Nur weil jemand Autor im Science Fiction Genre ist heißt das eben nicht dass er sich deshalb zwangsläufig mit dem Science-Teil auskennt. Die von Dir angemahnten Detailfehler fallen vielen Lesern vermutlich gar nicht auf - weil ihnen das Grundwissen um die technische Machbarkeit der Raumfahrt ebenso fehlt wie dem Autoren. Das ist allerdings generell ein Problem von Unterhaltungs-SciFi, jede Episode Star Trek kann vermutlich locker mit den PR-Heften mithalten in dieser Hinsicht - obwohl in der Produktion Physiker als Berater tätig sind und Wissenschaft und Technik einen sehr großen Stellenwert im ST-Universum einnimmt.
Wenn jemand von der aktuellen Raumfahrttechnik und den Heute bekannten physischen Gegebenheiten unseres Universums keine Ahnung hat fällt es demjenigen darüber hinaus ebenso schwer zukünftige fiktive Technik bzw. wissenschaftliche Fiktion / fiktive Wissenschaft (-> Science Fiction) derart zu schildern dass sie zwar immer noch ein Fantasieprodukt ist, aber zumindest in sich selbst logisch.
Dies zeichnet meiner Ansicht nach auch die großen Autoren der Literatur-SciFi aus. Diese haben fundierte Kenntnisse in den Wissenschaften was in den Werken auch offensichtlich wird - ob das die Weltraumtechnik bei Arthur C. Clarke ist, Exobiologie und Evolution einer außerirdischen Rasse bei Niven und Pournelle, die Schilderung eines intergalaktischen Krieges bei Joe Haldeman (der neben dem Autorenberuf studierter Physiker und Kriegsveteran ist), die auf Erkenntnissen der Geschichtswissenschaft beruhende Psychohistorie in Asimov's Foundation oder der Aufbau eines ganzen fiktiven planetaren Ökosystems in Frank Herbert's Dune. Diese Werke sind Fiktion, aber in sich schlüssig. Das ist eine enorme Leistung hinter der Detailverliebtheit und Recherche der Autoren steht.
Mir ist deshalb unklar wie Du diesen höchsten Standard des Genres an Pulp Fiction ("Groschenromane") wie Perry Rhodan ansetzen kann. Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche? PR ist keine Scifi Literatur, kein Werk wo einem Roman oft jahrelange Recherche und ein immer wieder redigierte Rohfassung vorangeht, sondern eine Wochenheftserie die am Fließband jede Woche neue Scifi Abenteuer produzieren muss.
Messen lässt sich PR damit doch wohl eher an anderen Vertretern des Pulp-Genres wie John Sinclair, weniger an den Giganten der Scifi Literatur.
Diese Diskussion über den Realismus von landbaren Raketen in einem fiktiven Scifi Pulp Universum erinnert mich etwas an die Debatten von Hardcore Star Trek Nerds über die technische Beschaffenheit des Warpantriebs. Wesentlich ist doch, ob eine gute, spannende Geschichte erzählt wird, nicht ob der Warpantrieb eine realistische Technologie ist.






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