Leichte Spoiler zu Charles und Erich und dem Ende des Films

Als Matthew Vaughn-Film nach den grandiosen "Sternwanderer" und "Kick-Ass" eine kleine Enttäuschung, als "X-Men"-Film aber nach dem enttäuschenden "letzten Widerstand" und dem katastrophal-langweiligen "Wolverine" wieder ein deutlischer Aufschwung. Zwar nicht ganz so gut wie die Singer-Einträge, gibt es doch einige tolle Szenen und gute (Charakter-)Momente. Auch finde ich, dass "Erste Entscheidung" vor allem auch als Prequel prima funktioniert, da durch ihn die alte Trilogie, insbesondere natürlich die ersetn beiden, sogar nachträglich aufgewertet wird, da nun mit dem genaueren Hintergrundwissen einige Szenen daraus in einem neuen Licht zu sehen sind bzw. größere Wirkung entfalten (werden).

Kritikpunkte: Der Film wirkt nicht 100%ig ausgereift. Meines Erachtens merkt man ihm die (zu) rasche Produktionszeit doch etwas an. Da und dort hätten Drehbuch/Regisseur/Effekte etwas mehr Zeit gebrauchen können. Auch haben wir mit dem 5. Film den 5. fast gänzlich eigenständigen Score, der kaum auf die vorhandenen Themen aufsetzt. Eine vertane Chance in meinen Augen. Am schwersten wiegt aber, dass die Fülle an für den weiteren Verlauf wichtigen Ereignisse, die sich hier nur in wenigen Tagen abspielt, etwas unglaubwürdig wirkt. Mir ist bewusst, dass niemand vorher wissen konnte, ob der Film ein Erfolg wird und ein oder zwei Fortsetzungen rechtfertigen würde, udn man daher einige wichtige Entwicklungen hier schon unterbringen wollte. Aber ich finde, mit er einen oder anderen davon - vor allem dem Zerwürfnis zwischen Xavier und Magneto - hätte man sich etwas mehr Zeit lassen sollen.

Die bisherigen Filme haben mir den Eindruck vermittelt, als hätten sie sich schon seit Ewigkeiten gekannt und wären auch lange bevor sich ihre Wege getrennt haben enge Freunde gewesen. Das eng kann man nach "First Class" nachvollziehen - das lang leider nicht. (Im übrigen ergibt sich daraus zumindest ein Kontinuitätsfehler mit der Trilogie, hat man doch Jean Grey als Kind noch gemeinsam besucht. Ich sage ja nicht, dass sich die beiden nicht in weiterer Folge wieder für einige Zeit vertragen haben, aber das Ende von "Erste Entscheidung" drängt meines Erachtens zu sehr darauf, direkt in den ersten Film überzuleiten, so als wäre dazwischen nichts wichtiges geschehen).

Trotzdem, alles in allem bietet "Erste Entscheidung" gute Popcorn-Unterhaltung, angereichert mit einem Hauch von Tiefgang. 7/10