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Thema: Anakin Skywalker als Borderline-Patient diagnostiziert

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  1. #1
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    Standard AW: Anakin Skywalker als Borderline-Patient diagnostiziert

    Anscheinend hätte ich mich deutlicher ausdrücken sollen. Selbstverständlich sind die Bücher von Lucasfilm autorisiert. Sonst wären sie ja illegal.

    Hier wurde aber gefragt nach - ich zitiere: " bücher, die gezielter bzw. gekonnter ins psychologische detail der figuren gehen als es die filme tun?"

    Also gehe ich davon aus, dass von den Filmcharakteren die Rede ist (vielleicht habe ich das aber auch falsch verstanden). Die Buchcharaktere sind aber nicht notwendigerweise dasselbe die Filmcharaktere, selbst wenn sie so heißen. Eben weil sie jeder schreiben und interpretieren kann, wie er will (denn Lucasfilm achtet da nicht besonders auf Konsistenz). Also, wenn es um weitere Informationen über die Filmcharaktere geht, ist ROTS die einzige Quelle, bei der man davon ausgehen kann, dass es sich um sie dreht. Bei allen andern Büchern ist es Glücksache und es gibt durchaus Bücher, die da meines Erachtens teilweise meilenweit entfernt sind. Was nicht heißt, dass die Bücher deshalb schlecht wären, nur dass sie eben nicht unbedingt charaktertreu sind.

    Das ist nicht anders als bei den B5-Büchern, wo es auch nur 10 gibt, die von JMS autorisiert sind. D.h. er hat sie gelesen und lektoriert. Die anderen sind von Warners autorisiert, aber nicht von JMS und entsprechend mehr oder weniger weit vom eigentlichen Canon entfernt.
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  2. #2

    Standard AW: Anakin Skywalker als Borderline-Patient diagnostiziert

    Zitat Zitat von nevermore Beitrag anzeigen
    Anscheinend hätte ich mich deutlicher ausdrücken sollen. Selbstverständlich sind die Bücher von Lucasfilm autorisiert. Sonst wären sie ja illegal.

    Hier wurde aber gefragt nach - ich zitiere: " bücher, die gezielter bzw. gekonnter ins psychologische detail der figuren gehen als es die filme tun?"

    Also gehe ich davon aus, dass von den Filmcharakteren die Rede ist (vielleicht habe ich das aber auch falsch verstanden). Die Buchcharaktere sind aber nicht notwendigerweise dasselbe die Filmcharaktere, selbst wenn sie so heißen. Eben weil sie jeder schreiben und interpretieren kann, wie er will (denn Lucasfilm achtet da nicht besonders auf Konsistenz). Also, wenn es um weitere Informationen über die Filmcharaktere geht, ist ROTS die einzige Quelle, bei der man davon ausgehen kann, dass es sich um sie dreht. Bei allen andern Büchern ist es Glücksache und es gibt durchaus Bücher, die da meines Erachtens teilweise meilenweit entfernt sind. Was nicht heißt, dass die Bücher deshalb schlecht wären, nur dass sie eben nicht unbedingt charaktertreu sind.

    Das ist nicht anders als bei den B5-Büchern, wo es auch nur 10 gibt, die von JMS autorisiert sind. D.h. er hat sie gelesen und lektoriert. Die anderen sind von Warners autorisiert, aber nicht von JMS und entsprechend mehr oder weniger weit vom eigentlichen Canon entfernt.
    Filme- und Serienmacher interessieren sich generell nicht für den Canon aus irgendwelchen Büchern und Comics, siehe auch J.J. Abrams Neustart von Star Trek. Das ist auch nicht unbedingt schlimm, denn wenn dieser Canon bindend wäre könnten sich die Drehbuchautoren solcher Filme und Serien bei der schieren Menge an Produkten aus dem erweiterten Universum gleich die Haare ausreißen. Bei beliebten Universen wie Star Trek oder Wars ist das Gesamtwerk so umfangreich dass es einfach niemand mehr überblicken kann, und selbst wenn, wäre die Kreativität der Autoren derart limitiert dass dabei keine guten Geschichten herauskommen würden.

