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Auf keinen Fall. Das wäre das schlimmste, was dem Land passieren kann.

Ein direkt gewählter Bundespräsident würde Wahlkampf bedeuten. Monatelanger, schmutziger Wahlkampf. Wo sich sicherlich jeder der Bewerber die ein oder andere blutige Nase holen würde, und auch austeilen müsste. Dann würde es noch mehr Streit unter den Parteien geben. Die können doch schon heute kaum noch miteinander reden.

Der Bundeskanzler soll halt über dem Tagesgeschäft stehen. Sich nicht einmischen. Er steht ein bisschen über den Dingen, und klugscheißert ab und zu mal. Mal mehr oder weniger bedeutend.

Im Idealfall ist es doch ein Präsident fürs ganze Land. Und die letzten 9 Bundespräsidenten waren doch auch immer sehr beliebt beim Volk. Gerade Köhler, vielleicht auch weil er selber immer über „die“ Politiker geschimpft hat, war doch beliebt. Mit der Regierung sind immer 90% der Deutschen unzufrieden, aber den Präsidenten, egal wer das ist, finden die meisten immer total toll. Egal wie doof der wirklich sein sollte. Bringt das Amt wohl mit sich.

Diesen Status würde das Amt sicherlich verlieren, wenn direkt gewählt werden würde.

Außerdem, wenn er das Mandat direkt vom Volk bekommen würde, müsste er sicherlich mehr Macht kriegen. Was wiederum die ganze Verfassung auf dem Kopf stellen würde.

Ne ne, das mit der Bundesversammlung passt schon. Bloß die Sache mit der Numenierung sollten die Parteien dringend überdenken. Merkels / Seehofers / Westerwelles Plauderrunden sind einfach nicht so ideal. Andererseits war das mit den 30 Tagen auch knapp.
Dazu bräuchten wir ein paar österreichische Forenmitglieder, da diese ihren Bundespräsidenten schon immer direkt wählen, könnten sie hierzu mit Erfahrung aus erster Hand Stellung nehmen. Persönlich habe ich nicht den Eindruck, dass das bei meinen südlichen Nachbarn schlechter funktioniert, als bei uns.

Der eine positive Effekt unserer repräsentativen Demokratie mit 5-Prozent-Hürde ist das praktisch nichtexistente Abschneiden der Rechtsextremen auf Bundesebene - der NPD-Kandidat erhielt nur 3 Stimmen und war kaum eine Berichterstattung wert. Das war bei der letzten Präsidentenwahl in Österreich als die Rechten ihre Volksmutter zur Wahl stellten natürlich anders.

Persönlich finde ich, um auf diesen Thread zurückzukommen, es überaus seltsam zu einhundert Prozent auf der Wahlentscheidung einer Oppositions-Randpartei herumzuhacken (eine Wahlentscheidung wohlgemerkt, die so oder so keinen Einfluss auf das Wahlergebnis gehabt hätte!), während die Taktiererei unserer aktuellen Regierung - also den Parteien die momentan unser Leben mit Sozialkürzungen und Hotelsubventionen bereichern - mit keinem kritischen Wort erwähnt wird. Mir sind diese Beißreflexe die an die falsche Stelle gerichtet sind hier schon bei mehreren ähnlich gelagerten Diskussionen aufgefallen. Ich setze mich immer für eine ausgewogene Betrachtung aller Beteiligten ein, was in diesem Forum leider sehr oft darin resultieren muss die Linkspartei vor völlig unausgewogener Kritik in Schutz zu nehmen.

Wie ich dazu auch schon an anderer Stelle schrieb: Es gäbe keine Linkspartei, wenn die SPD ihre Rolle als sozialdemokratisches Korrektiv der "Bürgerlichen" wieder wahrnehmen würde, statt sich bei jeder Gelegenheit diesen ums Bein zu schmiegen wie eine rollige Katze. Eine Demokratie braucht ein Korrektiv in Form einer grundsätzlich mehrheitsfähigen parlamentarischen Alternative, was ebenso für die Konservativen gilt wenn sie in einer echten Oppositionsrolle wären (wie beispielsweise während der sozialliberalen Koalition). Dies ist zuvorderst Aufgabe der SPD, und nicht der Linkspartei. Bei diesem Palaver über Nebenschauplätze hier wedelt doch der Schwanz mit dem Hund, während sich die Regierung über die Uneinigkeit im "linken" Lager ins Fäustchen lacht und uns weiterhin mit eiskalter Klientelpolitik überzieht, die übrigens für die meisten Forenmitglieder negative Auswirkungen hat und haben wird.