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Thema: Bücher mit dem "HÖ?"-Effekt

  1. #1
    Foren-Halbgott Avatar von Dune
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    Also mal ganz ehrlich: Jeder von uns hatte bestimmt schon mindestens ein Buch, bei dem er sich nach der letzten Seite gefragt hat: "Wöös?"

    Und auf die Gefahr hin, dass ihr das bei meinem Thread hier auch denkt nochmal auf gut Deutsch:
    Man ist einfach zu plöde um zu verstehen, was der Autor einem denn nun mit seinem Werk mitteilen wollte... Kennt ihr sowas? Oder binnich hier die einzige mit Interpretationsschwächen?

    Lasst uns austauschen, wann wir zu dumm sind! Hell yeah, das hört sich doch nach Spaß an.
    Und vielleicht können wir ja bei einigen Büchern das Rätsel lösen... Aber bitte, mit Rücksicht wenns geht mit Spoilerwarnung, wenn ihr näher auf die Auflösung eingehen wollt.

    Also fang ich gleich mal an, denn trotz langem Überlegen habe ich das Ende der Dune-Saga einfach nicht verstanden... Peinlich, was

    Was will mir der Autor denn bitteschön mit dem Ende von Der Ordensburg des Wüstenplaneten sagen?
    <font class='spoiler'>Ich meine: Sie fliehen in einem Raumschiff und ein Typ im Garten hat keine Gewalt mehr über sie? Hö?</font> :unsure:
    I can feel it. The turn of the Earth. The ground beneath our feet is spinning at a thousand miles an hour, the entire planet is hurtling around the sun at sixty-seven thousand miles an hour, and I can feel it. We're falling through space, you and me, clinging to the skin of this tiny little world, and if if we let go... that's who I am.

  2. #2
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    Hmm... ich wäre für eine Erklärung für die verschiedenen Raumeinteilungen in "Ein Feuer auf der Tiefe" dankbar. Da wird ständig von Langsam, Transenz etc. geschwafelt, und ich versteh nur Bahnhof.
    Folgt mir auf Twitter!

    "I believe that when we leave a place, part of it goes with us, and part of us remains. Go anywhere in this station, when it is quiet, and just listen. After a while you will hear the echos of all our conversations, every thought and word we've exchanged. Long after we're gone, our voices will linger in these walls."
    Andreas Katsulas as G'Kar - Objects in Motion / The Lost Tales-Intro


  3. #3
    Moderator Avatar von Last_Gunslinger
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    Ich weiß nicht was mir American Psycho sagen sollte.
    5 oder 6 bis ins letzte Detail beschrieben grausame Gewaltszenen und 2 oder 3 ebensolche Sexszenen, gleichmäßig verteilt zwischen endlos langen(+weiligen) Beschreibung von Personen und deren Kleidung.

  4. #4
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    hmm, hab mich noch nie hö? oder wöss? gefragt
    bin da wohl eher ein hä? oder watt? mensch
    zu american psycho:
    ich finde das tolle an dem film ist doch gerade, daß man sich fragen kann was und wieviel denn nun &#39;real&#39; war und was alles nur seine phantasie entsprungen ist. ich persönlich würde mal behaupten daß nicht nur seine identität &#39;erdacht&#39; bzw. ausgeborgt ist, sondern auch der großteil all seiner handlungen. nicht nur der alberne treppenhaus kettensägen mord.
    das hab ich aber auch erst nach ner weile rumgegrüble und beim zweiten mal hinschauen mir so zusammengereimt. bei mulholland drive hat die hä? phase sogar noch etwas länger gedauert, aber das macht für mich eigentlich einen film erst interessant.

  5. #5
    Foren-Halbgott Avatar von Dune
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    Äääh, chunga? Der Film von dem Buch ist auch nicht unbedingt das Problem, der war ja sogar relativ gut gemacht, hier gehts mehr um das Buch... und egal ob es seiner Phantasie entspringt, dass er 3 Seiten lang die Sockenmarke seines Gesrächspartners beschreibt, das ist für mich keine Gesellschaftskritik, sondern einfach nur ein "Watt soll DATT denn?&#33;"- Faktor
    I can feel it. The turn of the Earth. The ground beneath our feet is spinning at a thousand miles an hour, the entire planet is hurtling around the sun at sixty-seven thousand miles an hour, and I can feel it. We're falling through space, you and me, clinging to the skin of this tiny little world, and if if we let go... that's who I am.

