Ok, kommen wir doch einfach mal wieder in Richtung Thema und weg von den persönlichen Animositäten, die sich hier aufgebaut haben, oder?
Ich könnte mir gut vorstellen, dass der HartzIV-Satz aufgrund theoretischer Grundlagen berechnet wurde (also die grundsätzliche Idee und die entsprechenden Auslegungen). Diese Theorie bedenkt allerdings nicht, wie sollte sie auch, dass Menschen (und ich spreche hier NIEMANDEN persönlich an!!!) nun mal unterschiedlichen Background haben, was Lebenshaltung und Selbstversorgung, Versicherungen, Hobbies, Bildung etc. angeht.
Und ich habe hier kein "Talkshow-Wissen", bevor das wieder unterstellt wird. Was ich jetzt schreibe, basiert hauptsächlich auf den Erzählungen eines Freundes, der Lehrer an einer Additiven Gesamtschule in einer Kleinstadt am Rande des Rhein-Main-Gebietes ist, liegt malerisch mitten im Taunus, sehr nett eigentlich. Alles andere als das, was man als sozialen Brennpunkt bezeichnen könnte. Eigentlich.
Uneigentlich beschreibt er immer wieder, leicht entsetzt und auch inzwischen sehr ernüchtert, dass Kinder aus sozial schwachen Familien, und hier meint er HartzIV-Empfänger oder auch Alleinerziehende, die auf "Stütze" angewiesen sind, zum Geldsparen gar nciht in der Lage sind.
Sie machen inzwischen Projekte in dieser Schule, die einfachste Dinge abdecken, um den Kids (meist aus der Hauptschule) zu zeigen, dass man allein über Lebensmittel viel Geld sparen kann im täglichen Leben. Z.B. wird den Kindern gezeigt, wie man Brote schmiert. Oder einfache Essen selbst kocht, keine Fertiggerichte nimmt, die ja teurer sind, als frisch zubereitetes.
Viele dieser Kinder bekommen zu Hause keine Brote mit in die Schule, sie bekommen Geld, damit sie sich etwas kaufen. Einige dieser Kinder haben mit 12 Jahren noch kein Brot selbst geschmiert und sind bei den Projekten hin und weg, wie einfach das ist. Sie haben von diesen simplen Dingen des Lebens keine Vorstellung. Die Eltern haben offenbar keinerlei Interesse daran, such ums tägliche Leben zu kümmern, sie müssten sich ja morgens vor demNachwuchs aus dem Bett begeben, um diesem ein Frühstück zu machen oder gar Essen mitzugeben. Mittags selbst zu kochen, scheint in vielen dieser Familien auch ein Unding zu sein. Mikrowellenfutter und Dosen sind angesagt.
Dass dann 350 € nicht ausreichend sind für 2 Personen, ist klar.
Was ich damit sagen will, ist, vielleicht wäre es sinnvoll, gerade den einfach gestrickten Menschen in diesem Land, die auf soziale Hilfe in Form von Geld angewiesen sind, auch zu zeigen, wie man sich dieses einteilt, wo man sparen kann, an welchen Stellen es noch Einsparungsmöglichkeiten gibt. Und ich meine NICHT von oben herab über einen Schreibtisch hinweg, sondern über gezielte Aufklärung.
Es gibt doch für alles Kurse,oder? Warum nicht dafür? Weil es voraus gesetzt wird. Aber irgendwie sieht es so aus, als wären diese einfachen Überlebensstrategien, die wohl einige von uns hier sich aneignen mussten während Studium/Ausbildung/kurzfristige Arbeitslosigkeit, wenn es halt wirklich mal knapp war, wie z.B. Angebote von Discounter abklappern, billig kochen, Kleinkram eben nicht kaufen, etc. um geld zu sparen, nicht wirklich noch präsent bei allen...
Wie schon gesagt, das ist kein persönlicher Angriff, einfach eine ins Unreine gedachte Überlegung, wo man noch den Hebel ansetzten könnte, um dem System gerechter zu werden.
Ich bin übers WE unterwegs! Nicht wundern, wenn ich nciht gleich antworte.





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