Schon mal dran gedacht, dass SGU auf so wenig Begeisterung stieß, gerade weil es SF-Fans nichts Interessantes geboten hat? Man könnte genauso gut sagen, dass sich so ein halbherziges Machwerk nicht SF-Serie schimpfen darf. OK, vielleicht wäre es dann zumindest noch eine Dramaserie - dagegen hätte ich nichts einzuwenden - aber auch auf dieser Schiene versagt SGU.
Einerseits kann ich nachvollziehen, dass die Fans es nicht witzig finden, wenn man sich über die Absetzung lustig macht. Andererseits habe ich bisher nirgends konkrete Argumente gelesen, die klären, was genau an SGU denn wirklich gelungen sein soll. Viele Fans prügeln stattdessen lieber plump auf die bööösen Kritiker ein, indem sie ihnen vorwerfen, "zu doof" zu sein, um diese unglaublich anspruchsvolle und hochkomplexe Serie zu verstehen. Mit sachlicher Argumentation oder einem intelligenten Diskussionsstil hat dieses Verhalten nur wenig zu tun. Ein Fandom, der jedesmal mit derart undifferenzierten Beißreflexen reagiert, sobald jemand Kritik äußert, braucht sich über Spott nicht zu wundern.
Zur Krise der SF-Serien: Ja, da geb ich dir recht, in dem Genre sieht es inzwischen leider ziemlich düster aus. Aber wer ist denn dafür letztlich verantwortlich zu machen? Satiriker, die angeblich geschmacklose Artikel schreiben? Kritiker, die grottenschlechte Episoden auseinandernehmen? Fans, die enttäuscht sind, weil sie von Staffel zu Staffel nur mit leeren Versprechungen vertröstet werden? Oder vielleicht doch die Produzenten, Autoren u.a. kreative Köpfe, die scheinbar nicht dazu in der Lage sind, ihren Job zu machen? Die SGU-Macher hatten spätestens nach dem deutlichen negativen Feedback zur 1. Staffel die Chance, das Ruder nochmal rumzureißen und aus den bisher gemachten Fehlern zu lernen. Leider wurde diese Chance (überwiegend) nicht ergriffen. Brad Wright und sein Team hat damit also selbst den Hammer geschwungen, mit dem ein weiterer Nagel in den Sargdeckel des SF-Seriengenres getrieben wurde.






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