Seleen setzte sich ihrem Bruder gegen?ber an den Tisch und liess den Blick durch den kleinen Raum streifen. Nur wenige Menschen sassen an den Tischen und die meisten von ihnen sahen ?ngstlich und erstaunt zu ihnen her?ber. Es war schon ein seltsamer Anblick. Dieser m?chtige Kerl der einer der alten Zauber-Krieger war und die kleine zierliche Gestalt der Waldelfe mit den lustigen aufmerksam umherschauenden Augen. Der Gegensatz wirkte schon belustigend wenn Darkon nicht so viel Furcht erregen w?rde.

"Nicht sehr viel, Darkon", fing Seleen an zu berichten.
"Die Leute f?rchten sich noch immer vor den alten Zauber-Kriegern. Doch am meisten Angst haben sie vor der neuen Macht, die euch besiegt hat un die nun mit einer m?chtigen Hand nach allem greift. Alle Wesen f?rchten sich vor dem neuen dunklen Zeitalter."

"Ja, das erfahre ich jeden Tag aufs neue. Auch hier f?rchten sich die Leute fast schon mehr vor dem was passieren kann durch meine alleinige Anwesenheit. Doch das war nicht das was ich von dir h?ren wollte. Was hast du herausgefunden?"

Seleen sah sich vorsichtig um.
"Keiner erz?hlt etwas, schon gar nicht gegen?ber Fremden. Doch man kann die Macht sp?ren. Aber niemand erz?hlt etwas und die meisten w?rden wohl auch eher sterben als etwas erz?hlen."

"Das bedeutet wir m?ssen selber auf die Suche gehen und sie finden. Selbst auf die Gefahr hin, das sich uns angreifen." Darkon blickte nachdenklich auf die Tischplatte, als ob dort die L?sung des Problems zu finden sei. Wie konnten sie nur diese Macht finden? Wer war es? War es einer der wei?en Zauberer, die sich hatten retten k?nnen? War es etwas ganz neues?

Er wusste es nicht, er wusste nur er brauche jetzt Ruhe, damit er nicht unvorsichtig wird.

"Seleen, ich werde mich auf mein Zimmer zur?ckziehen und werde versuchen mich ein wenig zu erholen. Da du ja nur wenig Schlaf brauchst, w?rde ich es begr?ssen, wenn du bleiben k?nntest. Ich f?rchte die Einwohner dieses kleinen Ortes k?nnten aus purer Furcht eine grosse Dummheit begehen."

(MinasTirith)


"Ich gebe Dir recht." sagte Seleen. "Aber ich kann in diesen stickigen, engen Menschenbehausungen nicht lange aushalten. Hier erdr?ckt mich alles. Ich brauche die Weite des Himmels und des Waldes. Daher werde ich mich in der N?he zur?ckziehen. Ich habe ein kleines W?ldchen hinter dem Dorf entdeckt. Du weisst, wie Du mich rufen kannst."

Sie dr?ckte ihm einen Kuss auf die Stirn und entschwand raschen Schrittes aus dem Gasthaus. Darkon sah ihr nachdenklich und etwas besorgt nach. Pl?tzlich verdunkelte sich das Licht vor seinem Tisch. Als er aufsah, stand dort ein grosser, verkommen aussehender Mann. Sein Atem roch nach Alkohol und er sah ihn voller Zorn und Hass an...

(Leeta)


