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Thema: Wie die Cinemaxx-Kette ihre Mitarbeiter ausbeutet

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  1. #1

    Standard AW: Wie die Cinemaxx-kette ihre Mitarbeiter ausbeutet

    Eines der traditionsreichsten Münchner Kinos, der Türkendolch in guter Lage, hat vor ein paar Jahren dicht gemacht weil der Vermieter urplötzlich selbst mit einer Verdoppelung der Miete nicht mehr einverstanden war. Solche Absurditäten der "Aufwertung" einer Stadt durch immer aberwitzigere Mieten sind sicher nicht nur bei uns Gang und Gebe. Ein einzelnes Kino hat dort vermutlich eine schlechtere Verhandlungsposition und weniger Kapitalmacht als ein börsennotierter Konzern.

    Bei der geringen Menge an Mitarbeitern die selbst in großen Multiplexen bei uns anzutreffen sind, kann ich eigentlich nicht glauben dass die Personalkosten nun so gigantisch ins Gewicht fallen. Selbst in einem großen Kino wie dem Mathäser mit 14 Sälen habe ich selten mehr als ein halbes Dutzend (ausschließlich blutjunge) Mitarbeiter gesehen. Einer Branche die gelangweilten, abgehalfterten Stars wie Nicolas Cage nach wie vor 20 Mio Dollar pro Schinken zahlt, kann es so schlecht nicht gehen. Es kommt wie immer nur auf die Verteilung des Kuchens an, und da stehen ein paar austauschbare Kinoangestellte am unteren Ende der Nahrungskette.

  2. #2
    Lokaler SciFi-Gutsherr Avatar von Starcadet
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    Standard AW: Wie die Cinemaxx-kette ihre Mitarbeiter ausbeutet

    Zitat Zitat von DerBademeister Beitrag anzeigen
    Selbst in einem großen Kino wie dem Mathäser mit 14 Sälen habe ich selten mehr als ein halbes Dutzend (ausschließlich blutjunge) Mitarbeiter gesehen. Es kommt wie immer nur auf die Verteilung des Kuchens an, und da stehen ein paar austauschbare Kinoangestellte am unteren Ende der Nahrungskette.
    Kleine Info zwischendurch: der Mathäser in München gehört übrigens auch zur "Darmstädter" Kinopolis-Gruppe.:

    Vor ein paar Jahren hätten wir hier in DA beinahe die Situation gehabt, zwei Multiplexe von zwei verschiedenen Konzernen zu haben (Kinopolis und Cinemaxx). Leider (kann man so sagen) haben die sich geeinigt, und so hat die Kinopolis-Gruppe auf ein eigenes Haus verzichtet und den Cinemaxx übernommen. Die Baugrube war übrigens schon ausgehoben. Cinemaxx war aber als erster fertig.

    Auch wenn alle Sääle hier in der Stadt in der Hand eines einzigen Konzerns sind, so gibt es doch noch reichlich Platz für "Programm-Kino"-Inhalte. Die laufen dann eben in den kleineren Innenstadt-Kinos, während die ganze Popcorn-Ware im Multiplex am Hauptbahnhof heruntergespult wird. Die Reihe "Kommunales Kino" wurde allerdings eingestellt, weil die Stadt keine Zuschüsse mehr leisten konnte bzw. wollte. Ok, bei halbleeren Säälen würde ich mir das auch überlegen...

  3. #3
    Mittlerer SpacePub-Besucher Avatar von Yoda_FDS
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    Standard AW: Wie die Cinemaxx-Kette ihre Mitarbeiter ausbeutet

    Ich finde der Artikel zeigt sehr schön die tatsächlichen Zustände in Deutschland.

    Es geht hier nicht nur um Kinos. Es geht genau so um Discounter, Transportunternehmen und vieles mehr.

    Das Problem ist, dass sich unsere Gesellschaft in wirtschaftlicher Hinsicht zu einem assozialen Gebilde entwickelt hat, das sich auf Kosten der Ärmsten bereichert. Gewinne werden nicht mehr (angemessen) weitergegeben. Im Gegenteil. Je besser es einer Firma geht, desto mehr setzen sie den Angestellten die Daumenschrauben an. Geht es der Firma schlecht, arbeitet man mit den Arbeitnehmern viel enger zusammen, um die Firma (durch Lohnverzichte etc.) zu retten. Ist die Firma dann über den Berg, dann gibt es in aller Regel keinen Ausgleich, sondern man lässt den gesenkten Lohn der AN nur langsam wieder auf "Vorkriesen-Niveau" steigen.

    Ich bin Akademiker (Dipl. Finanzwirt -FH-) und habe zuletzt für ein Taxi-Unternehmen gearbeitet, das sowohl Kurierdienste als auch Post-Dienste ausführt. Ich weiss nicht wieviele Mitarbeiter das Unternehmen hat, aber ich schätze mal auf 20-50. Alle auf Mini-Job-Basis viele davon Hartz IV-Empfänger die zu ihren H4 noch knapp 200 €/Monat verdienen dürfen. Und alle arbeiten dauerhaft für 6 €/Stunde. Ich arbeitete nun stark 2 Monate auf 400 € Basis. Man gab mir eine sehr schöne, tägliche 2-Stunden-Tour. Obwohl ich an 5 Tagen die Woche jeweils 3 Stunden im Betrieb war wurden mir nur die 2 Stunden Tour gezahlt. Eine Stunde täglich brachte ich praktisch aus freien Stücken für umsonst. Die Stunde verbrauchte ich aber nicht mit einem nettem Plausch mit Kollegen. Die Stunde setzte sich aus Abholen und Abgeben der nötigen Unterlagen und Gerätschaften, sowie der "Autosuche" und ein paar Minuten verfrühten Abfahrens (zur entspannung der sehr knapp bemessenen Tour) zusammen.

    Aber wusste man das zu schätzen? NEIN! Aus für mich unbegreiflichen Gründen (es gab keinerlei Beschwerden) wurde mir die Tour genommen und kein Ersatz angeboten.
    Im Prinzip ist mir nun etwas Saublödes passiert: Ich wurde entlassen ohne dass man mich entlassen hat.

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