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Thema: Wieviel Realismus brauchen wir in SciFi?

  1. #1
    Kleiner SpacePub-Besucher
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    Wieviel Realismus und Science benötigen wir eigentlich? Die offzielle und ursprüngliche Definition von ScienceFiction ist die, dass über fiktive, zukünftige, aber zugleich auch mögliche und vorstellbare Dinge gedichtet wird.

    Mit zunehmender Entwicklung wurde oft das Element Fantasy in die SciFi hereingebracht. Man könnte fast meinen, SciFi ist alles, was nur irgendwie in der Zukunft spielt.

    Star Wars wurde 1979 von Fans nicht als SciFi sondern als Fantasy deklariert (da "Die Macht" und andere Dinge nicht "Science" waren). Heute hat man sich schon an die Fantasy-Einflüsse gewöhnt.

    Auch die Bezeichnung "Hard-Science", die harte, wissenschaftliche Kost präsentiert, kann oft nicht als solche bezeichnet werden.

    Daher die Frage: Wieviel Wissenschaft und Realismus wollen wir eigentlich? Muss die Raumschiff-Flugbahn korrekt berechnet sein, sollten Wetter, Umweltbedingungen etc realistisch sein oder tut es auch eine Brise Fantasy?

    Ich persönlich bin oft entäuscht, wenn einem Romane wie von Peter Hamilton als "SciFi" angepriesen werden, was man bekommt ist dann aber ein Horror-Mystery-Thriller, der im Weltraum spielt - muss das sein?

  2. #2
    Tastaturquäler Avatar von MinasTirith
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    Standard

    Vielleicht liegt es einfach daran, das die Leute nicht mehr genug Fantasie mitbringen um reine SF zu schreiben. Oder aber man will es einfach einem breiteren Publikum zugänglich machen.

    Etwas Fantasy ist sicher nicht schlecht und kann man immer wieder verbauen. Aber SF sollte doch mehr eine Zukunft zeigen die man evtl. mal erreichen könnte. Das wir in 500 Jahren evtl. sehr viel stärkere geistige Kräfte haben ist dabei nicht unbedingt als Fantasy einzustufen. Es gehört hier wohl auch zur Entwicklung des Menschen dazu.

    Allerdings gebe ich dir recht, wenn es darum geht, was heute alles als SF verkauft wird. Einiges davon hat relativ wenig mit SF zu tun und passt eher in andere Kategorien.

    Aber der Hauptgrund scheint mir eher, dass die Vorstellungskraft immer mehr abnimmt. Heute ist man irgendwie nicht mehr so fantasiereich wie früher. Wenn man sich anschaut was heute noch an SF kommt, dann sind das immer wieder die gleichen Techniken und Technologien. Es kommt einfach nichts neues mehr. Evtl. liegt es auch daran, dass der Einfluss einiger sehr bekannter und erfolgreicher Serien daran schuld ist. Star Trek hat mit sicherheit einen grossen Einfluss auf die SF-Welt gehabt und wird hier wohl für einige Schranken gesorgt haben.

    Bücher wie 1984 gibt es schon lange keine mehr, aber die würden heute wohl auch nicht mehr so gut laufen, denn es wäre ja Kritik an den Amerikanern bzw. Kritik an der demokratischen Welt. Sowas will heute niemand mehr so recht lesen. Vor allem will das glaube ich auch keiner mehr veröffentlichen.
    Tu erst das Notwendige,
    dann das Mögliche
    und plötzlich schaffst du das Unmögliche.
    Franz von Assisi


  3. #3
    Wühlmaus Avatar von Nager
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    Standard AW: Wieviel Realismus brauchen wir in SciFi?

    Nur eine Antwort auf diesen tollen Thread? Das kann ja wohl nicht sein. *schieb*

  4. #4
    Flinker Finger
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    Standard AW: Wieviel Realismus brauchen wir in SciFi?

    Gut gemacht, Nager.

    Ehrlich gesagt finde ich in der Hard-SF einen Mangel an Phantasie. Gerade wenn man sich aufs Erzählen konzentriert anstatt die technischen Details zu fixieren, ist man doch kreativ.
    Allerdings muss ich zu meiner Schande gestehen, dass mein Lieblings-SF-Autor Hard-SF schreibt: Stanislaw Lem. Ich mag ihn aber nicht unbedingt deswegen, sondern eher wegen seinem erzählerischem Können und seinem Ideenreichtum.
    Andererseits liebe ich auch PKD, dessen SF sich lediglich auf kurze, bekannte Ideen à la Telepathie, oder Paralleluniversum beschränkt und darauf Geschichten aufbaut, die wegen der Menschlichkeit berühren.

