Am verstörendsten finde ich an dieser Sache das Verhalten des Internet-Mob. Es ist wirklich erstaunlich, in welch rasanter Geschwindigkeit solche Gewaltpotentiale unter "braven Bürgern" hochkochen können. Sich mal schnell online zur Lynchjustiz zu verabreden, scheint ein immer beliebterer Volkssport zu werden. Fakebook & Co. sind eben letztlich nichts anderes als der Marktplatz im Mittelalter, wo sich der Mob damals noch an zünftigen Hexenverbrennungen u.a. Folterspäßchen erfreuen durfte. Das macht sicherlich auch einen Teil des Erfolges der Social Networks aus: sie bieten eine legitimierte Plattform für das freie Ausleben von gutbürgerlichen Hass- und Gewaltfantasien, kombiniert mit der Möglichkeit, sich ganz bequem mit gleichgesinnten "Gerechtigkeits-Fans" zu vernetzen.
Ich bin mal gespannt, wie sich diese selbstgerechte Online-Bürgerwehr in Zukunft weiterentwickelt. Vielleicht wird ja der gute alte Fackelzug wieder mächtich in Mode kommen:
BILD kann sich über solche Ereignisse jedenfalls freuen. Solange es noch genügend Deppen gibt, die sich von derart stumpfsinnigen Aktionen mitreißen lassen, wird dieses Hetzblatt auch weiterhin genügend Leser finden.






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