amazon hat mit dem wikileaks-boykott nicht das erste mal gezeigt, dass sie erst "farbe bekennen", wenn der öffentliche/politische druck steigt. mit ethischen unternehmensgrundsätzen hat dieses handeln wahrscheinlich nicht viel zu tun. ein gutes beispiel für diese doppelmoral von amazon sind die nazi-/npd-verstrickungen der letzten jahre. da tauchten auch jahrelang immer wieder handfeste vorwürfe auf:
Amazon vermittelt Nazi-Literatur
http://www.taz.de/1/netz/artikel/1/b...lag-bei-amazon
http://de.indymedia.org/2009/06/252715.shtml
weil sich mit den nazis aber gutes geld verdienen ließ und das thema lange zeit nicht so stark in der öffentlichkeit stand, sah amazon erstmal keinen grund, einzuschreiten. erst als der druck der politiker stieg und das wort "boykott" durch die medien ging, wurde gehandelt:
heise online - Politiker kritisieren "Geschäftsbeziehung" zwischen Amazon und NPD
heise online - Amazon schließt NPD von Partnerprogramm aus
ok, du hast mich überzeugt! ich werde den konsumboykott von meiner todo-liste streichen und stattdessen amazon zu weihnachten eine spende überweisen, weil sie sich für das bewahren der meinungs- und pressefreiheit eingesetzt haben.Eher sollte man Amazon Achtung dafuer entgegen bringen das sie sich im Rahmen der eigenen Moeglichkeiten dafuer einsetzten.
teylens argumente decken sich übrigens fast 1:1 mit den presseerklärungen von amazon:
heise online - Amazon bestreitet politischen Druck wegen Wikileaks [4. Update]
in dem heise-artilkel wird aber auch darauf verwiesen, dass bisher nicht geklärt hat, ob das webhosting für wikileaks erst abgestellt wurde, nachdem senator lieberman amazon mit einem boykott gedroht hat.
warum reitest du eigentlich so auf diesen diplomatenpapieren herum, von denen bisher nur ein winziger ausschnitt (ca. 250 von 250.000) veröffentlicht wurde? du gehst in keiner zeile auf die bisherige arbeit von wikileaks ein. angeblich bist du ja kriegsgegnerin und übst gern virtuelle kritik an den einsätzen in afghanistan. gerade zu diesem thema hat wikileaks wichtige materialien aufgedeckt, die zeigten, wie oft die tödlichen fehlschläge des militärs in diesem krieg verdeckt wurden:...
In Bezug auf Watergate wurden Missbraeuche recherchiert und offengelegt.
Es wurde mitnichten die gesamte Kommunikation der Nixon Administration offengelegt, diese gar ohne journalistische Aufarbeitung, offengelegt. Noch verbreitete man sich ueber Informationen die keinen Bezug zu einem Missbrauchsfall haben.
Es mag den Boulevard erfreuen das bekannt ist welche Diplomaten welche Politiker wie einschaetzen, jedoch bringt es abseits des Schadens fuer die amerikanische Administration, keinen journalistischen Nutzen. Es lag kein Missbrauch, Betrug oder Verbrechen vor.
Wuerde "WikiLeaks" ein neues Watergate geschaffen haben waere dies in positiver Weise bemerkenswert.
Der eigentliche Skandal ist jedoch soweit das es offenbar nicht der Fall ist.
...
außerdem:
http://www.zeit.de/politik/ausland/2...ks-afghanistan
und auch in den zuletzt veröffentlichten diplomatenpapieren sind schon dinge aufgetaucht, die den missbrauch politischer macht offenlegen. oder hältst du es auch für eine hochachtungsvolle handlung, dass die us-außenministerin ihre mitarbeiter damit beauftragt hat, die kollegen in der EU auszuspionieren:
Spiegel: Wikileaks Veröffentlichungen
Hillary directed US diplomats to spy: WikiLeaks
ist sowas nicht ebenfalls ein missbrauch politischer macht, der ans licht der öffentlichkeit kommen sollte?
außerdem wissen wissen wir noch gar nicht, was in den restlichen diplomatendokumenten steckt, die bisher nicht veröffentlicht wurden. das sind noch fast 250.000 seiten an material. ist es da nicht ein bisschen zu früh, um über die relevanz dieser enthüllungen zu urteilen?







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