Mein Vater arbeitet im Einzelhandel und daher kann ich auch ein wenig meinen Senf dazu geben.
Zum einen sind an den höheren Preis in Bezug auf Obst und Gemüse wirklich schlechte Ernten Schuld, zum anderen ist aber der Euro nicht ganz unschuldig.
Der Großhändler verlangt höhere Preise (wegen der schlechten Ernte), so dass der Einzelhandel um einen entsprechenden Gewinn zu erzielen, ebenfalls den Preis erhöhen muss. Ergo, kommt es uns Verbrauchern so vor, als ob nur der Euro den Preis in die Höhe treibt.
Allerdings muss ich Moya zustimmen, einige Sachen sind fast 1 : 1 umgerechnet worden, andere wiederum nur aufgerundet. Hier ein kleines Beispiel: bei Marktkauf gibt es so eine Grabbelecke mit Kram wie Spülbürste, Kerzen und anderer billiger Ramsch; früher 99 Pfennig, nun 55 Cent, wieso nicht 50?. Da wurde aufgerundet, weil 51 cent nicht so toll klingt (allerdings sind 4 cent 8 Pfennig). Und so wurde bei fast allen Dingen, die man im täglichen Leben so braucht, der Preis aufgerundet. Oder hat jemand von euch in letzter Zeit Preise wie 1,53 Euro oder ähnliches gesehen? Selbstverständlich wurde mein Gehalt nicht so schön aufgerundet sondern korrekt in Euro umgerechnet. <_<
Ich will nun nicht behaupten, dass die Läden und Restaurants dicht machen müssen, weil der Euro alles kaputt gemacht hat, das wäre der totale Blödsinn. Viele kleine Läden müssen schließen, weil die großen die Preise kaputt machen (ich sage nur Discount-Preise). Eine Ladenkette wie Karstadt kann PCs zum Dumping-Preis anbieten (weil sie es auf einem anderen Artikel draufschlagen), ein kleiner "Krauter" geht daran kaputt.
In unserem Stadtteil gab es bis vor nicht allzu langer Zeit einen Laden für Musik-CDs usw. Er hat inzwischen geschlossen. Ich sehe den Grund dafür darin, dass zum einen viele ihre Musik lieber aus dem Internet ziehen oder die Sachen auch bequem über Internet bestellen. Oder sie kaufen ihre Musik im Supermarkt, in dem man ja seine täglichen Lebensmittel kauft, wo immer mehr CDs, DVDs und Video-Kassetten die Regale füllen.
Oder ein anderes Geschäft (Tabakwaren, Zeitschriften, Schreibkram und Lederwaren wie Taschen) in unserem Stadtteil hat vor kurzem ein neues großes Gebäude gebaut (weil es bis dahin sehr gut lief; den gab es schon als ich ein kleines Kind war). Das neue Gebäude kostete, so viel ich weiß, 4 Millionen DM. In der unteren Etage gibt es Möglichkeiten für kleine Läden (so ca. 20 qm Fläche pro Geschäft) zum Mieten. Doch es fanden sich kaum Mieter. Einer der Ladenräume steht bis heute noch immer leer. Nun hat der Inhaber des Gebäudes (sein Geschäft beschränkte sich nach dem Bau nur noch auf Schreib- und Tabakwaren) ein Insolvenz-Verfahren. Das hat aber nun nix mit dem Euro zu tun, sondern eher damit, dass er sich wohl verschätzt hatte.





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