In wie weit hat Amazon tatsaechlich auf Druck des Senators gehandelt?
Zunaechst ist Lieberman, sofern ich es in einigen Berichten richtig nachvollziehen kann, nicht irgendein unbedeutender Senator der hinteren Baenken, sondern immerhin Chairman des Homeland Security Committee. Wenn ich es richtig uebersetze ist er damit Vorsitzender des Komitee der amerikanischen [innern] Staatsicherheit.
Ich bin nicht vollstaendig ueber den Aufbau der amerikanischen Politik auf Senats Ebene informiert, aber der Titel erweckt nicht den Eindruck als sei Senator Lieberman eine Person die man gaenzlich ignorieren kann.
Sentor Lieberman kommentierte das Vorgehen wie folgt:
“This morning Amazon informed my staff that it has ceased to host the Wikileaks website. I wish that Amazon had taken this action earlier based on Wikileaks’ previous publication of classified material. [..]"
Offensichtlich ist Mr. Lieberman bereits zuvor auf Amazon zugegangen und hat die Beendigung des Hosting Angebots von WikiLeaks gefordert.
Eine Forderung der sich Amazon wie offenbar wurde widersetzte.
Betrachtet man den Ablauf so liegt zwischen der Veroeffentlichung sowie dem abschalten des Servers mindestens 5 Tage, nachdem es fuer die Amerikanische Politik und damit auch die Homeland Security den Hinweis gab was dort veroeffentlicht werden wird. Das Amazon erst nach 2 Wochen mit der Bitte um Abschaltung kontaktiert wurde halte ich fuer unwahrscheinlich.
Was jedoch bekannt ist das neben dem etwaigen Gebahren des US Senators Lieberman weitere rechtliche Verfahren gegen die Initiatoren der WikiLeak Seite laufen. Sowohl amerikanische als auch solche aus dem entsprechenden Ausland.
In wie weit kann dies ein Unternehmen Schultern?
Zumal die AGBs Amazon nicht nur den Vertrieb illegalen Materials sowie die Ausfuehrung illegaler Handlungen verbietet sondern ebenso das verbreiten von Inhalten "that may be harmful to our users, operations, or reputation".
WikiLeak arbeitet das Material auf und gibt es nur Stueckchenweise an die Presse.
TP: Völkerverständigung durch WikiLeaks
Weshalb manches schneller leakte als beabsichtigt:
"Aufgrund einer Vertriebspanne in Basel gelangten Spiegel-Hefte an einem Kiosk zu früh in Umlauf, was sich sofort über Twitter verbreitete: Der Leak wurde selbst vorzeitig geleakt! Der Tagesspiegel wollte schon eine Stunde nach der schließlich vorgezogenen Spiegel-Veröffentlichung wissen, dass der Leak "niemandem nütze"."
Fuer das Briefgeheimnis bzw. die Tatsache der Klassifizierung als Vertraulich ist es doch irrelevant wie bzw. von wem die Informationen entwendet wurden?wie schon gesagt: wikileaks hat die vertraulichkeit und datensicherheit der us-regierung nicht selbsttätig angegriffen. sie haben lediglich material veröffentlicht, das ihnen von einem informanten zugespielt wurde. sowas müsste eigentlich mit der pressefreiheit bzw. dem recht auf freie meinungsäußerung abgedeckt sein.
Angenommen ein Postbote entscheidet sich sich mir, anstelle von IBM, vertrauliche Briefwechsel, ueber unter anderen deren Betriebsgeheimnisse oder Marketingstrategien, zu zustellen.
So gibt mir das etwaige Verbrechen des Postboten weder das Recht die Informationen selbst zu lesen, noch sie an meine Firma weiter zu geben und ganz sicher nicht sie in meinem Blog zu veroeffentlichen. Tatsaechlich macht man sich allerspaetensdens mit letzter Handlung - zumindest in Amerika - strafbar.







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