg, umschlossen von Kälte und Leere und Dunkelheit. Durch die Sichtluke wirkten selbst die Sterne grau. Sie schienen ihn höhnisch anzugrinsen. Er ballte die Fäuste so wütend, daß sich seine Fingernägel schmerzhaft in die Handflächen gruben.Der Schmerz fühlte sich gut an...lebendig...bunt!
    Kichernd öffnete er seine Fäuste und betrachtete die Verletzungen. Tiefes Rot quoll aus seiner grauen Haut hervor. Rot, oh herrliches, süßes Rot! Triumphierend lachte er auf und riss seine Hände empor. „Siehst du das, Gevatter Mond? Ich habe mir die Farbe zurückgeholt, die du mir genommen, habe sie mir aus meinem verdammten grauen Fleisch gerissen!“
    Wild sprang er auf und schrie:“Du hast den Versorger verschlungen, wie du auch mich gefressen hast, jetzt wird's mir klar! Dämon, du hast das Schiff zu grauem Staub zerblasen! Aber mich wirst du nicht bezwingen; Ich werde alles mit meinem Rot durchtränken!“
    Er fuhr sich mit den Nägeln durch die Wangen und schrie und lachte in Schmerz und irrem Jubel.

    „Wir haben seine Sprache entschlüsselt.“
    „Offenbar glaubt es, sich auf einem Mond zu befinden.“
    „Und es scheint auf etwas zu warten.“
    „Außerdem hat es von 'Farben' gesprochen.“
    „Wir wissen nicht, was das ist.“
    „Vielleicht hat das mit seinen Sinnesorganen zu tun.“
    „Möglicherweise kann es damit Lichtwellen wahrnehmen.“
    „Ein merkwürdiges Geschöpf.“
    „Es hat seine Umhüllung zerkratzt.“
    „Es scheint krank zu sein.“
    „Vielleicht leidet es darunter, daß wir es so lange eingesperrt haben.“
    „Wir werden es wieder freilassen.“


    Sathoan, 2005

  2. #2
    Furie Avatar von Simara
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    Uuaah! :o
    Wie .....*überleg* .... gruselig.

    Aber gut geschrieben. Gefällt mir. Kompliment.


    Staffel II (2) dienstags im Nachtprogramm auf Pro7MAXX (Doppelfolgen)

    Staffel XII (12) montags 21:05 Uhr auf Pro7MAXX


    Staffel XIII (13) montags 20:15 Uhr auf Pro7MAXX

    Staffel XV (15) donnerstags auf CW

  3. #3

  4. #4
    kleines pelziges Wesen Avatar von Squirrel
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    Danke euch für euer Lob!
    Ich frage mich, wie das Fehlen der letzten Zeile die Gesamtwirkung des Textes beeinflusst hätte.

    P.S.: Outer Limits werde ich mir bei Gelegenheit mal anschauen!

  5. #5
    Wiederholungstäter Avatar von kleinerewoelfin
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    Originally posted by Sathoan@20.01.2005, 00:57
    Mond

    Grau [in grau] erstreckten sich endlose Ebenen, [die] von Rissen und [kleinen] Kratern durchzogen [waren]. Staubschlieren wehten träge über den Boden.
    (Grau in Grau: dass es grau ist, brauchst du nicht zweimal erwaehnen.
    die von Rissen [...]: auf dem Mond gibts vielleicht kleine Krater, aber muss man das so genau wissen? wir sehen nur grosse Krater von der Erde aus, das reicht. )