    Bücher wie 1984 braucht man vielleicht einfach nicht mehr, weil das Genre der Dystopie irgendwo ausgereizt ist. Der Totalitarismus ist tot. Der Konsummaterialismus nicht. Aber für den haben wir weiterhin Fahrenheit 451. Und für die Inhumanität des Fortschritts gibt es immer noch BNW. Also wozu es neu verfassen? Man könnte es mixen, aber zwingend ist das nicht.
    I mean, after all; you have to consider we're only made out of dust. That's admittedly not much to go on and we shouldn't forget that. But even considering, I mean it's a sort of bad beginning, we're not doing too bad. So I personally have faith that even in this lousy situation we're faced with we can make it. You get me?

  5. #5
    Plaudertasche Avatar von cosmonusa
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    Standard AW: Wieviel Realismus brauchen wir in SciFi?

    Der Totalitarismus ist tot? Na ja, das finde ich eine gewagte Prognose. Er sieht vielleicht anders aus und verändert sich auf weiterhin, so dass man nicht unbedingt Ingsoc darin wiedererkennt, aber ich glaube nicht, dass die "Idee" so einfach totzukriegen ist. Ich halte Bücher wie "Wir", "1984", "Schöne neu Welt" und "Fahrenheit 451" immer noch für Pflichtlektüre, aber ehrlich gesagt halte ich gesellschaftspolitische Utopien und Dystopien nicht unbedingt für SciFi. Utopien gab es schon vor der Science Fiction und auf wenn viele davon in der Zukunft spielen, sind sie eigentlich mehr eine Kritik an den aktuellen Zuständen. Das kann Science Fiction natürlich auch, aber nicht in dieser Totalität und es ist vor allem kein zwingendes Merkmal.

    Was den Mangel an Fantasie betrifft, habt ihr durchaus recht. Früher waren die beschriebenen Welten, Geschichten und Wissenschaften noch revolutionär, aber inzwischen sind eigentlich alle Möglichkeiten durchgedacht. Gute SciFi heutzutage lebt wirklich nur noch von den Figuren (z.B. Battlestar Galactica - Von einer technophilen Ballershow zu einem mitreissenden Sozialdrama).

    Ich hab es beispielweise auch bei Perry Rhodan erlebt, eine immer sehr um Realismus bemühte SciFi-Romanserie, die in den 40 Jahren ihres bestehens 3000 Jahr Handlungszeit abgearbeitet hat. Der technische Standard mit Superwaffen, Superantrieben und generell Superhelden war so hoch, das man kaum noch vernünftige Geschichten erzählen konnte. Da musste man schon die Protagonisten im Pyjama, ohne jegliche Technik verschollen gehen lassen, um noch lebensbedrohende Szenarien entwickeln zu können. Kürzlich hat man die Reißleine gezogen und durch eine kosmische Katastrophe den technischen Stand deutlich heruntergeschraubt. Man düst jetzt nicht mehr an einem halben Tag quer durch die ganze Galaxis, sondern muss wieder wirkliche Expeditionen ins Ungewisse starten. Natürlich kann man mit guten Autoren auch in einer hochtechnisierten Welt gute Geschichten erzählen, aber es ist einfacher "bodenständig" zu bleiben.

    Was wollte ich eigentlich sagen?
    Keine futuristische Technik kann heutzutage noch wirklich beeindrucken, weil wir uns inzwischen ALLES vorstellen können. Von daher reicht Realismus alleine nicht mehr. Ich verzichte lieber auf Realismus und akzeptiere dafür Fantasy-Einflüsse, wenn ich dafür unterhaltsame Figuren und Dramen bekomme. (Farscape, Doctor Who, ...)
    Selbst Star Trek lebt ja nicht von LCARS und Quantentorpedos, auch wenn das die Internet-Trekkies oft suggerieren, sondern von den intelligenten Geschichten und interessanten Figuren. Schade dass es beides nicht mehr hat.

  6. #6
    Flinker Finger
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    Standard AW: Wieviel Realismus brauchen wir in SciFi?

    Zitat Zitat von cosmonusa
    Der Totalitarismus ist tot? Na ja, das finde ich eine gewagte Prognose. Er sieht vielleicht anders aus und verändert sich auf weiterhin, so dass man nicht unbedingt Ingsoc darin wiedererkennt, aber ich glaube nicht, dass die "Idee" so einfach totzukriegen ist.
    Irgendwie muss man ja Antworten provozieren... Natürlich ist der Totalitarismus nicht tot, siehe ähh Kim Jong II? Nordkorea eben. Oder Turkmenistan mit ihrem netten Mr. Turkmenbasi. Aber das, was Orwell zu Animal Farm und 1984 verleitet hatte, ist zur Zeit nicht unbedingt im Vordergrund der gesellschaftlichen Debatte.
    I mean, after all; you have to consider we're only made out of dust. That's admittedly not much to go on and we shouldn't forget that. But even considering, I mean it's a sort of bad beginning, we're not doing too bad. So I personally have faith that even in this lousy situation we're faced with we can make it. You get me?

