Nager: Ich poste das bewusst hier und nicht im Star Trek forum, weil ich mit Scapern und nicht mit kampf-trekkies darüber diskutieren möchte.
Feigling!

Dürfen auch Nichtscaper antworten? Ich trau mich dann mal, zu antworten meine ich. Die Bezeichnung Kampftrekkie gefällt mir übrigens

Heute gibt es mal 2 Wahlmöglichkeiten. Sind beide identisch, bloß unterschiedlich lang. Extra für diejenigen die nicht gerne lesen.

Möglichkeit 1

Shatner is ´n Arsch. Von TOS habe ich noch nie viel gehalten und wenn ich von dem lese das er gute Geschichten will ... ich bitte euch ... der soll erst einmal was Gutes machen, dann nehme ich seine Meinung ernst. Die Zeiten ändern sich und seine ist längst vorbei.


Möglichkeit 2

Worüber beklagt der alte Mann sich? TOS war für mich Cowboy im Weltall, das brauch ich nicht wieder. Er hat sich auch dazu geäußert das er TNG nicht gesehen hat, was einen vermuten lässt das er DS9 genauso wenig kennt. Ich mochte von Star Trek aber nur DS9.

Pop Kultur ist immer ein netter Schlachtruf. Was bedeutet das eigentlich? Wenn wir die Frage beantwortet haben diskutieren wir noch mal darüber wie erststrebenwert ein Pop Kultur Preis ist. Bemerkenswert ist übrigens auch die sonst ablehnende Haltung gegenüber der Popkultur. Populär (lat. populus) ist halt noch immer das Gegenteil von elitär. Und sind wir nicht alle lieber elitär? Wenn man dann allerdings einen Preis bekommt ...

Nun ja, die größte Errungenschaft (?) der Popkultur ist wohl das sie die Grenzen zwischen all den Subkulturen (Elitär, Masse, etc.) aufgehoben hat und so einen breiten Konsens hergestellt hat. Deswegen ist Popkultur auch kaum angreifbar. Schon Goethe hat die Passivität abgelehnt, in der das Publikum das ihm Vorgesetzte konsumiert. Ist das nun Resultat der Popkultur? Weil alles Massentauglich ist damit es ja jeder versteht? Ist das der Grund warum nur noch 12 % der Bundesbürger die Inhalte der Tagesschau verstehen?

Vielleicht? Andererseits bringt die Popkultur auch so herrliche Sachen wie die Simpsons hervor. Die Frage muss wohl lauten ob wir auch ohne die Popkultur passiv anstatt aktiv leben würden. Ich weiß es nicht.

Kommen wir nun zu etwas vielleicht noch Wichtigerem.

Wer will denn was Neues, Frisches? Vor ein paar Jahrzehnten wäre der Schrei bestimmt gehört worden, leider ändern sich die Zeiten. Wir leben in einer der wohl schrecklichsten, und zugleich faszinierernsten Epochen der Neuzeit: Die Postmoderne. Ich habe erst kürzlich gelesen das der bessere Begriff Plusmoderne wäre. Denn etwas anderes tut die Postmoderne ja nicht. Sie nimmt ältere Inhalte und übersteigert, verlagert und / oder pervertiert sie. Das dies auf Zustimmung stößt liegt wohl nicht zuletzt am Zuschauer. Schließlich kann er schön passiv bleiben, und wenn er etwas Bekanntes wieder entdeckt kann er mit seiner Medienkompetenz prahlen.

Kuriose Züge nimmt diese Erscheinung ja insbesondere im SciFi Genre an. Dort werden dann Prequels anstatt Sequels gedreht und Star Trek begeht dann ein Verbrechen wie ENTERPRISE. Ja kein Risiko eingehen, könnte das Motto lauten. Was sich wohl nicht zuletzt auch in den Charakteren wiederspiegelt. Alle waren schon einmal da, schön platt dazu, in ENTERPRISE ähneln sie sich ja sogar äußerlich, alles zum Wohle des Zuschauers.

Ist die Postmoderne an der mangelnden Qualität (?) schuld?

Nein, nehmen wir mal nicht die Simpsons, sondern Farscape als Beispiel. Auch hier gibt es die üblichen Archetypen die jede Serie braucht: Den smarten Menschen, den bösen Bösewicht, den klingonischen Kämpfer, das leichte Mädchen usw. Wieso stört das nicht? Ganz einfach, nennen wir es mal den Simpsoneffekt. Man überspitzt alles ein wenig und benutzt Selbstironie. So ist es dann möglich das die Charaktere eine gewisse Distanz zu sich selber erlangen, und dann darf halt auch mal der smarte Held nicht so smart sein.

Eine weitere Besonderheit ist unter anderem das der Protagonist auch unser Zeit stammt, wir also ähnliche Erfahrungen besitzen. Somit ist es dann Möglich das eigene Genre (SciFi), von außen zu betrachten. Auch hier haben wir dann wieder eine Gewisse Selbstironie. Ein Umstand an dem andere Serien oft scheitern ist das dabei die Ernsthaftigkeit verloren geht. Die Balance zu halten, das ist wohl die Kunsti.

Farscape ist also keineswegs neu. Die Serie ist auch nur ein weiteres Produkt der Postmoderne. Halt, bloß mit dem Simpsonseffekt.

Bleibt nur eine Frage offen. Kann überhaupt noch etwas Neues erschaffen werden? Was ist wenn ale Geschichten erzählt sind? Schließlich braucht er Mensch Visionen.

Natürlich erklärt das nicht wieso Farscape keinen Erfolg hat. Bei den Simpsons funktioniert es ja. Geschmack? Ich denke aber immer öfter das SciFi Anhänger, trotz all ihren fremden Welten und Kulturen Kram, deutlich konservativer sind als der Durchschnitt der Gesellschaft. Wahrscheinlich gibt es aber doch nur zu wenig von ihnen.

Tja, soviel dazu, oder um Nagers Worte zu verwenden:

Ich hoffe, das hat jetzt halbwegs zum thema gepasst.