Für mich fängt eine Inszenierung nicht mit der Handlung an, die der Zuschauer direkt verfolgen kann, sondern mit dem frühstmöglichen Zeitpunkt, der im Film behandelt wird. Und zum Schluß wird man mit dem Holzhammer darauf hingewiesen, daß alles auf schicksalhaften Zusammenhängen beruht. Der Junge überlebt das Gas nicht, weil er ein Atemwegsleiden hat, er hat ein Atemwegsleiden, damit er den Angriff überlebt. Es steht nicht überall Wasser herum, weil das Mädel einen Tick hat, sondern das Mädel hat einen Tick, weil Wasser herumstehen muß. Gleiches gilt auch für das Schicksal der Mutter und das des Bruders.Das habe ich jetzt überhaupt nicht verstanden?Natürlich wäre sie das ohne den ganzen Schmu nicht.
Kurz, der Film basiert darauf, daß es eine Art Fügung gibt. Die Familie muß leiden, um zu überleben und ihre innere Stärke zu finden. Das wäre an sich eine gute Idee, hätte Shyamalan den Kreis nicht so geschlossen, daß es auf fatalistischen Pessimismus hinausläuft. Und wäre die finale Prüfung der Familie durch die Aliens nicht so selten affig, hätte ich leicht akzeptieren können, daß im Vorab gebrachte Opfer nötig sind, um diese Krise zu durchstehen.
Ich bezeichne so etwas als fehlkonzeptioniert und überfrachtet, obwohl ich nun wirklich nichts gegen Genre-Fucking habe. Und ich erwarte eine innere Schlüssigkeit in der Beschreibung von situativen Zusammenhängen, sowie eine brutale Konsequenz darin, wie sie ausgespielt werden. Im Phantastischen Film kann man konstruieren, was man möchte, aber man muß die Regeln einhalten, die man selbst aufstellt. Wenn ich sage, der Mond ist grün und ein Krapfen, ist das okay, aber dann ist er auch ein grüner Krapfen. Und wenn gefährliche Aliens eine Familie in Bedrängnis bringen, und schicksalhafte Ereignisse die Rettung sind, dann müssen die Aliens auch gefährlich sein. Daher hätte man auf dieses Motiv besser verzichtet, denn hier ist es nur Ballast. Die Entpuppung der Leiden als Segen hätte sich auch ohne diesen Tinneff bewerkstelligen lassen.
Das beliebige Hinrücken von Kausalitäten ist in Klamotten im Stile von "Final Destination" durchaus unterhaltsam, aber in einem Drama wirkt es unfreiwillig komisch; wie eine Reihe fixer Ideen, die besser noch einmal durchdacht worden wären.





Natürlich wäre sie das ohne den ganzen Schmu nicht.
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