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Thema: Antiamerikanismus

  1. #1
    Dauerschreiber
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    Mir geht dieser penetrante Antiamerikanismus mittlerweile, mal wieder, tierisch auf die Nerven.

    Also mir kommt Deutschland ja im Moment wie ein pubertierendes Kind vor. Jahrelang hat man mit Mami zusammen gelebt und plötzlich fällt einem auf wie scheiße doch alles war.

    Jetzt mal ehrlich. Wir haben Amerika viel zu verdanken. Natürlich haben die sich nicht ohne Grund für eingesetzt. Aber kann man ihnen das zum Vorwurf machen? So funktioniert die Welt nun einmal. Wie haben doch aber auch gerne genommen. Und jetzt mal ehrlich, der „American way of Life“ ist doch auch was herrliches. Leckeres Fast – Food, Meinungsfreiheit, etc. viele dieser Dinge möchte ich nicht missen. Außerdem haben wir ja auch nicht alles übernommen, z. B. haben wir keine Todesstrafe und Waffen sind auch nicht verbreitet, sondern nur das was uns gefällt.

    Heute ist es irgendwie trendy gegen Amerika zu sein. "Diese kulturlosen Cowboys" heißt es immer wieder.

    Deutschland wird erwachsen. Die Narben des 2ten Weltkrieges sind noch immer sichtbar und nagen am Selbstverständnis. Trotzdem beschreiten wir auch weiterhin den Weg zur Normalisierung. Die Narben? Gehört wohl dazu das wir einbilden die anderen würden sie immer anstarren.

    Amerika, und speziell Bush, wird oft vorgeworfen nur aus wirtschaftlichen Gründen Krieg zu führen. Tja, liebe Moralisten, wir wollen den Krieg deswegen verhindern. Deutschland, Frankreich, Russland, alle sind plötzlich gegen Krieg. Warum? Alle unterhalten intensive wirtschaftliche Kontakte zum Irak. Uns ist es egal ob Saddam Massenvernichtungswaffen hat, solange das Öl fließt. Die USA wollen das Öl, und deswegen ist es ein angenehmer Nebeneffekt das Saddam Massenvernichtungswaffen hat. Wer ist nun der Gute und wer der Böse?

    Wo ich gerade bei Moral bin:
    Es heißt immer die Amerikaner würden ihre Geschichte ignorieren. Das stimmt. Aber ehrlich gesagt glaube ich das wir deswegen neidisch sind. Wir würden doch auch gerne den 2ten Weltkrieg vergessen und so tun als sei nichts gewesen. Stattdessen denken viele das dieser Schatten über allem liegt was wir tun und sagen. Man geht ja selbst davon aus das man die Juden nicht kritisieren darf weil das verboten sei. Also machen sich immer mehr Menschen Luft uns lassen ihren Aggressionen gegen die Juden freien Lauf, überall liegt das stinkende Argument „das musste mal gesagt werden“ in der Luft. Fehlt bloß noch das man sagt: „Adolf hatte doch recht.“

    Ausbeutung, das wirft man Amerika auch gerne vor. Stimmt, aber wir sind doch nicht besser, oder? Also neben der Tatsache das man den Verteidigungshaushalt vergrößert hat, hat Bush auch noch den Entwicklungshilfetat gesteigert. Und wir? Nix, große Reden können wir schwingen. Die Taten sprechen jedoch eine andere Sprache. Wenn die Globalisierung so scheiße ist, wieso machen wir dann mit? Weil es unseren Reichtum vergrößert. Genau das gleich wollen die Amerikaner. Wieso dürfen wir das und die nicht? Das nennt man wohl Doppelmoral.

    Jetzt mal ehrlich. Ist denn hier wirklich jemand so naiv und denkt das wir an Amerikas Stelle anders handeln würden? Wir sind doch auch von unseren ach so perfekten Moralvorstellungen überzeugt und wollen das die ganze Welt sie teilt.

    Ne, ne, der Antiamerikanismus stinkt gewaltig.

    Das heißt jetzt nicht das man Amerika nicht kritisieren darf. Aber wenn schon dann doch bitte ohne Moralapostel zu spielen. Denn wir sind keinen Deut besser als die Amerikaner.



    Last edited by Loser at 10.11.2002, 14:01
    "Both destiny's kisses and its dope-slaps illustrate an individual person's basic personal powerlessness over the really meaningful events in his life: i.e. almost nothing important that ever happens to you happens because you engineer it. Destiny has no beeper; destiny always leans trenchcoated out of an alley with some sort of Psst that you usually can't even hear because you're in such a rush to or from something important you've tried to engineer."

  2. #2
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    @loser

    Jetzt mal ehrlich. Wir haben Amerika viel zu verdanken.
    Sehe ich anders. Wir haben den Amerikanern nach den 2. WK viel zu verdanken. Den Amerikanern von heute eigentlich herzlich wenig.

    Amerika, und speziell Bush, wird oft vorgeworfen nur aus wirtschaftlichen Gründen Krieg zu führen.
    Dem Amerikaner an sich nicht, aber der Regierung Bush. Immerhin macht sich im Lande selbst auch mehr und mehr Kriegs-Widerstand bemerkbar.

    Tja, liebe Moralisten, wir wollen den Krieg deswegen verhindern.
    Wer ist "wir"? Du? Ich? Unsere Regierung? Die Opposition? Die Regierung will keinen Krieg, ich will keinen Krieg. Müssen wir deshalb die gleichen Beweggründe haben?

    Man geht ja selbst davon aus das man die Juden nicht kritisieren darf weil das verboten sei.
    Ist doch auch richtig so. Genausowenig darf man einen Moslem kritisieren oder einen Christen kritisieren. Wir reden hier von Religionen. Religionen sind im Grunde über jede Kritik erhaben. Entweder man glaubt an sie oder nicht. Dann kann man Ihr beitreten, sie bekämpfen oder ignorieren. Kritisieren ist vielleicht nicht verboten, zumindest ist es ziemliche Zeitverschwendung.

    Oder meintest Du vielleicht doch die israelische Politik. Die darf man nicht nur kritisieren, man muss es sogar, ebenso wie die amerikanische oder die Deutsche. Das ist die Grundlage von Demokratie, dass sie sich der Kritik zu stellen hat.

    Aber wie Du so richtig bemerkt hast, gibt es einen Unterschied zwischen kritisieren und beschimpfen oder gar beleidigen. Diese Grenze nicht zu überschreiten überfordert manche Menschen doch erheblich.

