Mich haben im Nachheinein an dem Film nur drei Dinge gestört: Die Unfähigkeit des Hauptdarstellers, seinen Gesichtausdruck der jeweiligen Gemütsverfassung seiner Rolle anzupassen, und dieses schon zigmal gehabte Plodevice, daß zum Finale sämtliche Verletzungen verschwunden sind, die sich der Hauptcharakter zugezogen hat. Auch die Bewegungsmuster waren mir etwas zu überzogen ... Der Knilch ist herumgeturnt wie Spiderman höchstselbst, und das ist selbst innerhalb der konstruierten Entstehungsgeschichte des Daredevil nun einmal nicht plausibel.

Das Elektra überlebt, war zwar klar, aber ich fand es gut, daß sie zum Ende nicht strahlend auf der Matte stand. Die Idee mit dem Anhänger hatte Stil. Und Bullseye war einmal ein richtig interessanter Gegner, für den ich mir im ersten Moment einen mehr spektakulären Abgang gewünscht hatte. Aber danach erschien es mir so doch ganz in Ordnung.

Fazit: Der Film ist kein Muß, aber sehenswert. Er kam mir nicht schlechter vor als Spiderman, nur unspektakulärer und weniger farbenfroh, was ich persönlich sogar als angenehme Abwechslung empfand.

(Die geringere Bekanntheit des Daredevil schiebe ich darauf, daß Comics hierzulande mehr als in den USA als Medium für Kinder und Jugendliche vermarktet werden. Und Daredevil richtet sich konzeptionell eher an eine etwas ältere Leserschaft.)