Ach, du meinst Wohngeld-Anspruch! Ich dachte, du meinst Anspruch an die Arbeitsleistung, die erwartet wird. Nun, da habe ich dich missverstanden, tut mir leid.
Es gibt im www genügend kostenlose Wohngeldrechner, mit denen man ausrechnen kann, wieviel Wohngeld einem in etwa zusteht. Letztlich ist die Sachlage recht einfach: Wenn sie mit Nettoeinkommen plus Wohngeld weniger als Hartz IV hat, hat sie Anspruch auf Aufstockung durch Hartz IV.
Was daran falsch ist, ist ein allgemeiner Kritikpunkt, der von Wirtschaftswissenschaftlern jeder Coleur an Hartz IV geäußert wird (die Zuverdienstmöglichkeit ist ja erst auf Druck von Gutachten überhaupt geschaffen worden): Es wird zuviel angerechnet, d.h. die sog. Transferentzugsrate, wie das im Fachjargon heißt, ist zu hoch. Hierdurch mindert man die Anreize, sich einen Nebenjob zu suchen. Ein Nebenjob ist für die Chancen auf dem Arbeitsmarkt aber immer noch besser, als gar kein Job. Selbst neoliberale Wissenschaftler sehen das so.Stimmt, du hast geschrieben "kann".
Allerdings hatte ich den Eindruck, die Verkäuferin kann ruhig nen Nebenjob haben, ihr wird ja nix abgezogen, aber für einen H4-Empfänger lohnt es sich nicht. Und ich verstehe die Empöhrung darüber nicht. Der H4-Empfänger lebt von nicht selbst erarbeitetem Geld. Ich weiß nicht wie ich es noch deutlicher schreiben soll. H4 ist eine Hilfe, die dann zurückgeschraubt wird, wenn der Hilfeempfänger eigenes Einkommen hat. Was ist daran falsch?
Dann erklär mir bitte mal, wieso du es als "Frechheit" betrachtest, zu erwähnen, dass man sich einen Nebenjob suchen kann.Keine Ahnung, warum du das dermaßen in den falschen Hals bekommen hast, denn - wie auch ich weiter vorne schrieb - habe ich auch seit Jahren einen Nebenjob. Da brauch ich mir auch von niemandem was sagen zu lassen.
Wenn die Threadöffnerin schreibt, sie wurde schikaniert, und dann kommt die Antwort, "manche" fühlen sich eben schnell schikaniert, liegt es recht nahe, dass man das auf die Threadöffnerin bezieht.Also geht es in dem Thread hier nicht um allgemeine Beamtenschikanierung, sondern einzig und allein um Demonas Fall?
Ja, nicht drauf eingehen auf einen Fall, der offensichtlich Schikane ist, ist dann auch das einfachste. Ich greife dich nicht an, weil du nicht in die "ARGE-Hetze" einstimmst, sondern weil du auf die Frage von mir, was du tun würdest, wenn man dir jeden Bescheid falsch berechnet und dich ansonsten dauernd herumschikaniert (was klar erkennbar auf Demona bezogen war), geantwortet hast: Ach, weißt du, manche fühlen sich schnell schikaniert. Auf wenn soll ich denn das beziehen, wenn nicht auf Demona?Darauf bin ich gar nicht eingegangen. Und werde ich auch nicht.
Ich hab geschrieben, dass es auf den Ämtern Blinzen gibt und habe auch einen Fall aus dem eigenen Umfeld geschildert. Trotzdem greifst du mich an. Was soll der Scheiß!
Nur weil ich nicht in die Hetze gegen die ARGE einstimme?
Nein, es wurden konkrete Fälle erwähnt, und es wurde nach eigenen Erfahrungen gefragt. Demona schrieb sogar ausdrücklich, dass ihre jetzige Bertreuerin hilfreich ist. An keiner Stelle wurde geschrieben, dass "die Beamten" ja nur schikanieren, oder dass man ja als Beamter so bequem lebt und so beneidenswert ist, wie das hier über Hartz VI-Empfänger geschieht. Aber man merkt ja, wie du dich bereits durch diese Diskussion von ganz konkreten Fällen angegriffen fühlst.Ähm... aber genau das passiert doch gerade. Der Thread wurde eröffnet um gegen Beamtenschikane zu wettern. Aber nicht alle Beamten schikanieren. Und genau das beweisen die ein oder anderen Berichte.