    Ausbeutung, das wirft man Amerika auch gerne vor. Stimmt, aber wir sind doch nicht besser, oder?
    Wieder die Frage: Wer ist "wir"?

    Dass die Regierungen der letzten Jahre, angefangen bei Kohl und endend mit dem heutigen Schröder eigentlich vollkommen inakzeptabel sind und offenbar nur noch der Erhaltung des eigenen Status Quo dienen, ist doch bekannt. Du tust ja geradeso, als wären wir hier alle damit einverstanden und Du bist hier der einzige mit Durchblick.

    Ne, ne, der Antiamerikanismus stinkt gewaltig.
    Welcher Antiamerikanismus?
    Ist es tatsächlich soweit?
    Man sagt etwas gegen die kriegstreberische Politik eines George W. Bush und ist ein Anitamerikaner.

    Man sagt etwas gegen die Politik Israels und ist ein Antisemit.

    Wo bleibt denn da Deine weiter oben noch als amerikanische Errungenschaft gepriesene Meinungsfreiheit?

    Das heißt jetzt nicht das man Amerika nicht kritisieren darf. Aber wenn schon dann doch bitte ohne Moralapostel zu spielen.
    Wie soll das gehen? Bush will Krieg gegen Saddam. Seine Forderung, gegen Länder, die "gefährlich" sind sogar Erstschläge führen zu dürfen und seine Bemerkungen, im Zweifel auch ohne UNO-Mandat in den Krieg zu ziehen sind doch eindeutig. Mir geht das zu weit und das hat auch eine moralische Komponente. Daher werde ich auch weiter gegen diese amerikanische Politik sein. Ebenso wie ich gegen ein ganze Menge Dinge bin, die der deutschen oder israelischen Politk entspringen.



    Last edited by FloVi at 10.11.2002, 15:49

  3. #3
    Dauerschreiber Avatar von CaptProton
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    Jo...mir geht dieser Antiamerikanismus auch so langsam auf den Sack. Leider gibt es auch hier Leute, die der Meinung sind, die USA ist das Reich des Bösen... Dies kommt teilsweise von Leuten die die USA nur aus den TV kennen. Wie Loser schon sagte, haben wir den Amis sehr viel zu verdanken.... besonders wir (West)Berliner.
    Ich war mittlerweile so oft in den Staaten (insgesamt 19 mal), das ich die USA als meine zweite Heimat amsehe.
    Ich finde es auch nicht gerade berauschend wie Bush sich "benimmt". Aber ich frage euch...wie hätten wir uns benommen wenn bei uns in Frankfurt in die Hochhäuser ein paar Flugzeuge reingekracht währen oder in den Berliner Fernsehturm? Wir hätten da auch nicht nur "Dudu...böser Terroist" gesagt. Wir hätten da sicherlich ähnlich reagiert und keiner wäre dagegen gewesen wenn wir einen Radikalere Politik an den Tag gelegt hätten.

  4. #4
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    Ich habe kein Problem mit Amerika. Amerika ist ein ziemlich großer Kontinent mit Milliarden von Einwohnern, mehreren hundert Ländern, einem Dutzend Staatsformen und ganzen vier Klimazonen.

    Ich habe ein Problem mit der augenblicklichen Haltung der derzeitigen Führung der USA in einer aktuellen politischen Angelegenheit.

    Ich verdanke den USA von damals und heute gar nichts. Damals habe ich nicht gelebt und in meiner bisherigen Existenz gab es keinen Grund, irgend eine Brücke dorthin zu schlagen. Die Grundstoffe meiner Nahrung kommen aus Deutschland, den Niederlanden und Südamerika; meine Klamotten aus Deutschland und Italien; mein Auto aus der Tschechei und der dazu passende Treibstoff aus Skandinavien und Nordafrika. Der Entwicklungsstand, die ich genieße, fußt auf europäischen Erkenntnissen der letzten 2800 Jahre. - Wo in dieser Liste tauchen die USA auf?

    Tatsache ist, daß ich nicht dem Antiamerikanismus fröne. Dann könnte man auch sagen, ich wäre Antisemit, weil ich kein orthodoxer Jude bin. Oder wasserscheu, weil ich im Winter nur selten schwimmen gehe. Oder Vegetarier, weil ich heute kein Fleisch zum Abendbrot esse. Oder pädophil, weil mich die "Oma besorgt's dir!"-Telefonsexwerbung nicht anspricht.

    Was ich nun allerdings nicht, warum ich mir soviel Mühe mache, mich gegenüber offenkundig Lernresistenten zu rechtfertigen. Das hat vermutlich etwas mit Antiamerikanismus zu tun. Oder so.
    <span style='font-family:Arial'><span style='font-size:8pt;line-height:100%'>Though my soul may set in darkness, it will rise in perfect light;
    I have loved the stars too fondly to be fearful of the night.
    (Sarah Williams: The Old Astronomer To His Pupil)</span></span>

  5. #5
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    Originally posted by Yerho@10.11.2002, 18:13
    Ich habe ein Problem mit der augenblicklichen Haltung der derzeitigen Führung der USA in einer aktuellen politischen Angelegenheit.
    Dito&#33;

    Aber ich präzisiere das für mich persönlich direkt auf Bush. Denn der ist und bleibt ein schießwütiger Cowboy der stellenweise dem Glauben erliegt das man mit Krieg alle Probleme lösen kann.


    CU
    Ghettomaster
    Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger.

  6. #6
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    Lieber Loser,

    die Widersprüche in deinem Charakter sind doch sehr erstaunlich. Ich glaube du überragst sogar mich in der Hinsicht.


    Zum Thema:
    Yerho, ich beneide dich um deine Fähigkeit Dinge zu präzisieren.

    Zu dem &#39;kursiven&#39; Satz möchte ich noch hinzufügen das mein Vertrauen in die Fähigkeiten der amerikanischen Politiker aufgrund diverser außenpolitischer Interventionen, die nach meiner Einschätzung nicht gerechtfertigt waren sehr beschränkt ist.
    Die Tatsache das die Mehrheit der Amerikaner der derzeitigen politischen Führung vertraut bringt mich nahe daran ihnen einige Sympathie abzusprechen. Eine alte Redewendung besagt das jedes Volk die Führung bekommt die es verdient. Das beunruhigt mich doch sehr.
    I mean, after all; you have to consider we're only made out of dust. That's admittedly not much to go on and we shouldn't forget that. But even considering, I mean it's a sort of bad beginning, we're not doing too bad. So I personally have faith that even in this lousy situation we're faced with we can make it. You get me?

