du findest mälzer doch nur doof, weil er erfolgreich ist. würde er in irgendeiner kaum bekannten hinterhofsendung bei arte rumwurschteln, mit progressiver französischer schrammelmusik im hintergrund, wärst du von ihm wahrscheinlich ganz hingerissen.![]()
mälzer ist nicht erst seit dieser themenwoche bei der ard. er hat dort schon seit längerem eine eigene sendung:Will sich die ARD damit mal wieder krampfhaft verjüngen?
http://www.daserste.de/timmaelzer/
die rezepte auf der seite sind übrigens echt lecker, gut erklärt und größtenteils ziemlich einfach umsetzbar.
die öffentlich-rechtlichen waren mit bioleks "alfredissimo" und johann lafers ersten kochsendungen viel früher dabei als das privatfernsehen. in diesem fall ist der vorwurf, man würde dort nur einem schnellen trend hinterherlaufen wollen, also nicht angebracht.
kenn ich nicht (edit: kenn ich doch. das ist ja die nette kochtante von "wdr-servicezeit: essen & trinken". die mag ich auch, obwohl mir ihre rezepte manchmal ein bisschen zu aufwändig sind. frau meuth vertritt übrigens dieselben kochgrundsätze wie tim mälzer: regionale, saisonale küche mit möglichst unbehandelten, hochwertigen zutaten). und das ist sicherlich genau der grund, warum du sie mehr magst als mälzer. aber sobald sie so erfolgreich wäre wie er, würdest du sie wahrscheinlich genauso langweilig finden.Mehr von Martina Meuth bitte!
ich mag von all den tv-kochgesichtern übrigens sarah wiener am meisten. schon seit ihren ersten sendungen auf arte ist sie mir sehr sympathisch und auch als gast in talkshows ist sie eine der wenigen promi-persönlichkeiten, die tatsächlich etwas interessantes zu sagen haben.
die erkenntnis, dass die leute nach der sendung lieber eine tiefkühlpizza in den ofen schieben, streiten diese bööösen starköche doch gar nicht ab. tim mälzer z.b. hat das selbst schon mehrmals gesagt. deswegen ist er ja auch anhänger der pragmatischen küche und labert nicht von irgendwelchen edelspeisen, die sich sowieso kaum ein normalbürger leisten oder zubereiten kann.Diese sogenannten Starköche sollen mal lieber in ihre Restaurants verschwinden. Am besten geht wer hin, und sagt ihnen das die Leute nur gerne beim kochen zugucken, und nach der Sendung dann doch die Tiefkühlpizza in den Ofen werfen.
na immerhin etwas. nur nörgerln verdirbt schließlich den appetit. und das wäre doch gerade bei diesem thema sehr schade.Aber um mal wenigstens etwas konstruktiv sein zu wollen:
wenn man z.b. darauf achtet, größtenteils unbehandelte lebensmittel zu kaufen, muss man kein lebensmittelchemiker sein. außerdem gibt es inzwischen zahlreiche internet-plattformen, auf denen man sich über zusatzstoffe informieren kann. auch die ard-themenwoche bietet dazu einige beiträge.Gibt es jemanden, außer gelernten Lebensmittelchemikern, die wissen was sie im Supermarkt kaufen?
man informiert sich doch z.b. auch über das neueste album seiner lieblingsband oder liest/schreibt stundenlang kommentare zu den episoden irgendwelcher serien. die zeit, sich ebenso über seine ernährung zu informieren, ist also durchaus vorhanden.
zusatzstoffe werden nicht grundsätzlich verteufelt. sie wurden allerdings auch lange verharmlost. unabhängig davon, ob man sie nun toll oder doof findet, sollten die verbraucher von der industrie zumindest transparent darüber informiert werden. stattdessen gibt es aber irreführende verpackungen und werbebotschaften, die gesundheitsfördernde wirkungen suggerieren, wo eigentlich nur jede menge fett, zucker oder irgendwelcher überflüssiger synthetischer schnickschnack drin steckt.Das ist jetzt gar nicht so negativ gemeint wie es vielleicht klingt. Einige Zusatzstoffe in Lebensmittel sind sicherlich weder schädlich, noch schlimm. Allein das einige Sachen heute doch recht lange haltbar sind, ist schon praktisch. Verteufeln sollte man Zusatzstoffe also nicht.
zusatzstoffe sind bei einigen lebensmitteln sinnvoll, in anderen fällen sind sie aber oftmals nur ein zeichen von schlechter qualität. geschmacksverstärker wird verwendet, um an guten zutaten/gewürzen zu sparen. farb- und aromastoffe werden verwendet, um mangelnde frische/reife zu überdecken.
das mit dem "besseren menschen" ist ein ziemlich plumpes totschlagargument, mit dem man die bio-branche immer wieder ad absurdum führen kann. es gibt dort, genauso wie in jeder anderen branche, seriöse und unseriöse anbieter. die menge an qualitativ hochwertigen (und vor allem leckeren) lebensmitteln ist im bio-sortiment, meiner erfahrung nach, allerdings wesentlich höher.Und durch „Bio“ wird man bestimmt kein besserer Mensch.
ich bin zu bio nicht durch werbung oder moralinsaure argumente gekommen. als ich vor einigen jahren in einem behindertenwohnheim gearbeitet habe, gab es dort in der wohngruppe nur bio-lebensmittel. das hatte eine kollegin durchgesetzt und organisiert. sie wirtschaftete mit demselben einkaufsbudget wie alle anderen gruppen und kam damit problemlos zurecht. anfangs war ich auch skeptisch und hatte die üblichen vorurteile im kopf. aber bei den gemeinsamen mahlzeiten merkte ich, dass mir das brot, der käse, das obst, gemüse usw. wesentlich besser schmeckten als der 0815-kram, der bei mir damals zuhause auf den tisch kam. diese geschmackserlebnisse haben mich überzeugt. der rest, wie z.b. infos zur ernährung, kamen dann von ganz alleine.
hast du ein paar konkrete beispiele dafür? und ich rede jetzt nicht von der werbung großer konzerne oder supermärkte, die in den letzten 3-4 jahren nur schnell auf die bio-welle aufgesprungen sind, um ihr image aufzubessern oder zusätzliche zielgruppen zu erreichen.Egal was die Werbung einem einreden will ...
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