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Thema: Bundespräsident Köhler ist zurückgetreten

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  1. #1

    Standard AW: Bundespräsident Köhler ist zurückgetreten

    Zitat Zitat von Dr.BrainFister Beitrag anzeigen
    ich glaube, du wählst die Linke, weil du gern anders als andere sein möchtest und es magst, dich mit der pseudo-originalität von nischenmeinungen zu schmücken. für mich wird eine partei jedenfalls dann erst so richtig interessant, wenn sie sich innerhalb des regierungsgefüges bewiesen hat. so wie bademeister schon sagte, ist die Linke dort, wo sie an der macht beteilgt ist (z.b. berlin) schnell handzahm geworden. dort, wo sie in der opposition sind, können Oskars schmuddelkinder natürlich weiter progressiv-klingende fantasiegebilde als politik verkaufen. doch es klafft nunmal (leider) ein großer unterschied zwischen realität und "so sollte unsere kunterbunte welt aussehen"-hirngespinsten.
    Vieles was die Linke vertritt ist keine Nischenmeinung, ein Musterbeispiel dafür ist der Afghanistaneinsatz der nur von der Linken und 70 % der Bürger abgelehnt werden.

    Ein Problem der Legitimitätskrise unserer Demokratie ist eben, dass die etablierten Parteien sich mehr und mehr vom "Volkswillen" entfernt haben. Es werden viele Entscheidungen getroffen die gegen den Willen und die Interessen der Mehrheit sind, und es wird sich auch nicht mehr bemüßigt diese Entscheidungen dem Volk zu erklären, da die Wahlfreiheit politischer Alternativen bei vier knallhart wirtschaftsliberalen Regierungsparteien in beliebigen Koalitionen ohnehin eine Illusion ist.

    Das was die Linke Heute in der Innenpolitik vertritt ist oft nichts Anderes als das was in Regierungsprogrammen der SPD einmal stand, zu einer Zeit als diese Partei noch 46 % bei einer Bundestagswahl erzielt hat statt 23 % so wie Heute. Es gab mal eine Zeit in der die SPD sich einsetzte für höhere Löhne, für eine gute Bildung für Jedermann und eine Friedens- und Entspannungspolitik nach Außen. Die SPD, und nicht die Linkspartei hat die Sozialdemokratie verraten, indem sie sich nämlich als notwendiges linkes Korrektiv der Konservativen und Liberalen verabschiedet und eine noch neoliberalere Politik gemacht hat als Helmut Kohl. Das schließt die Grünen mit ein. Alleine die Steurreformen von Rot-Grün bescheren dem Fiskus jedes Jahr Mindereinnahmen von 50 Milliarden Euro, ohne diese "Reformen" hätten wir überhaupt keine Schuldenkrise welche die jetzige Regierung nun wieder dazu motiviert bei Eltern und Hartz IV-Empfängern die Leistungen zusammenzustreichen.

    Ohne diese Abkehr der SPD von der Sozialdemokratie hätten wir das Problem SED-Aufarbeitung der Linkspartei nicht, da es schlichtweg keine Linkspartei gäbe. Die Linkspartei gibt es, weil die SPD systematisch alle Sozialdemokraten herausgeekelt hat und alle wichtigen Posten mit Parteirechten und Seeheimern besetzt wurden. Daran hat sich übrigens nichts geändert, der Parteichef und sein Fraktionschef sind beides Schröderianer, eine sozialdemokratische Politik abseits von Lippenbekenntnisse ist von den Beiden nicht zu erwarten.

    In einer pluralistischen Parteiendemokratie hat jede Partei ihre Berechtigung, konservative Parteien haben ihre Berechtigung, liberale Parteien haben ihre Berechtigung, aber linke Parteien haben ebenfalls ihre Berechtigung. Dies sind die Pole einer Demokratie die sich auch immer wieder an der Regierung abwechseln, wenn der Gegenpol zu den Konservativ-Wirtschaftsliberalen sich verabschiedet hat die Demokratie ein gravierendes Problem, dann geht nämlich das Korrektiv verloren.

    Wenn die SPD so ein Korrektiv nicht mehr sein will, muss den Job eben jemand Anderes übernehmen.

