Mission Farpoint ist der langweiligste Pilot der Star Trek-Seriengeschichte und überhaupt einer der langweiligsten Piloten der Scifi-Geschichte. Dagegen ist selbst "Spacecenter Babylon 5" actiongepackt und aufregend. Bekanntermaßen litt die ganze erste Staffel unter dem starken Einfluss von Gene Roddenberry und zahlreichen Wiederaufgüssen der Drehbücher welche Roddenberry zehn Jahre zuvor für das Raumschiff Enterprise-Sequel Phase II verfasst hatte. Erst mit der Zeit (und mit abnehmendem Einfluss von Roddenberry) wandelte sich TNG zu der Serie die wir Heute noch als Genreikone verehren. Da wird gerne verdrängt dass es in den ersten beiden Staffeln nur eine handvoll Episoden gibt die ein wirkliches must see sind. Eine heutige Serie könnte sich einen derartig langen Selbstfindungsprozess (welcher übrigens auch die ersten beiden DS9 Staffeln plagte) jedenfalls nicht mehr erlauben - dafür ist die Leistungsdichte der amerikanischen TV-Landschaft dank Kabel und Pay TV mittlerweile einfach zu groß.
Ich habe vor einem oder zwei Jahren mal einen TNG-Revisit aller Folgen versucht. Ich kam bis zur achten Episode der ersten Staffel, dann hatte ich die Nase voll von Roddenberrys predigender "Caesar can do no wrong!"-Attitüde welche die Föderation zu einem Friede Freude Eierkuchen-Paradies verklärte indem 12 jährige Milchgesichter ein Raumschiff mit 1000 Besatzungsmitgliedern fliegen. Erst mit der nach wie vor brillianten Episode "Measure of a man" zur Mitte der zweiten Staffel hin gewinnt das TNG-Universum an dringend benötigten Nuancen - die später eines der Qualitätsmerkmale der Serie werden und uns tolle Episoden wie "The Drumhead" und "The Defector" bescheren.





Zitieren
Als Lesezeichen weiterleiten