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"Feuer und Blut" bot gute Unterhaltung, macht sich aber als schlichte Episode der Serie besser denn als Staffelfinale.
Warum? Weil der dramaturgische Höhepunkt schon eine Folge zuvor geschehen ist? Muss dieser unbedingt in der letzten Folge stattfinden, als sich mit den Implikationen eben dessen zu befassen?

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Dem großen Twist, der für mich - und wohl viele andere - die Staffel irgendwie dominiert hat, stehe ich zwiegespalten gegenüber. Einerseits war es ungemein clever und mutig gemacht. Die ganze Promotion-Kampagne war auf Sean Bean ausgerichtet, er bekam in den ersetn Folgen sehr viel Screentime, und schien der Hauptcharakter der Serie zu sein.
Für die Zukunft: Es gibt keinen Hauptcharakter.

Es ist und bleibt eine Ensembleserie, die einigen Figuren mal mehr oder weniger stark (und das müssen nicht unbedingt die Guten sein) folgen und sich daraus die Handlung entwickeln wird.

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ABER... meine Vorfreude auf die zweite Staffel ist durch diese Wendung enorm gesunken, und ich glaube, im Endeffekt hat man vielleicht etwas zu viel darin investiert, nur um die Zuschauer schocken zu können. Sean Bean war für mich - mit Abstand - die zentrale, entscheidende Präsenz der Serie. Es gibt keinen einzigen Schauspieler und keine Schauspielerin, der sich diesbezüglich mit ihm messen konnte. Es ist für mich weit und breit niemand zu sehen, der diese Lücke füllen könnte - und das erfüllt mich schon ein wenig mit Sorge.
Der Twist soll natürlich den Unbedarften den Boden unter den Füßen wegziehen, was er wohl bei dir auch getan hat. Dass du mit den anderen Figuren bzw. deren Darsteller nicht so viel anfagen kannst ist natürlich bedauerlich. Insbesondere einige der Kinderdarsteller (Arya und Joffrey) und auch die alten Hasen (Charles Dance, James Cosmo etc.) oder Michelle Fairley (Catelyn) haben durchgehend überzeugt, auch wenn davon nicht alles tragende Figuren sind.

Ansonsten wie wärs mit Tyrion (Peter Dinklage)?

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Sean Bean hat die Serie, insbesondere natürlich in den ersten Folgen, getragen und stark (pun not intended) geprägt. Ich habe es bereits in der letzten Folge bemerkt, dass ohne ihn einfach etwas fehlt. Meines Erachten haben die anderen Darsteller nicht das Zeug, die Serie ohne ihn zu tragen, zumindest nicht langfristig. Nun kann es natürlich gut sein, dass man uns in S2 neue Figuren präsentieren wird, darunter jemanden eines ähnlichen Kallibers.
Nein, einen Eddard Stark-Ersatz wird es weder rollenmäßig noch darstellerisch (auch wenn ich damit Sean Beans Schauspiel nicht in den Himmel loben will) geben. Das wäre auch irgendwie feige. Natürlich werden eine ganze Reihe neue Charaktere mit auf den Papier guten Darstellern (Stephen Dillane, Carice van Houten, Liam Cunnigham etc.) besetzt werden, aber wohl niemand aus der Prestigeklasse eines Sean Bean.

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Wenn nicht, wird man sich was die Drehbücher, die Thematik und teilweise auch was das Spektakel betrifft deutlich steigern müssen, um dieses Manko auszugleichen.
Die Drehbuchquali würde ich mir auch ein Stück höher wünschen. Aber wohl eher aus anderen Gründen als du. Mehr Tempo? Bloß nicht? Lieber die Schwerpunkte besser rausarbeiten.