    Es ist für mich traurig in einer Zeit zu leben in der es im politischen Betrieb eine "Nischenmeinung" geworden ist, Privatisierungs- und Deregulierungsorgien endlich eindämmen zu wollen, oder für Mindestlöhne einzustehen, die übrigens ebenfalls von einer großen Mehrheit der Bevölkerung befürwortet werden. Ich für meinen Teil möchte nicht bis an mein Lebensende von all den Merkels und Steinmeiers regiert werden, diesen beliebig austauschbaren Erfüllungsgehilfen der Hundts und Ackermanns und Henkels, die nichts Anderes machen als den Lebensstandard des Großteils unserer Mitbürger immer weiter zu ruinieren um einer kleinen sagenhaft reichen Minderheit die Taschen zu füllen.

    Das ist aber nur meine Meinung von einem funktionierenden Gemeinwesen, man kann das natürlich auch ganz Anders sehen.

  2. #2
    Administrator Avatar von Dr.BrainFister
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    Standard AW: Bundespräsident Köhler ist zurückgetreten

    Fragwürdige Friedensmission
    Wer war auf dem Schiff nach Gaza?


    [...] Auf der Passagier-Liste stehen Autoren radikal-islamistischer Zeitungen und Funktionäre der Partei BBP, zum Beispiel deren Pressesprecher, präsentiert auf der parteieigenen Website. Die BBP ist für Experten eine Partei mit antisemitischen und militanten Tendenzen. [...] "Wenn alle die gleichen Maßstäbe haben - humanitäre Güter nach Gaza ohne Gewalt - dann war das für uns die Basis des Verständnisses", sagt Norman Paech (Die Linke). [...]

    "Meines Erachtens kann man, wenn man Schnittmengen bilden möchte, durchaus sagen, dass die BBP ähnliche Dinge, ähnliche Programmpunkte auffasst wie die NPD", sagt Islamwissenschaftler Kiefer. Selbst die Linke sieht das ähnlich: In einer kleinen Anfrage 2007 ordnet die Bundestagsfraktion die BBP ins rechtsextreme Lager ein und zitiert den Verfassungsschutz: Die BBP gehöre zur Bewegung der "Grauen Wölfe". Diese vertrete "eine rassistisch-nationalistische Orientierung" und stehe für "Gewaltbereitschaft und am Führerprinzip ausgerichtete totalitäre Strukturen".

    Wir zeigen Annette Groth die Liste mit Passagieren von der BBP. "Sie müssen mich dazu nicht befragen, fragen Sie doch die Dame von Pax Christi", entgegnet Groth. "Sie kennt sich da vielleicht eher aus als ich. Ich bin da die falsche Ansprechpartnerin." "Aber Sie scheinen sich damit im Vorfeld nicht beschäftigt zu haben, wer da mitfährt?", fragen wir nach. Annette Groth beendet daraufhin das Gespräch. Drei Linke und ihre Friedensmission sitzen im gleichen Boot mit Islamisten und Rechtsextremisten. Wenn es um die eigenen Ziele geht, haben sie offenbar wenig Berührungsängste.


    Quelle: 3sat/Kulturzeit
    tja.... hmmmm... feiff: ach neeeee, das ist sicherlich wieder nur eine böse, übertriebene hetzkampagne der medien! jawoll!


    .
    Geändert von Dr.BrainFister (09.06.2010 um 00:09 Uhr)
    "Wissen sie woraus der Leberkäs gemacht wird? Aus den Resten der Knackwurst. Und die Knackwurst? Aus den Resten vom Leberkäs. So geht das ewig weiter: Leberkäs, Knackwurst, Leberkäs, Knackwurst..." - Simon Brenner (Josef Hader) in "Silentium"