  6. #6
    Moderator Avatar von Last_Gunslinger
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    Den Film kenne ich überhaupt nicht.

    nicht nur der alberne treppenhaus kettensägen mord.
    Würde jetzt nicht die Hand dafür ins Feuer legen, da es schon etwas her ist das ich das Buch gelesen habe, aber ich glaube das kam im Buch überhaupt nicht vor.
    Hätten sie die im Buch beschriebenen Gewaltszenen umgesetzt, wäre der Film wohl nicht in den Kinos , sondern auf der §131-Liste gelandet.

    Noch unverständlicher als die ultra-genau Beschreibung der Gesprächspartner unseres Killers, waren die eingeschoben Rezensionen von irgendwelchen Musik-Alben. Häääää? Wat will mir der Autor damit sagen.

  7. #7
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    ja kann sein daß ich da den inhalt von buch und film etwas durcheinander bringe. ist auch bei mir schon was her. generell glaube ich daß es auch einfach keinen spaß machen soll das buch zu lesen. und der autor legt ja auch irgendwie wert darauf, daß man nicht nachvollziehen kann warum er all die morde nun begeht (oder eben auch nicht). ich schätze man soll wohl irgendwie sehen daß der kerl viel mehr wert auf äußerlichkeiten und lifestyle legt als auf das leben von seinen opfern, wie dem obdachlosen oder dem kind im zoo...
    hat eigentlich jemand die erste auflage gelesen? es soll da ja eine version geben, die von den verlegern zurückgezogen, und dann nochmal überarbeitet wurde. würde mich mal interessieren was es da für unterschiede gibt. ich hatte glaube die neuere auflage ausgeliehen.

  8. #8
    Moderator Avatar von Last_Gunslinger
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    Ich weiß nur das es mal Indiziert war, jetzt aber wieder vom Index runter ist.
    Ich kann jetzt leider nicht gucken welche Auflage ich habe, da ich das Buch nicht hier habe. Wenns da Unterschiede gibt, kann ich das aber in 1 oder 2 Wochen nachgucken.

  9. #9
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    Standard AW: Bücher mit dem "HÖ?"-Effekt

    Zitat Zitat von Dune
    Also mal ganz ehrlich: Jeder von uns hatte bestimmt schon mindestens ein Buch, bei dem er sich nach der letzten Seite gefragt hat: "Wöös?"

    (...) was der Autor einem denn nun mit seinem Werk mitteilen wollte... Kennt ihr sowas? Oder binnich hier die einzige mit Interpretationsschwächen?
    (Hervorhebung im Zitat von mir)

    Ich glaube nicht, dass jedes Buch eine Botschaft vermitteln will, und ich glaube auch nicht, dass es das müsste. Science-Fiction und Fantasy bietet im Gegensatz zur normalen Fiction (Belletristik) einen sehr großen Spielraum für Träume und Gedankenexperimente. Da muss doch nicht immer eine Botschaft hinterstecken.

    Ich befürchte, dass diejenigen, die immer nach einer Pointe, einem Finale und einer Botschaft ausschau halten, ein etwas eingeschränktes Literaturverständnis haben. Es gibt vielschichtige Bücher, in die man dieses oder jenes hineininterpretieren kann, wie z.B. Solaris von Stanislav Lem. Dieser Roman hat sehr viele Bedeutungsebenen. Eine davon dreht sich um die These, ob Kontakt mit Außerirdischen überhaupt möglich ist, was auch zentrales Thema des neuen Vorworts wurde. Die neue Verfilmung mit Clooney interpretiert das Buch ganz anders und macht eine Liebesgeschichte draus. Vielleicht auch eine legitime Lesart. Auf jeden Fall würde ich bei Lem keine einfache Antwort auf die Frage "Was ist die Message dieses Romans?" erwarten.
    Und dann gibt es wiederum Geschichten, die haben ein Finale, aber keine spezielle Message, sie sollen einfach spannend sein wie ein Krimi oder Western. Das trifft wohl auf eine große Zahl von Geschichten zu.

    Bei Enterprise hat man oft eine klare, gut erkennbare Botschaft. Manchmal so klar dass ich es echt nur noch "platt" nennen kann. Kommt aber auf die Folge an, manche sind schon besser.

    Nee, wie gesagt, ich würde nicht sagen dass man immer gleich "zu doof" ist. Aber bei 2001 - A Space Odyssey hab ich mir schon oft Gedanken über die Message gemacht ...

  10. #10
    Foren-Halbgott Avatar von Dune
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    Standard AW: Bücher mit dem "HÖ?"-Effekt

    Bei Büchern wie Lems Solaris ist mir ja auch eigentlich klar, dass das 'Ende' nicht wirklich eine Botschaft haben soll, das stimmt, da muss man das gesamte Buch für in Betracht ziehen. Bei solchen Büchern habe ich selten Verständnisprobleme, da einem von vornerein klar ist, was einen erwartet und dass man sich eben nach dem Zuklappen ein paar Gedanken über das Buch insgesamt machen muss.