  7. #7
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    Standard AW: Wieviel Realismus brauchen wir in SciFi?

    Was ist eigentlich Realismus im Zusammenhang mit SF? Die Einhaltung der uns bekannten Naturgesetze?

  8. #8
    Flinker Finger
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    Standard AW: Wieviel Realismus brauchen wir in SciFi?

    Jo, kann man so sagen. Vielleicht setzt man in Klammern noch dahinter, dass bei Nicheinhaltung der Naturgesetze möglichst genau erklärt wird, wie sie gebrochen werden?
    I mean, after all; you have to consider we're only made out of dust. That's admittedly not much to go on and we shouldn't forget that. But even considering, I mean it's a sort of bad beginning, we're not doing too bad. So I personally have faith that even in this lousy situation we're faced with we can make it. You get me?

  9. #9

    Standard AW: Wieviel Realismus brauchen wir in SciFi?

    Also, wenn Ihr mich fragt, gibt es verschiedene Arten von Realismus - gerade in der SF. Da gibt es zum einen das, was man vielleicht aus dem Stegreif mal 'naturwissenschaftlichen' Realismus nennen könnte - wie schon von Lars/Sepia erwähnt. Zum anderen gibt es aber noch einen anderen Realismus, der in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund getreten ist - in einem Buch über Fandom habe ich den mal als 'emotionalen Realismus' gefunden; man könnte ihn aber vielleicht noch zutreffender 'psychologischen Realismus' nennen. Der bezieht sich auf die Figuren, darauf, wie sie sich in den Situationen, in die sie geraten, verhalten, wie sie reagieren.

    Zugegeben, in der literarischen Science Fiction gibt es diese Facette des Realismus schon länger, aber in Film und Fernsehen ist er in unserem Genre noch ein relativ junges Gewächs - und eines, das ich sehr begrüße. Immerhin befaßt sich Science Fiction ja nicht mit Wissenschaft 'an sich', sondern im engen Zusammenhang mit dem Menschen, und stellt idealerweise Fragen darüber, wie der Mensch mit dem wissenschaftlichen Fortschritt und Situationen, die sich daraus indirekt ergeben, umgeht. Meines Erachtens gewinnt die Science Fiction sehr, wenn sie Szenarios nicht bloß plakativ-lehrstückhaft durchspielt (wie in alten SF-Serien im Fernsehen des öfteren der Fall), sondern sich intensiver mit der menschlichen Psyche beschäftigt.

    Okay... viel behauptet, wenig belegt, und viel zu schnell geschrieben, aber ich muß jetzt erstmal was essen. ;-)

  10. #10
    Flinker Finger
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    Standard AW: Wieviel Realismus brauchen wir in SciFi?

    Über den naturwissenschaftlichen Realismus habe ich heute Morgen was von Lem gelesen. Im famosen Nachwort zum grossartigen Picknick am Wegesrand von Arkadi und Boris Strugatzki hat er den Begriff nach seinem Verständnis erläutert.

    Psychologischen Realismus würde ich nicht als neues Phänomen in der SF beschreiben. Natürlich muss man bei Literatur lange Zeitraume als verhältnismässig kurz ansehen, aber da man die SF speziell gerne auf die 30er datiert würde ich durchaus sagen, dass der psychologische/emotionale Realismus, der bekanntlich durch die New Wave in den 60ern in die SF gekommen ist durchaus alt ist.
    Abgesehen davon halte ich den emtionalen Realismus gewissermassen für selbstverständlich. Ob er nun im Mittelpunkt steht, oder eher Teil des Gesamtwerks ist, ist mir relativ gleich.
    I mean, after all; you have to consider we're only made out of dust. That's admittedly not much to go on and we shouldn't forget that. But even considering, I mean it's a sort of bad beginning, we're not doing too bad. So I personally have faith that even in this lousy situation we're faced with we can make it. You get me?

  11. #11

    Standard AW: Wieviel Realismus brauchen wir in SciFi?

    Zitat Zitat von Sepia
    Psychologischen Realismus würde ich nicht als neues Phänomen in der SF beschreiben. Natürlich muss man bei Literatur lange Zeitraume als verhältnismässig kurz ansehen, aber da man die SF speziell gerne auf die 30er datiert würde ich durchaus sagen, dass der psychologische/emotionale Realismus, der bekanntlich durch die New Wave in den 60ern in die SF gekommen ist durchaus alt ist.
    Siehe erster Satz meines zweiten Absatzes im vorigen Posting. ;-)

    Genaugenommen ist er aber in der Literatur sogar noch älter. Da ist er spätestens seit den fünfziger Jahren eine wichtige Zutat, zumindest bei einigen Autoren. Möglicherweise sogar schon vorher, aber von vorher kenne ich nicht viel - nur ein bißchen Stapledon, und der malt ja auf der ganz großen Leinwand, wo individuelle Gefühle keine Rolle mehr spielen, und ein bißchen Wells und so.