  7. #7
    Mittlerer SpacePub-Besucher Avatar von scififan
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    ich verstehe nicht, wie man es als antiamerikanismus bezeichnen kann, wenn man zweifel und kritik an den vorgehensweisen der us-regierung äußert. den vergleichen von flo kann ich da nur zustimmen. ich war selbst auch schon in den usa als austausch-schülerin (auch wenn das schon ein paar jährchen her ist). was ich dort in diesem jahr gelernt hab? auch hier wird nur mit wasser gekocht&#33; zudem gibt es "den amerikaner" nicht, es sind genauso individuen wie "die deutschen" oder "die engländer" oder "die israeli". der ausdruck antiamerikanismus ist nicht nur völlig fehl am platz, sondern fördert das leider immer mehr verbreitete schubladen denken von gut und böse. wer ist gut? wer ist böse? frag das einen in deutschland lebenden türken und dann einen rechtsradikalen&#33; oder einen israeli und dann einen palästinenser&#33;
    wer bestimmt denn, was gut und was böse ist? doch wohl zu einem großen teil unsere erziehung, unsere gesellschaft und unsere ideale. ich bezeichne es beispielsweise als böse, ein flugzeut zu entführen, zu dem piloten zu sagen: einmal 81. stock bitte&#33; und dabei nicht nur in kauf zu nehmen, sondern es sogar darauf anzulegen bis zu 30.000 menschen dabei zu töten&#33; genauso bezeichne ich es aber auch nicht als gut, dieses ereignis als rechtfertigung für eigenmächtige und zudem auch völlig sinnlose maßnahmen zu missbrauchen.

    ich liebe amerika: filme im original sehen; leckeres fast-food essen (nirgendwo gibt es so leckere hamburger wie bei checkers); riesen-pizzen nach hause bestellen, die nicht mal auf den tisch passen; in der schule gute noten bekommen, nur weil man sich mal ein bißchen auf den hintern setzt und seine hausaufgaben macht; den führerschein mit 16 als unterrichtsfach machen und grade mal 20 &#036; dafür bezahlen; 54 fernsehkanäle; und und und ....
    genauso gibt es an diesem land aber auch schattenseiten, wie in jedem staat auf der welt. mit dem politischen system der usa kann ich mich schon seit der verfolgung der indianer nicht mehr anfreunden, genau wie ich meine probleme mit der deutschen regierung und geschichte habe.

    liebe grüße,

    steffi



    Last edited by scififan at 10.11.2002, 21:32
    TUE ES ODER TUE ES NICHT - ES GIBT KEIN VERSUCHEN! (Yoda)

  8. #8
    Dauerschreiber Avatar von CaptProton
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    Ohja...der &#036; 20 Führerschein....den hab ich auch in den Californien gemacht
    Leider schreibt die blöde Bürokratie hier in Deutschland den Führerschein nicht mehr um

  9. #9
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    doch du kannst deinen führerschein umschreiben lassen, zwei mein cousins haben es gemacht. aufs amt gehen n kleinen betrag zahlen und n weilchen später hast du einen internationlane führerschein in der hand. du darfst nach deiner rückkehr noch 3 monate fahren und dann mit dem internationalen wieder wenn du 18 jahre alt bist
    &quot;Logbuch des Käptns, es regnet schon den ganzen Tag und Niemand mag mich&quot;

    &quot;Logbuch des Käptns, ich habe mein Toupet verloren und mein Hüfthalter bringt mich um, die neuen Pomps passen auch nicht zur Uniform, was für ein Leben.&quot;

    Mystery Science Theater 3000

  10. #10
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    Ach , ich glaube, dass die meisten Deutschen gegen die Amerikaner selbst nichts haben. Das Lebensgefühl, der American way of live, ist für die meisten Deutschen immer noch etwas Besonderes. Freiheit, Selbstentfaltung, die Möglichkeit, einen Traum wahr werden zu lassen- das wird doch immer noch mit Amerika gleichgesetzt.
    Nein, ich denke, dass es vor allem die Politik von Mr. Bush ist, die vielen Leuten aufstößt. Der amerikanische Präsident schert sich- im Gegensatz zu seinem Vorgänger- einen Dreck um die Belange anderer Staaten. Ein anderes Land wird nur dann akzeptiert, wenn es das macht, was die USA wollen. Ansonsten beginnt man zu schmollen und den Eingeschnappten zu spielen.

  11. #11
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    FREAK: Lieber Loser,

    die Widersprüche in deinem Charakter sind doch sehr erstaunlich. Ich glaube du überragst sogar mich in der Hinsicht.
    Überraschungen erlebt man immer wieder. Ich z. B. hätte dich nie für nen Trekkie, bzw. Trekker, gehalten. Aber zurück zum Thema.


    Ich bin immer wieder überrascht wie viele Menschen sich bei ein wenig Kritik gleich angegriffen fühlen. Dann noch dieses lächerliche „das muss man doch sagen dürfen“ Argument. Habe ich geschrieben das ihr schweigen sollt? Nein, lediglich das mir der Ton nicht gefällt. Das ist genauso wie mit Israel, die Verwendung des Begriffs Jude war Absicht Flovi, denn leider ist nur wenigen Deutschen bekannt das ein Unterschied zwischen Juden und Israel besteht, bald sind alle Amerikaner böse und McDoof wird mit Molis beschmissen.

    Habe ich irgendwo geschrieben das ich Bushs Verhalten gut heiße? Nein, lediglich das wir keinen Deut besser sind und das diese ätzende Doppelmoral stinkt.

    Im übrigen leben wir in einer Demokratie. Das sind 51 % immer sie bzw. wir.

    Was wir den Amerikanern zu verdanken haben? Zuerst einmal die Wiedervereinigung, viele andere waren dagegen, dann sind sie es die selbst in Europa die Drecksarbeit für uns verrichten müssen, Stichwort Serbien, nur um ein paar Beispiele zu nennen. Wie gesagt, das alles machen sie nicht ohne Hintergedanken, aber ohne sie würden wir in einer ganz anderen, und IMO viel schlimmeren, Welt leben.

    scififan: der ausdruck antiamerikanismus ist nicht nur völlig fehl am platz, sondern fördert das leider immer mehr verbreitete schubladen denken von gut und böse.
    Hm, schauen wir mal. Amerikas Politik ist also böse, zumindest laut unseren ach so hohen Moralansprüchen, die wir ja haben weil wir 2mal Europa verwüstet haben und 6 Mio. Nichtarier ermordet haben, IMO ein hoher Preis, aber was solls, dafür sind wir jetzt Moralaposteln.