    Seufzend wandte er seinen Blick von der zerkratzten Sichtluke ab, [blickte] [um] auf die Uhr [zu schauen].
    Der Versorgungstransport ist jetzt seit fast sieben Stunden überfällig, dachte er. Er murmelte: “Komm schon...melde dich endlich...bitte mich, die verdammte Versorgungsluke zu entriegeln...“
    (um auf die Uhr zu schauen: Lass deinen Charakter etwas aktiv machen, er ist das treibende Element, er ist nicht passiv, das merken wir ja am Schluss)
    Er verharrte reglos, lauschte [atemlos] in die Leere..eine Minute, zwei, eine halbe Stunde. [Danach] [Er] sprang [er abrupt] auf, [ging] [begann] in der kleinen Station auf und ab[zugehen].
    (atemlos: ist zu uebertrieben imho
    eine Minute, zwei [...]: ist auch etwas wulstig, weiss aber nicht, wie man es besser umschreiben koennte im Moment.
    Danach sprang er auf [...]: Wieder passiv, aber er macht es aktiv, er SPRINGT auf und GEHT auf und ab.)

    Was dachten die auf der Erde sich eigentlich? Ihn alleine in dieser [farblosen] Wüste sitzenzulassen! Er hasste den ewig grauen Staub, die grauen Wände, den grauen Nahrungsmatsch aus der Tube. Gereizt schmetterte er die Faust gegen die Sichtluke und schrie:“Los, laß dich endlich blicken, oder soll ich hier verrecken!?“
    (farblosen: das merken wir schon frueh genug (naemlich explizit im naechsten Satz - er hasst ganz aktiv ), ist auch schon impliziert durch das Grau am Anfang, ausserdem sollten wir nicht zu frueh von seinem Verruecktwerden in Kenntnis gesetzt werden, das macht den Schluss dramatischer.
    Sehr schoen ist es, dass er seiner Wut durch das schmettern der Hand ausdruck verleiht neben dem schreien.)

    Er verabscheute sein verzerrtes Spiegelbild in der Sichtluke, das so grau [geworden] war wie der Mond [selbst]. Dieser verfluchte Mond hatte ihn gefressen, [ihn] verdaut und wieder ausgeschissen, dieser öde Klumpen Dreck, der von Wölfen angewinselt wurde, die so grau waren wie er selbst.
    (das so grau geworden war: wollen wir wissen oder muessen wir wissen, dass es vom Mond gegraeut worden ist? Ist es nicht offenslichtlich in den nachfolgenden Saetzen, dass dieser Mond ihn ausgemergelt hat, dass er deswegen so aussieht, wie er aussieht?
    Mond / Mond: evtl. die zweite Erwaehnung des Mondes mit etwas anderem ersetzen, das den Mond charakterisiert? Oder ein anderes Wort fuer Mond? Es ist ungeschickt und nimmt den beiden Saetzen das Gewicht.
    ihn: Wiederholungen sind Stilmittel, doch das ist nur eine halbe Wiederholung, ich wuerds rauslassen, das klingt holprig.
    der Wolfssatz ist sehr bildlich und schoen, aber passt er genau dahin? Und die Woelfe sind so grau wie er selbst - der Mond oder der Mann? Irritiert evtl. etwas.)

    [Mehr noch –] der Mond hatte seinem Leben die Farben gestohlen; Er saß in einem grauen [Gefängnis, nein in einem] Sarg, umschlossen von Kälte und Leere und Dunkelheit. Durch die Sichtluke [wirkten] selbst die Sterne grau. Sie schienen ihn höhnisch anzugrinsen. Er ballte die Fäuste so wütend, daß sich seine Fingernägel [schmerzhaft] in die Handflächen gruben.Der Schmerz fühlte sich gut an...lebendig...bunt!
    (Mehr noch: Der Mann zaehlt gerade auf, was der Mond ihm angetan hat, das "mehr noch" ist da nur Platzhalter,
    Gefaengis - Sarg: Der Schritt von einem Gefaengnis zu einem Sarg ist sehr nett, aber auch nur das. Lass ihn direkt von einem Sarg reden, das Gefaengnis kommt am Schluss schon vor. Er ist eingesperrt in einem Sarg, in dem der Mond ihm alles genommen hat.
    wirkten: vielleicht auch hier, blinkten oder blitzten, sie sind schon fern genug, mit wirkten laesst du sie noch ferner erscheinen, was dann *zu* fern wird.
    schmerzhaft: kannst du auch rauslassen, im naechsten Satz wird klar, dass er dabei Schmerz empfindet und es schoen findet.)

