Die Herren befinden sich auf dem Weg auf dem auch Brannon Braga und Rick Berman mit Enterprise waren. Sie bräuchten eine Show wie DS9, ein Spinoff dass zwar anders ist als seine Vorgänger, aber verschieden genug um eigene Akzente zu setzen und nicht als Kopie mit neuen Darstellern durchzugehen. Solch eine Kopie war bereits das Voyager des Stargate-Franchises: Atlantis. Es gibt für mich nach wie vor kaum eine Scifi-Serie in der die Mischung aus längeren Handlungsbögen, Charakterfolgen, Humor-, Drama- und Actionlastigen Episoden so gut funktioniert hat wie bei DS9.
Serien wie TNG, DS9 und mit Abstrichen auch SG-U haben funktioniert weil sie selbst bei zeitweilig schwachen Drehbüchern immer sympathische Charaktere boten mit denen man sich identifizieren konnte. Wenn man ein anspruchsvolle Dramaserie ohne positive Identifikationsfiguren kreiieren will, braucht man verflucht gute Darsteller und verflucht gute Drehbuchautoren. Ich denke dabei an Serien wie "The Shield". Und zumindest die ersten eineinhalb Staffeln von BSG, bevor Moore mit seinem Religionstrip die Pferde durchgingen. Es gibt dann nämlich kein Brot und Spiele mit dem man Schwächen der Schauspieler und Defizite der Handlung zukleistern könnte, keine flotten O'Neill Sprüche die eine ansonsten etwas öde Folge auflockern können.
Will die Serie eine Zukunft haben müssen die Autoren unbedingt ihre Grenzen erkennen und mehr Abenteuerepisoden einbauen. Ein geheimnisvolles, unerkundetes Raumschiff am Ende des Universums mit einer Technologie jederzeit die Crew auf beliebige Planeten zu beamen sollte doch eigentlich genug Möglichkeiten bieten um interessante Geschichten zu erzählen.
Offenbar ist Herrn Wright und Herrn Cooper aber die Anerkennung von Millionen Stargate-Fans nicht genug. Sie wollen unbedingt, auf Teufel komm raus denselben Respekt und dieselben Awards der Kritiker die auch BSG erhalten hat. Sie müssen es unbedingt Jedermann beweisen, dass sie das auch draufhaben.
An ihrer Stelle würde ich mich mehr an einer Serie wie Firefly orientieren als an Galactica. Firefly war auch kein Ausbund an anspruchsvollen Geschichten, schuf aber bereits in der allerersten Episode mehr Atmosphäre als es SGU in eineinhalb Staffeln geschafft hat. Da war man sofort mittendrin, konnte sich vorstellen ein Teil dieser Crew zu sein. Wenn Ihr die Wahl hättet auf der Serenity oder der Destiny einzuchecken, gäbe es da auch nur Einen der eine Reise mit Colonel Alki und seiner Truppe aus Asozialen, angry black men und stereotypen Nerds buchen würde? Dieses Firefly-Mitmachgefühl hatte ich bei SGU noch nie. Die Serie ist von vorne bis hinten ein seelenloses, steriles Produkt ohne Leben, ein Abklatsch einer besseren Serie.





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