    Wieso ist es den so falsch Saddam zu stürzen? Der besitzt vielleicht Massenvernichtungswaffen, dazu ist er dann noch ein Diktator. Hätten die Amerikaner die Afghanistan nicht befreien sollen? Wenn nein, wo liegt der Unterschied zwischen den Taliban und Saddam. In der heutigen Zeit gibt es halt Länder die einen „nicht mögen.“ Da bleibt nur die Frage: Wir oder sie. Soll man mit anschauen wie die auch weiterhin Terroristen unterstützen um uns einzuschüchtern?

    Die Welt ist eben grau. Indem viele mit Hitlervergleichen und anderen Beleidigungen um sich werfen, versuchen sie sich selber als Gutmenschen zu profilieren. Das ist es was mir tierisch auf den Sack geht&#33;
    "Both destiny's kisses and its dope-slaps illustrate an individual person's basic personal powerlessness over the really meaningful events in his life: i.e. almost nothing important that ever happens to you happens because you engineer it. Destiny has no beeper; destiny always leans trenchcoated out of an alley with some sort of Psst that you usually can't even hear because you're in such a rush to or from something important you've tried to engineer."

  12. #12
    Furie Avatar von Simara
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    bald sind alle Amerikaner böse und McDoof wird mit Molis beschmissen.
    Ich glaube du übertreibst. Ich für meinen Teil gehe ab und an gern in McDoof ^_^
    Und ich mag den Ami-Main-Stream-Scheiß im Kino sehr gerne.

    Was wir den Amerikanern zu verdanken haben? Zuerst einmal die Wiedervereinigung, viele andere waren dagegen, dann sind sie es die selbst in Europa die Drecksarbeit für uns verrichten müssen, Stichwort Serbien, nur um ein paar Beispiele zu nennen.
    Wiedervereinigung? Dankbar? Naja <_<
    Nein, ich will jetzt nicht wieder alte Mauern in Köpfen hochziehen. Aber ich für meinen Teil war früher strikt gegen die Wiedervereinigung. Mittlerweile hab ich mich beruhigt. Es sei denn meine Verwandten kommen :o

    Aber allein die Hilfe nach dem WW II. darf nicht untern Teppich gekehrt werden, denn von den Amis kamen die ersten Care-Pakete. Und wären die Amis nicht gewesen, dann wären wir nicht so schnell wieder auf die Beine gekommen. Die anderen europäischen Staaten wollten uns zuerst nicht helfen. Dafür waren wir ihnen zu gefährlich.

    Was die Drecksarbeit in Serbien betrifft: Aufgrund unsere Geschichte war es schon besser, dass wir uns da rausgehalten haben. Aber die Amis haben uns - zum Glück - diese Entscheidung abgenommen.

    Ich war früher eine glühende Verteidigerin der Amis. Ich hab mich mal mit meiner Nichte gezofft, die über die Amis hergezogen hat. Mittlerweile muss ich mich leider immer mehr ihrer Meinung *Die Amis spinnen* anschließen.
    Jeder hat mehr oder weniger Doppelmoral. Aber die Amis sind da schon ein kleiner Meister. Allein schon die Sache mit dem Alkohol. Strikt verboten bis 21 und dann später diese College-Parties.
    Oder die Prüderie. Hey, "Basic Instinkt" kommt aus Amiland aber die Mädchen sollten mit 6 Jahren nicht oben ohne am Strand spielen. ^_^ (Aussage von Ullrich Wickert).

    Clinton war ein guter Präsident - zumindest aus meiner Sicht.
    Bush kann ich einfach nicht ab. Er ist meiner Meinung nach auch nicht richtig Präsident geworden. Das ging doch über nen Gerichtsentscheid, oder?

    Loser, du bringst jedesmal die Greueltaten des Nazi-Regimes.
    Das kann ich bald nicht mehr hören. Da bekomm ich immer den Drang aufzuzählen, was andere gemacht haben - obwohl davon die Nazi-Taten nicht weniger schlimm werden. ( War das jetzt verständlich? Ich hoffe ihr wisst, was ich meine).

    Aber nehmen wir mal die Amis.
    Auf der einen Seite kämpfen sie gegen Hitler-Deutschland, Tausende sterben beim D-Day, aber noch 1962 dürfen Schwarze nicht vom gleichen Wasserhahn trinken, wie Weiße.
    In Amiland kannst du ohne Probleme den "Stürmer" bekommen. In Deutschland ist er verboten.
    Was ist mit den Amerikanischen Ureinwohnern? Es waren zwar keine 6 Mio, aber dafür werden die heute noch unten gehalten.

    Amerikas Politik ist nicht böse.... sie ist nur so ... hm... egoistisch.
    Amerika kümmert sich einen Scheiß um UNO-Beschlüsse.

    Wieso ist es den so falsch Saddam zu stürzen? Der besitzt vielleicht Massenvernichtungswaffen, dazu ist er dann noch ein Diktator. Hätten die Amerikaner die Afghanistan nicht befreien sollen? Wenn nein, wo liegt der Unterschied zwischen den Taliban und Saddam.
    Es ist nicht falsch Saddam zu stürzen. Aber ich frage mich halt, warum 10 Jahre lang nichts unternommen wurde und jetzt soll marschiert werden. Vielleicht wäre es besser, die Oppossition zu unterstützen. Ein Umsturz sollte vom Volk kommen. Aber dieses Volk braucht Unterstützung.

    Afghanistan war in Ordnung - meiner Meinung nach. Hoffen wir, dass es den kleinen Afghanis jetzt langsam besser gehen wird.

    Der Unterschied zwischen Taliban und Saddam liegt meiner Meinung nach darin, dass die Taliban den Terror in andere Länder trägt (WTC und Bali) weil wir ihre Lebensweise nicht teilen.
    Saddan hat die letzten Jahre nichts gemacht, was das Ausland betroffen hätte. (Oder ist mir was entgangen?)
    Wenn jetzt aber Bush den Irak angreift, nur weil er sich vor Saddam *fürchtet* und er quasi prophylaktisch handeln will, .... dann greift er mit Gewalt in die Belange anderer Staaten ein, weil dieser Staat nicht so ist, wie Amerika ihn gerne hätte.
    Außerdem besitzt Amiland auch Massenvernichtungswaffen.
    Warum dürfen die das und andere Staaten nicht?
    Pakistan und Indien haben auch die A-Bombe. Sind die als nächstes auf der Achse des Bösen?
    Ich habe das Gefühl, dass Bush in schwarz/weiß denkt. Allein schon die Aussage "wer nicht für uns ist, ist gegen uns".

