Und schnapp der naechste setzt WikiLeaks vor die Tuer:
Telepolis pnews: Schweizer Postfinance kündigt WikiLeaks-Konto
Es spielt meines Erachtens eine gewaltige Rolle.
Amazon wird schliesslich vorgeworfen, ohne grosse Not, auf die unverbindliche Bitte eines Senators, aus reiner, fauler Bequemlichkeit dem antidemokratischen Verlangen nachgegangen zu sein und WikiLeaks boeswillig vor die Tuer zusetzen. Weshalb man Amazon verachten sollte und dort nicht mehr einkaufen.
Wenn sich Amazon jedoch nicht fahrlaessig verhalten hat, sondern sich, im Mass der unternehmerischen Moeglichkeiten, entgegen von widrigkeiten fuer WikiLeaks einsetzte - in dem das Angebot trotz eines vorhandenen Druck weiter bestehen bleibt - besteht meines Erachtens kein Anlass fuer einen Boykott.
Eher sollte man Amazon Achtung dafuer entgegen bringen das sie sich im Rahmen der eigenen Moeglichkeiten dafuer einsetzten.
Sowohl die rechtliche Problematik als auch die hinsichtlich des Rufs besteht faktisch.jedenfalls scheint es nicht so als hätte man diese entscheidung dort wegen verstößen gegen die AGB oder gegen irgendwelche anderen standards getroffen.
Waere WikiLeaks nicht politisch, aus der Sicht Amazon positiv, engagiert haette man sie bereits frueher vor die Tuer gesetzt.
Das waere lediglich die die unverhaeltnismaessig ueberzeichnete Konsequenz.die konsequenz aus deinem standpunkt wäre ein journalismus, der nur noch das veröffentlichen kann, was unternehmen/regierungen bereitwillig rausgeben.
Schliesslich liesse sich mit der Argumentation auch die Veroeffentlichung aller personen bezogenen privaten Kommunikationen rechtfertigen. Andernfalls sei es nicht zu verantworten das man Gefahr laeuft Verbrecher freie Hand zu lassen.
In Bezug auf Watergate wurden Missbraeuche recherchiert und offengelegt.
Es wurde mitnichten die gesamte Kommunikation der Nixon Administration offengelegt, diese gar ohne journalistische Aufarbeitung, offengelegt. Noch verbreitete man sich ueber Informationen die keinen Bezug zu einem Missbrauchsfall haben.
Es mag den Boulevard erfreuen das bekannt ist welche Diplomaten welche Politiker wie einschaetzen, jedoch bringt es abseits des Schadens fuer die amerikanische Administration, keinen journalistischen Nutzen. Es lag kein Missbrauch, Betrug oder Verbrechen vor.
Wuerde "WikiLeaks" ein neues Watergate geschaffen haben waere dies in positiver Weise bemerkenswert.
Der eigentliche Skandal ist jedoch soweit das es offenbar nicht der Fall ist.
Um den strapazierten Firmengeheimnis-Vergleich aufzugreifen.
Wenn man enthuellt das IBM heimlich Daten sammelte und die Chips nach einem bestimmten Zeitraum einen Selfdestruct Button haben waere es journalistisch sinnvoll es zu recherchieren und zu veroeffentlichen. Jedoch nur saemtliche Betriebsinterna und Geheimnisse zu ermitteln und zu veroeffentlichen ist journalistisch weder sinn- noch verantwortungsvoll.
Ich habe nicht gefordert das Redaktionen nur noch vorgefertigte Pressemeldungen zur Verfuegung gestellt bekommen.wie stellst du dir also kritischen journalismus in zukunft vor, wenn die redaktionen nur noch vorgefertige pressemeldungen und werbematerialien als recheremittel zur verfügung haben?







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