  3. #3
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    Standard AW: Anakin Skywalker als Borderline-Patient diagnostiziert

    Es ist niemand gezwungen, derartige Produkte zu lizensieren. Bei Franchises, die Studios gehören, kann der Film- bzw. Serienschöpfer nichts machen.

    Anders sieht es bei Franchises aus, die dem Schöpfer gehören. Zu denen gehört George Lucas. Ob er Spin-Off-Bücher zulässt oder nicht, ist allein seine Entscheidung. Er hat sich entschieden, das zuzulassen. JK Rowling dagegen hat sich entschieden, das nicht zuzulassen (inwieweit sie jetzt diesbezüglich noch ein Mitspracherecht hat, nachdem sie sich entschlossen hat, die Copyrights am Potterverse an Warners zu verkaufen, weiß ich nicht). Immerhin war sie jedoch großzügig genug, Fanfiction zu dulden. Auch das ist nicht selbstverständlich. Es gibt Schöpfer wie George R.R. Martin, die dies strikt ablehnen, und andere wie Anne Rice, die solche Autoren sogar vor Gericht stellen. Denn Fanfiction ist keine legale Literatur. Sie wird lediglich von manchen Schöpfern toleriert.

    Die Idee, dass sich Serienschöpfer überhaupt irgendwie um den Inhalt dieser Spinoff-Produkte scheren sollten, sollte man vor diesem Hintergrund sehen.


    Edit: Eben fiel mir noch was zum Thema Interpretation in die Hand (so ist das, wenn man an mehreren Fronten parallel ähnliches diskutiert):
    Der intentionale Fehlschluss/intentional fallacy
    Geändert von nevermore (09.06.2010 um 18:44 Uhr)
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  4. #4
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    Standard AW: Anakin Skywalker als Borderline-Patient diagnostiziert

    Falls das ursprüngliche Thema noch jemanden interessiert, hier gibts eine lange Stellungnahme eines Fans, die sogar eigens eine Webseite dazu erstellt hat:

    http://darthvaderbpd.com/

    http://darthvaderbpd.com/rich_text_1.html
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  5. #5
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    Standard AW: Anakin Skywalker als Borderline-Patient diagnostiziert

    Zitat Zitat von nevermore Beitrag anzeigen
    Falls das ursprüngliche Thema noch jemanden interessiert, hier gibts eine lange Stellungnahme eines Fans, die sogar eigens eine Webseite dazu erstellt hat:

    http://darthvaderbpd.com/

    http://darthvaderbpd.com/rich_text_1.html
    Danke.

    2 Sätze am Ende bringen es eigentlich gut auf den Punkt:

    To use a popular film character to spread awareness of the disorder is clever and commendable; but it's essential to do so correctly. I believe Anakin Skywalker/Darth Vader would be an excellent example of a common criminal, …
    Ich kann die Herren Forscher ja gut verstehen. Erstens kennen viele Leute Darth Vader, und er ist auch richtig schön böse. Das hat mir in der neuen Trilogie irgendwie gefehlt: Ein fieser Bösewicht. Allein wie Vader seine Untergebenen bestrafft, wenn die mal nen Fehler machen. Dachte George echt, das so viele Leute Star Wars wegen Luke, Leia und Co. so toll finden? Wurden wir deswegen mit Jar Jar Binks bestraft? Von wegen! Leute über den Bildschirm zu Tode würgen, das war faszinierend.

    Na ja, egal. Als ich das hier zum ersten Mal gelesen habe, musste ich irgendwie an Hannah Arendts berühmten Untertitel denken: Die Banalität des Bösen.

    Irgendwie Schade, das so viele Menschen noch immer Ausreden suchen, für all die Bösewichte welche die alle möglichen Welten bevölkern. Der arme Anakin konnte also nix dafür das er so böse geworden ist, weil der arme krank ist? Hätte man das vorher diagnostiziert, und er auf die Couch gelegt worden wäre, wäre es nie so weit gekommen? Dann wäre uns immerhin Episode I erspart geblieben!