"Wie kommt es, dass du noch lebst, Hexer? Ich habe es geahnt, dass noch einige Schwarzmagier dem Zorn der Kirche Aeryns Der Sonnigen entronnen sind... zum ?ber der Menschheit!"
Der Mann st?rzte sich auf Darkon, dem es jedoch geland, die Arme des Mannes zu greifen und sie ihm auf den R?cken zu drehen.
"Wer bis du? Und wovon redest du? Ich habe, bis ich dieses Dorf betrat, seit Jahren keinen Menschen mehr gesehen", sagte Darkon.
"Spottest du mir, Ausgeburt des B?sen? Bis vor drei Jahren war ich, Peelo, geachteter Priester Aeryns, bis ... bis Gro?herzog Crais der Schwarze die Kircheng?ter einzog, die Kichensch?tze verkaufte, die Diener Aeryns entliess, verbannte, vertrieb oder hinrichtete... Die Schwarzmagier haben Gift in seine Ohren und sein Herz getr?ufelt!"
Darkon liess den schluchzenden Mann los. Der Wirt n?herte sich. "Verzeiht bitte die Unannehmlichkeiten, Meister. Teles," er blickte auf den Schankburschen, "bring Peelo in die Scheune." Unterw?rfig blickter er Darkon an. "Nach diesem unerquicklichen Vorfall geht Kost und Logis aufs Haus. Falls ihr sonst noch W?nsche habt..."
"Nein, schon gut. Wer war ?brigens der Mann?"
"Das war Peelo," sagte der Wirt. "Er war einst Priester der Kirche Aeryns der Sonnigen. Grossherzog Crais f?hrte den neuen Glauben Aeryns der Reinen ein und liess die alten Kirchen ausrotten."
"Aha. Und was ist da der Unterschied?"
"Nun..." Der Wirt schaute leicht abwesend "Der Kult Aeryns der Reinen ist der wahre Glaube. Er besagt, dass man allein durch Glauben ins reine Licht der G?ttin gelangen kann..."
Die Wirtin unterbrach ihn: "Das heisst f?r Crais, seine neue Kirche braucht kein Priester undkeine weltlichen Besitzt?mer. Er muss keine Pfaffen bezahlen, und die ganzen kirchlichen G?ter und Geb?ude sind in seinen Besitz ?bergegangen..."
Ein alter Bauer sagte: "Jetzt geh?ren sie ihm meist nicht mehr. Das Kirchenland in der Gegend ist gr?sstenteils verkauft, und die Bodenpreise sin im Keller. Meine Felder unten am Fluss waren vor 3 Jahren noch 4mal so wertvoll! Das Land, das jetzt noch zum Verkauf steht, kann sich trotzdem keiner mehr leisten, die Steuern rauben uns hier die letzten M?nzen und das letzte Korn. Ach ?brigens, falls ihr hier g?nstig ein Haus kaufen wollt, die alte Kirche w?r noch zu haben. Fand sich bisher kein K?ufer..."
Die Wirtin meinte:" War ja eine Schande, dass sie den ganzen Schmuck, die Statuen und die Bilder aus der Kirche genommen haben. Die ganzen sch?nen Sachen..."
Der Wirt verschwand in der K?che, und schien seiner Frau ein Zeichen zu machen.
Darkon fragte: "Was ist mit den Sachen passiert?"
Die Wirtin zuckte mit den Achseln. "Weggebracht, was weiss ich."
"Und die Leute des Herzogs st?ren sich nicht am alten Peelo?"
"Welche Leute des Herzogs? Unser hiesiger Vasall, Baron Witt, hat kaum B?ttel, die sich um sowas k?mmern k?nnten. Fast jeder, der mit einer Waffe umgehen kann, ist im Krieg im S?den. Im ?brigen hat er sch?tzungsweise schon genug damit zu tun, aus uns normalen Leuten genug Steuern rauszuquetschen, um seine j?hrliche Abgabenquote beim Herzog vollzumachen." Sie machte eine Pause. "M?gt ihr bitte entschuldigen, ich habe was auf dem Feuer."
Mit seinen magisch verst?rkten Sinnen konnte Darkon der Unterhaltung der Wirtsleute in der K?che folgen.
Der Wirt sagte: "Was f?llt dir ein, Frau, dich mit ihm wie mit einem Gleichen zu unterhalten? Du kennst doch die Ger?chte dar?ber, wer wahrhaft hinter Crais stecken soll..."
"Pah, Ger?chte. Ich denke, unser ehrenwerter Grossherzog ist ganz alleine verr?ckt, da brauchst keine geheimnisvollen Hinterm?nner. Im ?brigen sieht der Fremde gut aus..."
"Wird Zeit, dass wir den Laden dicht machen, es wird sp?t", sagte der Wirt.

Darkon begab sich zu seinem Zimmer. Dort angekommen, ?ffnete er das Fenster und stiess den geistigen Ruf aus, der Seleen zu ihm bringen w?rde.

(Estefan)
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