    Kichernd öffnete er seine Fäuste und betrachtete die [Verletzungen] [Wunden]. Tiefes Rot quoll aus seiner grauen Haut hervor. Rot, oh herrliches, süßes Rot! [Triumphierend] [Er]lachte [er] auf und riss seine Hände empor. „Siehst du das, Gevatter Mond? Ich habe mir die Farbe zurückgeholt, die du mir genommen [hast], habe sie mir aus meinem verdammten grauen Fleisch gerissen!“
    (Verletzungen: sehr gestakst fuer den Typen, der sich da grade am Rande des Wahnsinns befindet. "Wunden" ist mehr "casual".
    triumphierend: Du solltest deine Figuren fuer sich sprechen lassen. Die Ansprachen von dem armen Kerl vorher zeigt schon, dass er nicht mehr alle beisammen haben kann. Triumphierend wirkt in dem Zusammenhang sehr fehl am Platze. Lass ihn handeln, beschreibe es nicht, der Leser wird schon wissen, was er davon zu halten hat.
    hast: wird der gute Mann auf einmal poetisch? )

    Wild sprang er auf und schrie:] “Du hast den Versorger verschlungen, wie du auch mich gefressen hast, jetzt wird's mir klar! Dämon, du hast das Schiff zu grauem Staub zerblasen! Aber mich wirst du nicht bezwingen; Ich werde alles mit meinem Rot durchtränken!“
    [Er fuhr sich mit den] [Die]Nägeln [fuhren] durch [die] [seine] Wangen. [und] [Er] schrie und lachte in Schmerz und irrem Jubel.
    (wild sprang er auf [...]: hat der Mann sich zwischendurch wieder hingesetzt? - mir gefiel er besser, als er auf und abgegangen, vor der Sichtluke stehengeblieben und hinausgesehen hat, es ist auch um einiges imposanter, seine Arme mit blutigen Haenden stehend gen Himmel zu strecken, als im Sitzen. Mache einen Absatz und lasse ihn einfach weiterreden, ohne Zwischensatz, das vermittelt eher den Druck, unter dem er steht, imho.
    Er fuhr [...]: hier wuerde ich allerdings eher zum passiven Handeln uebergehen. ^^ Er macht alles, um dem Mond gegenueber ein Statement abzugeben, doch er wird irre dabei. Das ist das grosse Problem, denn nun uebernimmt etwas in ihm die Oberhand, das vorher unterdrueckt war, etwas anderes fuehrt seine Haende zu seinen Wangen. Deswegen der Schwenk auf die Naegel, nicht mehr auf ihn. Dinge von ihm haben auf einmal ihr Eigenleben entwickelt und machen etwas mit ihm.
    Er schrie [...]: Einen letzten finalen Satz, in welcher Verfassung er sich befindet, bevor der Schwenk auf die "anderen" geht - kurz und pregnant, ein letztes "jetzt ist er vollends irre" mit den Worten abgeschlossen.)



    „Wir haben seine Sprache entschlüsselt.“
    „Offenbar glaubt es, sich auf einem Mond zu befinden.“
    „Und es scheint auf etwas zu warten.“
    „Außerdem hat es von 'Farben' gesprochen.“
    „Wir wissen nicht, was das ist.“
    [„Vielleicht hat das mit seinen Sinnesorganen zu tun.“]
    (Den Satz wuerde ich ganz streichen, mach doch direkt mit dem naechsten weiter, das ist viel schoener. Die Aliens WISSEN nicht, was "Farben" sind, sie koennen annehmen, dass er durch das Prozedere, sich die Handflaechen aufzureissen, mit eben diesen Lichtwellen wahrnehmen kann.)
    „Möglicherweise kann es damit Lichtwellen wahrnehmen.“
    „Ein merkwürdiges Geschöpf.“
    [„Es hat seine Umhüllung zerkratzt.“]
    (mit obiger Erklaerung, waere auch dieser Satz ueberfluessig)
    „Es scheint krank zu sein.“
    [„Vielleicht leidet es darunter, daß wir es so lange eingesperrt haben.“]
    (ist ueberfluessig, wenn der letzte Satz bestehen bleibt. der erklaert so ziemlich alles.)
    „Wir [werden] [sollten] es wieder freilassen.“
    (sollte: das ist ein schoenes offenes Ende, man weiss nicht, was mit dem Mann passiert, es mutet verzweifelter an, da die Situation ungeklaert ist - laesst also genug Platz fuer ein weiterspinnen der Geschichte beim Leser - was mich an einen Satz erinnert "Eine gute Geschichte hat einen Anfang und einen Mittelteil")

