Angesichts der geringen Resonanz hier haben wohl nur noch Wenige das Finale überhaupt verfolgt, und wer kann es ihnen verdenken? Bei den schwachen Einschaltquoten mussten die Produzenten mit einer Einstellung rechnen und hätten zumindest einen vernünftigen Abschluss kreieren können. Stattdessen blieb es bei einem langweiligen Cliffhanger.

Wie immer in SG-U wenn man mal eine Situation mit einem gewissen Potenzial für Dramatik geschaffen hatte, verzogen sich die Autoren wieder feige in ihre Bequemzonen. Dabei hätte die Reise-nach-Jerusalem-Situation - wer darf in die Gefrierkammer, wer muss zurückbleiben und ersticken - durchaus eine Chance geboten um ein paar Nebencharaktere abzumurksen und den Einsatz zu erhöhen. Stattdessen blieb man beim Stargatetypischen langweiligen Mindesteinsatz und auch ohne dritte Staffel ist wohl Allen klar dass Eli natürlich eine Lösung gefunden und folglich auch in der dritten Staffel jeder einzelne Charakter wiedergekommen wäre.

Wie man es anders machen kann zeigt die Serie Spartacus, die auch nicht über besonders komplexe Plots oder Charaktere verfügt, aber über das "Niemand ist sicher" Prinzip einen konstanten Spannungsbogen aufbaut der einen mitfiebern lässt.

Bei SGU hatte ich demgegenüber niemals den Eindruck dass ein Haufen Menschen, darunter viele untrainierte Zivilisten, am anderen Ende des Universums in einem fremden Raumschiff Abenteuer und Gefahren durchleben. Ein echtes Gefühl der Lebensgefahr und Anspannung wie es z.B. das SGU-Vorbild Battlestar in den ersten Staffeln ausmachte kam hier niemals auch nur ansatzweise auf. Auch mit Entdecker- und Diplomatie-scifi wie sie TNG perfektionierte konnte SGU nicht glänzen. Letztlich waren es immer nur wieder dieselben kanadischen Nadelwälder die wir in den letzten 15 Jahren Stargate schon hunderte Male gesehen habe. Fremde Welten, fremde Kulturen Fehlanzeige. Ein spanischer Entdecker in Südamerika dürfte jede Woche mehr Wunder gesehen und Gefahren durchgestanden haben als die Destiny-Crew am Rande des Universums in zwei Jahren.

SGU verdiente sich hier eher den Titel "Sinnlos im Weltraum". Auch nach 40 Episoden kann ich mich an kein einziges wirkliches Highlight erinnern. Selbst eine grottenmiese uninspirierte Serie wie Voyager hatte diese raren Highlights, ein, zwei Episoden pro Staffel die unter all dem Dünnpfiff auch viele Jahre später noch im Gedächtnis geblieben sind. Bei SGU dessen Episoden ich wegen ihrer Aktualität noch präsenter haben sollte fällt mir da absolut nichts ein.

Eine Serie die man nicht vermissen wird und ein - gerade auch im Finale - ebenso konsequent mieser Schlusspunkt unter eine langweilige Serie und ein ausgezehrtes Franchise wie es Enterprise für Star Trek war. Da kann man für die Stargate-Fans wirklich nur hoffen dass Emmerich sich in ein paar Jahren noch mal erwärmt und das Franchise mit einem schneidigen Kinofilm und jungen Darstellern wiederbelebt und resetted.