Zitat Zitat von cornholio1980 Beitrag anzeigen
Selbst eine spindeldürre Amazone kann dir - mit der richtigen Kampfsport-Ausbildung - mächtig den Hintern versohlen. Die meisten dieser Kampfsportarten setzen nämlich darauf, die Kraft des Gegners gegen ihn einzusetzen.
Auch eine 100 Pfund Kung Fu Meisterin kann einen Mann nicht durch den Raum schmeißen wie einen gewichtslosen Luftballon. Und - noch wichtiger - in diesen Filmen und Serien wie z.B. Nikita treten die spindeldürren Damen stets gegen ebenfalls top trainierte Männer an, nicht gegen den Durchschnittshanswurst mit Plautze. Natürlich kann Regina Halmich Stefan Raab die Nase platthauen, aber gegen Klitschko wäre sie in 20 Sekunden k.o. Da gibt's kein emanzipiertes Unentschieden wie bei Starbuck und Apollo in einer der schlechtesten BSG-Episoden.

Und vor allem auch wenn mit waffen herumgeschossen wird sehe ich nicht, was die Statur der Frau damit zu tun hat. Natürlich gibt es auch jene Schauspielerinnen/Rollen/Filme, wo es unfreiwillig komisch wirkt, aber z.b. Zoe Saldana in Colombiana empfand ich diesbezüglich zuletzt als Highlight, wie auch die von dir genannte Gina Carano (die jedoch aufgrund ihres MMA-Hintergrunds ohnehin ein Sonderfall ist).
Der Punkt ist die Optik, wer professionell Kampfsport betreibt sieht nicht spindeldürr aus, somit wirkt es bei Frauen wie Zoe Saldana einfach unecht. Hollywood mag aber abgemagerte Frauen und will keine Muskeln, da gilt ja schon eine sportliche Frau wie Jessica Biel beinahe als Mannweib. Bei männlichen Darstellern dagegen ist das nicht nur kein Problem sondern sogar Grundvoraussetzung. Selbst schmächtige Jungs wie Jake Gyllenhal oder Tobey Maguire müssen für Actionrollen kräftig pumpen gehen und die Muckipflicht macht auch vor 70 Jährigen wie Stallone und Arnie nicht halt, denn ein Actionstar der aussieht wie Peer Steinbrück wäre unglaubwürdig und unfreiwillig komisch. Es gibt nur ganz wenige Actionrollen in denen Frauen gecasted werden welche die nötige Physis glaubwürdig transportieren können, z.B. Linda Hamilton in Terminator II, deren Charakter deshalb umso glaubwürdiger wirkt weil sie eben auch nicht mehr so aussieht wie die niedliche Kellnerin aus dem ersten Terminator. Sigourney Weaver wäre ein weiteres Beispiel, denn Ripley wird eigentlich mit jedem Alienfilm tougher. Zoe Saldana kaufe ich die Actionamazone nicht ab, Gina Carano schon.

Ich ziehe jedenfalls eine derartige Amazonen-Darstellung in Filmen dem Klischee der hilflosen damsel in distress klar vor.
Dabei ist Maggie Grace doch so schnuckelig in dieser immergleichen Rolle (LOST, Taken, Lockout).

Diese Actionamazonen welche wie Unterwäschemodels aussehen sind aus meiner Sicht genauso sexistisch wie das damsel-in-distress Klischee, da es hier nicht um eine glaubwürdige Darstellung von Frauen in der Rolle der Kriegerin geht, sondern um die Befriedigung adoleszenter Phantasien junger männlicher Kinogänger. Die wollen die Herren welche 90 % der Film- und TV-Industrie kontrollieren nicht abstoßen mit Frauen die auch wirklich so aussehen als könnten sie einem den Hintern versohlen, denn das ist ein Gedanke der die meisten Männer abturnt. Sex sells, starke Frauen weniger. Deshalb gibt's auch kaum Frauenrollen in Film und Fernsehen die Frauen wirklich ernst nehmen als komplette Persönlichkeit und nicht als eines der immer gleichen wiederkehrenden Klischees portraitieren - was natürlich nicht nur Filme und Serien für Männer betrifft, sondern auch und gerade diejenigen welche sich an Frauen richten. Auf jede Glenn Close in "Damages" oder Claudia Black in "Farscape" kommen nicht von ungefähr 20 Frauenrollen in Ärztinnen- und Anwältinnenserien die zwar irgendwie kompetent sind aber doch primär ihrem Mc Dreamy hinterherschmachten.