Im Grunde genommen hast du mit deinem Kommentar gar nicht so unrecht. In diesem speziellen Fall muss ich allerdings tubbacco, nachdem ich den Film heute gesehen habe, nicht einfach nur in Schutz nehmen, sondern gar ihm Recht geben. Für die spezielle Rolle die er gespielt hat war er in diesem körperlichen Zustand eine Fehlbesetzung, und gab diesem Teil der handlung leider eine unfreiwillig komische bis unglaubwürdige Note.
Auch ansonsten stimme ich mit tubbacco durchaus überein. Ich habe mir jetzt sicherlich kein übertriebenes Actionhighlight erwartet, aber ganz leicht wurden meine Erwartungen dennoch enttäuscht. So gibt es aus meiner Sicht etwas zu wenig Action, das ganze ist doch sehr vorhersehbar, stellenweise wirken die Anspielungen auf den ersten Film etwas verkrampft und generell hat man das Gefühl, aus dem durchaus interessanten Konzept hätte man mehr machen können.
Eine der vielen Gründe, die den ersten zu einem Actionklassiker der 80er gemacht haben, war der langsame Aufbau, und wie der Film ab ca. der Hälfte auf einmal praktisch die Richtung wechselt. Bei einer Fortsetzung ist das naturgemäß so nicht mehr möglich, nur muss man das dann halt durch andere interessante Ideen kompensieren. Ansonsten wird das zu einem reinen "wir rennen 100 Minuten lang durch einen außerirdischen Dschungel", was halt doch nicht ganz so unterhaltsam ist. Generell hätte ich mir mehr Action erwartet. Und die Figuren besitzen auch nicht mal ansatzweise den Kultfaktor der Dschungelkämpfer aus dem ersten.
Wo wir schon beim Kultfaktor sind: Adrien Brody zeigt zwar, dass er sicherlich keine Fehlbesetzung war in der Hauptrolle, aber er ist nun mal kein Arnie. Wenn sich die steirische Eiche am Ende des ersten Films mit Schlamm beschmiert, eine Fackel anzündet und einen Urschrei in den Dschungen ablässt, kommt das halt doch anders rüber, als wenn Adrien sich am Ende ebenfalls im Zweikampf dem Predator stellt. Auch die One-Liner reichen nicht mal ansatzweise an "If it bleeds, we can kill it", geschweige denn "I ain't got time to bleed" heran.
Was Aliens zu solch einer großen (und dem Vorgänger ebenbürtigen) Fortsetzung gemacht hat, war, dass James Cameron in allen Belangen noch einmal eins draufgesetzt hat. Er hat wirklich MEHR geliefert, nicht einfach nur mehr vom selben, wie dies bei Predators der Fall ist. Zugegeben, nach der durchwachsenen Fortsetzung (die hier praktisch ignoriert wird) und den schwachen AvP-Filmen ist selbst das schon ein Qualitätsanstieg, für den man dankbar ist, und ich will "Predators" jetzt auch nicht krampfhaft schlecht reden. Er ist durchaus ein guter, unterhaltsamer B-Actionfilm. Aber auch wenn er die bisher würdigste Fortsetzung in der Reihe sein mag, so bleibt er dennoch deutlich hinter dem kultigen 1. zurück.
Bevor ich bereits vor meinem eigentlichen Review einen Roman abfasse, hier ev. mal (für mich eher untypisch) eine kurze Zusammenstellung der Stärken und Schwächen:
+ Solide, altmodische Action ohne die typischen modernen Stilmittel wie starke Zooms und übertrieben schnelle Schnitte
+ kaum CGI
+ der Soundtrack weckt angenehme Erinnerungen an Silvestri's Meisterwerk
+ Yakuza <> Predator (der einzig wirklich originelle und packende Kampf des Films IMHO)
+ die Gewalt war aus meiner Sicht genau richtig dosiert. Weder zu harmlos, noch zu übertrieben
+ Adrien Brody ist zwar kein Schwarzenegger, war für mich aber dennoch eine der positiven Überraschungen des Films
+ einige nette Einstellungen und Szenen
+ Alice Braga
- Potential teilweise nicht ausgenutzt
- etwas zu viele Ruhepausen und zu viel Gerede und zu wenig Action
- diese ist zudem etwas ungünstig verteilt, weshalb sich vor allem zu Beginn und im ausgedehnten Mittelteil längere Ruhephasen einschleichen
- Laurence Fishburne bzw. auch generell seine Rolle (ich hatte dauernd damit gerechnet, dass sie Wilson einblenden)
- die neuen Predators sahen zwar nett aus, kamen aber vom Coolness-Faktor nicht an das geniale Ur-Design heran
- bei der Action fehlen die wirklich knackigen, originellen und/oder coolen Ideen
- es fehlt der Kultfaktor des ersten Teils; und die Versuche, durch ständige Referenzen und Zitate auf ihn zu verweisen, wirken eher verkrampft, und hindern den Film daran, eine eigenständige, gelungene Fortsetzung zu sein
- last but not least: Das Jagdverhalten wirkt nicht 100%ig mit dem im 1. Teil aufgebauten Regelwerk konsistent. So werden z.b. auch de facto unbewaffnete Gegner angegriffen
Abschließend noch ein paar Spoiler-Anmerkungen:
Nichtsdestotrotz ist "Predators" die erste würdige Fortsetzung zu Arnie's Dschungelfilm, und bietet durchaus anständige B-Actionfilm-Unterhaltung. Und trotz der Schwächen macht er durchaus Lust auf mehr. Bleibt nur zu hoffen, dass eine Fortsetzung auch wirklich kommt und diese dann auch wirklich das hält, was sich wohl nicht nur ich schon von diesem Film erwartet hätte...Achtung Spoiler!
6/10







pfui, schämt euch, ihr fishburnes und rd-andersons! ab unter die absaug-glocke!!!
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