    In der heutigen Zeit gibt es halt Länder die einen „nicht mögen.“ Da bleibt nur die Frage: Wir oder sie. Soll man mit anschauen wie die auch weiterhin Terroristen unterstützen um uns einzuschüchtern?
    Die "Wir-oder-sie"-Frage ist mir zu einfach.
    Und je nach dem, wie man es sehen will, hat Deutschland die Al Kaida ja auch unterstützt. Sind wir jetzt auch auf der Liste der Staaten, die den Terror unterstützten?

    Die Welt ist eben grau.
    Eben&#33; Aber weiß Bush das auch? Und die Amis haben bestimmt genügend schwarze Punkte auf der ihrer weißen Weste.
    Warte mal, wer hat Saddam damals eigentlich an die Macht gebracht??

    Indem viele mit Hitlervergleichen und anderen Beleidigungen um sich werfen, versuchen sie sich selber als Gutmenschen zu profilieren.
    Den Nazi-Hammer packst du aber auch ständig aus. Ich hab keine Lust ständig Mea-Culpa-mäßig mit gesenktem Haupt durch die Gegend zu laufen, nur weil ich Deutsche bin.
    Aber manche Handlungsweisen - z. B. das Raushalten aus dem Irak-Krieg - resultieren daraus.


    Staffel I (1) dienstags 0:55 Uhr (Doppelfolgen) auf Pro7MAXX

    Staffel VIII (8) montags 22:10 Uhr auf Pro7MAXX
    Staffel XI (11) donnerstags 22:05 Uhr (Doppelfolgen) auf Sky1

    Staffel XII (12) donnerstags auf CW

  13. #13
    Dauerschreiber
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    Warnung&#33; Ich wiederhole etliche Argumente&#33;

    Simara: Loser, du bringst jedesmal die Greueltaten des Nazi-Regimes.
    Das kann ich bald nicht mehr hören. Da bekomm ich immer den Drang aufzuzählen, was andere gemacht haben - obwohl davon die Nazi-Taten nicht weniger schlimm werden.
    Darum geht es doch gar nicht. Viele Leute benutzen die Gräueltaten im Moment um die Vorgehensweise Amerikas in Frage zu stellen, Stichwort Erfahrung. Ist es Nazi - Argument also nur erlaubt um sich als besserer Mensch dazustellen? Ich denke nicht. Mit dem Nazi – Argument muss man übrigens Leben lernen Simara. Ich bin immer wieder verwundert wie viele schon gleich die Scheuklappen hochfahren wenn sie nur den Begriff Nazi hören. Diese Zeit gehört nun einmal zu unser Geschichte. Anstatt sie zu ignorieren sollten sich viele mal ein entspannteres Verhältnis dazu zulegen.

    Natürlich ist Amerika ein Land voller Doppelmoral. Wie sind jedoch keinen Deut besser. Viel zu viele denken jedoch im Moment sie hätte die Weißheit mit Löffeln gefressen weil sie die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Im übrigen haben auch die Amis dies nicht, immer wenn sie mit all ihren Errungenschaften angeben kann man halt all die Indianer, Rassengesetze, und andere Argumente bringen. Viele fühlen sich davon bestimmt so gestört wie du vom Nazi – Argument. IMO aber kein Grund darauf zu verzichten.

    Stichwort Saddam:

    Schön das du so überzeugt davon bist das man sich nicht einmischen darf. Ich frage mich bloß ob das wirklich so ist? Moralisch hat Bush sicher Grund genug gegen Saddam vorzugehen, genauso war es richtig die Taliban und Milosovitsch zu beseitigen. Serbien und Afghanistan waren Staaten die nicht so waren wie wir es wollten, da war es richtig also richtig. Ist der Irak wirklich ein Staat wie wir ihn wollen? Wieso ist es so falsch diesen gefährlichen Mann zu stürzen? Nur weil Amerika das Öl will ist IMO kein Argument, gerade für uns Deutsche die wir ja ach so moralisch Vorzeigewesen sind.

    Die wir oder sie Frage:

    So läuft es aber nun einmal. Du kannst mit Terroristen die unsere Art zu Leben nicht mögen nicht verhandeln. Das ist ein Krieg der sich nicht an Grenzen hält sondern überall stattfindet und Bin Landen und werden nicht eher aufhören bis sie uns los sind.

    Natürlich hat Bush unrecht, damit das er alles nur schwarz weiß sieht. Wer kann aber genau sagen das er in einigen Fällen nicht recht hat?

    Die Werbung sagt uns, das ständige Wiederholungen endlich verstanden werden. Dieser Beitrag dient dazu diese These zu überprüfen.
    "Both destiny's kisses and its dope-slaps illustrate an individual person's basic personal powerlessness over the really meaningful events in his life: i.e. almost nothing important that ever happens to you happens because you engineer it. Destiny has no beeper; destiny always leans trenchcoated out of an alley with some sort of Psst that you usually can't even hear because you're in such a rush to or from something important you've tried to engineer."

  14. #14
    Furie Avatar von Simara
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    Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob du mich richtig verstanden hast, Loser.
    Vielleicht bin ich aber nur schrecklich naiv.

    Warnung, auch ich werde mich wiederhole .

    Das Nazi-Argument:
    Ich fahre keineswegs Scheuklappen hoch und ich habe mich schon mit unserer Vergangenheit auseinandergesetzt.
    Aber ich habe bei dir das Gefühl, dass du eben nicht unverkrampft an diesen Teil der Geschichte herangehst und immer nur vorbringst, wie furchtbar die Deutschen = Nazis waren. Du wirfst anderen vor, sie würden nicht zwischen Juden und Israelis unterscheiden.
    Unterscheidest du zwischen Deutschen und Nazis?

    Ich stelle Amerikas Vorgehen auch nicht aufgrund unserer deutschen Vergangenheit in Frage, sondern aufgrund des jetzigen Vorgehens der amerikanischen Regierung , die im Moment meines Erachtens einfach nicht richtig ist.