  3. #3

    Standard AW: Bundespräsident Köhler ist zurückgetreten

    Zitat Zitat von Dr.BrainFister Beitrag anzeigen
    tja.... hmmmm... feiff: ach neeeee, das ist sicherlich wieder nur eine böse, übertriebene hetzkampagne der medien! jawoll!
    Die Frage die Du Dir stellen solltest ist, warum bei der Linken jeder kleine Angriffspunkt gerne intensiv medial beleuchtet wird - unsere "objektiven" Öffentlich-Rechtlichen eingeschlossen - Du aber von denselben Medien über die Vorkommnisse in gewissen anderen Parteien wenig bis nichts hörst und liest. Ich habe mir nun z.B. mal die Mühe gemacht bei den Öffentlich-Rechtlichen nach der Involvierung der FDP-Naumann-Stiftung in den Putsch in Honduras zu suchen. Wie erwartet fand ich nicht einen Beitrag dafür. Der Chef der Naumann-Stiftung ist übrigens Wolfgang Gerhardt, also nicht irgendein Partei-Hinterbänkler von dem noch nie jemand etwas gehört hat.

    Ich wünschte mir nicht dass unsere Journaille bei der Linken unkritischer zu Werke ginge, sondern dass sie bei den anderen Parteien ebenso kritisch zu Werke ginge, und ihr agenda setting nicht so offensichtlich einseitig und mit Scheuklappen betreiben würde.

    Ob diese Gaza-Flottile eine sinnvolle Idee war ist übrigens auch etwas bei dem die Meinungen weit auseinandergehen, wobei beide Seiten ihre ganz eigene "Wahrheit" haben.

  4. #4
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    Standard AW: Bundespräsident Köhler ist zurückgetreten

    Zitat Zitat von DerBademeister Beitrag anzeigen
    Die Frage die Du Dir stellen solltest ist, warum bei der Linken jeder kleine Angriffspunkt gerne intensiv medial beleuchtet wird ...
    dieser punkt wurde nicht intensiv medial beleuchtet. er tauchte bisher eher am rande auf. wenn du einen bericht im quotenschwachen 3sat - dazu noch im rahmen einer eher wenig politischen sendung wie kulturzeit - in die schublade der gezielt-kritischen medienfokussierung auf die Linke stecken willst ... dann wage ich, deine objektivität bei diesem thema doch arg zu bezweifeln.

    die frage, die du dir stellen solltest, ist, warum du diesen vorfall, wenn die FDP daran beteiligt gewesen wäre, hier sofort aufgegriffen hättest - aber dies im falle der Linken nicht tun würdest (natürlich vorausgesetzt, du hättest davon erfahren). und du solltest dir die frage stellen, ob z.b. die berichterstattung zur mövenpick-affäre der liberalen (sowie zu allen folgeskandalen rund um guido & co) weniger offensiv und penetrant war als die zur Linken. zuguterletzt muss auch die frage erlaubt sein, ob man die Linke nach diesem vorfall nun spöttisch "die terroristenpartei" nennen darf - so wie du es gern im falle der FDP aka "mövenpick-partei" tust.

    fragen über fragen...


    .
    "Wissen sie woraus der Leberkäs gemacht wird? Aus den Resten der Knackwurst. Und die Knackwurst? Aus den Resten vom Leberkäs. So geht das ewig weiter: Leberkäs, Knackwurst, Leberkäs, Knackwurst..." - Simon Brenner (Josef Hader) in "Silentium"

  5. #5
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    Standard AW: Bundespräsident Köhler ist zurückgetreten

    hier ein interessanter blogbeitrag über die rolle der medien bei der unterstützung von Joachim Gauck:

    Medienspekulanten lassen Merkelblase platzen

    [...] Dann aber die Wende: Rot-Grün – diesem eigentlich ziemlich zerschossenen Grüppchen politischem Nichts – gelingt ein echter Coup. Sie schaffen es, einen Kandidaten in das Rennen zu schicken, der irgendwie fast sowas wie glaubwürdig und vor allem Parteiübergreifend satisfaktionsfähig ist: Joachim Gauck.

    Und irgendwie scheint da einigen Journalisten ihr “Merkel-hat-alles-im-griff”-Kartenhaus auf einen Schlag zusammengefallen zu sein. [...]