  12. #12
    Tastaturquäler Avatar von Crystal
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    Standard AW: Wieviel Realismus brauchen wir in SciFi?

    Yeah, mein erster Post im neuen Forum.

    Ich beziehe mich jetzt nur auf die Fernseh-SciFi, denn ich lese generell ziemlich wenig und noch weniger reine SciFi und Kino-SciFi ist wieder eine völlig andere Sache.

    Wenn man vom Begriff ausgeht, ist SciFi ja wirklich nur erdachte "Technik". Dabei dreht sich dann hauptsächlich alles um Raumschiffe, Zeitmaschinen usw. Für mich habe ich SciFi allerdings schon längst anders definiert und dabei geht es vor allem um die Charaktere. Wie reagieren die Fernseh-Figuren auf die ungewöhnlichen Umstände, in die sie sich reinreiten oder in die sie geschleudert werden? Um sie herum kann nun wirklich alles passieren, egal ob wissenschaftlich erklärbar oder nicht, das wichtigste ist, dass der Charakter so relistisch ist, dass man die Situation nachvollziehen, mit ihm mitfühlen kann und die Situation dadurch möglich wird.

    Ich bin gerade dafür, dass man die technische Seite aus der SciFi rauslässt. Was interessiert mich endlos langes Technobabble, wenn man die Zeit genausogut für die Reaktionen der Figuren auf das Problem verwenden kann? Dadurch lernt man zum einen die Charaktere besser kennen, zum anderen lernen sie sich untereinander besser kennen.

    Auf der Seite der alten SciFi steht deshalb für mich auch Star Trek, da die Charaktere hauptsächlich blass bleiben, sich über Staffeln kaum verändern und Folge für Folge einfach nur Szenarien ablaufen, die dann möglichst wissenschaftlich erklärt werden. Wenn Fans einem erklären könnten, wie man theoretisch einen Warp-Reaktor oder ein Holodeck baut, dann ist das für mich keine SciFi mehr. Auf der anderen Seite stehen deshalb bei mir z.B. Farscape und Battlestar Galactica als reinste SciFi. Experimente und Überraschungen sind dabei auch eine ganz wichtige Zutat. Denn gerade diese Möglichkeiten bietet ja SciFi und so sollten diese auch ausgenutzt werden.

  13. #13
    Flinker Finger
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    Standard AW: Wieviel Realismus brauchen wir in SciFi?

    Hmpf:
    Siehe erster Satz meines zweiten Absatzes im vorigen Posting
    Excusez-moi. Dann also zu TV-SF & Kino-SF.
    Ersteres heisst für mich vor allem erstmal Star Trek und da muss ich sagen, stehen eigentlich immer wenn es gut wird die Charaktere im Vordergrund. Das war bei Mirror, Mirror so, ist bei All Good Things nicht anders gewesen und ist auch bei Dear Doctor so geblieben. So gesehen würde ich von meinem sehr subjektiven TV-Konsum ausgehend den emotionalen Realismus ähnlich wie in der Literatur datieren, was nicht heissen soll, das GR in irgend einer Weise von Delany beeinflusst worden ist...
    Im Kino sieht die Sache etwas schwieriger aus. Vielleicht würde ich Ridley Scotts Eskapaden an den Anfang setzen. 2001 markiert man allgemein als Anfang der ernsthaften SF, Star Wars prägte eher durch den Märchen-Einfluss, daher würde ich mal Blade Runner an erste Stelle stellen. Okay so?

    Crystal:
    Um sie herum kann nun wirklich alles passieren, egal ob wissenschaftlich erklärbar oder nicht, das wichtigste ist, dass der Charakter so re[a]listisch ist, dass man die Situation nachvollziehen, mit ihm mitfühlen kann und die Situation dadurch möglich wird.
    Irgendwas ist mir wahrscheinlich genau wie beim letzten Post entgagen, aber wie soll ich beurteilen, ob Charaktere realistisch handeln, wenn ihre Situation nicht erklärt worden ist. Es muss doch was gesagt werden, was geschieht. Im Gegensatz zu normalen Serien kommt es bei SF doch zu Ereignissen, die ich ohne Erklärung überhaupt nicht begreife, weil in meiner Welt solche Dinge nicht geschehen.
    Oder meinst du gewisse Dinge wie Zeitreisen sind inzwischen Allgemeinwissen und bedürfen keinerlei Erklärung? Wenn man nur solche Ideen verwendet, die quasi-alltäglich geworden sind hat man natürlich schöne SF. Auf Charaktere fixiert und anderweitig degenierend und parasitär, da sie nichts neues, nichts eigenes erdenkt.

