So hat es mich nun auch ins Lichtschauspielhaus meiner Wahl getrieben, um die Rückkehr des prähistorischen Trampeltiers in Augenschein zu nehmen. Meine bescheidene Meinung:
Insgesamt orientiert man sehr stark an den japanischen Filmen. Radioaktivität als Nahrungsquelle, der Fight zwischen Godzilla und den Mutos, ohnehin Godzillas Rolle als "Beschützer der Menschheit", die Haltung des Militärs vs. Wissenschaft usw. Auch visuell gibt es das eine oder andere Schmankerl: Die Zerstörungsorgien inmitten der Hochhäuser sind ganz deutlich von den früheren Filmen inspiriert. Die Szene, in der Godzilla sein Feuer in Mutos Rachen speiht, verweist auf "Godzilla 2000: Millennium", wo er das Orga-Monster auf identische Weise umlegt. Einer der Mutos verspeist einen Eisenbahnwagen, was auf den 1954er "Godzilla" anspielt. Und wo ich gerade bei den Referenzen bin: Der Name "Dr. Serizawa" taucht auch im Ur-"Godzilla" auf. All diese Bezüge auf die alten Filme haben mir ausgesprochen gut gefallen. Als Fan der alten Garde kommt man voll auf seine Kosten.
Das neue Design Godzillas gefällt mir ebenfalls ausgezeichnet. Eine konsequente Weiterentwicklung und immer noch typisch. In großartigen Bildern setzt Gareth Edwards sein Monster in Szene. WOW! Leider überzeugt das Muto-Design mich nicht, die Kreaturen wirken eher mechanisch als organisch.
Zur Story: Auch hier verwendet man einige Elemente aus den alten Filmen und entwickelt daraus eine eigenständige, dynamische Handlung. Die ist zwar weder schlüssig noch überraschend, tiefgründig sowieso nicht, geht aber völlig in Ordnung. Die Figuren hätten allerdings deutlich mehr Profil vertragen. Auch hätten einige Aspekte noch der Erklärung bedurft. Was z.B. hat Godzilla seit 1954 getrieben?
Generell möchte ich meinen, dass die Story als Auftakt einer neuen "Godzilla"-Ära nur bedingt taugt. Ich hätte es besser gefunden, wenn man Godzilla zunächst alleine auf die Menschheit und ihre Städte loslässt, also quasi als gigantische Bedrohung etabliert und dann erst in einer Fortsetzung gegen die Mutos antreten lässt. Jetzt hat es den eher faden Beigeschmack, als wäre Godzilla lediglich Nebendarsteller und als wären die Mutos der eigentliche Angelpunkt der Story.
Die besten "Godzilla"-Filme zeichneten sich stets dadurch aus, dass zumindest im Subtext Themen wie z.B. die Verantwortung der Wissenschaft oder die Warnung vor Nukleartechnik behandelt wurden. Mehr als ein "Das ist doch nicht Ihr Ernst!" hat Gareth Edward in diesem Zusammenhang leider nicht in petto. Sein Dr. Serizawa fungiert eigentlich nur als Erklärbär, obwohl seine Rolle wesentlich mehr Potenzial gehabt hätte.
Zusammenfassend vergebe ich 7 von 10 Punkten.






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