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Thema: Joe Haldemann

  1. #1
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    Bereits 1972-73 erschienen, vom Autor in erweiterter Fassung später als Buch erschienen (erst als Serie in Ben Bovas Magazin) hab ichs erst 2002 gekauft in in einem Rutsch gelesen:


    Der Protagonist (William Mandella) gerät durch Einberufung in einen Krieg mit den "Tauriern" einer Alien-Rasse, über die man absolut nichts weiß (auch nicht, ob sie feindlich gesonnen ist)!
    Grundidee ist die Zeitdillatation, also die physikalische Absurdität, bei der Menschen, die mit Fast-Lichtgeschwindigkeit fliegen, objektiv nur wenig altern, auf der Erde aber Jahrzehnte, oder, bei längeren Reisen, sogar Jahrhunderte vergehen!
    Es vergehen also >700 Erdenjahre für Mandella, er altert aber nur 5-6 Jahre während des Krieges (4-5 Kampfeinsätze nur)!
    Der Reiz der Geschichte besteht einerseits aus der kulturellen Isolation der Soldaten bei jeder Rückkehr und der Kampfsituation als solcher: denn entweder sind die Taurier hoffnungslos unterlegen (wenn sie aus der Vergangenheit stammen) oder technisch weit voraus, wenn sie "aus der Zukunft kommen (also später losgeflogen sind).
    Der Vietnam-Veteran Haldeman, hat hier ein Buch über die Sinnlosigkeit des Krieges geschrieben, das Desillusionierender nicht sein kann: Hunderttausende Tote, nur weil niemand miteinander redet!
    Als Science Fiction finde ich das Buch eher schlecht, als Anti-Kriegs-Epos aber grandios!!!

    2002 erschien das neueste Buch von Haldeman, mit dem selben Thema (Titel: "Der ewige Frieden") - mal sehen, ich habs mir mal gekauft!
    L'enfer c'est les autres!

  2. #2
    Flinker Finger
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    Soldat Mandella habe ich durch. An und für sich ist das bisher groß, aber ich will endlich was über Zeitdilatation lesen.
    Der Stil von Haldemann ist angenehm zu lesen.

    Im zweiten Teil beschäftigt sich Haldemann nun endlich mit den Problemen von Mandella bei der Rückkehr zur Erde. Stark wird hier das alles kontrollierende System, das scheinbar nur während des Krieges eingesetzt wird, angeprangert. Gut werden Mandellas Anpassungsprobleme beschreiben.
    Etwas mehr könnte sich Haldemann allerdings auf Dialoge konzentrieren. Die schafft er eigentlich immer recht interessant zu schreiben.

    So. Jetzt habe ich das Buch auch durchgelesen. Was mich gestört hat war vor allem das irgendwer (wahrscheinlich der Heyne-Verlag) scheinbar gegen den Willen Haldemanns die Story 300 Jahre in die Zukunft verlegt hat. Da es sehr viel um gesellschaftliche Veränderungen wirkt das unpassend.

    Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Es war jetzt nicht so der Hammer wie ich das vielleicht nach dem Vorwort von Ben Bova (Vergleich mit Remarque: Im Westen Nichts Neues) erwartet habe. Haldemann streut geniale Ansätze eher spärlich ein.
    Er zeichnet grob das Bild einer sich verändernden Menschheit und das macht er auch gut, aber meiner Meinung nach hätte er sich mehr auf die Sinnlosigkeit des ewigen Krieges konzentrieren sollen, beziehungsweise seinen Hauptcharakter Wiliam Mandella etwas kritischer agieren lassen sollen (immerhin bekommt dieser von einem Hochleistungscomputer das Psychoprofil 'verhinderter Pazifist' zugeschrieben).
    Die genialen Ideen kommen ihm aber oft genug, so dass ich das Buch nur jedem empfehlen kann.



    Last edited by FREAK at 09.11.2002, 21:41
    I mean, after all; you have to consider we're only made out of dust. That's admittedly not much to go on and we shouldn't forget that. But even considering, I mean it's a sort of bad beginning, we're not doing too bad. So I personally have faith that even in this lousy situation we're faced with we can make it. You get me?

  3. #3
    Wiederholungstäter
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    16.10.2002
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    aber eins muß ich anmerken: der Anfang des Buches ist extrem zäh!
    L'enfer c'est les autres!

  4. #4
    DerBademeister
    Gast

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    Nun, ich habe das Buch ja schon bei verschiedenen Gelegenheiten empfohlen, daher spare ich mir eine weitere Synopse.
    Mir persönlich hat es einen realistischeren Eindruck davon gegeben, wie die Raumfahrt der Zukunft und der Krieg im Weltraum aussehen können.
    Durch unrealistische Hochglanz-popcornserien wie Star Trek, bei denen jedes Raumschiff mehr Komfort bietet als ein Fünf Sterne Hotel, jeder Planet ein Abbild der Erde darstellt, jedes Alien wie ein Mensch mit ein paar Plastik-stirnläppchen aussieht, und der Weltraum allgemein die Atmosphäre eines gemütlichen Campingausfluges ausstrahlt - wird man doch geblendet.

    Es ist kalt, eng, dreckig und totenstill. Und die Wahrscheinlichkeit lebend zurückzukehren ist gleich null.

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