    Interessanterweise ist es das TV-Pendant zu PKD: Nur das er vielleicht der erste war, der es gemacht und es geschafft den SF-Ideen durch die Charakter-Fixierung etwas neues abzugewinnen.
    I mean, after all; you have to consider we're only made out of dust. That's admittedly not much to go on and we shouldn't forget that. But even considering, I mean it's a sort of bad beginning, we're not doing too bad. So I personally have faith that even in this lousy situation we're faced with we can make it. You get me?

  14. #14

    Standard AW: Wieviel Realismus brauchen wir in SciFi?

    Zitat Zitat von Sepia
    Ersteres heisst für mich vor allem erstmal Star Trek und da muss ich sagen, stehen eigentlich immer wenn es gut wird die Charaktere im Vordergrund. Das war bei Mirror, Mirror so, ist bei All Good Things nicht anders gewesen und ist auch bei Dear Doctor so geblieben. So gesehen würde ich von meinem sehr subjektiven TV-Konsum ausgehend den emotionalen Realismus ähnlich wie in der Literatur datieren, was nicht heissen soll, das GR in irgend einer Weise von Delany beeinflusst worden ist...
    Also, von Delany beeinflußt zu werden wäre ja nun wahrhaftig keine Schande. (Dhalgren ist eines meiner Lieblingsbücher!)

    Zugegeben, vom alten Star Trek aus den Sechzigern habe ich nicht mehr als vielleicht drei halbe Folgen gesehen, kann es daher also kaum fair beurteilen. TNG habe ich zu großen Teilen gesehen, aber das ist ja auch eine neuere Produktion und ungefähr da ginge es auch für meine Begriffe mit dem psychologischen Realismus im SF-Fernsehen los - insbesondere hat mich da die Tatsache beeindruckt, daß Captain Picard sowohl nach der Episode, wo er 'borgifiziert' wurde, als auch nach der Folge, in der er ein ganzes imaginäres Leben lebte, langfristig Reaktionen auf diese Erlebnisse zeigte. In den 80ern und frühen 90ern setzte aber, soweit ich weiß (habe mich mal für eine Arbeit etwas mit dem Thema auseinandergesetzt), allgemein im Fernsehen ein Trend ein, sich mehr mit den Charakteren und nicht mehr so sehr mit dem Problem der Woche zu beschäftigen, das zwar noch auftrat, aber nicht mehr uneingeschränkt im Mittelpunkt stand.

    Eine der Sachen, die mich bei älteren Fernsehserien (prä-80er Jahre, teilweise aber auch noch 80er und später) im allgemeinen öfters ärgert ist, daß sie allzu fixiert auf das episodische Format scheinen - in vielen älteren Serien scheinen die Charaktere unter wöchentlicher Amnesie zu leiden. Das Problem der Woche wird zwar mit seinen (auch psychologischen) Folgen für die Charaktere einigermaßen zufriedenstellend abgehandelt, aber in der darauf folgenden Woche ist es für immer vergessen; so etwas wie Langzeitfolgen gibt es nicht. Alle Probleme scheinen sich letztlich durch ein klärendes Gespräch oder eine kathartische Handlung für immer aus der Welt räumen zu lassen. Reale Menschen werden aber nun einmal ganz extrem von den Langzeitfolgen ihrer Erlebnisse definiert. Und seit einiger Zeit scheint sich diese Erkenntnis auch im SF-Fernsehen durchgesetzt zu haben (zumindest weitgehend).

    Interessanterweise ist es das TV-Pendant zu PKD: Nur das er vielleicht der erste war, der es gemacht und es geschafft den SF-Ideen durch die Charakter-Fixierung etwas neues abzugewinnen.
    PKD? Philip K. Dick?

  15. #15
    Tastaturquäler Avatar von Crystal
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    Standard AW: Wieviel Realismus brauchen wir in SciFi?

    Irgendwas ist mir wahrscheinlich genau wie beim letzten Post entgagen, aber wie soll ich beurteilen, ob Charaktere realistisch handeln, wenn ihre Situation nicht erklärt worden ist. Es muss doch was gesagt werden, was geschieht. Im Gegensatz zu normalen Serien kommt es bei SF doch zu Ereignissen, die ich ohne Erklärung überhaupt nicht begreife, weil in meiner Welt solche Dinge nicht geschehen.
    Wie meinst du? Natürlich hat eine Serie immer mindestens eine Person, über die man irgendwie in das Geschehen hineinkommt. Ich kann mir jetzt nicht wirklich eine Situation vorstellen, an die du anspielen könntest. Natürlich wird der Hauptcharakter nicht einfach ein schwarzer Punkt sein, der Folge für Folge in einem lilanen Wirrwarr umherkreist und man eigentlich keine Ahnung hat, was das soll.