    Die Trias von Springer, SPIEGEL und FAZ hat sich schon häufiger als extrem kampagnenfähig erwiesen. Egal ob Angst vorm demographischen Wandel, Front gegen die Rechtschreibreform oder Nacktbilder von Günter Verheugen, die Zusammenarbeit klappte stets recht gut. Wenn die drei in trauter Einigkeit zuschlagen, dann hat das etwas zu bedeuten. Die haben Blut geleckt. [...]


    Quelle: HIER via bildBlog
    "Wissen sie woraus der Leberkäs gemacht wird? Aus den Resten der Knackwurst. Und die Knackwurst? Aus den Resten vom Leberkäs. So geht das ewig weiter: Leberkäs, Knackwurst, Leberkäs, Knackwurst..." - Simon Brenner (Josef Hader) in "Silentium"

  6. #6

    Standard AW: Bundespräsident Köhler ist zurückgetreten

    Zitat Zitat von Dr.BrainFister Beitrag anzeigen
    dieser punkt wurde nicht intensiv medial beleuchtet. er tauchte bisher eher am rande auf. wenn du einen bericht im quotenschwachen 3sat - dazu noch im rahmen einer eher wenig politischen sendung wie kulturzeit - in die schublade der gezielt-kritischen medienfokussierung auf die Linke stecken willst ... dann wage ich, deine objektivität bei diesem thema doch arg zu bezweifeln.
    Ich kannte den 3sat Bericht gar nicht, habe aber mehrere kritische Berichte über gewisse Teilnehmer der Gaza-Flotille gelesen. Dieses Thema ist durchaus präsent in den Medien.

    Die wichtigere Frage ist aber, ob Du die Teilnahme dieser Abgeordneten an der Flotille für eine grundsätzlich gute oder schlechte Idee hältst. Ist es schlecht seine Stellung als Abgeordneter zu nutzen um auf eine Politik aufmerksam zu machen die nicht nur 1,5 Millionen Menschen in Geiselhaft für 1 % Terroristen nimmt, sondern dadurch auch dafür sorgt dass eben diese Terroristen ihre Macht über die 99 % Mithäftlinge drastisch steigern konnten? Die Hamas verdient nämlich kräftig am Schmuggeln nach Gaza, verlangt Tunnelsteuern und Baugebühren, kauft mit dem Geld viele zivile Geschäfte auf die durch die Besatzung pleite gehen. Ist es schlecht darauf aufmerksam zu machen, auch wenn man damit womöglich riskiert, (wörtlich) in einem Boot mit sehr zweifelhaften Gestalten zu landen?

    Wenn Du mal darüber nachdenkst dürftest Du selber auf viele Beispiele kommen wo legitime Demonstrationen und Proteste von der Staatsmacht immer gerne damit delegitimiert wurden, dass sich unter die friedlichen Demonstranten eine kleine gewaltbereite Minderheit mischt. Und wir reden hier noch von demokratischen Staaten, ich könnte als Beispiel auch Tianamen und den Prager Frühling anführen.

    Ganz so einfach wie Deine plakative Gleichung Abgeordnete bei Flotille + Islamisten bei Flotille = Abgeordnete böse ist dieser Sachverhalt nämlich nicht.

    die frage, die du dir stellen solltest, ist, warum du diesen vorfall, wenn die FDP daran beteiligt gewesen wäre, hier sofort aufgegriffen hättest - aber dies im falle der Linken nicht tun würdest (natürlich vorausgesetzt, du hättest davon erfahren).
    Die FDP ist in der Regierungsverantwortung, ihre Subventionen für Hoteliers und Erben und die nun maßgeblich von ihr erzwungene Kürzungsorgie bei den Armen und Schwachen haben reale Auswirkungen auf fast Jeden von uns, dagegen ist die Teilnahme von ein paar Linke-Hinterbänklern an einer Flotille ein irrelevanter Fliegenschiss.

    und du solltest dir die frage stellen, ob z.b. die berichterstattung zur mövenpick-affäre der liberalen (sowie zu allen folgeskandalen rund um guido & co) weniger offensiv und penetrant war als die zur Linken. zuguterletzt muss auch die frage erlaubt sein, ob man die Linke nach diesem vorfall nun spöttisch "die terroristenpartei" nennen darf - so wie du es gern im falle der FDP aka "mövenpick-partei" tust.

    fragen über fragen... .
    Bei Dir muss ich an einen schönen Spruch aus dem Lukas-Evangelium denken:
    "Aber was siehst du den Splitter, der im Auge deines Bruders ist, aber den Balken der in deinem eigenen Auge ist, nimmst du nicht wahr?"