    Saddam:
    Schön das du so überzeugt davon bist das man sich nicht einmischen darf.
    Schon einmischen, aber nicht mit kriegerischen Handlungen. Damit macht sich Bush in meinen Augen zum Aggressor.
    Was kann man Saddam denn vorwerfen außer dass er Massenvernichtungswaffen hat und keine Inspektoren ins Land lässt?
    Massenvernichtungswaffen hat Bush auch. Wo ist da der Unterschied zu Saddam. Und das mit den Kontrolleuren wird ja gerade verhandelt.
    Außerdem wollte Bush der UNO vorschreiben, wie eine neue Resolution gegen den Irak auszusehen hat. Das kommt mir leicht diktatorisch vor.
    Und ich frage nochmals (vielleicht weil ich zu blöd bin es zwischen den Zeilen zu lesen): Warum wurde die letzten 10 Jahre nichts unternommen?
    Und warum kramt Bush jetzt die Achse des Bösen heraus?
    Sorry, aber das klingt für mich alles nach einem Vorwand.

    Moralisch hat Bush sicher Grund genug gegen Saddam vorzugehen, genauso war es richtig die Taliban und Milosovitsch zu beseitigen. Serbien und Afghanistan waren Staaten die nicht so waren wie wir es wollten, da war es richtig also richtig.
    Ob diese Staaten so sind wie wir es wollten, sei mal dahingestellt, aber das serbische Militär hat ethnische Säuberungen durchgeführt.
    Und die Taliban unterdrückten ihr Volk und stützten Bin Laden. Außerdem haben sie Weltkulturerbe zerstört, nur weil es ihnen nicht in ihre Ideologie gepasst hat&#33;
    Von daher gesehen war es aus unserer Sicht richtig.
    Moralisch gesehen gibt es bestimmt Gründe gegen Saddam vorzugehen, aber nicht gleich mit einem Krieg.
    Nenn mir außer dem Argument Massenvernichtungswaffen noch einen.


    Ist der Irak wirklich ein Staat wie wir ihn wollen? Wieso ist es so falsch diesen gefährlichen Mann zu stürzen? Nur weil Amerika das Öl will ist IMO kein Argument, gerade für uns Deutsche die wir ja ach so moralisch Vorzeigewesen sind.
    Der Irak ist bestimmt nicht so wie wir im Westen es wollen. Und moralische Vorzeigewesen sind wir Deutsche bestimmt auch nicht.
    Und dass Saddam kein Heiliger ist, ist mir auch klar, aber (und ich wiederhole mich wieder&#33 warum wurde die letzten 10 Jahre nichts unternommen. Warum erst jetzt? (Vielleicht sollte man mir diese Frage mal beantworten, damit ich weiter denken kann.)
    Hat Saddam mit dem WTC-Anschlag was zu tun? Hat er mit den Bombenanschläge auf Dscherba und auf Bali was zu tun?

    Ich will Saddam jetzt echt nicht in Schutz nehmen, aber ich sehe im Moment keinen trifftigen Grund für einen Angriff. Okay, man kann mitunter auch zu lange warten ..... Da jetzt den *richtigen* Weg zu finden ist schwer.

    Dass man mit Terroristen ala Al Kaida nicht verhandeln kann, da stimme ich dir zu.

    Aber findest du es richtig prophylaktisch einen Krieg zu führen?
    Denke diesen Gedanken mal weiter.
    Und nehmen wir dazu mal den Film Minority Report hinzu. Dort wurden *prophylaktisch* Menschen eingesperrt, weil sie *vermutlich* gemordet hätten. .....



    Last edited by Simara at 13.11.2002, 14:55


    Staffel I (1) dienstags 0:55 Uhr (Doppelfolgen) auf Pro7MAXX

    Staffel VIII (8) montags 22:10 Uhr auf Pro7MAXX
    Staffel XI (11) donnerstags 22:05 Uhr (Doppelfolgen) auf Sky1

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  15. #15
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    Warnung&#33; Kann sein das ich mich wiederhole, so genau weiß ich das jetzt noch nicht.

    Das Nazi-Argument:

    Die Deutschen waren damals furchtbar. Nur weil ich das ständig erwähne heißt das nicht das ich da ein Problem damit habe. Was mit jedoch auf die Nerven geht ist wie man versucht diese Zeit möglichste schnell zu vergessen. Das ist dann allerdings etwas was man doch wohl der Allgemeinheit vorwerfen kann. Ändern kann man die Geschichte nicht, vergessen oder gar verfälschen ist aber auch kein Weg.

    Du hast geschrieben das „.. manche Handlungsweisen - z. B. das Raushalten aus dem Irak-Krieg ...“ daraus resultieren. Das ist genau die moralische Überheblichkeit, verbunden mit dem WW2 Argument, die ich meine. Die stellst dich damit auf eine moralisch höhere Stufe als Bush, das ist IMO falsch. Wieso kann man ihm nicht auch zugestehen nach moralischen Richtlinien zu agieren? Schließlich ist er streng gläubig.

    Dann kommen wir jetzt wohl zwangsläufig zu Saddam:

    Bush hat Krieg geführt um Afghanistan zu befreien. Saddam hat zweimal Krieg geführt um zu erobern. Wenn der jetzt Massenvernichtungswaffen bekommt, wer weiß schon was er damit anstellen wird? Was ist wenn der einen Ausraster hat und damit Europa angreift? Also ich kann damit leben das z. B. Frankreich A - Waffen hat. Einige Länder haben halt gezeigt das sie sich der Verantwortung bewusst sind. Saddam hat nur gezeigt das er selbst seinen eigenen Leute tötet um seine Macht zu untermauern.

    Neben den Massenvernichtungswaffen hätten wir noch die Tatsache das er vielleicht Terroristen unterstützt, oder das er sein Volk brutal unterdrückt. Die beiden Gründe haben zumindest gereicht um die Taliban zu beseitigen. Wieso jetzt bei Saddam nicht? Wieso sind soviele dagegen? IMO nicht zuletzt weil viele sich freuen bald wieder Handelsbeziehungen mit Saddam aufzunehmen.