Auch das kann man sehr leicht so interpretieren, dass Demonas Aussagen ja vielleicht gar nicht stimmen.Kann und will ich nicht. Weil ich auch die andere Seite kenne von Hilfeempfängern die Lügen, wenn sie den Mund aufmachen. Die falsche Atteste bringen und die Sozialhilfebetrug begehen.
Es ging ihrem zweiten Beitrag hervor, der vor deinem ersten kam. Das kannst du zeitlich nachlesen. Dass Teylen das mit dem Geld offenbar missverstanden hat, zeigt nur, dass sie überhaupt keinen Begriff hatte, wieviel Geld einem Hartz IV-Empfänger eigentlich zur Verfügung steht. Sonst wäre nicht erst von "unter 1000 Euro" und dann von etwa fünfhundert Euro nach Abzug der Miete die Rede gewesen. Wie man auf solche Beträge kommen kann ist mir ein Rätsel, aber es ist auch ein gutes Indiz, was für irrwitzige Vorstellungen über die Hartz IV-Regelungen herrschen.Nein. Aus ihrem Ausgangspost ging das alles nicht hervor. Kannst du ja nachlesen. Die zeitliche Diskrepanz kam später raus.
Und nicht nur ich habe Demonas OP wohl nicht richtig verstanden. Denn Teyl z. B. hat das mit dem Geld missverstanden.
Habe ich nicht weiter oben geschrieben, dass ich meine, mit 350 Euro kann man zeitweilig über die Runden kommen, dass es aber langfristig schwierig wird?Also deiner Meinung nach werden die Leistungen für H4-Empfänger in unzumutbarer Weise gestrichen? Du meinst, mit 350,00 EUR kann man nicht leben?
Ein alleinstehender Hartz IV-ler hat bei weitem keine 900,- Euro, sondern vielleicht 700.-. Demona und Max sind zu zweit. Eine Verkäuferin, die nicht alleinstehend ist, bekommt in der Regel Kindergeld und hat damit letztendlich über 1000,- Euro. Wenn sie ein Kind hat, dürfte ihr bei dem Einkommen auch Wohngeld zustehen. Müsste man mal ausrechnen lassen. Wenn sie immer noch drunter ist, kann sie wie gesagt Hartz IV-Aufstockung beantragen. Sie liegt in keinem Fall unter Hartz IV.Und alles was ich sagte war, dass eine ... nehmen wir wieder die Verkäuferin auch nicht mehr hat. Und die muss auch davon leben und kann sich nicht beschweren. Und wenn sie 900,00 EUR bekommt kann sie kein Wohngeld mehr beantragen. Zumindest nicht hier bei mir.
Was das allgemeine Thema Ämter-Schikane ist: Eine meiner engsten Freundinnen hat ein Steuerberatungsbüro. Da kann man eigentlich Ämter-Schikane fast an der Tagesordnung mitbekommen. In einem Fall, wieder Hartz IV, weigert sich die ARGE, Schuldzinsen fürs Haus bei der Einkommensberechnung zu berücksichtigen (bevor es jetzt wieder losgeht, "was, die können sich einen Steuerberater leisten", es handelt sich um ein befreundtes Kleinunternehmerpaar, die schon lange von ihr betreut sind und jetzt pleite gegangen sind und vor der Zwangsversteigerung ihres Hauses stehen). In einem anderen Fall hat ebenfalls ein KMU das "Verbrechen" begangen, im europäischen Ausland ein Zweitunternehmen zu eröffnen, um den dortigen Aufenthaltsvorschriften für Arbeitnehmer gerecht zu werden. Dem haben sie jetzt die Steuerfahndung auf den Hals gehetzt, mit Argumenten, von denen jeder Steuerfachmann, der den Fall kennt, sagt, dass sie keinerlei Aussicht auf Erfolg beim Finanzgericht haben. Ein grundehrlicher Mann, der dem Finanzamt noch nie einen Euro schuldig geblieben ist. Der war letztes Jahr mit Verdacht auf Herzinfarkt im Krankenhaus wegen der Sache und hat inzwischen in Deutschland alle Mitarbeiter entlassen und das deutsche Unternehmen liquidiert. Herzlichen Glückwunsch, noch ein paar Arbeitsplätze weg.






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