    Zitat Zitat von Dr.BrainFister Beitrag anzeigen
    Oskars schmuddelkinder.
    Zitat Zitat von Dr.BrainFister Beitrag anzeigen
    Oskars kindergarten.
    Das sind übrigens Deine eigenen Erfindungen, der Name Mövenpickpartei wurde nicht von mir ersonnen.

    Zitat Zitat von Dr.BrainFister Beitrag anzeigen
    sehr interessanter artikel. vielen dank für den .
    Dabei solltest Du Dir insbesondere den Absatz über Gaucks Positionen zur Innenpolitik drei Mal durchlesen, dann verstehst Du vielleicht auch wieso ein Kandidat der Schröders Agendapolitik Klasse findet und Demonstranten die sich bei Montagsdemos engagieren abkanzelt, kein Kandidat ist den die Linkspartei so ohne Weiteres mittragen kann.

  7. #7
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    Standard AW: Bundespräsident Köhler ist zurückgetreten

    Zitat Zitat von DerBademeister Beitrag anzeigen
    Ich kannte den 3sat Bericht gar nicht, habe aber mehrere kritische Berichte über gewisse Teilnehmer der Gaza-Flotille gelesen. Dieses Thema ist durchaus präsent in den Medien.
    dieses thema ist präsent, aber nicht so wie du es beschreibst - nämlich um angeblich bei "der Linken jeden kleinen Angriffspunkt gerne intensiv medial zu beleuchten." das ist in meinen augen ein bedeutender unterschied, den du in deiner gegenargumentation jedoch großzügig übergehst (was meiner ansicht nach ein weiteres indiz für befangenheit ist).

    Die wichtigere Frage ist aber, ob Du die Teilnahme dieser Abgeordneten an der Flotille für eine grundsätzlich gute oder schlechte Idee hältst. Ist es schlecht seine Stellung als Abgeordneter zu nutzen um auf eine Politik aufmerksam zu machen die nicht nur 1,5 Millionen Menschen in Geiselhaft für 1 % Terroristen nimmt, sondern dadurch auch dafür sorgt dass eben diese Terroristen ihre Macht über die 99 % Mithäftlinge drastisch steigern konnten? Die Hamas verdient nämlich kräftig am Schmuggeln nach Gaza, verlangt Tunnelsteuern und Baugebühren, kauft mit dem Geld viele zivile Geschäfte auf die durch die Besatzung pleite gehen. Ist es schlecht darauf aufmerksam zu machen, auch wenn man damit womöglich riskiert, in einem Boot mit sehr zweifelhaften Gestalten zu landen?

    Wenn Du mal darüber nachdenkst dürftest Du selber auf viele Beispiele kommen wo legitime Demonstrationen und Proteste von der Staatsmacht immer gerne damit delegitimiert wurden, dass sich unter die friedlichen Demonstranten eine kleine gewaltbereite Minderheit mischt. Und wir reden hier noch von demokratischen Staaten, ich könnte als Beispiel auch Tianamen und den Prager Frühling anführen.
    klingt soweit vernünftig. die frage ist nur, warum die abgeordneten der Linken nicht selbst auf die idee kommen, so zu argumentieren? warum verwehren sie dem reporter stattdessen ein offenes statement zu dieser frage und versuchen lieber, dieses ereignis mit abgehangenen multikulti-klischees als "bunten basar des friedens" darzustellen? ganz so simpel und knuffig ist es scheinbar nicht.

    Ganz so einfach wie Deine plakative Gleichung Abgeordnete bei Flotille + Islamisten bei Flotille = Abgeordnete böse ist dieser Sachverhalt nämlich nicht.
    ich habe diese abgeordneten nicht als böse dargestellt. auch der "kulturzeit"-beitrag tut das nicht. plakativ und irreführend waren eher die statements der linken abgeordneten. wie gesagt: warum haben sie nicht von anfang an tacheles geredet?! mit deiner oben ausgeführten argumentation hätte man zu dem thema klar stellung beziehen können. wenn man schon für eine gute sache "riskiert, in einem Boot mit sehr zweifelhaften Gestalten zu landen", sollte man auch dazu stehen können.

