Mein Bruder hatte in Hawaii am Ende nicht weniger als vier Katzen, die allesamt von seinen brasilianischen Nachbarn verstoßen wurden - die nehmen es da anscheinend etwas lockerer mit den Verpflichtungen, voll dem Klischee des liderlichen Südländers entsprechend.

Das ging dort bei seiner kleinen Bude auch nur weil es selbst im Winter nicht kälter als ~15 Grad Nachts wird und die Tiere den überwiegenden Teil ihrer Tage draußen verbringen können. Trotzdem brauchen sie eben selbst unter solch "paradiesischen" Bedingungen ein Mindestmaß an Fürsorge (Futter, Tierarzt-Checkups etc.) und können nicht einfach sich selbst überlassen werden. Nicht von ungefähr gibt es gerade in solchen Temperaturregionen so viele Straßenkatzen, -Hunde etc. weil viele Leute meinen dass die Tiere sich bei dem lauschigen Wetter auch alleine durchschlagen können und die Hemmschwelle die Tiere auszusetzen somit deutlich gesenkt ist im Vergleich zu winterlichen Gefrierregionen wie unserer.

Persönlich kann ich aber so oder so nicht verstehen wie man ein Tier einfach aussetzen kann. Man kann sich zumindest um einen Nachbesitzer kümmern und im Notfall steht immer noch das Tierheim bereit - es gibt sogar mittlerweile Tierklappen, für Besitzer denen es peinlich ist den Tierheimmitarbeitern gegenübertreten zu müssen. Dennoch werden jedes Jahr hunderttausende Tiere ausgesetzt, wo sie der schnelle Tod oder das harte Leben eines Streuners erwartet.

Meine erste Katze wurde in einem Müllsack auf einer Autobahnraststätte gefunden. Sie war Zeit ihres Lebens extrem klaustrophobisch und Menschenscheu.