    Sathoan, 2005
    Hallo Satho, vielleicht ein paar kleine Veraenderungsideen - musst du allerdings selbst wissen, die Geschichte ist gut, nur manchmal zu viel Text fuer die Idee dahinter. die unterstrichenen Sachen wuerd ich rausnehmen, die fettgeschriebenen waeren meine angedachten Verschlimmbesserungen. Rot sind die Erklaerungen. Wenn meine Interpretation danebenliegen sollte, wuerde ich mich um eine Richtigstellung hier freuen.
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  6. #6
    Moderator Avatar von Last_Gunslinger
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    [„Es hat seine Umhüllung zerkratzt.“]
    Also das würde ich drin lassen. War meine Lieblingsstelle.
    Es bringt die ganze Absurdität der Situation und die Unterschiede zwischen den beiden Rassen gut zum Ausdruck.
    Außerdem musste ich einfach herrlich über die Formulierung lachen.

  7. #7
    Wiederholungstäter Avatar von kleinerewoelfin
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    Stimmt schon, es bringt die Absurditaet der Sache gut heraus, doch steht die Frage im Raum, was der Autor will. (der sich ganz davon ab nicht mehr wirklich geaeussert hat) :P

    Satho, meld dich, oder hab ich dich verschreckt? *knuddl*
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  8. #8
    Furie Avatar von Simara
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    Wie ich eingangs schon erwähnte, hat mir die Geschichte so wie sie ist sehr gut gefallen ....

    Und ich will dir, kleinerewölfin, nicht auf die Rute treten, aber:

    ? wir sehen nur grosse Krater von der Erde aus, das reicht
    Ich bin beim Lesen eigentlich nicht von unserem Erden-Mond ausgegangen.
    Und weiter unten steht dann noch:
    „Offenbar glaubt es, sich auf einem Mond zu befinden.“
    ... auf einem Mond.

    Wenn ich deine Anmerkungen richtig verstanden habe, würde folgender Auszug so aussehen:

    Er verharrte reglos, lauschte in die Leere..eine Minute, zwei, eine halbe Stunde. Er sprang auf, ging in der kleinen Station auf und ab.

    Wenn man dann noch nach dem ersten Satz eine Zeilenschaltung einfügt, dann ist das eher eine Aufzählung, als eine flüssige Erzählung.

    Ich habe mir die Farbe zurückgeholt, die du mir genommen [hast], habe sie mir aus meinem verdammten grauen Fleisch gerissen!“
    hast: wird der gute Mann auf einmal poetisch?
    Ich finde den Satz mit dem "hast" besser als ohne.
    Ohne dieses "hast" hört er sich für mich irgendwie "geschwollen" an.

    An dem Dialog würde ich eigentlich gar nichts ändern.
    Okay, der Satz mit den Sinnesorganen könnte man rausmachen, aber der Dialog gefällt mir so wie er ist sehr gut.
    Aber schon gar nicht die "zerkratzte Umhüllung" rausnehmen

    Ich würde auch das werden nicht durch ein sollten ersetzen. Denn das gibt der Geschichte zwar kein offenes, aber doch ein positives Ende.

    Nichts für Ungut. Ist nur meine Meinung.