    Nur bei dem mir oben beschriebenen Buch von Frank Herbert verhält sich das eben ein wenig anders. Da erzählt er über mehrere Bücher und tausende von Jahren eine in sich sehr interessante und schlüssige Entwicklung, nur um ans Ende eine total unverständliche Wendung reinzubringen.
    Und *das* ist für mich ein wirklicher "Wääs??"-Effekt.
    I can feel it. The turn of the Earth. The ground beneath our feet is spinning at a thousand miles an hour, the entire planet is hurtling around the sun at sixty-seven thousand miles an hour, and I can feel it. We're falling through space, you and me, clinging to the skin of this tiny little world, and if if we let go... that's who I am.

  11. #11
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    Standard AW: Bücher mit dem "HÖ?"-Effekt

    American Psycho:
    Im wesentlichen geht es darum, so genau und unmittelbar wie möglich Patrick Bateman zu beschreiben. Das löst B.E. Ellis dadurch, dass er Bateman erzählen lässt und dies auch im Präsens. Der Leser bekommt so einen sehr direkten Zugang zu den Gedanken Batemans und damit auch zum Wesen. Wenn seitenweise Markenkleidung, Popmusik, Sex & Gewalt beschrieben werden, dann deswegen, weil dies Bateman ausmacht.
    Das ist, was er ist: Er definiert sich durch das, was er trägt (im wesentlichen). Er hat eine Vorliebe für Musik, aber eher auf eine analytische, fast schon klinische Art, die der 80er Popmusik immer auf Perfektion bedacht und durch das Clip-Format in nicht zuvor dagewesenem Maße auf die Präsentation zugeschnitten, nicht unbedingt fremd ist. Im Kern ist er also leer, beide Interessen sind eher etwas von einer Hülle, die perfekt um das Nichts, was er ist aufbaut.
    Aber gleichzeitig ist er extrem unausgefüllt, gelangweilt. Daher sucht er erst in Sex Zuflucht, der aber immer extremer wird und in Gewaltorgien mündet, die auch immer weiter ausufern. Die oberflächliche Welt, die Zivilisiertheit wird immer weiter zurückgedrängt und irgendwann kann er kaum noch unterscheiden, was wahr ist und was nicht. Sein Anwalt sagt ihm, die Person, die er glaubt getötet zu haben lebt. Leben dann auch sein anderen 'Opfer' noch? Oder irrt sich der Anwalt? Immerhin wird auch Bateman oft für jemand anderen gehalten, es geht in seinen Kreisen nur um die Oberflächkeit, die die Personen beliebig und austauschbar macht.
    In dieser unklaren Situation kommt ein Kapitel, welches in einer Vergangenheits-Form erzählt wird. Das könnte bedeuten, dass Bateman sich schlicht etwas ausdenkt, innerlich durchdreht in seinen Gewaltphantasien, die aber nie Realität werden. Sicher ist dies aber nicht. Es bleibt dem Leser überlassen, was er denkt.

    Die Botschaft des Romans ist also einigermassen simpel: Es ist eine Art Anklage gegen die oberflächliche Welt der Yuppies Ende der 80er in New York. Ellis selbst hat in diesen Kreisen eine gewisse Zeit gelebt und daher die genauen Kenntnisse über Marken und Nachtleben.
    Warum er diese Botschaft auf die Art formuliert ist auch einigermassen deutlich: Oft erzeugt der Roman eine besonders starke Reaktion beim Leser. Das fängt bei den 'ich habe es nur bis Seite 80 geschafft, es war zu langweilig' an und hört bei den Leuten auf, die sich auf eine gewisse Art sogar mit Bateman identifizieren können. Wenn man sich darauf einlässt, ist man dem Protagonisten nach einer Zeit wirklich nahe und mir persönlich ist es extrem schwer gefallen die Gewaltphantasien zu lesen, da es extrem genau geschildert wird.


    Ist das jetzt verständlich gewesen? Im Prinzip gehört American Psycho schlicht in die Solaris-Kategorie von fraktalisman: Das ganze Buch ist die Pointe.
    Viel schwieriger finde ich es übrigens vom gleichen Autor Glamorama aufzuschlüsseln oder bei PKDs grossen Werken auf der wirklichen Handlungsebene nach Lösungen zu suchen und nicht gleich Unklarheiten in der Meta- oder Wirkungs/Botschafts-Ebene zu verarbeiten.
    I mean, after all; you have to consider we're only made out of dust. That's admittedly not much to go on and we shouldn't forget that. But even considering, I mean it's a sort of bad beginning, we're not doing too bad. So I personally have faith that even in this lousy situation we're faced with we can make it. You get me?

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