@ Simara

Ehrlich gesagt, hatte ich dieses Thema hier mal angeführt, weil ich zeigen wollte, dass die Hartz-IV-Bezieher nicht nur solche Leute sind, wie sie im Fernsehen gerne gezeigt und in Talkshows vorgeführt werden.
Ich habe nur einige Beispiele aufgeführt, gegen die ich mich gewehrt habe.

Allerdings hatte ich hier schon manchmal das Gefühl, mich hier vor einigen rechtfertigen zu müssen und das es wohl meine Schuld ist, das ich in so eine Situation gekommen bin und das ich wegen jeden falschen Pups (entschuldigt die Ausdrucksweise) der dort angestellt mich schickaniert fühle.
Hinzu kommt, dass hier von einigen der Eindruck rüber kam, dass die ALG II Empfänger arbeitsfaul sind und ich es somit leid.

Ich meine mich auch zu erinnern, dass ich geschrieben hatte, wie alt mein Sohn ist.

Gerne erzähle ich mal noch die Geschichte einer Freundin.

Gekündigt, bevor sie erfuhr, dass sie schwanger war. Freund und Vater des Kindes stellt sich als Faultier und Säufer heraus.
Sie ist also, obwohl in einer Partnerschaft auf sich alleine gestellt und das Kind wird von Ärzten als sogenannten "24 Stunden Baby" bezeichnet. Schläft am Tage nur, wenn es im Kinderwagen durch die Gegend gefahren wird und nachts nur von 2 Uhr bis 4 höchstens 5 Uhr.
Mit 6 Monaten krabbelt es immer noch nicht, kann sich schlecht aufsitzen, stehen auch kaum.
Nach vielen Untersuchungen stellt sich heraus, dass Kind hat Neurofibromathose und bei ihm betrifft es den Bewegungsapparat. Die Spezialisten für diese Erkrankung sitzen in Hamburg. Sie hat keinen Führerschein und sich vom Freund getrennt. Kampf mit der Krankenkassen wegen des Behindertenstatus. Nach fast 2 Jahren kommt sie einen Ausweis für das Kind, Vermerk "kann alleine Bus fahren" (super das Kind kann noch nicht mal alleine laufen, aber Bus und Bahn kann es wohl).
Das Kind ist 3 Jahre alt und sie hat auch eine geeignete Kindertagesstätte gefunden. Sie würde gerne wieder arbeiten gehen, wenn auch nur stundenweise. Sie stellt Antrag auf ALG I. Nach drei Monaten fällt den Leuten vom Arbeitsamt ein, dass ihr nach 3 Jahren Erziehungsurlaub kein ALG I mehr zusteht, also erhält sie Arbeitslosenhilfe.
Der Junge muss dreimal die Woche zur Physiotherapie und zu anderen Therapien. Die Kasse möchte nicht mehr die Kosten dafür übernehmen, dass die Therapeuten in die Kindereinrichtung kommen. Ken ist mittlerweile 5 Jahre alt und läuft mittlerweile nicht mehr an der Hand und mit dem Treppensteigen läuft es auch besser. Da fällt der Krankenkasse ein, dass man das ja nicht mehr behindert nennen kann.
Das Ken sich aber noch nicht mal alleine waschen, auf Toilette gehen und sich anziehen kann, na was solls. Die Mutter geht ja eh nicht arbeiten. Also wieder Kampf.
Dann kommt Hartz IV und die zuständige Mitarbeiterin kann gar nicht verstehen, warum die Mutter nicht arbeiten gehen will. Das Kind ist zwar behindert, aber doch wohl in einer Tagesstätte und die paar Arzt- und Therapeuten die Woche, da findet sich doch sicher auch mal jemand anders.
Bei den Bescheiden wird gleich mal das Pflegegeld für Behindertenstufe 1 mit als Einkommen berechnet und das das Kind, weil behindert eigentlich anders eingestuft wird ach das weiß doch diese arbeitsfaule Frau sowieso nicht.
Vor drei Jahren fand meine Freundin endlich eine Stelle, wo sie 10 Stunden die Woche arbeiten konnte und der Stundenlohn betrug 4 Euro.
Die Bearbeiterin fand das nicht toll, denn mit diesem Stundenlohn kam sie ja auf kein so tolles Einkommen, aber dafür brauchte man ihr dann auch nicht die Fahrkosten zu bezahlen.
Ken geht mittlerweile in die Spezial-Grundschule, die geht nicht über 4 sondern über 5 Jahre. er hat immer noch Einschränkungen, sein IQ wurde auf 75 eingestuft und mittlerweile haben die Ärzte auch festgestellt, dass er nicht ADHS mit autistischen Zügen sondern Autist mit ADHS-Zügen ist.

Meine Freundin geht jetzt 20 Stunden die Woche, ihr Stundenlohn beträgt jetzt 5 Euro und die Dame von der ARGE ist immer noch der Meinung das meine Freundin arbeitsfaul ist. Die Krankenkasse schickt jedes Jahr jemanden vorbei, um zu prüfen, ob das Ken noch ein Pflegefall ist.

Ach ja, zum Vater... Der kann ja nicht auf Montage arbeiten gehen, da er ja ein behindertes Kind hat. Keiner der Mitarbeiter hatte bis dato überprüft, ob er sich um das Kind kümmert und die diversen Germine wahr nimmt, wie er immer behauptet.
Jetzt kam mal endlich jemand auf die Idee die Sache zu überprüfen. Er rief meine Freundin an und wollte von ihr die Bescheinigung, dass er sich sehr gut um das Kind kümmert und sie in allem unterstützt.
Seinen Sohn sieht er zu dessen Geburtstagen, wobei er von seinem Sohn aus erster Ehe schon öfters von diesen Feiern entfernt wurde, da er, so besoffen wie er war, noch nicht mal mit bekam, wenn Ken ihm seine Geschenke zeigen wollte.


Soweit zum eigentlich Thema und dem was ich hier fragte - Beamten- bzw. Ämterschikane.