    Die letzten 10 Jahre:

    Man hat nichts unternommen weil es den Mächtigen nicht in den Kram gepasst hat, man hat ihn vor sich hin herrschen lassen. Im übrigen hat man das ganze auch mit den Taliban gemacht. Demnach war der 11. Sept ja auch nur ein Vorwand. Du sagst aber es war richtig sie zu beseitigen. Wieso soll man auch nicht bei Saddam den Vorwand nutzen? Denn in den letzten Jahren gab es ja immer mehr stimmen die Mitleid mit dem armen Saddam hatten. Da war halt nicht die Möglichkeit zu handeln. Wir sind Demokratien, da brauch der Staat die Unterstützung des Volkes um seine Aktionen zu legitimieren. Der Vorwand kommt gerade gelegen und ich sage: „Nutzt ihn&#33;“

    Die UN? Wenn man von seinem Standpunkt überzeugt ist muss man handeln, egal ob es dem ein oder anderen gefällt oder nicht. Was würde es bringen Saddam weiter zu drohen ohne der Androhung von Gewalt? Ihm geht es gut, seinem Volk schlecht, der würde einfach so weiter machen. Ich finde es ist Zeit die Sache ein für alle mal zu beenden.

    Prophylaktisch Vorgehen ist im übrigen IMO sinnvoll. Oder soll man darauf warten bis der andere zuerst zuschlägt? Insbesondere wenn die schon vorher gezeigt haben das sie kein Problem damit haben zuzuschlagen.

    Ich würde dich im übrigen weder als naiv oder blöd bezeichnen, höchstens schrecklich hartnäckig. Wahrscheinlich sind wir beide ein bisschen naiv, ein bisschen blöd, viel zu hartnäckig und fühlen uns schrecklich missverstanden.

    Im übrigen, ja, auch ich neige zur Doppelmoral. Aber ich stehe dazu, das ist dann der Unterschied zu vielen anderen.
    "Both destiny's kisses and its dope-slaps illustrate an individual person's basic personal powerlessness over the really meaningful events in his life: i.e. almost nothing important that ever happens to you happens because you engineer it. Destiny has no beeper; destiny always leans trenchcoated out of an alley with some sort of Psst that you usually can't even hear because you're in such a rush to or from something important you've tried to engineer."

  16. #16
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    Oh je, jetzt bin ich enttarnt (hartnäckig). Und vielleicht sollte ich auch einfach mal meinen Mund halten bzw. die Finger ruhig .... aber zu etwas möchte ich noch Stellungnehmen.

    Die stellst dich damit auf eine moralisch höhere Stufe als Bush, das ist IMO falsch. Wieso kann man ihm nicht auch zugestehen nach moralischen Richtlinien zu agieren? Schließlich ist er streng gläubig.
    Es war nie meine Absicht, mich auf eine höhere Stufe als Bush zu stellen. Das hast du dann falsch aufgefasst. Ich glaube auch nicht, dass dies die Mehrheit tut.
    Ich verwehre ihm auch nicht, dass er eigene moralische Richtlinien hat, aber diese kann ich eben nicht teilen.
    Würden wir Deutschen sagen "Ja klar, lass uns den Irak angreifen, weil er zur Achse des Bösen gehört", dann würde gemunkelt werden, dass wir Deutsche aus unserer Vergangenheit nichts gelernt haben und wieder mal einen Angriffskrieg führen.

    Er ist streng gläubig?
    Ich habe da so mein Problem mit streng gläubigen Menschen aller Fasson. Wie ich in einem anderen Thread schon geschrieben habe, habe ich die Erfahrung gemacht, dass genau diese Menschen doppelzüngiger und falscher sind als andere.
    (Ich bitte darum, dass sich jetzt niemand persönlich angegriffen fühlt - ist nur meine persönliche Erfahrung)

    Tatsache das er vielleicht Terroristen unterstützt, oder das er sein Volk brutal unterdrückt. Die beiden Gründe haben zumindest gereicht um die Taliban zu beseitigen. Wieso jetzt bei Saddam nicht?
    Tja, so wie du es darstellt besteht tatsächlich kein Unterschied.
    Ich habe den Fehler gemacht die Taliban mit Bin Laden gleichzusetzen. Aber das stimmt ja nicht.
    Also so gesehen hast du recht.

    Mitleid mit Saddam habe ich ganz und gar nicht. Aber sollten wir nicht die *Form* wahren?
    Klar, ich will eigentlich auch nicht warten, bis der nächste Anschlag jemanden von meinen Leuten trifft .... aber begeben wir uns mit einem Präventivschlag nicht auf die selbe Stufe?

    Da haben wir es wieder. ... dieses Stufen-Denken. Und hier stimmt es, hier würde ich mich auf andere Stufe stellen.

    Also halte ich ab jetzt still ... h34r:


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  17. #17
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    Simara: Oh je, jetzt bin ich enttarnt (hartnäckig). Und vielleicht sollte ich auch einfach mal meinen Mund halten bzw. die Finger ruhig .... aber zu etwas möchte ich noch Stellungnehmen.
    Dito.

    Würden wir Deutschen sagen "Ja klar, lass uns den Irak angreifen, weil er zur Achse des Bösen gehört", dann würde gemunkelt werden, dass wir Deutsche aus unserer Vergangenheit nichts gelernt haben und wieder mal einen Angriffskrieg führen.
    Das kann ich ja bis heute nicht verstehen. Wieso haben viele so wenig Selbstbewusstsein und sind nicht bereit sich dem Vorwurf zu stellen? In der Politik geht es um Macht und darum die persönlichen Interessen durchzusetzen. Wenn wir nicht lernen mit dem oben genanten Argument zu leben, und halt nicht gleich beleidigt den Schwanz einziehen, werden wir nie zu Normalität zurückkehren können. Wenn wir denken das Saddam eine Gefahr sollten wir dafür auch bereit sein zu kämpfen. Man muss Gewalt nicht gutheißen, aber sie ist und bleibt das letzte Mittel zur Konfliktlösung, es gibt halt Zeiten da geht es nicht anders, so traurig das ganze ist.

    Mit streng gläubigen Leuten habe ich im übrigen auch mein Probleme. Aber Toleranz heißt ja nicht das man alles ertragen muss was sie von sich geben ohne Widerspruch.

    Mitleid mit Saddam habe ich ganz und gar nicht. Aber sollten wir nicht die *Form* wahren?
    Klar, ich will eigentlich auch nicht warten, bis der nächste Anschlag jemanden von meinen Leuten trifft .... aber begeben wir uns mit einem Präventivschlag nicht auf die selbe Stufe?
    Vielleicht? Vielleicht aber auch nicht? Also ich möchte die Entscheidung nicht treffen. Ich kann mich auch nicht entscheiden. Leider gibt es viel zu viele Leute die sich für eins entscheiden können. Das ist es was ich nicht verstehen kann.