    Hm, wo wir gerade beim Thema sind: fand eigentlich jemand die „Bekehrung“ von Anakin zur dunklen Seite spannend?

    Ich hab da echt mehr erwartet. Es hieß ja immer, das Star Wars ne Familiengeschichte ist. Und da hat George mich einfach enttäuscht. Am Ende gings in Star Wars wohl nur um die Familie, weil damals einfach nicht die Möglichkeiten da waren, riesige, bunte Welten zu erschaffen. Denn, für mich, waren die ersten 3 Star Wars Filme nie sonderlich episch. Das war doch eher ne Hinterhofrevolution. Schmutzige Bars, öde Wüsten, sumpfige Sümpfe heruntergekommene Luftstädte ... alles Orte wo man sich auf Familienwerte konzentrieren kann.

    Und dann kommt George mit den Klonkriegen an. Ich glaube Obi Wan erwähnt die mal. Aber sonst? Der eine Satz. Mehr sind die Klonkriege nicht gewesen. Und nun macht er 2 Filme draus. Und sogar ne Zeichentrickserie.

    Es hätte so spannend werden können, zu sehen wie Anakin zu Darth Vader wird. Ich hatte echt die Hoffnung, das der Herr Imperator, der ja immer so gerissen sein soll, einen richtig fiesen Plan hatte. Vielleicht war das alles auch nur langweilig inszeniert? Da hätte er einfach mehr draus machen können. Dann gäbe es auch mehr Möglichkeiten zu spekulieren, wies so weit kommen konnte, mit dem armen Jungen vom Wüstenplaneten.
    "Both destiny's kisses and its dope-slaps illustrate an individual person's basic personal powerlessness over the really meaningful events in his life: i.e. almost nothing important that ever happens to you happens because you engineer it. Destiny has no beeper; destiny always leans trenchcoated out of an alley with some sort of Psst that you usually can't even hear because you're in such a rush to or from something important you've tried to engineer."

  6. #6

    Standard AW: Anakin Skywalker als Borderline-Patient diagnostiziert

    Zitat Zitat von Loser Beitrag anzeigen
    Es hätte so spannend werden können, zu sehen wie Anakin zu Darth Vader wird. Ich hatte echt die Hoffnung, das der Herr Imperator, der ja immer so gerissen sein soll, einen richtig fiesen Plan hatte. Vielleicht war das alles auch nur langweilig inszeniert? Da hätte er einfach mehr draus machen können. Dann gäbe es auch mehr Möglichkeiten zu spekulieren, wies so weit kommen konnte, mit dem armen Jungen vom Wüstenplaneten.
    Die Story hatte (und das bitte nicht als Gleichsetzung werten) das grundsätzliche Potenzial wie die Rolle des Michael Corleone in Godfather I und II. Ich beziehe mich dabei auf die nachvollziehbare Entwicklung eines eigentlich aufrichtigen und sympathischen jungen Mannes, der durch Schicksalsschläge, falsche Entscheidungen und die zu schwere Last der Verantwortung zu einem absolut amoralischen Mörder wird.

    Die größte Schwäche von Episode III war es, diese Verwandlung ex und hopp innerhalb von 5 Minuten abzuhandeln - insbesondere durch den krassen Tabubruch des massenhaften Mordes an hilflosen Kindern. Dem Zuschauer auf diese Holzhammermethode reinzudrücken dass der sympathische Kerl der letzten Filme nun auf einmal ganz böse ist, rief bei mir eher Achselzucken hervor, da dieser abrupte "Sprung" in den Massenmörder einfach nicht nachvollziehbar war. Da war selbst Darth Vaders langsames Abfallen von der dunklen Seite in "Return of the Jedi" wesentlich nachvollziehbarer und spannungsgeladener dargestellt.

  7. #7
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    Die größte Schwäche von Episode III war es, diese Verwandlung ex und hopp innerhalb von 5 Minuten abzuhandeln
    Dann hast du offenbar die Filme I und II nicht angesehen.
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