Ich gehe mal davon aus dass Miller zuerst das Drehbuch (mit)entworfen und sich dann daran gemacht hat den graphic novel zu zeichnen - der Film sollte auch bereits diesen Sommer erscheinen, wurde aber um ein halbes Jahr verschoben.
Soweit ich mich an den Produktionsprozess von 2001 erinnere war Clarke noch nicht mit dem Buch fertig als die Produktion des Films begann. Die Fertigstellung von Buch und Film war ein paralleler Prozess der engen Kooperation von Clarke und Kubrick. Der Sentinel war nur eine Kurzgeschichte die als Outline diente, so wie "Do androids dream of electronic sheep" aus dem Ridley Scott dann Blade Runner zimmerte. Hätte Kubrick einfach nur die Kurzgeschichte verfilmt, es wäre vermutlich ein völlig anderer Film geworden.
Ich habe allerdings auch den Eindruck dass die Zeit zwischen Buch und Verfilmung immer kürzer wird. Hollywood denkt eben mittlerweile 100 % betriebswirtschaftlich und will Buchfranchises auf die Kinoleinwand bringen so lange sie noch heiß sind - siehe Twilight und Hunger Games. Ein sorgfältiger, jahrelanger Reifeprozess einer Verfilmung wie z.B. bei Lord of the Rings wird immer seltener. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist ein streamlining von Buch- und Filmproduktion natürlich optimal - da kann man zeitgleich alles zusammen weltweit auf den Markt bringen, Buch, Film, Videospiel, Merchandising etc. Dass diese Produkte dann oft unausgegoren sind liegt in der Natur der Sache - Buch und Film sind schließlich völlig unterschiedliche Medien mit ihren eigenen Gesetzen. Ein Buch was schon von vorneherein als quasi-Drehbuch für einen 120 Minuten Blockbuster angelegt ist wird völlig anders geschrieben als ein klassischer Roman.






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