    Also halte ich ab jetzt still ... h34r:
    Ich auch, zumindest versuche ich es. Aber wahrscheinlich wird es dir, genauso wenig wie mir, gelingen besonders lange still zu sein.
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  18. #18
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    Salve,

    also wenn ich mir das hier alles durchlese, könnte ich mich aufregen.
    Ich kann nur wiederholen und zwar durch meine persönlichen Erfahrungen, dass sich Europa von den USA lösen müssen, sonst ist Europa und Deutschland dem Untergang geweiht.

    Das die USA soviele Feinde in der Welt haben, sind sie doch selbst Schuld, schließlich haben sie damals bin Landen ja schließlich selbst ausgebildet.

    Und wenn ich dann lese, dass hier jemand imme riweder mit dme Nazi.Argument kommt. Ich war damals nicht auf der Welt, meine Eltern wurden 1941 und 1942 erst geboren, meine Großeltern waren Gegner von Hitler.
    Und was die Amerikaner mit den wahren Ureinwohner geamcht haben, wir ja gerne verschwiegen, ist sowas nicht bekannt als Doppelmoral?

    Es mag zwar sein, dass die USA sich gerne um Deutschland gekümmert haben, nur damit sie ein Schützpunkt haben und hinzu kommt, das Deutschland schon immer strategisch wichtig war. Wer es kontrolliert, kontrolliert Europa, aber nun muß Europa sich selbst lenken und wenn wir, dank der USA nun Zielscheibe des Terrors werden, denn die USA selbst erschaffen haben.

    Vale

    Q
    <span style='font-family:Optima'>
    &quot;Oh bitte&#33; Ich sitze hier wie auf Kohlen und warte darauf, daß dieser Mann mir gesteht, ein Außerirdischer zu sein, und währenddessen reden alle über belegte Brote. Belegte Brote, herrje&#33;&quot;
    Cartur Ramsey zu Kaylene Sorensen, als Sellars versucht seine Lebensgeschichte zu erzählen.
    </span>
    OTHERLAND IV »Meer des silbernen Lichtes«
    - - - - -
    ST25C - P&P-RPG

  19. #19
    Flinker Finger Avatar von Gilgamesh
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    Eigentlich wollte ich nichts zu diesem Thema sagen.
    Loser Du sagst, Dir geht der Antiamerikanismus auf die Nerven. Warum ist jemand, welcher kritisch ist, Behauptungen hinterfragt plötzlich antiamerikanisch oder antisemitisch???
    Warum sind wir den USA etwas schuldig?? Tut mir leid, aber für ein Verbrechen, welches vor 60 Jahren geschah, kann ich ja nun wirklich nichts&#33;&#33;&#33; Ich fühle mich auch in keinster Weise schuldig&#33;&#33;&#33; Was geschehen ist, ist fürchterlich und darf nie wieder passieren. Aber, genau dies beginnt wieder. Unter dem fadenscheinigen Vorwand der Terrorbekämpfung, werden von Deinen armen USA unschuldige Zivilisten abgeschlachtet. Ebenso wie Osama, handelt Hill-Billy-Bush absolut ohne jegliche Moral und Skrupel. Denn mittlerweile haben die USA mehr unschuldige Menschen in Afghanistan ermordet, als bei den Anschlägen auf das WTC starben.
    Hinzu kommt noch diese perfide Doppelmoral.
    Die Behauptung: Der Irak besitzt chemische und biologische Kampfmittel, außerdem arbeitet er an atomaren Waffen.
    Die Wirklichkeit: Die USA besitzen zumindest eines der größten Lager für biologische und chemische Kampfstoffe. Sie sind die zweit größte Atommacht auf diesen Planeten.
    Die USA weigern sich den internationalen Gerichtshof anzuerkennen, da sie für ihre Soldaten Narrenfreiheit verlangt. Die diversen Verletzungen des Menschenrechts möchte ich gar nicht ansprechen.
    Aber das Beste, war Deine Meldung vom Gläubigen Hill-Billy-Bush.
    Wusstest Du eigentlich, dass alle Angehörigen des Klerus, welche an der Inquisition aktiv teilnahmen, extrem gläubig waren??? Was glaubst Du, welche unbeschreiblichen Verbrechen sind schon im Namen Gottes durch Gläubige begangen worden??
    Die USA haben sich die kritischen Fragen vom Rest der Welt schwersten verdient&#33;&#33; Sie haben binnen kürzester Zeit den Terrorbonus verspielt, eigentlich hat den Hill-Billy-Bush verspielt, weil er den Krieg seinen Daddys weiter spielen will.

    Gilgamesh
    Fear...fear attracts the fearful...the strong...the weak...the innocent...the corrupt...Fear...Fear is my ally..

    At last we will reveal ourselves to the Jedi. At last we will have revenge....

  20. #20
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    Ich habe jetzt nur die letzten beiden Postings durchgelesen. Nur mal kurz mein unwürdiger Senf dazu:
    Ich bin seit meiner Kindheit "Amerika-Fan". An der Wand hängt der Sternenbanner, ich schaue mir hauptsächlich am. Filme an und lese viele am. Autoren.
    Nur: Das Recht, die am. Politik zu kritisieren lasse ich mir nicht nehmen und ich sehe das auch nicht als Anti-Amerikanismus. Gibt es denn eigentlich auch einen Pro-Amerikanismus???
    Ich sehe das so: Ich bin zB Fan von Arnie Schwarzenegger. Trotzdem bewahre ich eine kritische Distanz - ich finde nicht alle seine Filme automatisch toll oder verkläre sie. Wenn mir ein Film von ihm nicht gefällt, akzeptiere ich das und äußere dies auch.
    Man tut niemandem etwas gut damit, ihn anzuhimmeln. Sympathisieren, ja, aber IMMER kritische Distanz bewahren&#33; Gerade im Umgang mit einer Nation, die auf Unmengen Blut erbaut wurde und heute noch Blut vergießt ohne Ende.
    Gerade wir Europäer haben die absolute moralische Verpflichtung, auf Missstände aufmerksam zu machen. Wir haben viele Jahrhunderte lang weite Teile der Welt brutal unterdrückt und erst vor 60 Jahren ein unfassbares Verbrechen begangen. Aber wir haben, denke ich, unseren Preis bezahlt und daraus gelernt. Ich sehe dies als historische Chance, Europa als rationalen Kern in dieser verrückten Welt zu errichten.
    &quot;Dumm geboren und nix dazu gelernt&quot;

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