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  9. #9
    Administrator Avatar von Dr.BrainFister
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    Originally posted by kleinerewoelfin@28.03.2005, 02:58
    ...doch steht die Frage im Raum, was der Autor will. ....
    wenn du diese frage den großen und kleinen der weltlitaratur, z.b. hemmingway, bukowski, chandler, tolstoi usw. gestellt hättest, wären sie wahrscheinlich gerade noch im stande gewesen, mitleidig zu lächeln bzw. dir dein geschichtenbastelbuch um die ohren zu hauen.

    sicher mag es autoren geben, die so an ihre werke rangehen. doch die wenigste literatur, die ich kenne, lässt derartige strukturiertheit erkennen. es wäre auch traurig, wenn der autor so vor seinem werk sitzt: mit dem wortmaß in der hand, immer abwägend, korrigierend, berechnend... nein, das machen, wenn schon, lektoren, von denen es mehr als genug gibt. ein autor, der aus em bauch heraus schreibt und nicht irgendwas zusammenstelzt, lässt nunmal seinen bauch (inkl. herz, seele und all dem) sprechen und nicht sein geschichtenbastelbuch.
    "Wissen sie woraus der Leberkäs gemacht wird? Aus den Resten der Knackwurst. Und die Knackwurst? Aus den Resten vom Leberkäs. So geht das ewig weiter: Leberkäs, Knackwurst, Leberkäs, Knackwurst..." - Simon Brenner (Josef Hader) in "Silentium"

  10. #10
    Wiederholungstäter Avatar von kleinerewoelfin
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    Standard AW: Mond

    Zitat Zitat von Dr.BrainFister
    wenn du diese frage den großen und kleinen der weltlitaratur, z.b. hemmingway, bukowski, chandler, tolstoi usw. gestellt hättest, wären sie wahrscheinlich gerade noch im stande gewesen, mitleidig zu lächeln bzw. dir dein geschichtenbastelbuch um die ohren zu hauen.
    Was waere dann mit Goethe? Der hat wohl scheinbar an seinem Faust lange Zeit gesessen und gearbeitet und hatte wohl auch eine wage Vorstellung von dem, was er ausdruecken wollte.
    Und genauso ist die Frage ungeklaert, ob sie wirklich eine Intention hatten, als sie schrieben, oder ob ihnen das nachher angedichtet wurde von Literaten. Wie dem auch sei, es gibt verschiedene Blickwinkel auf ein und die selbe Geschichte von verschiedenen Leuten, und das ist gut so.
    Ausserdem besitze ich kein "Bastelbuch". Ich schreibe meine Geschichten auch in einem durch und bearbeite sie im nachhinein.

    Zitat Zitat von Dr.BrainFister
    sicher mag es autoren geben, die so an ihre werke rangehen. doch die wenigste literatur, die ich kenne, lässt derartige strukturiertheit erkennen. es wäre auch traurig, wenn der autor so vor seinem werk sitzt: mit dem wortmaß in der hand, immer abwägend, korrigierend, berechnend... nein, das machen, wenn schon, lektoren, von denen es mehr als genug gibt. ein autor, der aus em bauch heraus schreibt und nicht irgendwas zusammenstelzt, lässt nunmal seinen bauch (inkl. herz, seele und all dem) sprechen und nicht sein geschichtenbastelbuch.
    Ich fuer meinen Teil wuerde nicht sagen, dass ich nicht auch mit einer gewissen Portion Herz, Seele und all dem an meine Geschichten herangehe. Doch ich strukturiere sie auch, ob von vorneherein oder im nachhinein. Es gibt ein paar Dinge, die ich ausdruecken moechte mit meinen Geschichten, Menschen zum nachdenken zu bringen oder was auch immer ...
    Ich moechte mich auch nicht als Lektor hinstellen, Brainy.
    Es waren nur ein paar kleine Ideen, sonst nichts - es ist schliesslich immer noch Sathos Geschichte, und da werd ich nicht mehr weiter dran "rumpfuschen".
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