    Was ich jetzt meine, ist die Fixierung auf das technische. Beispiel Star Trek, bei dem ich erklärt bekomme, dass der und der Teil ausgetauscht werden muss, etwas Warpspulen mit rein und schon höre ich mir über eine Minute lang an, was getan werden muss, um die Schilde anzupassen. Technisch dann korrekt, dafür bringt es von der Handlung absolut nichts. Im Gegensatz dazu fällt mir gerade die SG-Folge mit dem schwarzen Loch ein. Bei sowas ist es natürlich in Ordnung, kurz zu erwähnen, dass durch die Anziehungskraft die Zeit "verlangsamt" wird, aber zu sehr ausarten sollte es dann auch nicht. An der Stelle darf es vielleicht etwas mehr sein, da man es mit etwas Realem zu tun hat, aber vor allem bei rein fiktiven Dingen sollten solche Erklärungen gekürzt werden. Am Ende kann sich der Zuschauer schließlich auch noch selbst was dazudenken, wie es denn funktionieren könnte.

    Wenn man nur solche Ideen verwendet, die quasi-alltäglich geworden sind hat man natürlich schöne SF. Auf Charaktere fixiert und anderweitig degenierend und parasitär, da sie nichts neues, nichts eigenes erdenkt.
    Gewisse Storys treten natürlich immer wieder auf, aber allgemein gehe ich bei SF-Serien davon aus, dass sie etwas neues, anderes zu bieten haben und die ein oder andere Geschichte auch mal neu erfinden. Aber das Spielen mit Klischees gehört für mich auch zu den Experimenten, die ich oben erwähnt habe.

    Interessanterweise ist es das TV-Pendant zu PKD: Nur das er vielleicht der erste war, der es gemacht und es geschafft den SF-Ideen durch die Charakter-Fixierung etwas neues abzugewinnen.
    Wer PKD ist, wüsste ich jetzt auch gerne. Und was meinst du mit "es" (also das TV-Pendant)? Bezug auf den Absatz davor "parasitär" und " nichts eigenes erdacht"?

  16. #16
    Mittlerer SpacePub-Besucher
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    Standard AW: Wieviel Realismus brauchen wir in SciFi?

    Zitat Zitat von cosmonusa
    Ich hab es beispielweise auch bei Perry Rhodan erlebt, eine immer sehr um Realismus bemühte SciFi-Romanserie, die in den 40 Jahren ihres bestehens 3000 Jahr Handlungszeit abgearbeitet hat.

    Naja ich weiss nicht PR ist was realismus angeht worst of SW+ST mit noch einer Schippe extra drauf. Hard SF dürfte wohl nur in Buchform interessant sein.

  17. #17
    Moderator Avatar von wu-chi
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    Standard AW: Wieviel Realismus brauchen wir in SciFi?

    PKD? Philip K. Dick?
    yep, der ist gemeint!

    Die Faszination der Romane Phils liegt in den glaubhaften, aus dem Leben gegriffenen Charakteren, die ganz alltägliche Sorgen plagen. Den zusätzliche Reiz liefern die Szenerien in denen die Protagonisten von Dicks Romanen ihr Leben fristen. Sei es die Welt nach dem 3. Weltkrieg, eine genetisch geteilte Gesellschaft, das Leben nach dem Tod, in außerterrestischen Kolonien oder Parallelwelten. All dies und mehr findet sich in den über 200 Kurzgeschichten und 36 Romanen von Philip K. Dick und stellt SF-Fans wie auch die Nicht-SF-Fans mehr als zufrieden.
    Grüße
    wu-chi
    "Any given man sees only a tiny portion of the total truth, and very often, in fact almost perpetually, he deliberately deceives himself about that little precious fragment as well. A portion of him turns against him and acts like another person, defeating him from inside. A man inside a man. Which is no man at all."
    Philip K. Dick (A Scanner Darkly, 1977)

  18. #18
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    Standard AW: Wieviel Realismus brauchen wir in SciFi?

    Hmpf:
    Eine der Sachen, die mich bei älteren Fernsehserien (prä-80er Jahre, teilweise aber auch noch 80er und später) im allgemeinen öfters ärgert ist, daß sie allzu fixiert auf das episodische Format scheinen - in vielen älteren Serien scheinen die Charaktere unter wöchentlicher Amnesie zu leiden. Das Problem der Woche wird zwar mit seinen (auch psychologischen) Folgen für die Charaktere einigermaßen zufriedenstellend abgehandelt, aber in der darauf folgenden Woche ist es für immer vergessen; so etwas wie Langzeitfolgen gibt es nicht.
    Gut, dass du das so genau erklärt hast. Eventuell im Gegensatz zum allgemeinen Trend stört es mich nicht ausserordentlich, wenn Serien Episoden-orientiert sind, solange sie in diesem Rahmen emotional realistisch sind.


