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Thema: Taken II

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    Administrator Avatar von Dr.BrainFister
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    Inzwischen hab ich "Taken 2" angeschaut. Es ist für mich einer der schlechtesten und enttäuschendsten Filme des Jahres. Eigentlich komplett überflüssig, weil darin so gut wie nichts geboten wurde, das eine Fortsetzung rechtfertigt. Die Geschichte rund um die Entführung von Familie Mills wirkte völlig konstruiert und behäbig. Man konnte fast spüren, wieviel Mühe die Drehbuchautoren hatten, um eine passende Ausgangssituation zurechtzubasteln, mit der sich das Erfolgsrezept des ersten Teils irgendwie nochmal verwursten lässt. Grundsätzlich ist die Idee ja nicht schlecht, dass sich die Familie der ermordeten Bösewichte aus "Taken 1" rächen will, nur die Umsetzung kann von Anfang bis Ende einfach nicht überzeugen.

    Als der Film vorbei war, fragte ich mich nur "Echt, das soll's jetzt gewesen sein? Darauf haben Taken-Fans fast 4 Jahre lang gewartet?!". Es gab weder herausragende Action-Szenen noch irgendwelche Handlungs- oder Charaktermomente, die mehr als nur belanglos waren. Der ganze Film wirkte teilweise wie eine schlechte Kopie des ersten Teils, die krampfhaft versucht, etwas mehr emotionale Tiefe zu präsentieren. Der daraus resultierende Familien-Bullshit war aber das uninteressanteste an der ganzen Handlung. Dass die Tochter von einem Moment zum nächsten zur Fluchtexpertin wird, ist schon lächerlich genug, wäre aber zumindest hinnehmbar gewesen, wenn es irgendeinen Mehrwert geboten hätte. Stattdessen wirkt es wie ein peinlicher Versuch, ein paar zusätzliche Halbnacktszenen mit Maggie Grace einzubauen und gleichzeitig einen starken weiblichen Charakter aus ihr zu machen, was allerdings zumindest bei mir in keinem Moment überzeugen konnte.

    Auch ansonsten bietet "Taken 2" nicht viel mehr als talentfrei inszenierte Klischees. Alles wird so zurechtgebogen, dass es mit der uninteressanten Handlung irgendwie zusammenpasst. Z.B. scheint die türkische Bevölkerung in dem Film nur aus schnauzbart- und schleiertragenden Dumpfbacken zu bestehen, die nicht mitkriegen, was um sie herum passiert. Hier wird uns im knalligen Action-Gewand ein xenophobes Menschenbild eingeimpft, das ich ziemlich fragwürdig finde. Die Handlung in die Türkei zu verlegen, war ja keine schlechte Idee, nur haben die Filmemacher aus diesem Szenario kaum etwas rausgeholt - von den ausgenudelten Klischees mal abgesehen. Istanbul wirkte oftmals wie ein Kaff im tiefsten Hinterland (was der schwarzweißmalerischen Handlung natürlich sehr entgegen kam).

    Insgesamt kann ich "Taken 2" also nicht empfehlen. Wirklich schade drum, denn ich sehe Liam Neeson gern in Actionrollen. Vielleicht wäre es interessanter gewesen, diesmal Bryan Mills' Familie aus der Geschichte größtenteils rauszulassen. Z.B. hätte stattdessen jemand aus seinem Freundeskreis entführt werden können und Mills wäre anschließend als einsamer Wolf (so funktioniert die Rolle für mich am besten) losgezogen, um das Entführungsopfer aufzuspüren und die Entführer auszuschalten. Ohne all den konstruierten Emo-Bullshit mit Tochter und Ex-Frau. So hätte der Film zumindest noch ganz unterhaltsam werden können.

    Ich gebe "Taken 2" insgesamt 2 von 10 Vollhorstgranaten.
    Geändert von Dr.BrainFister (23.12.2012 um 19:29 Uhr)
    "Wissen sie woraus der Leberkäs gemacht wird? Aus den Resten der Knackwurst. Und die Knackwurst? Aus den Resten vom Leberkäs. So geht das ewig weiter: Leberkäs, Knackwurst, Leberkäs, Knackwurst..." - Simon Brenner (Josef Hader) in "Silentium"

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