Die Kritik ist sinngemäß (Inhalt) gekürzt und schon etwas älter. Sie bezieht sich auf die englische Originalversion - ich möchte anmerken, dass Elmar Wepper ein furchtbarer Synchronsprecher ist.

Als ich ins Kino ging, war ich voreingenommen. Im Vorfeld zu Shyamalan neustem Thriller hatte ich mich absichtlich nicht informiert - ein überraschendes Ende gehört bei ihm ja scheinbar zum guten Ton und das wollte ich mir keinesfalls vorwegnehmen lassen. Aber demnach befand ich mich auch im Irrglauben, der Film drehe sich um Kornkreise und Aliens. Nachdem der Vorhang schließlich wieder gefallen war und ich mit einem breiten Grinsen und glänzenden Augen den Saal verlies, wurde mir sehr bald klar, dass doch etwas völlig anderes das zentrale Element des Films ist.
In Signs prallen zwei Welten aufeinander, die verschiedener nicht sein könnten. Einerseits haben wir natürlich die Aliens, die schlicht und einfach die Welt erobern wollen. Phantasie, nicht gerade einfallsreich, ganz klar.

Das andere ist die Geschichte einer schicksalsgebeutelten Familie, für die es durch die Bedrohung zu einem emotionalem Showdown kommt, also Realismus pur.
Der Film ist hochsymbolisch; wer Signs nur auf die Handlung oder den kaum vorhandenen Plot reduziert, wird nicht soviel Freude haben.
Was ihn so unwahrscheinlich genial macht, ist der riesige Spielraum für (schlüssige) Interpretationen, den der Film lässt.

Einer und mein Versuch ist der folgende:

Hess Hader mit Gott ist eigentlich nur ein Manifest seiner pessimistischen Einstellung zu der "heilen" Welt. Sein eigentliches Problem ist seine durch den Unfalltod seiner Frau aus den Fugen geratene, sozusagen nunmehr tote Familie.

Durch die Konfrontation jedoch ist sie gezwungen, aufzuerstehen. Die Fehler, die gegenseitigen Schuldzuweisungen, die eigene Schuld, die Wut, die Liebe - das alles wird nicht länger unterdrückt, sondern kommt mit einem Paukenschlag ans Licht. Keine Zeit mehr für Hess resignierenden Pessimissmus und sein Selbstmitleid. Life goes on. Es wird Zeit, Hoffnung zu schöpfen und den Glauben an das Gute und Zeichen davon nicht zu verlieren, trotz vieler Rückschläge. Und das kann manchmal sehr einfach sein. Manche Charaktereigenschaften, die andere als verrückt oder fehlerhaft bezeichnen, können auch reinigende und rettende Wirkung entfalten. Selbst wen alles drumherum zum Teufel geht.

In technischer Hinsicht fällt einem natürlich Hitchcock und eine Prise alter Spielberg ein, deren Fußstapfen Shyamalan problemlos füllen kann. Alleine die Szene, wo die Kamera auf der Taschenlampe bleibt und drumherum im Keller die Hölle losbricht, verdient einen Oscar. Auch der Aufbau der Suspense und damit der Paranoia der Familie ist ein Meisterstück. Dazu kommt sein Gespür für stylische, eindringliche, toll belichtete Bildsprache, die eine knisternde Atmosphäre und Spannung erzeugt. Auch die Wahl eines Kornfeldes als Umgebung finde ich genial... das schwierige Ausmachen des Fremden in einer solchen Umgebung ist ein sehr unheimliches Motiv.

Gibson spielt zurückhaltend und supereindringlich den gefallenen Priester; Shyamalans Geschick für das Casting von Kindern führt zu zwei tollen Performances - nur scheint Morgan manchmal etwas zu "alt" für sein Alter.

Signs ist Kunst und steht meilenweit über anderen Konflikt- und Alienfilmen. Und erst recht über solchen substanzlosen Effekt-Bullshit wie ID4 oder ultracoolen aber hirnlosen Flicks wie "From Dusk Till Dawn".
Sicher, die einzelnen Elementa gab's schon zuhauf. In dieser Kombination und so aussagekräftig und dann auch noch technisch so brilliant umgesetzt aber noch nicht.

Auf ner Punkteskale bis 5 gibt es auch dero 5.
@Yerho:

Nur, wäre sie das nicht auch, ohne den ganzen Schmu zu inszenieren? - Richtig, es ist im Prinzip kein Fortschritt erkennbar, wir haben also eine klassische Nullhandlung.
Das habe ich jetzt überhaupt nicht verstanden? Natürlich wäre sie das ohne den ganzen Schmu nicht.
q.e.d
Möchte ich bezweifeln.