    Ich:
    Irgendwas ist mir wahrscheinlich genau wie beim letzten Post entgagen, aber wie soll ich beurteilen, ob Charaktere realistisch handeln, wenn ihre Situation nicht erklärt worden ist. Es muss doch was gesagt werden, was geschieht. Im Gegensatz zu normalen Serien kommt es bei SF doch zu Ereignissen, die ich ohne Erklärung überhaupt nicht begreife, weil in meiner Welt solche Dinge nicht geschehen.
    Ihre Situation" ist meist etwas aussergewöhnliches. Ein Beispiel dafür kann das "Schwarze Loch" von dir sein. Dieses "Schwarze Loch" bedarf einer Erklärung, da ich auf dem Weg zur Arbeit nichts dergleichen bemerke.


    Crystal:
    An der Stelle[d.h. Schwarzes Loch] darf es vielleicht etwas mehr sein, da man es mit etwas Realem zu tun hat, aber vor allem bei rein fiktiven Dingen sollten solche Erklärungen gekürzt werden.
    Afaik kommen gerade bei Star Trek nie rein fiktive Dinge vor. Es werden lediglich real existierende wissenschaftliche Erkenntnisse bzw. Theorien in eine mögliche Zukunft extrapoliert. Diese Extrapolation mag manchmal den Anschein von reiner Fiktion haben, aber im Grunde ist die Basis der Fiktion immer Wissenschaft. Daher auch der Begriff des Genres.


    PKD. Brauche ich eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, Wu-Chi's Post erklärt imho meinen Post. Aber da ich eventuell in den nächsten Tagen kaum Möglichkeit habe Online zu kommen, erkläre ich diese Ausschweifung lieber noch einmal:

    Moi:
    Interessanterweise ist [die lediglich mit quasi-alltäglichen SF-Ideen arbeitende Serien-SF] das TV-Pendant zu Philip K. Dick: Nur das er vielleicht der erste war, der es gemacht und es geschafft den SF-Ideen durch die Charakter-Fixierung etwas neues abzugewinnen.
    wu-chi:
    Die Faszination der Romane Phils liegt in den glaubhaften, aus dem Leben gegriffenen Charakteren, die ganz alltägliche Sorgen plagen. Den zusätzliche Reiz liefern die Szenerien in denen die Protagonisten von Dicks Romanen ihr Leben fristen. Sei es die Welt nach dem 3. Weltkrieg, eine genetisch geteilte Gesellschaft, das Leben nach dem Tod, in außerterrestischen Kolonien oder Parallelwelten. All dies und mehr findet sich in den über 200 Kurzgeschichten und 36 Romanen von Philip K. Dick und stellt SF-Fans wie auch die Nicht-SF-Fans mehr als zufrieden.
    Die Szenarien Dick's sind gewissermassen SF-Allgemeingut. Andere Autoren vor ihm haben sich genau eine Zukunft erdacht und sie aufgrund von fundierten Überlegungen z.B. zur Alternativwelt oder zu extraterrestischen Kolonien gekommen. Er übernimmt diese Szenarien lediglich. Aber innerhalb dieser Ideen wütet er ohnegleichen. Seine Geschichten leben in diesen Welten, ausserdem kümmert er sich ausserordentlich um die Figuren.
    Wenn nun gewisse TV-SF aufhören würde sich technische Dinge zu erdenken, sondern nur bereits bekannte Ideen wie Hyperraum & Strahlenwaffen verwendet und diese dann nichtmehr zu erklären braucht, hat man quasi das TV-Gegenstück von Philip K. Dick.

    Dieser gilt allgemein übrigens als einer der besten SF-Schriftstellern aller Zeiten*. Den Stil, den er für seine Geschichten benutzte findet man allgemein im Pulp wieder.


    Ich hoffe ausserordentlich, dass mehr Fragen geklärt als aufgeworfen wurden. Meine eventuelle Abwesenheit sollte allerdings kein Grund sein mit Antworten zu warten.



    *Mit Freuden weise ich an dieser Stelle darauf hin das PKD gerade bei Heyne sehr populär und sehr liebevoll wiederveröffentlicht wird. Als Einstieg ist imho Martian Time-Slip/Marsianischer Zeitsturz oder Time Out Of Joint/Zeit aus den Fugen sehr geeignet. Wer nur das wichtigste von ihm lesen will, sollte es mit Ubik, Valis oder The Three Stigmata Of Palmer Eldritch/Die Drei Stigmata des Palmer Eldritch versuchen.
    Geändert von Sepia (14.07.2005 um 23:04 Uhr)
    I mean, after all; you have to consider we're only made out of dust. That's admittedly not much to go on and we shouldn't forget that. But even considering, I mean it's a sort of bad beginning, we're not doing too bad. So I personally have faith that even in this lousy situation we're faced with we can make it. You get me?

  19. #19
    Furie Avatar von Simara
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    Standard AW: Wieviel Realismus brauchen wir in SciFi?

