Ich bin mit dieser Serie nicht warm geworden. Das Konzept liest sich auf dem Papier durchaus innovativ, aber die Inszenierung ist ausgesprochen bräsig. Die Produktionsqualität entspricht nicht dem, was ich von einer "Flaggschiff"-Serie eines Senders erwarte. Da hatte BSG vor 10 Jahren schon deutlich mehr zu bieten. Die Spezialeffekte sehen aus wie in einem 90er Jahre Videospiel und die Aliens wirken weniger außerirdisch als Dittsche. Menschen mit weißem Makeup anzumalen und ihnen gelbe Kontaktlinsen anzupappen mag zu Zeiten der Original Star Trek-Serie in den 60ern zeitgemäß gewesen sein, Heute wirkt es einfach nur noch lächerlich. Es ist mir schleierhaft wo hier das Budget von immerhin drei Millionen Dollar pro Folge verbraten wurde.
Auch die Schauspieler überzeugen mich größtenteils nicht. Der von Grant Bowler gespielte Lawkeeper Nolan sollte wohl eine ähnliche Funktion einnehmen wie sie Captain Reynolds in Firefly hatte - aber ich wurde mit diesem Hauptcharakter nicht warm. Julie Benz ist so blass wie eh und je, ihre begrenzten Talente mögen für eine kleine Supportrolle wie Dexters nervige Ehefrau gereicht haben, als Autoritätsfigur ist sie einfach nur fehlbesetzt. Das wird in allen Szenen deutlich wo sie gegen die beiden besten Schauspieler der Serie anspielen muss, nämlich Graham Greene (Rafe) und Tony Curran (Datak). Die jungen Darsteller sind allesamt zum Vergessen, ebenso wie ihre Rollen. Wenn ich Teeniedrama sehen will kann ich Dawson's Creek einschalten, das braucht es nicht in einer Science Fiction-Serie.
Die Einzelepisoden sind von gemischter Qualität und die Mythologie-Episoden konnten mich bisher auch nicht packen. Der Cliffhanger um Nolans Tochter ist nicht besonders interessant und motiviert mich nicht, für eine zweite Staffel wieder einzuschalten. Die ganze Serie wirkt wie ein durchschnittliches Abenteuer/RPG-Computerspiel, was vermutlich kein Zufall ist da "Defiance" parallel zu einem gleichnamigen MMORPG entwickelt wurde, welches ebenfalls eher mäßige Kritiken eingefahren hat.
Dabei hätte das Konzept durchaus Potenzial. Die Serie könnte eine spannende Mischung aus "Deadwood" und "Firefly" sein. Leider wirkt sie aber wie ein typisches play-it-safe Produkt wie es der Syfy-Channel in den letzten Jahren immer wieder Programm hatte. Kaum zu glauben dass Showrunner O'Bannon mal für eine wirklich innovative, originelle Serie wie Farscape verantwortlich zeichnete.





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