Zitat Zitat von Dr.BrainFister Beitrag anzeigen
dieser punkt wurde nicht intensiv medial beleuchtet. er tauchte bisher eher am rande auf. wenn du einen bericht im quotenschwachen 3sat - dazu noch im rahmen einer eher wenig politischen sendung wie kulturzeit - in die schublade der gezielt-kritischen medienfokussierung auf die Linke stecken willst ... dann wage ich, deine objektivität bei diesem thema doch arg zu bezweifeln.
Ich kannte den 3sat Bericht gar nicht, habe aber mehrere kritische Berichte über gewisse Teilnehmer der Gaza-Flotille gelesen. Dieses Thema ist durchaus präsent in den Medien.

Die wichtigere Frage ist aber, ob Du die Teilnahme dieser Abgeordneten an der Flotille für eine grundsätzlich gute oder schlechte Idee hältst. Ist es schlecht seine Stellung als Abgeordneter zu nutzen um auf eine Politik aufmerksam zu machen die nicht nur 1,5 Millionen Menschen in Geiselhaft für 1 % Terroristen nimmt, sondern dadurch auch dafür sorgt dass eben diese Terroristen ihre Macht über die 99 % Mithäftlinge drastisch steigern konnten? Die Hamas verdient nämlich kräftig am Schmuggeln nach Gaza, verlangt Tunnelsteuern und Baugebühren, kauft mit dem Geld viele zivile Geschäfte auf die durch die Besatzung pleite gehen. Ist es schlecht darauf aufmerksam zu machen, auch wenn man damit womöglich riskiert, (wörtlich) in einem Boot mit sehr zweifelhaften Gestalten zu landen?

Wenn Du mal darüber nachdenkst dürftest Du selber auf viele Beispiele kommen wo legitime Demonstrationen und Proteste von der Staatsmacht immer gerne damit delegitimiert wurden, dass sich unter die friedlichen Demonstranten eine kleine gewaltbereite Minderheit mischt. Und wir reden hier noch von demokratischen Staaten, ich könnte als Beispiel auch Tianamen und den Prager Frühling anführen.

Ganz so einfach wie Deine plakative Gleichung Abgeordnete bei Flotille + Islamisten bei Flotille = Abgeordnete böse ist dieser Sachverhalt nämlich nicht.

die frage, die du dir stellen solltest, ist, warum du diesen vorfall, wenn die FDP daran beteiligt gewesen wäre, hier sofort aufgegriffen hättest - aber dies im falle der Linken nicht tun würdest (natürlich vorausgesetzt, du hättest davon erfahren).
Die FDP ist in der Regierungsverantwortung, ihre Subventionen für Hoteliers und Erben und die nun maßgeblich von ihr erzwungene Kürzungsorgie bei den Armen und Schwachen haben reale Auswirkungen auf fast Jeden von uns, dagegen ist die Teilnahme von ein paar Linke-Hinterbänklern an einer Flotille ein irrelevanter Fliegenschiss.

und du solltest dir die frage stellen, ob z.b. die berichterstattung zur mövenpick-affäre der liberalen (sowie zu allen folgeskandalen rund um guido & co) weniger offensiv und penetrant war als die zur Linken. zuguterletzt muss auch die frage erlaubt sein, ob man die Linke nach diesem vorfall nun spöttisch "die terroristenpartei" nennen darf - so wie du es gern im falle der FDP aka "mövenpick-partei" tust.

fragen über fragen... .
Bei Dir muss ich an einen schönen Spruch aus dem Lukas-Evangelium denken:
"Aber was siehst du den Splitter, der im Auge deines Bruders ist, aber den Balken der in deinem eigenen Auge ist, nimmst du nicht wahr?"

Zitat Zitat von Dr.BrainFister Beitrag anzeigen
Oskars schmuddelkinder.
Zitat Zitat von Dr.BrainFister Beitrag anzeigen
Oskars kindergarten.
Das sind übrigens Deine eigenen Erfindungen, der Name Mövenpickpartei wurde nicht von mir ersonnen.

Zitat Zitat von Dr.BrainFister Beitrag anzeigen
sehr interessanter artikel. vielen dank für den .
Dabei solltest Du Dir insbesondere den Absatz über Gaucks Positionen zur Innenpolitik drei Mal durchlesen, dann verstehst Du vielleicht auch wieso ein Kandidat der Schröders Agendapolitik Klasse findet und Demonstranten die sich bei Montagsdemos engagieren abkanzelt, kein Kandidat ist den die Linkspartei so ohne Weiteres mittragen kann.