gute idee, kleiner

aber das letzte gericht gleich mit dem lieblingsgericht setzen, passt meineraugs nicht so ganz.
ich denke, dass ich meine letzten stündchen mit wesentlich mehr bedacht, sehr intensiv und unbedingt verbunden mit eigenwilligem symbolcharakter gestalten würde. nicht ausschließlich getrieben von sabbergetränkter fressgier.

welches aas also zu sich nehmen, bevor ich selbst den weg des aases gehe?
(da fällt mir irgendwie der titel von rednex ein, "spirit of the hawk" -stellt euch das mal als "spirit of the aas" vor -hmmmm...jananahejananahejanana... sorry, ich schweife ab)

ich glaube, die nötigen gedankengänge kommen einem eh erst, wenn der tod an die tür klopft. im knast -besonders in der todeszelle- hat der tod viel zeit zum klopfen. und man selbst hat umso mehr zeit, um zu überlegen, wie man ihm begrüßt. vollgefressen, schlaff, sich die wampe haltend? durch die fettigen lippen fasel ich ihn an: "hey tod... rüüüüüüüülllllllllps." tja, chance vertan. alles was ich dem sensenmann eigentlich sagen wollte, löst sich in einem herzhaften rülpser auf. das isses also nicht. ich will schließlich nicht ganz wortlos die sense reiten.

mein vorschlag:
die trennkost-variante.

nein, nicht wegen der gesundheit. nein, auch nicht, weil man auf dem elektrischen stuhl eine gute figur machen will. ok, bei den amis könnte das eine rolle spielen. wenn du da im tv ausgestrahlt wirst und die leute dir beim brutzeln zuschaun, du aber nix andres denken kannst als "mann, im fernsehn seh ich bestimmt noch dicker aus.", ist die idee einer figurbetonten henkersmahlzeit natürlich gerechrfertigt.
mit trennkost meine ich jedoch, sich seine essensgänge genau zu trennen. eine penibel durchdachte aufteilung, wo wann was gegessen wird. das essen zellebrieren, je nach dem, welcher part nun dran ist.
bei mir sähe das folgendermaßen aus:

zuerst eine schüssel müsli.
das ist lecker und man kann beim kauen wunderbar spirituell werden. denn was liegt da nicht näher als der gedanke, unser körper sei eigentlich nur unausgegorener pfusch? schließlich kaut ein gut funktioniendes etwas nicht so angestrengt wie unsereins. da mahlen die kiefer und mahlen und... bald aber sind wir frei. raus aus diesem missgklückten haufen fleisch und knochen und gewabbel.

dann diese leckeren türkischen und griechischen vorspeisen auf einer blonden, langhaarigen frau mit eindeutig weiblichem körper serviert.
eindeutig weiblich meint, dass sie ein gutes stück fleisch ist. auf rippchen steh ich nicht. das vergeht mir der appetit.
was ich mit den vorspeisen meine?
ja, ich weiß nicht, wie die alle heißen. aber das sind meistens so pasten unterschiedlicher konsistenz. dazu bekommt man weißbrot bzw. fladenbrot zum reintunken. was man da tunkt, schmeckt z.b. nach tzaziki, lachs, zwiebeln, scharfem zeugs, hering, oliven, feta... neben den pasten gibts eingelegte weinblätter und allerlei gemüsiges.
warum auf einer frau serviert?
weil das ebenfalls mit viel spiritualität verbunden ist. ich weiß, ihr habt beim lesen alle dran gedacht, ich will die blondine nur ficken. will ich auch. darf ich aber nicht. das ist schonmal äußerst spirituell. was ist das schließlich für eine welt, in der sogar die lust eingesperrt, geknebelt und abgetötet wird?
was ist das für ein leben, in dem man lernt, sex ist geil, aber wer intelligent, niveauvoll, stilvoll und sowieso der bringer ist, spricht nicht darüber. oder nur, wenn mans von ihm erwartet. schon wieder steigt freude in einem auf, dass man bald entfleuchen darf...
aber erstmal noch ein wenig dirty meal mit dirty talk: ich verschmier die ganzen pasten auf der blondine, verkleb ihr die haare, beleg ihre nippel mit eingelegten weinlättern und flüster ihr ins ohr: hey, du musst dich mal wieder waschen, kleines. hmmmmm, ganz schön schmutzig, hast alles verkleckert. ohhhh... halt dich mal zurück kleines. dein schweiß macht das gute zeug ganz sauer... oh, das is ja gar nicht dein schweiß... BABY!"
ob ihr das als spirituell bewertet, überlasse ich euch.

zuletzt bohneneintopf. serviert in einem großen pott, neben mein klo gestellt.
ja, der gag ist wirklich alt. natürlich gehts um furzen. aber wozu orignell sein, wenn eh gleich gestorben wird?
neben dem klo soll er stehen, weil ich mich erstmal auf selbiges setzen muss. mein darm entleert sich nun aller vorher zu mir genommenen nahrung. nach jeder entleerung nehme ich 5-10 große löffel bohneneintopf zu mir. dann wieder warten bis zur nächsten entleerung usw. erst wenn der topf leer ist, stehe ich auf. nun ist mein darm voll mit bohneneintopf. mit nichts anderem. und völlig überfordert mit der verdauung. schließlich hatte er keine verschnaufpause. jedes organ da unten is kräftig am pumpen. und wir selbst am pupsen. das muss ein, schließlich will ich noch ein bisschen wind machen, bevor ich abtrete. die jungs, die sich über mich beugen, mir die gurte anlegen usw. dürfen sich nochmal eine tiefe nase von mir holen. so schnell werden die mich nicht vergessen.


jetzt kann der tod kommen. eigentlich ist mir das dann sogar ganz recht.
was ich zu ihm sage und ob ich ihn auch anfurze, hängt ganz von meiner laune ab.
vielleicht riechen fürze kurz vorm abnippeln ja ganz anders.
vielleicht sind sie sogar der stoff, aus dem das sterben ist. der stoff, der unsere seele sanft einhüllt und mitnimmt. schließlichlich fuhr auch jesus auf einer wolke gen himmel.
...was der wohl zuletzt gegessen hat?