Ich möchte es trotzdem gern als "dicke Arschkarte" sehen.Denn letztlich führt dieses Ergebnis dazu, dass die Linke als Koalitionspartner für Berlin erstmal nicht mehr in Frage kommt. Das ist eine Schocktherapie, die diese Partei in ihrem aktuellen Zustand dringend braucht.
Für mich bleibt die Linke solange "Oskars Kasperletheater" bis sie es geschafft haben, aus dem Schatten ihres Ziehvaters zu treten. Lötsch und Ernst wirken aber eher wie zwei schlecht erzogene Teenager, die ständig nach Papa schreien, weil sie alleine nicht klar kommen.Die Stimmverluste der Linken seit der Bundestagswahl gehen wohl kaum auf Lafontaine zurück, sondern ganz wesentlich darauf dass die beiden populären Volkstribune Lafontaine und Gysi durch zwei farblose Chaoten ersetzt wurden - Lötzsch und Ernst, die kein Fettnäpfchen auslassen um sich unbeliebt zu machen. Gerade eine Partei wie die Linke die von den Medien eher stiefmütterlich behandelt wird, ist auf Köpfe mit Medienkompetenz angewiesen.
Trotz aller Schadenfreude darf man nicht vergessen, dass die FDP nicht immer die Partei war, die sie heute ist. Es standen da auch mal kluge Köpfe an der Spitze, wie z.B. Gerhart Baum oder Hans Dietrich Genscher. Soweit ich weiß, entschied sich die Parteiführung erst irgendwann Anfang der 1990er, unter dem liberalen Deckmäntelchen künftig Klientelpolitik für Besserverdiener zu machen. Es ist also auch möglich, dass die FDP durch diese Krise zu ihren Wurzeln zurückfindet. Allerdings sehe ich da an der Personalfront momentan so gut wie keine Kandidaten, die zu einer konsequenten Abkehr vom jetzigen marktradikalen Kurs beitragen könnten.Es kann durchaus sein dass die FDP irgendwann ihr Stammwählerpotenzial von 4-8 % wieder mobilisiert, allerdings kann es ebenso sein dass die Partei in 10 Jahren nicht mehr existiert. Schau Dir mal die Bundestage zu Beginn der BRD an, da gab es jede Menge Parteien die sich auflösten oder von den Anderen absorbiert wurden - das ist nichts Neues.
Letztlich ist gerade die FDP eine Karrieristenpartei. Wenn diese Partei keine Mandate und Karrieremöglichkeiten mehr bieten kann, werden sich ideologisch flexible junge Karrierepolitiker wie Lindner, Bahr und Co. anderweitig umschauen - andere Neolib-Parteien wie die Grünen könnten diese FDPler dann absorbieren.






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