    Die FDP ist in der Regierungsverantwortung, ihre Subventionen für Hoteliers und Erben und die nun maßgeblich von ihr erzwungene Kürzungsorgie bei den Armen und Schwachen haben reale Auswirkungen auf fast Jeden von uns, dagegen ist die Teilnahme von ein paar Linke-Hinterbänklern an einer Flotille ein irrelevanter Fliegenschiss.
    dass die verbindungen zwischen der Linken und diesen gruppierungen nur "ein irrelevanter Fliegenschiss" sind, mag zwar in deiner sympathisierend-subjektiven wahrnehmung so sein, kann aber derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden. jedenfalls tut sich diese partei damit keinen gefallen, weil dadurch schnell wieder zusammenhänge mit der linksextremistischen vergangenheit deutschlands hergestellt werden können. schließlich ist es noch nicht so lange her, dass z.b. die RAF für ihre "gute sache" mit islamistischen extremisten kooperiert hat. bitte nicht falsch verstehen: ich mache der Linken diesen vorwurf nicht. ich sage lediglich, dass solches unbedachtes und unprofessionelles verhalten gegenüber der presse zu solchen öffentlichen zerrbildern führen kann. wenn es dann tatsächlich zu derartigen vorwürfen kommen sollte, denke ich jedoch, dass die Linke zumindest in diesem fall nicht wieder das opferkleid anziehen kann. denn in einem gewissen maße sollte man sich als erwachsene partei (mit schwieriger vergangenheit) auch seiner eigenverantwortung bewusst sein.

    Bei Dir muss ich an einen schönen Spruch aus dem Lukas-Evangelium denken:
    "Aber was siehst du den Splitter, der im Auge deines Bruders ist, aber den Balken der in deinem eigenen Auge ist, nimmst du nicht wahr?"
    ...
    Das sind übrigens Deine eigenen Erfindungen, der Name Mövenpickpartei wurde nicht von mir ersonnen.
    warum soll mein splitter ein balken sein und dein splitter nur ein splitter? selbst wenn ich teilweise dieselben fehler mache, wird es mir doch gestattet sein, dich umgekehrt auch darauf hinzuweisen, oder? übrigens stammt die bezeichnung "oskars schmuddelkinder", soweit ich mich erinnere, auch nicht von mir. schuld sind mal wieder die anderen.

    Dabei solltest Du Dir insbesondere den Absatz über Gaucks Positionen zur Innenpolitik drei Mal durchlesen, dann verstehst Du vielleicht auch wieso ein Kandidat der Schröders Agendapolitik Klasse findet und Demonstranten die sich bei Montagsdemos engagieren abkanzelt, kein Kandidat ist den die Linkspartei so ohne Weiteres mittragen kann.
    stell dir vor, ich hab mir den artikel komplett durchgelesen. ich bin allerdings in bezug auf meine persönlichen standpunkte/vorlieben nicht so kritikresistent wie du (zumindest wirkst du in der hier gerade stattfindenden diskussion so) und teylen. deshalb kann ich durchaus damit leben, dass Joachim Gauck ebendiese schwächen hat. er geht offensiv damit um und das macht ihn für mich authentisch. zu erwarten, dass ein kandidat einerseits ecken und kanten aufweist, aber dann andererseits frei von schwächen und persönlichen schlachtfeldern sein soll ... ist ein widerspruch in sich und in anbetracht der politischen/menschlichen realität reichlich naiv.


    .
    Geändert von Dr.BrainFister (09.06.2010 um 17:50 Uhr)
    "Wissen sie woraus der Leberkäs gemacht wird? Aus den Resten der Knackwurst. Und die Knackwurst? Aus den Resten vom Leberkäs. So geht das ewig weiter: Leberkäs, Knackwurst, Leberkäs, Knackwurst..." - Simon Brenner (Josef Hader) in "Silentium"

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