"Das Standgericht" ist eine meiner absoluten TNG-Lieblingsfolgen. Zudem neben "Marriza" aus DS9 mit die beste Bottle-episode. Sie zeigt nur einmal mehr, dass man mit einem guten Drehbuch tausendmal mehr erreichen kann, als mit kostenintensiven Raumschlachten.

Picards' Monolog über die Bedrohung der Freiheit durch diejenigen, die sie eigentlich vorgeben, schützen zu wollen, jagt mir auch heute noch ein wohliges Frösteln über den Rücken. Die Wahrheit und der Gegenwartsbezug, gerade insbesondere auf die aktuellen Ereignisse (und die daraus resultierenden soziologischen Veränderungen) bezogen, sind ungebrochen. Wenn ich mir Günther Beckstein anhöre, der fordert, jeden neuen Ausländer vom Verfassungsschutz durchleuchten zu lassen - einfach weil dieser Mensch ein Ausländer ist, nicht weil irgendetwas, auch nur das kleinste Indiz, irgendwie gegen ihn spricht - dann wird mir schlagartig klar, dass auch unsere "Demokratie" täglich nicht nur den Angriffen des "gemeinen Pöbels" von der Straße ausgesetzt ist. Nein, die schlimmere, weil unsichtbarere Gefahr lauert in Gestalt der Nadelstreifenträger, die nur zu gerne zum eigenen Machtausbau die Freiheit einschränken, vordergründig aber für das "Gute" eintreten. Siehe Beckstein, siehe Schily, siehe Schill usw.


"Ist denn ein Mann automatisch ein Verräter, nur weil das Blut eines "Feindes" in seinen Adern fließt"?

<b>Note 1</b>

Schade bei allem ist nur, dass Star Trek diese Behandlung gesellschaftlich wichtiger Themen mittlerweile fast gänzlich aufgegeben hat. Dies ist eigentlich ein Grundbaustein guter Scifi (Asimov hat das sehr treffend beschrieben). Doch scheinbar will der heutige Markt lieber zischkrachbumbum, als etwas, worüber man auch nach 17.00 noch nachdenken muss.