    Ich glaube ich bin recht anspruchslos was Realismus in SF-Filmen betrifft.

    Wenn z. B. Riddick in seinem Film vor dem Sonnenaufgang "davonlaufen" kann, dann denke ich mir, hat der Planet in dem Universum eine Rotationsgeschwindigkeit, die das ermöglicht. Auch müssen die Temperaturen nicht den unseren entsprechen - WENN es denn ein eigenes Universum ist.

    Spielt der SF-Film in unserer Galaxie aber weit weit in der Zukunft, dann ist beamen oder sind Schutzschilde bzw. Trennwände okay.
    Was dann aber nicht geht, ist z. B. ein Spaziergang im All ohne Sauerstoffgerät.

    Ich erinnere mich da an die Szene in Farscape, als John aus einem "Raumschiff" aussteigen muss und ne Weile im All treibt - und es überlebt.
    Gut, es wurde ja heftig diskutiert und anscheinend ging diese Szene okay, aber trotzdem hat sie mir als unrealistisch aufgestoßen. Ich hoffe nur, es kommt niemand auf die Idee und will diese Sache mit nem Tierversuch beweisen.

    Ich glaube es war das erste Mal in TNG, dass ein Charakter (Data, Tasha) Bezug auf eine alte Folge nahm. In der Regel waren die Folgen und die Probleme in sich abgeschlossen. Ohne Auswirkungen. Das macht es aber für den Zuschauer leichter, denn er verliert den nicht vorhandenen Faden nicht.
    Wenn auf einmal in einer Folge Bezug auf ein Geschehnis in einer anderen Folge gemacht wird, dann wird der Zuschauer, der nicht jede Folge gesehen hat, sich fragen: "Wovon zum Teufel haben die es".
    Es gibt auch Leute, die Lehnen Serien mit Zusammen ab, da sie nicht vor den Fernseher "gezwungen" werden wollen.

    Eine durchgängige Charakterentwicklung im Verlauf der Serie finde ich schon wichtig.
    Realismus also bis zu einem gewissen Rahmen ... und wenn irgendein Antrieb bzw. dessen Reparatur oder die "Kalibrierung der vorderen Schilde" erklärt wird, dann läuft das eben an mir vorbei. Kann mit diesen Infos eh nichts anfangen. Ich nehm das mal als "Ist halt so" hin.


    Staffel I (1) dienstags 0:55 Uhr (Doppelfolgen) auf Pro7MAXX

    Staffel VIII (8) montags 22:10 Uhr auf Pro7MAXX
    Staffel XI (11) donnerstags 22:05 Uhr (Doppelfolgen) auf Sky1

    Staffel XII (12) donnerstags auf CW

  20. #20

    Standard AW: Wieviel Realismus brauchen wir in SciFi?

    Zitat Zitat von Simara
    Was dann aber nicht geht, ist z. B. ein Spaziergang im All ohne Sauerstoffgerät.

    Ich erinnere mich da an die Szene in Farscape, als John aus einem "Raumschiff" aussteigen muss und ne Weile im All treibt - und es überlebt.
    Gut, es wurde ja heftig diskutiert und anscheinend ging diese Szene okay, aber trotzdem hat sie mir als unrealistisch aufgestoßen.
    Dazu nochmal die NASA, die es ja vermutlich wissen sollte:

    "If you don't try to hold your breath, exposure to space for half a minute or so is unlikely to produce permanent injury. Holding your breath is likely to damage your lungs, something scuba divers have to watch out for when ascending, and you'll have eardrum trouble if your Eustachian tubes are badly plugged up, but theory predicts -- and animal experiments confirm -- that otherwise, exposure to vacuum causes no immediate injury. You do not explode. Your blood does not boil. You do not freeze. You do not instantly lose consciousness.

    Various minor problems (sunburn, possibly "the bends", certainly some [mild, reversible, painless] swelling of skin and underlying tissue) start after ten seconds or so. At some point you lose consciousness from lack of oxygen. Injuries accumulate. After perhaps one or two minutes, you're dying. The limits are not really known."

    http://imagine.gsfc.nasa.gov/docs/as...rs/970603.html

    D.h. das einzige, was an der Szene wirklich 'daneben' war, war, daß John den Atem angehalten hat. Als Astronaut hätte er es besser wissen sollen. Aber das kann man vielleicht entschuldigen, da Ben Browder, der Darsteller, das vermutlich nicht wußte.

    (Na ja, und die Szene war etwas zu lang, bzw. John war zu lange bei Bewußtsein - offensichtlich verliert man nach ca. 14-15 Sekunden das Bewußtsein. *g*)

    Diese Szene wirft allerdings eine interessante Frage auf: Ist 'realistisch' das, was wissenschaftlich möglich ist, oder das, was wir durch Konvention und Gewöhnung für realistisch halten?

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