Zitat Zitat von Teylen Beitrag anzeigen
Achtung Spoiler bis einschließlich Ep. 5.10 "Buried":
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Ich halte es für einen durch kalkulierten Schachzug der Macher.
Skylar war bisher eine eher unsympathische Figur.
Man kann davon ausgehen das spätestens ab jetzt für Walt alles den Bach runter geht.
Auch wenn er das mit dem Buch verbockt hat wird es nun heißen "Ja, aber er wollte sich ja der Polizei stellen. In der Szene hat er ja quasi in den alten Walt gezeigt. Aber wegen Skylar, dem Frau-Monster, wird er es doch nicht tun." Damit hat man letztlich die moralische Schuld an dem jetzt kommenden Fiasko und dem weitestgehend völligen Niedergang auf Skylar überstellt. Die den Mann ja letztlich zu weiterem verführte bzw. den letzten Stoß gab.
Was das Frauenbild das die Serie vermittelt imho nicht besser macht. ...
Auf die restlichen Punkte der aktuellen Postings werde ich später noch eingehen, aber diesen fand ich so abwegig, dass es mich gleich in den Fingern gejuckt hat. "Breaking Bad" mag uns bisher einige eher unsympathische Frauenfiguren präsentiert haben, andererseits werden aber auch die Männer nicht als lupenreine Helden dargestellt. Was Skyler betrifft, sehe ich null Anhaltspunkte dafür, dass ihr auch nur irgendeine Schuld in die Schuhe geschoben werden soll. Walt wurde uns jetzt mindestens zwei Staffeln lang als Verbrecher präsentiert, der kaum noch Skrupel kennt. Er mordet selbst oder erteilt den Auftrag dazu. Er schreckt nicht mal davor zurück, das Leben von Kindern zu gefährden. Außerdem belügt er seinen Partner, den er in diese ganze Scheiße reingezogen hat, nach wie vor schamlos. Walt mag durch das geniale Schauspiel von Bryan Cranston und durch seine anfänglich guten Absichten (Familie absichern, Krebs besiegen) zwar trotz all dieser Verbrechen einen gewissen Sympathiebonus haben, doch als Unschuldsengel sieht ihn wahrscheinlich niemand. Vor wenigen Episoden tötete er z.B. einen der sympathischsten und interessantesten Charaktere der Serie. Würden die "Breaking Bad"-Macher tatsächlich das Kalkül verfolgen, ihn am Ende doch noch gut dastehen zu lassen und Skyler zur Buhfrau zu machen, hätten sie diesen drastischen Schritt nicht getan.

Um auf deine Kritik am "Frauenbild" zurückzukommen: Inwiefern vermittelt "Breaking Bad" denn ein positives Männerbild? Die Männer in der Serie sind überwiegend Kriminelle, Mörder, Psychopathen, Junkies, Versager, Choleriker, Pantoffelhelden, Schmierlappen u.ä. fragwürdige Charaktere. Aber wenn Männer so dargestellt werden, scheint es als selbstverständlich hingenommen zu werden. Sobald jedoch Frauen in Filmen oder Serien gezeigt werden, die mal nicht mit Heiligenschein durch die Gegend laufen, sondern genauso verkorkst sind wie ihre männlichen Gegenüber, gibt es natürlich gleich wieder einen Aufschrei.